Zum Aufwärmen nach meiner Pause beginne ich mit einem weiteren Artikel für die begeisterten Thriller- und Shocker-Spieler, also die Fans der Atari-ST-Spiele von Martin Hintzen und Jürgen Verwohlt. Die angesprochene Zielgruppe wird die etwas verdutzt dreinblickende Fratze des Mad Martin aus „Shocker“ und „Shocker 2“ sicherlich kennen. Als ich letztes Jahr das Privileg hatte, mit dem Entwickler Martin Hintzen ein telefonisches Interview über seine Spieleproduktionen zu führen, da verneinte er die Frage, ob es irgendeine äußerliche Ähnlichkeit zwischen ihm und Mad Martin gäbe. Leider versäumte ich es, genauer nachzuhaken, wie es zu der eigenartigen grafischen Kreation kam.
Krank dahinsiechend und zu allem Übel ganz ohne Internetzugang, völlig abgeschnitten von der Zivilisation, ließ ich mich kürzlich dazu hinreißen, in einigen uralten Jahrgängen vergilbter Computerzeitschriften zu blättern, als mir etwas höchst Interessantes ins Auge stach: In einigen Ausgaben der Zeitschrift „Computer Kontakt“ lachte mich das charakteristische Gesicht von Mad Martin an – genauer gesagt in der Anzeige eines Atari-Softwareversandhandels aus Bretten, der heute bestimmt nicht mehr existiert.

Der Laden nannte sich „Diabolo-Versand“ und war laut Anzeigentext offenbar der Versand mit den teuflischen Preisen. Witzigerweise liegt Bretten ja quasi hier bei mir um die Ecke. Für einen Augenblick dachte ich, dass sich da wohl jemand am Design des Mad Martin ausgetobt, ihm eine Perücke, einen Anzug, und einen festen Job im Versandhandel verpasst hatte, damit er sein Geld mit ehrlicher Arbeit verdienen konnte, und nicht mehr mit skrupelloser Weltraumtyrannei. Allerdings folgte sofort die Einsicht, dass das eher unwahrscheinlich war: Die besagten Anzeigen waren im Jahr 1987 erschienen, also bereits fünf Jahre vor der Veröffentlichung von Shocker.

Wer ist also dieser Mad Martin und woher kommt er? Vielleicht werden wir es nie erfahren. Das Herumstöbern in so richtig alten Computerzeitschriften ist übrigens total interessant. Da werden aus unserer heutigen Sicht völlig veraltete Geräte und Schnee von vorgestern als der große technologische Durchbruch präsentiert, was bei mir immer eine Mischung aus Nostalgie und unfreiwilliger Komik erzeugt. Nett fand ich auch, als ich entdeckte, dass in deutscher Software Mitte der 80er Jahre der „Cancel“-Button nicht mit „Abbrechen“, sondern oft mit „IRRTUM“ beschriftet war.
In der nächsten Folge dieser investigativen Dokumentarreihe sehen Sie: Mad Martin als Bäcker.


Damals war Laura Branigan mit ihrem Hit „Self Control“ bereits in der fünften Woche in Folge auf Platz 1 der Single-Charts. Insgesamt konnte sich der Song sechs Wochen an der Spitze halten. Bei den Alben lag Mike Oldfield mit seiner Platte „Discovery“ vorne, der gerade eine Woche zuvor auf Platz 1 eingestiegen war. Beeindruckende neun Wochen lang blieb das so, bis die Scheibe im September 1984 vom Thron gestoßen wurde. Self Control ist ein ganz typischer Song der 80er, den ich immer wieder gerne höre. Von Mike Oldfield kennt jeder irgendeinen Song, und sei es notfalls nur „Moonlight Shadow“ oder der vielfach gecoverte erste Titel des erwähnten Albums: „To France„, beide übrigens gesungen von Maggie Reilly. Am besten lasse ich diesen Abend mit Songs beider Musiker im Ohr ausklingen.
Voller Freude präsentiere ich mal wieder einen kleinen News-Beitrag auf meinem Blog, der sich meiner Headergrafik als würdig erweist und sie ausnahmsweise nicht gar so deplatziert wirken lässt: Fast sechs Jahre hat es gedauert, nun können OXYD-Fans endlich aufatmen, denn Enigma ist wieder da, in der neuen Version 1.20.
Da sich die neueste Version nun wirklich sehr lange Zeit gelassen hat, gibt es tatsächlich eine ganze Stange an Änderungen, darunter beinahe 1500 neue Levels für alle möglichen Spielarten. Auch einige bekannte Dongleware-Levels sind neu hinzugekommen, wie man schon am Screenshot erkennen kann. Darüber habe ich mich persönlich am meisten gefreut. Außerdem gibt es einige neue Musikstücke, neuerdings sogar im laufenden Spiel wenn man das möchte. Viele neue Steine und Spielobjekte wurden implementiert, es gibt viele grafische Verbesserungen, und eine komplett neue API, wobei letzteres wohl nur den Entwicklern und Leveldesignern auffallen wird.