Spiele
Superfrog HD-Remake exklusiv für Sony
2
Vor 20 Jahren erschien der Amiga-Klassiker Superfrog von Team17. Das lustige Plattformspiel mit der fröhlichen kunterbunten Grafik konnte sich vom Gameplay und vom Leveldesign her problemlos mit der Konsolenkonkurrenz Super Mario und Sonic messen. So verwundert es nicht, dass sogar ein kleiner Seitenhieb auf den deutlich bekannteren blauen Igel im Spiel mit eingebaut ist.
Den amphibischen Superhelden musste man zunächst über Stock und Stein durch einen Zauberwald steuern, vorbei an Bienen, Schnecken und sonstigem Getier. Später ging es unter anderem durch ein Spukschloss, eine Pyramide, einen Zirkus, frostige Eishöhlen und eine Weltraumstation, immer auf der Suche nach seiner Herzensdame, die von einer bösen Hexe entführt worden war. Als Sidekick dabei hatte Superfrog seinen treuen Begleiter Spud, den er nach den Gegnern werfen konnte, wenn ihm danach war. Außerdem konnte der tapfere Frosch in einigen Situationen fliegen, was hilfreich war, um Stachelfallen zu überqueren.
Superfrog erschien im März 1993 für den Commodore Amiga, das CD32 und für IBM-PC. Nicht nur wegen der witzigen Spielideen und der putzigen Grafik, aber auch musikalisch, dank der genialen Modulkompositionen von Allister Brimble brannte sich mir Superfrog wahrscheinlich für die Ewigkeit ins Gedächtnis. Das ist wohl auch der Grund dafür, weshalb ich unbedingt seine Kickstarter-Kampagne unterstützen wollte. Er arbeitet bereits an Neuinterpretationen seiner alten Superfrog-Leveltunes, und auf diese bin ich schon sehr gespannt.
Leider ist er nicht an dem inzwischen angekündigten Superfrog HD-Remake beteiligt, so dass weder die Originalmusik, noch neue Songs von ihm dabei sein werden. Das ist aber kein großes Problem für mich, weil ich ohnehin von dem Projekt enttäuscht bin, noch bevor es veröffentlicht wurde. Die Beispielillustrationen sehen zwar sehr nett aus und orientieren sich sehr stark am Original, allerdings musste ich mich gedanklich ein wenig erbrechen als ich las, dass das Spiel nur für PS3 und PS Vita erscheinen wird – es also ein vollständig Sony-exklusives Remake sein wird. Na danke, ihr Spaßvögel. Ich bin als treuer Fan zum Jubiläum also scheinbar nicht eingeladen, dafür aber natürlich die ganzen Konsolenkiddies. Aber ist vielleicht besser so. Wenn es auf dem PC gelandet wäre, dann vermutlich ausschließlich via Steam und mit Always-Online und dem ganzen Mist.
Laut Aussage von Team17 kamen unter den Fans am häufigsten Nachfragen bezüglich eines Superfrog-Remakes. Nun denn. Ich habe das Original geliebt und unzählige Male durchgespielt, daher wollte ich in jedem Fall einen kleinen Artikel zur Ankündigung schreiben. Diese ist zwar nicht topaktuell, sondern scheinbar bereits vom Februar, aber mir ist das Thema leider eine Weile entgangen, so dass ich das nachreichen musste. Egal, ich freue mich sehr auf meine Allister-Brimble-CD und werde wohl (auch zwangsläufig) einen weiten Bogen um das HD-Remake machen (bis ich es in 15 Jahren ganz frech von einer Abandonware-Seite ziehen und in einem Emulator spielen werde, höhö).
Bestimmt ist das alte Amiga-Original sowieso viel besser, so wie das bei Originalen eben meistens ist. Und jetzt trinke ich ne Flasche Lucozade und hüpfe ein wenig auf Bäumen herum.
Scheiß Telekom / Super Mario World im Browser
0
Die Unity-Engine kann es längst. Die Unreal-Engine kann es seit einigen Monaten auf zwei verschiedene Arten. Demnächst wird auch die CryEngine den Sprung schaffen. Und jetzt? Na, jetzt läuft sogar Super Mario World im Browser!
Alles im Browser, alles braucht Internet, alles muss vernetzt sein, alles wird verlegt in die Cloud! Diesen Leitspruch hat die Telekom sich dieser Tage offensichtlich zu Herzen genommen und kurzerhand die DSL-Flatrates abgeschafft. Ja richtig, die Telekom verfrachtet uns guten Gewissens zurück ins Internet-Mittelalter. Mit uns dämlichen Deutschen kann man es ja machen, wir wählen ja schließlich auch noch christliche Fortschrittsbremsen in die Regierung. Künftig schauen wir also erst wieder auf die Uhr, wenn wir surfen und downloaden wollen. Ob mein monatliches Datenvolumen noch für dieses oder jenes YouTube-Video reicht, muss ich dann erst am Zähler ablesen. Und wenn wir schon dabei sind, wird auch gleich noch die Netzneutralität beerdigt. Wer die “guten” Telekom-Dienste nutzt, darf surfen bis die Leitung glüht, wer aber die doofe Konkurrenz bevorzugt, der wird irgendwann gnadenlos gedrosselt. Und wir stehen ja jetzt noch ganz am Anfang dieser Entwicklung. Ich bin schon so gespannt, was als nächstes kommt: Endlich wieder Internet-Minutentarife? Günstigeres Internet von 18-24 Uhr? Spezielle Gaming-Tarife, ein YouTube-Tarif, ein Facebook-Tarif? P2P-Traffic ist täglich teuer hinzubuchbar? Die Telekom hat so viele Möglichkeiten, ihre Kunden zu begeistern, plötzlich gibt es soviele neue Einnahmequellen. Ich kann eigentlich gar nicht aufhören, mich über dieses Thema auszukotzen. Aber ich versuche es für einen kurzen Moment.
So, man möge mir diese Entgleisung verzeihen. Zurück zum Thema. Werden in Zukunft alle PC-Spiele nur noch im Browser laufen? Im Moment deuten einige Zeichen darauf hin. Selbst wenn Cloud-Gaming noch nicht abhebt, JavaScript und Flash sind bereits so leistungsfähig und effizient, dass sie selbst die aufwändigsten Grafik-Engines problemlos schultern. Crysis 3 im Browser zocken? Bald vielleicht möglich. Aber mich als sogenannter “Retrogamer” interessiert eine andere Meldung, die ich dieser Tage vernahm: Es gibt jetzt einen SNES-Emulator, der komplett im Browser auf Basis von Flash läuft. Nicht nur das, auch bringt dieser ein riesiges Repertoir an Super Nintendo-Spielen gleich mit. Man muss nichts konfigurieren, man muss sich keine ROMs von zwielichtigen Seiten suchen, einfach die Seite snesbox.com ansurfen, Spiel aussuchen, und im Büro in der Mittagspause zwischendurch eine Runde Super Mario Kart, Zelda 3 oder Secret of Mana spielen.
Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass das urheberrechtlich gesehen natürlich ein problematisches Projekt ist, denn die unzähligen ROMs, die dem Emulator bereits beiliegen, sind per Definition allesamt illegale Kopien. Durch die viele Werbung auf der Seite verdient der Entwickler Vadim Grigoruk sogar Geld an Nintendos Spielen, was die Sache juristisch noch relevanter macht. In der Praxis dürfte es aber relativ schwierig sein, den Entwickler abmahntechnisch zu torpedieren, da es sich um eine russische Seite handelt.
Inzwischen sind bereits 53.000 Benutzer für die SNES-Variante und knapp 20.000 für die NES-Variante registriert. Registrierte Nutzer können sogar Savestates auf dem Server abspeichern, und zudem gibt es die Möglichkeit, “Walkthroughs” aufzuzeichnen und damit in einen Wettkampf mit anderen Retrogamern zu treten. Hierbei handelt es sich wohl um kleine Input-Logs, die zusammengenommen einen Komplettdurchlauf in einem Spiel bis zum Abspann ergeben. Auch an einen Zweispielermodus über die Webseite wurde gedacht. SNESbox wirbt damit, dass es mit 11.337 ROMs daherkommt (was einem kompletten Set entspricht), bestehend aus 1861 verschiedenen Spielen. Außerdem können eigene ROMs von der Festplatte hochgeladen und gestartet werden.
Mit NESbox gibt es dasselbe Rundum-sorglos-Paket für das Nintendo Entertainment System. Dem Flash-NES-Emulator liegen gar 16.373 ROMs (1810 Spiele) bei. Grundsätzlich finde ich die Idee hinter dem ganzen Projekt gut, nur eben nicht die Tatsache, dass hier wohl auch versucht wird, Geld mit der Arbeit anderer zu scheffeln. Mich würde außerdem interessieren, welche Emulatoren der Entwickler als Grundlage für seine Flash-Portierungen nahm, weil Eigenentwicklungen sind das ja in den wenigsten Fällen. Erwähnt wird es leider mit keinem Wort. Vermutlich wurde auch da die eine oder andere Lizenz verletzt.
Achja: Telekom boykottieren. Anbieter wechseln.
Raubkopierer sind Bewahrer der Spielekultur
2
Während sich unsere Bundesregierung erneut mit ihrem eklatanten Technikunverständnis in aller Öffentlichkeit nicht nur beim eigenen Volk sondern auch in den Nachbarländern blamiert, indem sie die
Illegale Raubkopien: Warum Software-Piraten unsere Spiele-Kultur retten
Auch wenn ich GIGA nur ungern als Quelle nenne, der Artikel ist super geschrieben. Ich könnte es kaum besser ausdrücken, obwohl ich genau das praktisch seit Jahren versuche. Für alle diejenigen, die den Artikel nicht lesen wollen, werde ich dennoch die Kernaussage hier “kurz” zusammenfassen, weil so etwas nicht unerwähnt bleiben darf.
Spiele, genau wie Filme, Musik und Literatur, sind ein Kulturgut. Und Kultur unterliegt der ständigen Gefahr, in Vergessenheit zu geraten, wenn sie nicht in irgendeiner Form erhalten wird. Wenn wir mal einen Blick auf das Medium Film zum Vergleich werfen: Viele sehr frühe Schwarzweiß-Filme aus der Stummfilm-Ära sind heute unwiederbringlich verloren, weil es keine Kopien mehr davon gibt. Wir wissen nur noch davon, dass sie mal existiert haben. Den Stummfilmklassiker “Nosferatu” gäbe es heute überhaupt nicht mehr, wenn nicht Menschen geistesgegenwärtig und gegen geltendes Recht davon illegale Kopien gemacht hätten, denn der Film wurde in Deutschland auf Grund eines Rechtsstreits vernichtet. In der Welt der Spiele ist das kaum anders. Raubkopierer werden von Spieleentwicklern und Publishern als größtes Übel bekämpft, vielleicht gar nicht zu Unrecht, aber dann, wenn die Spiele zu alt geworden sind, um den Firmen noch Geld einzubringen, werden sie lieblos abgeworfen als wären sie wertloser Softwaremüll, und die Gesetzeslage verhindert, dass sich jemand anderer darum kümmern dürfte.
An diesem Punkt bin ich eben ganz anderer Meinung. Es müssen Gesetze her, die das Verwaisen von Softwareprodukten verhindern. Als selbsternannter Softwarehistoriker bin ich erfreut über die sehr aktive Abandonware-Szene und die vielen Emulator-Entwickler und ROM-Dumper. Aber alles davon bewegt sich zumindest in einer rechtlichen Grauzone. Abandonware ist nicht legal, aber das sollte sie doch eigentlich sein! Wenn ein Spiel nicht mehr käuflich zu erwerben ist, dann sollte zumindest jemand soviel Anstand haben, das Spiel freizugeben. Im Moment machen das nur die Raubkopierer, und die machen das, um diese Spiele für die Nachwelt zu bewahren, immer mit dem Wissen im Hinterkopf, dass sie damit gegen das Gesetz verstoßen müssen. Was meint ihr eigentlich wieviele C64-, Atari-, Amiga- und MS-DOS-Spiele es heute schon nicht mehr gäbe, wenn wir uns immer nur brav an die Gesetze hielten?
Auch ein zweiter Punkt wird in dem Artikel angesprochen, und auch wenn es vermutlich bald niemand mehr von mir hören will: Drastische DRM-Maßnahmen verhindern nicht nur Raubkopien, sie verhindern auch, dass dieses Spiel in 20 oder 30 Jahren noch gespielt werden kann. Nur weil Cracker dazu in der Lage sind, den Kopierschutz von Spielen zu entfernen, ist es uns möglich, Spiele auch Jahrzehnte später noch zu starten. Sobald die DRM-Mechanik so tief in das Spielgeschehen eingewoben ist, dass sie sich nicht mehr entfernen lässt, bekommt das Spiel das, was der Publisher u.a. damit erreichen wollte: eine künstlich eingebaute Lebensdauer, die sich nicht mehr rückgängig machen lässt. Sobald jemand am anderen Ende die Server abschaltet, geht für das Spiel endgültig das Licht aus.
Raubkopierer sind also Verbrecher, zumindest wenn man den Kinoverbänden bei ihrer berüchtigten PR-Kampagne glauben schenken wollte. Dass das eine dreiste Lüge ist, das weiß inzwischen hoffentlich jeder. Juristisch gesehen sind Raubkopierer nämlich definitiv keine Verbrecher. Aber wer erwartet schon, dass das jemals richtiggestellt werden müsste, denn wer setzt sich schon gerne für Verbrecher ein. Raubkopierer sind eigentlich die einzige Instanz, die sich um die absolut nötige Langzeitarchivierung vergessener Spiele kümmert. Und was lernen wir daraus, ganz egal ob im Falle der De-Mail oder zum Urheberrechtsschutz bei verwaisten Werken? Nur weil etwas Gesetz ist, ist es trotzdem noch lange nicht richtig.
Enigma 1.20 veröffentlicht
4
Voller Freude präsentiere ich mal wieder einen kleinen News-Beitrag auf meinem Blog, der sich meiner Headergrafik als würdig erweist und sie ausnahmsweise nicht gar so deplatziert wirken lässt: Fast sechs Jahre hat es gedauert, nun können OXYD-Fans endlich aufatmen, denn Enigma ist wieder da, in der neuen Version 1.20.
Enigma ist ein hervorragendes und einzigartiges Esprit-, OXYD-, OXYD2-, Oxyd Magnum-, Sokoban-, usw. -Kombi-Remake, das so viele großartige Kistenverschiebe-, Puzzle-, Denk- und Geschicklichkeitsspiele vereint, wie man sich kaum vorstellen kann. Alleine als Atarianer wird man unendlich viel Freude daran haben, weil es sich spielt wie die alten Dongleware-Meisterwerke. Der Suchtfaktor ist auch heute noch enorm. Wenn ich durch meinen exzessiven OXYD-Konsum in Kindheitstagen nicht längst immunisiert wäre, würde ich dem Charme von Enigma wahrscheinlich Tag und Nacht erliegen. In der Hinsicht verhält sich das bei mir vielleicht ein bisschen wie mit Obelix und dem Zaubertrank.
Da sich die neueste Version nun wirklich sehr lange Zeit gelassen hat, gibt es tatsächlich eine ganze Stange an Änderungen, darunter beinahe 1500 neue Levels für alle möglichen Spielarten. Auch einige bekannte Dongleware-Levels sind neu hinzugekommen, wie man schon am Screenshot erkennen kann. Darüber habe ich mich persönlich am meisten gefreut. Außerdem gibt es einige neue Musikstücke, neuerdings sogar im laufenden Spiel wenn man das möchte. Viele neue Steine und Spielobjekte wurden implementiert, es gibt viele grafische Verbesserungen, und eine komplett neue API, wobei letzteres wohl nur den Entwicklern und Leveldesignern auffallen wird.
Die neuen Download-Pakete kann man ab sofort auf der Enigma-Webseite herunterladen. Mac-Benutzer müssen sich leider noch ein wenig gedulden, für den Anfang gibt es nur Windows-Binaries und den Quelltext zum selbst kompilieren. An dieser Stelle nochmals der Hinweis darauf, dass Enigma auf Grund der Reverse-Engineering-Leistung hinter der sogenannten “Oxydlib” die alten Dateiformate der Ur-OXYDs laden und interpretieren kann, genauer gesagt die Original-Sounds und die Landschaftsdaten, so dass sich schnell ein noch wesentlich authentischeres Spielerlebnis für Fans einstellt. Die importierten Landschaften der Originale funktionieren aber nur eingeschränkt, da auch nach all den Jahren noch längst nicht alle Spielelemente im Remake umgesetzt sind.
Deluxe im wörtlichsten Sinne
0
EA bekleckert sich bei seinem neuen Sim City nicht gerade mit Ruhm, aber sie haben wohl zwei Dinge richtig gemacht:
1. Sim City liegt trotz PR-Debakel in sämtlichen Verkaufscharts vorne. Sie haben begriffen, dass der Durchschnittskonsument sich ungern informiert und dass man ihm praktisch jeden Mist andrehen kann.
2. Sim City ist jetzt wieder in aller Munde.
Lange bevor man dort auf die Idee kam, den verärgerten Kunden unter anderem ein Exemplar des komplett offline-spielbaren DRM-freien Vorgängers Sim City 4 Deluxe Edition anzubieten, da hatte ich bereits bei selbigem zugegriffen. Wie sich herausgestellt hat, ist Sim City 4, das 2003 veröffentlicht wurde, ein Spiel, das auch heute noch eine sehr gute Figur und wirklich viel Spaß macht. Es lässt dem Spieler soviele Freiheiten verglichen mit seinem Nachfolger, es kommt gänzlich ohne Always-Online- und Multiplayer-Zwang aus, dass man sowas heute problemlos als Luxus bezeichnen kann. Deluxe eben. In der Hinsicht weiß ich den Titel jedenfalls ganz auf meine Weise neu zu interpretieren. Damals war EA irgendwie noch nicht der Meinung, dass das Singleplayer-Konzept “nicht zur Spielidee passe” (Zitat EA-Sprecherin).
Nun, bei aller Kritik, ich will mich nicht nur beklagen, sondern auch gute Beispiele honorieren. Sim City 4 war und ist ein tolles Spiel, und heute kostet es gerade noch zehn Euro. Da ich der Meinung bin, dass man für Dinge bezahlen kann, die es Wert sind, bekommt EA von mir zwar kein Geld für Sim City 5, aber stattdessen für den fantastischen Vorgänger, weil man dort so vieles richtig gemacht hat. Man könnte also anmerken, dass das glatt als Marketing-Geniestreich durchginge, wenn man davon ausgeht, dass auch die Verkäufe von Sim City 4 erneut in die Höhe schnellen. Und wer weiß, vielleicht bewegt dieser Aspekt die Damen und Herren doch noch zu der Einsicht, dass es auch ohne radikalen Kopierschutz geht. Oder wahrscheinlich bleibt es ein Tropfen auf dem heißen Stein.
Sim City 4 Deluxe Edition ist das Gesamtpaket aus Basisspiel Sim City 4 und der kostenpflichtigen Erweiterung Rush Hour. Es läuft problemlos unter Windows 7 und lässt sich heute mit den Kommandozeilen-Flags
Das schwierigste am Spiel ist bisher das Aufstellen von ebenen und/oder erhöhten Autobahnen und dergleichen. Irgendwie will es mir nie so recht gelingen, beim Verlegen per Mausklick die Verbindungsstellen zu treffen und so kommen nur unzusammenhängende Autobahnabschnitte heraus, die sich nie so verbinden lassen, wie man das gerne hätte. Am Ende habe ich aufgegeben und mich lieber auf wesentlich einfacher verlegbare Landstraßen verlassen. Ich erinnere mich, dass der Straßenbauassistent in früheren Spielen schon recht zickig war, aber es hat sich immerhin ein wenig gebessert, so dass man sonst sicher keine Probleme haben wird.
So habe ich inzwischen schon so einige Stunden mit dem Städtebauen verbracht und mich am altbekannten Wuselfaktor erfreut. Und jedesmal muss ich lachen, wenn meine frommen Bürger von mir verlangen, ich solle ihnen doch eine Kirche für ihre religiösen Bedürfnisse bauen. Denn dann baue ich ihnen eine Kirche direkt neben die große städtische Mülldeponie. Wenn ich meinen nächsten Urlaub antrete, werde ich mich wohl ein wenig mehr um meine gemütliche Fantasiestadt “Miami Vince” kümmern und sie von einem 4000-Einwohner-Nest in eine blühende Weltmetropole verwandeln.
“Fehler 37″ oder: Der Kunde kann uns mal kreuzweise
2
Man sagt, dass jemand, der ein unrechtmäßig kopiertes Spiel nutzt, sich das Spiel ohnehin nicht gekauft hätte, es also gar kein reeller Verlust sei. Wenn jemand ein Spiel wirklich toll findet, und sich den Karton zuhause ins Regal stellen will, dann wird er das Spiel kaufen. Das wird für Publisher und Entwickler dieser Spiele aber kaum besonders tröstlich sein. Die moderne Technik, sowie die Tatsachen, dass ein geklaukopiertes digitales Produkt den ursprünglichen Besitzer nicht um sein Original erleichtert, und die Kopie auch exakt dieselbe Qualität wie das Original hat, machen es sehr leicht, dadurch etwas zu konsumieren, das man sonst nicht interessant genug findet, um es zu entgelten. Illegal kopierte Spiele gibt es schon so lange wie es Spiele gibt, und schon immer sahen die Hersteller darin einen Anlass, Untergangsstimmung zu verbreiten und das Ende der gesamten Spielebranche zu prophezeien, würde man die Probleme mit den Raubkopierern nicht schnellstens in den Griff bekommen. Aber lasst mich zur Sicherheit nochmal kurz nachschauen ob die Computerspieleindustrie tatsächlich in der Versenkung verschwunden ist. Nein, sie ist immer noch da.
Das Argument, dass ein kopiertes Spiel sowieso kein gekauftes Spiel gewesen wäre, ist für mich absolut nachvollziehbar. Aber es gibt da einen Faktor, den es vor Mitte des letzten Jahrzehnts nicht gegeben hat. Sehr oft lese ich in den letzten Monaten Kommentare wütender Spielefans, die sich zwar prinzipiell das eine oder andere Spiel gerne gekauft hätten, die sich aber bewusst dagegen entscheiden mussten, weil sie mit den aufwändigen und in höchstem Maße restriktiven Kopierschutzmaßnahmen nicht einverstanden sind. In den millionenschweren Triple-A-Titeln scheint DRM eine Selbstverständlichkeit geworden zu sein. Wo man sich früher ein Spiel gekauft und im schlimmsten Fall einen simplen CD-Schlüssel eingegeben hat, da muss man sich heute eine ganze Stange von Einschränkungen gefallen lassen. Damals hat es mich noch gestört, dass man immer und zu jeder Zeit die Spiele-CD im Laufwerk behalten musste, damit das Spiel läuft. Wenn ich da schon gewusst hätte, auf welche furchtbaren DRM-Auswüchse wir 15 Jahre später hinsteuern würden, mit Freuden hätte ich brav immer jede CD ins Laufwerk eingelegt und mich sogar dafür bedankt, dass es sonst nichts ist.
Wenn mich heutzutage ein Spiel interessiert, dann läuft das üblicherweise so ab, dass ich mich erst fragen muss, welchen Pferdefuß ich beim Kauf des Produktes erwarten, welchen Tretminen ich ausweichen sollte. Und dann entscheide ich mich gegen einen Kauf. Das Spiel gibt’s nur bei Steam? Oh Mann. Das Spiel braucht Origin? Niemals. DRM-Server zum Einloggen und dauerhafte Internetverbindung nötig? Danke, aber nein danke. Die Liste der Spiele, die ich mir ohne Kopierschutz gerne gekauft hätte, wird immer länger. Zugegeben, meine Hemmschwelle ist inzwischen schon gesunken, so dass ich mir Diablo 3 als treuer Fan der Serie entgegen aller meiner Prinzipien kaufen musste. Aber umgehauen hat mich das Ergebnis eigentlich nicht, so dass ich bei einem etwaigen Diablo 4 vermutlich schon nicht mehr zugreifen würde. Und jetzt wo ich auch noch erfahren habe, dass die Konsoleros tatsächlich eine Offline-Version von Diablo 3 bekommen werden, wonach die PC-Spieler monatelang vergeblich lautstark gerufen hatten, da fühle ich mich glatt doppelt verarscht. Ich fühle mich verraten und verkauft. ICH wollte eine Offline-Version! ICH wollte den Einspieler-Modus! Es geht also anscheinend doch, sie wollen nur nicht. Und vor allem wollen sie nur bei den PC-Spielern nicht, bei allen anderen schon. So etwas nehme ich persönlich. Mal von diesem Ausrutscher abgesehen, stimme ich mit dem Geldbeutel gegen DRM ab.
Das sind Einnahmen, die dem Hersteller entgehen, auch wenn es nicht viel bewegt. In der Masse der Käufer geht so ein Einzelprotest nämlich unter. Selbstverständlich machen sie alle miteinander nach wie vor den großen Reibach, das ist mir klar. Mensch, was hatten wir früher Freiheiten ohne diese DRM-Grütze, die uns heute mit jedem Spiel aufgezwungen wird. Keine Registrierungspflicht, keine Installationslimits, keine Accountbindung, kein Wiederverkaufsverbot, keine Kopierschutz-Rootkits, kein Onlinezwang, keine Cloud-Only-Savegames. Es gab keine Distributionsplatformen, die mir mal eben von jetzt auf nachher die Nutzung aller meiner Spiele verweigern. Meine Nutzerdaten der Pflichtaccounts wurden nicht an Drittverwerter verkauft. Es gab keine DRM-Server, die zum Release völlig überlastet waren und das Spielen verhinderten, und die auch nicht nach 2-5 Jahren aus wirtschaftlichen Gründen abgeschaltet werden, und das Produkt somit wertlos machen. Überhaupt waren die PC-Spiele günstiger: Damals im Schnitt etwa 50-80 DM für ein Vollpreisspiel, heute sind es 50-80 Euro, je nachdem ob man die Standardversion oder die supertolle limitierte Collectors-Edition will.
Ja, ich weiß, der Kunde zahlt, der Kunde will es so. Dann soll er es auch bekommen. Das Prinzip dahinter ist mir auch Recht. Ich für meinen Teil bin dennoch froh, dass ich zu meiner Zeit der intensiven Computerspielenutzung von so einem Schund verschont geblieben bin. Meine Code-Bücher, -Schablonen, -Drehscheiben und CD-Keys waren im Vergleich dazu völlig harmlos. Man könnte den Gegnern des Onlinezwang-Kopierschutzes leicht entgegnen, dass heute doch wirklich jeder einen Breitbandinternetanschluss haben sollte. Aber inwiefern rechtfertigt das denn die zwingende Notwendigkeit eines solchen? Für mich ergibt sich daraus kein Mehrwert – nur mehr Einschränkungen mit denen ich als Konsument leben muss.
Ein Spiel, das es im Moment voll erwischt hat, ist das neue Sim City 5 von EA. Dieses Beispiel ist besonders frustrierend, weil zum einen, Sim City ein typisches Casual-Game ist, für kurze und für lange Runden, für jung und für alt, das man problemlos mal eben auf dem Notebook auf Reisen spielen könnte. Problemlos KÖNNTE, wäre da nicht unser lieber Freund, der Onlinezwang, der eben genau das verhindert. Und zum anderen, weil Entwickler EA die Käufer kackdreist mit einer hundsdämlichen Lügengeschichte für dumm verkaufen wollte. Es hieß nämlich, Sim City 5 könne man unmöglich als Offline-Spiel umsetzen, weil die Berechnungen der simulierten Stadt viel zu komplex für die heute üblichen Quadcore-Desktop-PCs seien. Soso! Alles nur Show, wie ein Modder inzwischen enthüllt hat. Das ganze Server- und Multiplayer-Gedöns wurde ganz billig um das fertige Spiel herumgestrickt. EA wollte seine Kopierschutz-Schikane als großes Feature verkaufen und ist damit, nicht zuletzt wegen der total überlasteten Server, brutal auf die Schnauze gefallen. Wie selbstverständlich konnte sich zum Release niemand einloggen und spielen. Unnötigerweise, wie wir jetzt wissen. Nun gab EA sich öffentlich fast schon beleidigt: Sim City war ja NIE als Einspieler-Spiel konzipiert, weil … äh … ja weil wegen Multiplayer und Server halt. Basta, ihr Würmer! In den Staub! Meine Herren, was für eine peinlich schlechte Ausrede, nur um nicht zugeben zu müssen, dass es ein verdammter Kopierschutz ist. Sim City ist eigentlich ein so typisches Solo-Spiel, soliger geht’s kaum. Keine Sau interessiert sich für den Multiplayer-Rotz, das zeigen schon die diversen Testberichte. Ich habe beinahe jedes Sim City gespielt, und nie hatte ich mir ernsthaft gedacht: “Mann, wie cool wäre jetzt ein bisschen Multiplayer! Ich würde ja so gerne eine Straße zu meinem Nachbarn bauen!”.
Spacola Eclipse unter Linux und Spielemuseum
5
Der erste Testlauf von Spacola Eclipse auf einem Nicht-Windows-System vor einigen Tagen verlief erfreulicherweise irgendwie sehr ereignislos. Auf einem Gerät mit Linux Mint ließ ich das Spiel einmal für wenige Minuten laufen. Probleme gab es überhaupt keine. Die Performance war einwandfrei, es gab keine Fehler oder Hänger, die Grafik war nicht irgendwie verschoben, sogar die Soundeffekte und die Musik wurden korrekt abgespielt. Auch wurden die Logdateien korrekt erstellt. Damit kann ich also nun erstmals verkünden, dass die Platformunabhängigkeit garantiert ist, und dass das Spiel nicht nur unter Windows läuft. Ich lehne mich nun auch mal etwas aus dem Fenster und behaupte, dass es dann auch keine Schwierigkeiten mit Mac OS geben sollte, aber selbstverständlich wird das ebenfalls noch ausführlich getestet, wenn denn die Zeit dafür reif ist.
Die Projektseite wurde kurz zuvor nochmals aktualisiert und um die Hinweise bezüglich der aktuellsten WIP-Version 0.22 erweitert. Die Erkenntnisse über den Linux-Test folgen dort in einigen Tagen. Die Entwicklung an der Version 0.23 beginnt sobald ich die Zeit dafür entbehren kann. Ich habe schon so einige Ideen, was ich demnächst umsetzen muss und was oberste Priorität hätte. Es gibt außerdem in Bezug auf den Sternenatlas für Spacola einige neue Informationen, die ich vielleicht in einem der kommenden Beiträge näher erläutern würde. Darüber hinaus hat der Header der Seite ein kleines Update erhalten, so dass die Seite etwas mehr nach Spiel aussieht. Schon länger spielte ich mit dem Gedanken, man müsse dort mehr vom Spiel zeigen. Und wo ich schon dabei war, hat das gute alte Dongleware-Museum ebenfalls einen neuen Header bekommen, der auch mit dem passenden Firmenlogo glänzt.
Und die wichtigste Neuheit zum Schluss. Das Dongleware-Museum hat einen kleinen Zwillingsbereich bekommen: Ich feiere die Einweihung des Hintzen & Verwohlt Spielemuseum (im Menü unter “Spielemuseum” konsolidiert) zu den Spielen von Martin Hintzen und Jürgen Verwohlt, das ich schon sehr lange geplant hatte, aber nie umsetzen konnte. Und es half ja nichts, ich musste mir die Arbeit doch irgendwann machen. Es wird sich vermutlich noch einiges an den Beschreibungstexten ändern, aber die Hauptsache ist, dass das Museum jetzt äh … “begehbar” ist. Da ich vielleicht die einzige verbliebene Informationsquelle zu diesen Spielen im Netz bin, halte ich es nun für meine Pflicht, dort alles zusammenzutragen, was man so über diese Atari ST-Klassiker wissen muss. Auf der entsprechenden Seite wird es zwar erwähnt, doch hier auch nochmal der Aufruf an jeden Fan der Spiele: Wer irgendetwas an Informationen beitragen kann, die mir bislang fehlen, der möge sich gerne bei mir melden. Ich werde dann alles entsprechend in die Seite einpflegen.
Spacola Eclipse WIP v0.22
0Das erste Update im neuen Jahr zum aktuellen Entwicklungsfortschritt meiner SPACOLA-Neuimplementation. Im Moment habe ich einen guten Lauf und kann fast täglich immer mal wieder ein bisschen an meinem kleinen Spielewerk arbeiten. Das muss genutzt werden, solange es noch anhält, denn so wie ich mich kenne, wird das nämlich die letzte Meldung in der kommenden Zeit sein. Die neueste WIP-Version enthält rund 50 Änderungen. Eigentlich hätten es noch einige mehr sein müssen, denn meine ToDo-Liste quillt inzwischen über, doch letzten Endes muss man irgendwann mal einen Cut machen. Hier also das Ergebnis der letzten Tage in visueller Form:

Richtig erkannt. Das HUD auf der rechten Seite ist komplett fertig und dort gibt es so einige Informationen abzulesen. Soweit möglich, habe ich alles wie im Original beibehalten. Was rausgeflogen ist, ist die Angabe zur Buchseite, der Galaxie und des Sonnensystems, denn diese Angaben werden künftig nicht mehr nötig sein. Dafür ist eine neue Anzeige hinzugekommen, die dem Spieler den Weg weist. Also genau das, was er vorher aus dem Buch ablesen musste. Entsprechend habe ich mir die Freiheit genommen, die Symbole in der Anzeige etwas anzupassen, um diesen Umstand hervorzuheben.
Eine weitere große Baustelle ist somit endlich abgeschlossen. Ein wichtiger Stützpfeiler des Original-Spielegrundgerüsts ist in langwieriger Handarbeit aufgestellt worden. Man fühlt sich manchmal wie eine Art Restaurateur für antike Uhren oder sowas. Pixel für Pixel muss das Original fein säuberlich zerlegt und untersucht und dann im Remake detailgetreu nachgebildet werden. Am Gameplay hat sich freilich wieder einmal wenig getan, denn darum werde ich mich wahrscheinlich erst kümmern, wenn alle übrigen Grundfunktionen von SPACOLA übertragen sind.
Außerdem hinzugekommen ist ein deutlich umfangreicheres und besseres Logging mit Logdatei, es gibt Statusmeldungen (z.B. für Schilde, Highscore und die diversen Geschwindigkeitslevels), es gibt Punkte für zerstörte Gegner sowie einen richtigen Punktestand. Entsprechend habe ich die Fake-Highscore-Liste durch eine richtige Highscore ersetzt, die nun dynamisch im Spiel generiert und verändert werden kann. Die Introschleife arbeitet nun korrekt und exakt so wie im Original. Zuvor wurde das Intro einfach immer wieder von vorne abgespielt. Es gibt jetzt Events, z.B. Extraleben, neuer Highscore, oder die Shield-Shutdown-Warnung. Zuletzt habe ich den Algorithmus für den Wurmloch-Effekt (Level-Intro), den ich mir damals selbst ausgedacht habe, durch einen mathematisch “korrekteren” Algorithmus ersetzt, der auch viel einfacher funktioniert (Stichwort: logarithmische Spirale). Thank you internets!
58 Klassendateien, 9 Pakete, über 6100 Nettocodezeilen (SLOC), 574 Funktionen, 146 Bilddateien, 24 Audiodateien, zusammengepackt in ein 4,0 MB Archiv. So langsam nimmt das kleine Spaßprojekt, das ich angefangen habe ohne zu wissen, ob ich morgen überhaupt noch darauf Lust habe, fast schon Ausmaße an, die einen Rückzieher unmöglich machen. Es wäre inzwischen irgendwie zu schade, wenn ich das Projekt nun nicht zuende führen würde. Was als ödes Fenster mit einem Sprite in der Mitte und ein paar Pixelsternen außenrum begonnen hat, hat sich zu etwas entwickelt, was sich schon ein bisschen wie SPACOLA auf dem Atari ST spielt.
Spacola Eclipse v0.21 Video Preview
0Es lebt! Spacola Eclipse ist zwar noch lange nicht fertig, aber ich habe den ersten Meilenstein erreicht: Der erste Gegnertyp fliegt im Spiel herum und man kann schon jede Menge Zeug kaputtballern. Die Gegner können sich zwar noch nicht richtig wehren, aber immerhin nerven sie schon gewaltig. Zur Feier der neuen WIP-Version 0.21 gibt es heute die ersten Preview-Videos, also vollständig bewegte Eindrücke des Spiels. Ich habe endlich eine Desktop-Capture-Software gefunden, die nicht nutzloser Shareware-Müll ist und sogar halbwegs flüssige Bewegungen UND Sound aufnehmen kann.
Das erste Video zeigt das Gameplay des Remakes. Das Intro wird hierzu natürlich abgebrochen. Die schlechte Bildqualität und die ruckelige Grafik bitte ich zu entschuldigen. Das Capture-Programm ist zwar gut, aber leider trotzdem nicht optimal. Der stark verlustbehaftete YouTube-Codec tut dann sein übriges. Das Spiel läuft vollständig flüssig bei (künstlich limitierten) 52 fps und verbraucht nur sehr wenige Ressourcen.
Das zweite Video ist nun naturgemäß nicht so spannend. Es soll im Grunde eigentlich nur zeigen, wie genau ich das Original-Intro in meinem Remake imitiert habe, da ich alles, so weit es mir möglich ist, pixelidentisch halten will. Das Spiel im Demo-Modus würde dann also bisher folgendermaßen aussehen:
Für Späteinsteiger: Spacola Eclipse ist mein kleines Java-Remake (bzw. im Moment eher: Re-Implementation) des Atari ST-Spiels SPACOLA, das 1991 von Dongleware veröffentlicht wurde. Das Ziel ist eine (zunächst) möglichst exakte Nachbildung des Originals für viele moderne Platformen (Windows, Mac OS, Linux, iOS, Android) und in zweiter Instanz die Erweiterung des Spiels um bessere Grafiken, neue Sounds, einen Mehrspielermodus und neue sinnvolle Features.
SNES Classic Controller von Retrolink
2
Die ganze Welt bestaunt gerade die Wii U von Nintendo, und mich interessiert es nicht die Bohne. Dafür habe ich zum Thema Nintendo etwas anderes im Sinn.
Heute lieferte der Paketbote ein ganz wunderbares vorgezogenes Weihnachtsgeschenk bei mir ab. Schon seit Jahren spiele ich mit dem Gedanken, mir einen Super Nintendo-Controller zuzulegen, der über ein USB-Kabel verfügt, so dass man ihn an den PC anschließen und damit alte Spiele im Emulator spielen kann. Die Tastatur hat zwar den Vorteil, dass (entsprechende Übung und eine Vorliebe für spartanische Ergonomie vorausgesetzt) sie konkurrenzlos präzise ist (und natürlich an jedem PC eine dranhängt), aber ein authentisches Spielgefühl kommt damit ganz sicher nicht auf.
Für den Anfang kaufte ich mir daher zunächst einen dieser 50-Tasten-10-Achsen-Superduper-PS3-/PC-Controller mit zwei Nippeln. Pardon, Analogsticks. Eigentlich ist mir das Ding definitiv zu klobig, aber es gab eben nur noch solche Teile. Es stellte sich heraus, dass dessen D-Pad eine absolute Katastrophe ist. Man trifft keine Richtung genau, wenn man nach rechts drückt, bewegt sich die Spielfigur manchmal auch nach unten oder oben, und das bedeutet in vielen Spielen den sicheren Tod, wenn jeder Sprung sitzen muss. Ich versuchte also mein Glück mit dem Analogstick. Der ist zwar etwas präziser (wobei analog eben auch bedeutet, dass man trotzdem regelmäßig daneben tippt), kann aber durch seinen gewaltigen Bewegungsspielraum z.B. bei Jump’n'Runs schnell ermüdend sein, weil der Ausschlag in die entsprechende Richtung nur voll oder gar nicht gezählt wird. Das war also auch nicht die Lösung.
Um meine Idee wahr werden zu lassen, hatte ich nun mehrere Möglichkeiten: einen gebrauchten SNES-Controller ersteigern und mittels USB-Adapter anschließen? Die gebrauchten Controller, die man so bekommt, habe ich mir mal stichprobenartig angesehen. Wer kein Problem mit starken Abnutzungserscheinungen hat, oder dass die Geräte teilweise mit Isolierband zusammengehalten werden, der darf gerne für 10 Euro aufwärts zugreifen. Ich hatte plötzlich weniger Bedarf an derlei Überraschungsware. Die zweite Möglichkeit erschien mir schon sympathischer: Ich wollte mir eines der zahlreichen Replikate der Nintendo-Controller als Neuware kaufen, die wahlweise bereits mit USB-Anschluss gebaut werden. Tatsächlich findet man bei Amazon und bei Ebay einige tolle Geräte, die dem Original mal mehr und mal weniger perfekt nachempfunden sind.
Als ich die Bewertungen und Kommentare der Käufer über besagte Produkte allerdings so las, da war ich mir auf einmal gar nicht mehr sicher, ob das eine gute Idee ist: Da ist von billigstem Plastik die Rede, von eingeklemmten Knöpfen, die oft gar nicht reagieren, von L- und R-Buttons, die sich anfühlten als würden sie gleich herausbrechen. Insgesamt war es meistens die schlechte Verarbeitung, sowie die extreme Ungenauigkeit, die ein Spielen angeblich unmöglich machten, und eben die Buttons, die nicht richtig funktionierten, was da so an den Controllern bemängelt wurde. Jedenfalls zuviele miese Bewertungen um noch als Zufall durchzugehen.
Ich wagte den Kauf trotzdem – und ich bestellte sogar gleich zwei davon. Für 14 Euro pro Stück wäre meine Enttäuschung ohnehin nicht so groß, wenn die Teile wirklich so unbrauchbar sein sollten. Und was soll ich heute sagen? Es hat sich gelohnt, die Pads sind der Hammer! Zum Testen habe ich gerade mal ohne Schwierigkeiten bis zum zweiten Level von Super Castlevania IV und bis zur ersten Burg in Super Mario World gespielt. Das Plastik kommt mir nicht billiger vor als beim Original, die unpräzise Steuerung ist eigentlich sogar erstaunlich präzise, die Buttons reagieren allesamt perfekt, auch L und R, Start und Select. Das Pad liegt gut in der Hand (da praktisch identisch zum SNES-Controller) und man fühlt sich auf einen Schlag um 20 Jahre jünger, wenn man Super Mario damit zielsicher auf Goombas und Koopas hüpfen lässt.
Der einzige tatsächlich “spürbare” Nachteil ist das etwas feste D-Pad, das ich so steif nicht in Erinnerung habe. Es reagiert wunderbar und man trifft fast immer auf Anhieb die richtige Richtung, aber der Widerstand des D-Pads ist gerade am Anfang ungewohnt stark. Nach einer halben Stunde fällt es einem aber schon nicht mehr auf. Alles bestens. Auch das zweite Pad funktioniert einwandfrei (bemängelt wurde auch, dass einzelne Geräte komplett den Dienst verweigerten), weswegen ich davon ausgehe, dass ich entweder Glück hatte, oder dass meine Wahl für dieses Modell genau die richtige war. Interessierten Retrofans kann ich daher guten Gewissens den SNES Classic Controller von Retrolink empfehlen. Es ist bestimmt kein perfekter Controller für Spiele, aber es ist ein perfektes Imitat eines SNES-Controllers und genau das wollte ich. Mit dem Retrolink-Logo auf dem Pad hat diese Kopie sogar irgendwie etwas sehr Cooles.
Ein wenig wundern lässt mich die Tatsache, dass die SNES-Controller von Retrolink eigentlich immer die amerikanischen Button-Farben haben (lila), in meinem Fall habe ich aber Replikate der europäischen Controller mit den bekannten Buttons in vier Farben. Das muss wohl irgendeine Spezialversion für den europäischen Markt sein, über die ich im Netz nichts in Erfahrung bringen konnte. Wenn die Dinger ne Weile halten, dann muss ich mir am Ende noch überlegen, ob ich mir auch die entsprechende NES-Version kaufe.
















Top 5