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Rant

Not so monthly rant: Monatlich abGEZockt

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Die Gebührennazis des Rundfunk-Beitrags”service” terrorisieren mich schon seit Monaten. Letztes Jahr im Oktober hatte ich im Rathaus meine Ummeldung zur neuen Wohnung gerade eben durchgeführt, da hatte ich auch schon einen Erpresserbrief der Rundfunkmafia im Briefkasten. Offenbar werden meine bürgerlichen Daten nur wenige Minuten nach jeder Änderung als allererstes bereitwillig an die Staatspropagandamaschinerie von ARD, ZDF und Deutschlandradio übermittelt. Als kompromissloser GEZ-Gegner ignorierte ich die ekelerregenden Bettelbriefe, die inzwischen monatlich bei mir eintrafen. Zunächst ging es nur um die “freundliche” Mitteilung zur Anmeldepflicht, ich sollte doch bitte brav Auskunft über mich geben, so wie das von hörigen, obrigkeitstreuen Bürgern in Deutschland erwartet wird. Den Antwortbrief sollte ich natürlich selbst frankieren. Einen verdammten Scheiß würde ich tun.

Die Anmeldungsaufforderungen wurden von Monat zu Monat immer aufdringlicher, bis sich die Anmeldung schließlich auf magische Weise von selbst erledigt hatte: Man informierte mich irgendwann im Frühjahr über meine Zwangsanmeldung. Toll, wie sich Dinge erübrigen konnten, wenn man sie nur konsequent genug ignoriert. Als nächstes bekam ich regelmäßig Hinweise über die zu zahlenden Beiträge, die sich bereits seit Oktober fortwährend anhäufen. Diese kriminellen Halsabschneider forderten ein monatliches Schutzgeld von 17,98 EUR ein. Falls ich den Zahlungen weiterhin nicht nachkommen würde, so drohte man mir, müsste ich (natürlich neben den großzügigen Mahngebühren) mit der Zwangsvollstreckung rechnen, mit Kontopfändung, Mietkautionspfändung, und mein erstgeborener Sohn würde mir mit Sicherheit auch weggenommen. Nicht allein, dass man mir mit solchen drastischen Maßnahmen drohte, die Kosten zur Beantragung der Zwangsvollstreckung würden mir ebenfalls aufgelastet, so als würde die Kontopfändung nicht schon ausreichen, um mich zu bestrafen. Die GEZ wirft also nicht einfach nur die Fensterscheiben meiner Wohnung ein, sie stellt mir auch noch die Backsteine in Rechnung, die sie dafür benötigen würde.

Die öffentlich-unrechtliche Rundfunkmafia schüchtert Beitragsschuldner monatelang systematisch ein, droht mit drakonischen Strafmaßnahmen, und erwartet trotzdem Verständnis für die anachronistische und äußerst umstrittene Gebührenpflicht, für das sie damit definitiv nicht beitragen. Seit Monaten lese ich in Ruhe auf Internetseiten und Foren zum Thema GEZ-Widerstand, doch besonders viel weitergebracht hat mich das nicht. Entweder man lässt sich auf einen gigantischen Haufen Bürokratie und juristischen Stress ein, den ich weder einschätzen noch verstehen kann, oder man unterwirft sich und zahlt die fragwürdige Unrechtsabgabe. Von Laien wird erwartet, dass sie wahrscheinlich zentimeterdicke Klageschriften fehlerfrei und ausreichend gut begründet verfassen, nur um ein paar Monate Aufschub im Kampf gegen die dreiste Abzocke zu bekommen. Letzten Endes wird der Widerspruch ohnehin abgelehnt, die Verfassungsklage sowieso abgewiesen, oder wegen winzigsten Formfehlern erst gar nicht anerkannt. Ich musste lange mit mir ringen, ob es mir das Wert wäre.

Da der bürokratische Aufwand für mich als Berufstätigen absolut nicht zu bewältigen ist (wobei es hier ja nicht nur um das reine Ausfüllen der unterschiedlichsten Anträge und Formulare geht, sondern auch um die Zeit, die ich mit dem Einlesen in juristische Grundlagen und dem Verstehen selbiger verbringen muss), habe ich bei mehreren Anwälten für Verwaltungs- bzw. Verfassungsrecht bezüglich eines Mandats angefragt. Die Antworten waren leider noch viel ernüchternder als ich erwartet hatte: Die meisten lehnten ein Mandat wegen Arbeitsüberlastung ab (wobei das auch eine blumige Umschreibung für “Och nö, nicht schon wieder ein GEZ-Gegner” sein könnte). Ein kompetenter Anwalt bot mir seine Hilfe tatsächlich an (ein Dankeschön an der Stelle!), erwartete aber einen Vorschuss von mindestens 1500 EUR, bei einem Stundensatz von etwa 250 EUR. Damit war das Vorhaben dann leider gestorben, bevor es aus der Taufe gehoben werden konnte. Ich dachte mir ja, dass es teuer werden würde, aber das überstieg sogar meine Vorstellung. Alleine für die Anzahlung könnte ich knapp sieben Jahre lang die dauerhafte “Erbschuld” bei der GEZ begleichen. Am Ende reicht der Vorschuss wahrscheinlich kaum, um die Klage vorzubereiten. In Deutschland kann ich es mir scheinbar nicht leisten, für mein Recht zu kämpfen. Was bleibt ist die Resignation.

Da die Anordnung der Zwangsvollstreckung nun unmittelbar bevorsteht, und ich mir eine solche nicht leisten kann, bleibt mir nach 14 Monaten passiven Widerstands keine andere Wahl mehr, als die bisher geforderten 250 EUR endgültig im Klo herunterzuspülen, bzw. an die Gebührennazis zu überweisen. Für extrem schlechtes und vor allem völlig überflüssiges Fernsehprogramm zahle ich nun also auch meine unfreiwillige Spende. Aber ich bin sicher, Florian Silbereisen freut sich über meinen Beitrag, wenn er sich davon einen vergoldeten Schaltknauf für seinen Porsche kauft, oder Daniela Katzenberger, wenn sie sich davon mal wieder die Brüste machen lässt, oder Helene Fischer, die sich nach der Show auf meine Kosten eine Flasche Champagner aufs Hotelzimmer bringen lässt – alles finanziert von unseren Gebühren. Danke, ihr Wichser vom Rundfunk-Abzockservice, dass ich die miese Staatspropaganda der Regierung, die ich nicht gewählt habe, nun auch selbst finanzieren darf. Ich finde es super, dass ich die voranschreitende Volksverblödung durch die Öffentlich-Rechtlichen unterstützen kann. Ihr macht mein Leben soviel schöner! Aber das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.

tl;dr: Keine Zwangsfinanzierung von Medienkonzernen!

Content Provider

Die 100% Cut-Version

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left4dead2Steam hat seinen Nutzern über die Feiertage ein verlockendes Angebot gemacht: Für ein paar wenige Stunden konnte man sich die Vollversion von Left 4 Dead 2 kostenlos einverleiben, man musste nur rechtzeitig auf den richtigen Knopf im Shop klicken, dann wurde es kommentarlos zur eigenen Bibliothek hinzugefügt. Da ich erst kurz vor Schluss von dieser Aktion erfuhr, war ich doch sehr unter Zeitdruck, so dass ich auf kürzestem Weg nach dem Spiel suchte und die Gelegenheit nutzte. Ein einfacher Mausklick und das Spiel war da. Wunderbar.

Nun wurde mir direkt im Anschluss klar, was ich Idiot damit eigentlich Schreckliches getan hatte: Ich hatte mir in meiner Naivität mit meiner deutschen IP die deutsche Müllversion von Left 4 Dead 2 in meine Steam-Bibliothek geholt, die komplett zensierte, in der die Zombies nicht bluten und sich sofort in Luft auflösen. Diese tragische Wendung in meiner spannenden Festtagsgeschichte finde ich äußerst beängstigend. Deutsche Jugendschmutzgesetze und Steam sind schon ein fantastisches Team. Left 4 Dead 2 geschenkt, gerne, aber doch bitte nicht diese beschnittene Nachgeburt deutscher Steinzeit-Bürokratie!

Hat jemand von den zufällig anwesenden Steam-Experten eine Idee, wie man diesen unbrauchbaren Datenrotz, diese ekelerregende Arschkarte wieder in ein echtes, spielbares Spiel verwandeln kann? Kann man diese deutsche Schrottfassung irgendwie gegen die großartige Originalversion umtauschen? Und wenn ich mich dazu auf den Kopf stellen muss, ich will das richtige Spiel und nicht diesen armseligen Versuch!

Sollte es tatsächlich keine simple Möglichkeit geben, sich eine Erwachsenen-Version zu besorgen, dann bleibt mir ja gar nichts anderes als eine steamfreie Installation vom Gratishändler meines Vertrauens herunterzuladen. Ich meine, hey, ich BESITZE Left 4 Dead 2 seit vier Tagen faktisch LEGAL, aber muss ich mir dann wirklich eine äh … “Sicherheitskopie” im Internet suchen, damit ich das Spiel uneingeschränkt nutzen kann? Wäre das nicht völlig absurd?

Im Folgenden nun wieder die obligatorischen Schimpftiraden über Steam von mir. Dieser Absatz ist praktisch mein “Alibi”, falls mich jemand verdächtigt, nun begeisterter Steam-Nutzer zu sein: Ja, scheiß Aktions-Zeitlimit, scheiß künstliche Verknappung, scheiß DRM. Es ist ja wirklich nicht so als hätte Steam nur noch wenige Exemplare vorrätig gehabt. Das ist reine PR- und Kundenbindungsmaßnahme. Außerdem ist so eine Nur-für-ganz-kurze-Zeit-Gratis-Aktion doch eigentlich eine Frechheit den Leuten gegenüber, die sich das Spiel vielleicht noch kurz zuvor für teuer Geld gekauft haben. Und natürlich für die Leute, die während der Aktion gerade verreist waren und jetzt in die Röhre schauen. Aber da müssten wir natürlich wieder anfangen über den Sinn und Unsinn von Sonderangeboten zu diskutieren. Vielleicht lasse ich das doch besser sein. Wo zur Hölle ist mein Inhalator? Alles gut, mir gehts schon wieder besser.

Deutschland

Anlässlich der Bundestagswahl 2013

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Mir wurde kürzlich durch die Blumen mitgeteilt, ich würde auffällig viel CDU-Bashing betreiben. Das ist wohl richtig, und das ist Absicht. Warum denn auch nicht, Blogs sind schließlich nichts anderes als Meinungsplatformen und um meine politische Meinung mache ich kein Geheimnis. Andere betreiben leidenschaftlich gerne Piraten-Bashing, das wirft mich auch nicht aus der Bahn.

Mein persönlicher Antrieb liegt vermutlich darin, dass die CDU – gleich nach der NPD – die von mir meistgehasste Partei ist. In so ziemlich allen Punkten, die im Zuge des Wahlkampfes diskussionswürdig sind, bezieht die CDU eine gänzlich gegensätzliche Position zu meiner. Es gibt praktisch keine nennenswerte Einigkeit, egal ob beispielsweise beim Mindestlohn oder BGE, bei der Videoüberwachung, bei der Kirchensteuer, Vorratsdatenspeicherung oder der Energiewende. Die CDU will immer mehr Überwachung und Kontrolle, verhindert den gesetzlichen Mindestlohn und stemmt sich gegen die längst überfällige restlose Trennung von Staat und Kirche. Da muss ich es doch sehr bedauern, dass ausgerechnet diese Partei durch die schon viel zu lange andauernde Regierungsbeteiligung meine Interessen langfristig vertreten soll, was sie natürlich nicht tut.

Alle CDU-Wähler und -Sympathisanten seien hiermit also gewarnt: Der vorliegende Beitrag enthält große Mengen subjektives CDU-Bashing und viel eigene Meinung. Wer solche Beiträge schnell persönlich nimmt, möge bitte davon Abstand nehmen wider besseren Wissens weiterzulesen. Wer die Warnung ignoriert und die Kommentarspalte für Hassbotschaften und Trollposts nutzen möchte, den muss ich daran erinnern, dass alle Kommentare moderiert werden und Müll nicht freigeschaltet wird. Aber schauen wir uns das Problem doch einmal konkret am Beispiel des endlich online gestellten Wahl-O-Mat an:

wahlomat2013

Für mich ein wenig überraschendes weil inzwischen oft bestätigtes Ergebnis: Die Piratenpartei mit der höchsten Übereinstimmung, am gegenüberliegenden Ende mit deutlichem Abstand die CDU mit sehr geringer Übereinstimmung. Da ich bei den Großparteien ohnehin nur die Wahl zwischen Pest und Cholera habe, habe ich keine Schwierigkeiten, meine Stimme einer kleinen aufstrebenden Partei zu geben, auch wenn ich mir dafür im Alltag manchmal wirklich saudumme Sprüche anhören muss. Aber was nicht tötet, macht dich bekanntlich stärker.

Wenn das Merkelchen sein Gesicht nicht gerade medienwirksam bei irgendeinem Fußballspiel in die Kamera hält (dabei infantil Beifall klatschend), dann spricht sie Plagiatoren wie “Dr.” Annette Schavan und nicht zu vergessen Graf von und zu Copypaste ihr volles Vertrauen aus, pflegt innovationsfeindliches Gedankengut und unterstützt gesetzgewordene Verbrechen wie die Bestandsdatenauskunft und das Leistungsschutzrecht, oder gerade noch verhinderte Netzkatastrophen wie ACTA, Stoppschilder im Internet und Öffnungszeiten für Webseiten.

Aber das ist nicht alles, denn emsig verhindert sie dafür sinnvolle Gesetze für mehr Transparenz, gegen den Abmahnwahn, gegen Abgeordnetenbestechung und die dringend nötige Reformierung des Urheberrechts, der GEMA und der GEZ. Diese Frau macht aus meiner Sicht eigentlich nichts richtig und trotzdem darf sie seit acht Jahren unsere Kanzlerin spielen, weil das uninformierte bequeme Volk sich ständig verwählt. Und es sieht fast so aus als müsste ich mich wohl oder übel auf weitere vier Jahre christlich-demokratischen Mundwinkelfaltentums einstellen.

Aber hey, wenn wir dann tatsächlich mal in der äußerst seltenen Situation sind, dass Angie unsere Grundrechte als Deutsche gegen fremde Regierungen verteidigen müsste, so wie zum Beispiel jetzt im Spähskandal zwischen amerikanischen und britischen Geheimdiensten, zwischen PRISM und Tempora, wenn sie endlich mal zeigen darf, dass sie nicht völlig nutzlos ist, dann macht sie … nichts! Genau. Die CDU-Tante lehnt sich zurück, sitzt das Thema professionell aus, und genießt es, wie sehr ihr Ansehen in der treudoofen Bevölkerung trotz ihres absoluten Totalversagens durch konsequentes Nichthandeln und gelangweiltes Schönreden sowas von überhaupt nicht leidet. Wir leben in einer Welt, in der die schlimmsten politischen Fehltritte folgenlos bleiben. Der durchschnittliche Wähler hat also nicht nur kein Skandal-Langzeitgedächtnis, sondern inzwischen überhaupt kein Gedächtnis mehr. Die Hauptsache ist doch, Merkel sitzt beim nächsten wichtigen Fußballspiel wieder jubelnd auf der Tribüne.

Bitte nicht nochmal vier Jahre. Bitte wählt mal was anderes.

gemeinsamerfolgreich

jubilaeum

Geburtstags-Soundtrack

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Die Geheimdienste spionieren uns kollektiv und im großen Stil aus, die Demokratie und unsere Grundrechte gehen endlich völlig zum Teufel, aber unsere Regierung interessiert sich entweder einen Dreck dafür oder findet das ganz okay so wie es sich entwickelt. Wir steuern in voller Fahrt auf einen Überwachungsstaat zu, und zur kommenden Bundestagswahl wird das unerträglich konservative deutsche Dummvolk wieder sein Kreuzchen bei der CDU machen und Tante Merkel mit wahrscheinlich weit über 40 Prozent in ihrem Amt bestätigen, damit sich auch garantiert nichts daran ändern wird, und wir somit die vielleicht letzte gute Gelegenheit verpassen, den Zug aufzuhalten. Es ist wirklich der allerbeste Zeitpunkt um so langsam wüste Endzeitstimmung zu verbreiten. Wenn wir das Steuer jetzt nicht mehr rumreißen, dann erreichen wir irgendwann den Point of no return. Aber was das genau bedeutet, können Bruno Kramm und Gerald Hensel zum Glück sehr viel besser erklären als ich. Mein bescheidener Beitrag hierzu ist, ebenfalls darauf aufmerksam zu machen.

Wieder zurück zu einem wesentlich gemütlicheren und weniger suizidgedankeninduzierenden Thema: Anstatt wie üblich ein Loblied auf meine epischen Heldentaten der letzten 29 Jahre anzustimmen, möchte ich diese heutige zwar jährlich wiederkehrende, aber dennoch nicht ganz unseltene Gelegenheit nutzen, um an die Musik zu erinnern, die zum Zeitpunkt meiner Geburt gerade so topaktuell und erfolgreich war. Was haben die Deutschen am 18. Juli 1984 eigentlich so gehört? Zur Veranschaulichung habe ich diese bunte (und wahrscheinlich auch urheberrechtlich geschützte) Grafik hier erstellt.

geburtsalbenDamals war Laura Branigan mit ihrem Hit “Self Control” bereits in der fünften Woche in Folge auf Platz 1 der Single-Charts. Insgesamt konnte sich der Song sechs Wochen an der Spitze halten. Bei den Alben lag Mike Oldfield mit seiner Platte “Discovery” vorne, der gerade eine Woche zuvor auf Platz 1 eingestiegen war. Beeindruckende neun Wochen lang blieb das so, bis die Scheibe im September 1984 vom Thron gestoßen wurde. Self Control ist ein ganz typischer Song der 80er, den ich immer wieder gerne höre. Von Mike Oldfield kennt jeder irgendeinen Song, und sei es notfalls nur “Moonlight Shadow” oder der vielfach gecoverte erste Titel des erwähnten Albums: “To France“, beide übrigens gesungen von Maggie Reilly. Am besten lasse ich diesen Abend mit Songs beider Musiker im Ohr ausklingen.

Nachzulesen gibt es sowas (beispielsweise für 1984) auf der deutschsprachigen Wikipedia unter Liste der Nummer-eins-Hits in Deutschland (1984). Es ist ja nun nicht so als würde das Jahr 1984 nicht ohnehin eine Gänsehaut im Kontext von PRISM hervorrufen, aber ich kann ja eigentlich gar nichts dafür. Achja, bevor ich es vergesse: Bitte nicht sofort abmahnen oder verklagen! Wer sich an dem Bildchen stört, darf mich gerne in jeder Form über sämtliche Kontaktmöglichkeiten darauf hinweisen. Die Grafik wird dann selbstredend umgehend entfernt und durch eine hochwertige Strichmännchenzeichnung ersetzt.

goldenpoo

Dieser Film ist aus Jugendschutzgründen nur bei Pirate Bay verfügbar

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Hallo Bundesregierung, hallo Telekom, hallo Netzkino.de-Betreiber, hallo GEMA, und wer sonst noch so am Elend im Netz in Deutschland beteiligt ist.

Wer meine Beiträge schon etwas länger verfolgt, weiß ja bereits, dass ich, äh, nunja, rosige Zeiten auf uns zukommen sehe, wenn ich an die Netzneutralität und dergleichen denke. Doch schon heute erlebe ich regelmäßig Dinge, die mir immer wieder aufs Neue die kalte Realität der Gegenwart unvermittelt ins Gesicht hauen. Völlig absurde Dinge, wo ich mir im Unklaren bin, wie sehr eigentlich der Verstand bei jemandem aussetzen, wie sehr die Vernunft versagen musste, dass so etwas lächerliches dabei herauskommen konnte.

Wer auch immer dafür verantwortlich ist:

jugendschutzfailSO wird das definitiv nix mit dem Etablieren legaler Filmplattformen in Deutschland. SO bekommt ihr die “Probleme” mit den Raubkopierern auf gar keinen Fall in den Griff. SO sorgt ihr nur dafür, dass man sich als mündiger, erwachsener, deutscher Staatsbürger ziemlich auf den Arm genommen fühlt. SO sorgt ihr dafür, dass ich mich weiterhin bei den üblichen Torrent- und Filehoster-Seiten umsehen werde. Nun gebt es schon zu: Ihr wollt es doch eigentlich gar nicht anders.

Wie wenig muss ein Mensch vom globalen Charakter des Internet verstehen, um Ladenöffnungszeiten für Online-Videotheken durchsetzen zu wollen? Wenn so ein Modell Erfolg hat, dann fress ich nen Besen. Online-Vertriebsplattformen im Jahr 2013 sollten doch eher auf leichten Zugang und auf ständige Verfügbarkeit setzen, und nicht etwa künstliche Limitierungen einführen, nur weil der Jugendschutz in Deutschland ein ziemlich zurückgebliebenes restriktives Relikt ist. Dass ich nun als Erwachsener bis um 23 Uhr warten muss, damit ich mir mal einen Horrorfilm ansehen kann, das wird mich sicher nicht davon überzeugen, dass Raubkopien keine Alternative sind. Im Moment sieht es wieder einmal mehr danach aus, dass legale Plattformen keine Alternative zu den deutlich besser zugänglichen Raubkopien sind.

Der obige Screenshot stammt übrigens von netzkino.de – einer werbefinanzierten legalen Filmstreaming-Seite, auf der man sich kostenlos (ältere und meist relativ schlechte) Filme anschauen kann. Fand ich im Prinzip ganz praktisch, jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt, als ich die dargestellte Fehlermeldung zu sehen bekam. Jetzt finde ich das Ding eigentlich sogar äußerst unbrauchbar. Ich mache mich damit womöglich bei einigen Leuten unbeliebt, und mir ist klar, dass die geldgeilen Betreiber der inzwischen geschlossenen Streamingplattform kino.to sich die Taschen mit illegalem Filmcontent vollgewirtschaftet haben, aber wieso krankte deren System nicht an solchem Schwachsinn wie virtuellen Internet-Öffnungszeiten? Klar, weil es ohnehin nicht legal war. Aber wieso muss man legale Angebote grundsätzlich immer so wahnsinnig unattraktiv machen? Es gibt doch bessere Mittel und Wege. Das grenzt doch längst an Mutwilligkeit, oder nicht?

Aber da wir schon beim Thema sind, schütte ich nochmal etwas Öl ins Feuer, und bringe einen alten GEMA-Witz:

youtubefail

Ach, wie sich doch nie etwas ändern wird. Und wenn doch, dann leider zum Schlechten. Vermutlich werden Proxys bald genauso zur Standardausrüstung für jeden Browser gehören wie es heute schon Adblocker tun. Das ist alles Notwehr gegen die zunehmenden Einschränkungen, die wir uns gefallen lassen müssen.

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