Beiträge mit tag "Spiel

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Prozentrechnen mit Lara Croft

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Vor einigen Tagen bei Steam entdeckt: Wer JETZT Tomb Raider kauft, bekommt wahnsinnige 75% Rabatt. Also nicht jetzt, denn die Aktion war vermutlich gefühlte fünf Minuten später wieder beendet, aber hier wird einmal mehr das betont, was ich aus den ganzen Steam-Aktionen heraushöre: Spiele bei Steam sind an sich nichts wert, aber wer zum falschen Zeitpunkt kauft, zahlt eine Strafgebühr für das Verpassen des Sonderangebots. Außerdem will ich keine Werbung für die Aktion machen, daher ließ ich erst einmal ein paar Tage ins Land ziehen.

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Ich bin wahrscheinlich der Einzige, den es stört, dass das neueste “Tomb Raider” exakt genauso heißt wie das allererste “Tomb Raider” von Core Design. Es ist verdammt nochmal nicht das gleiche Spiel, dann soll es bitte auch nicht gleich heißen. Wie könnte man die beiden Spiele (Tomb Raider und Tomb Raider) in einer Liste unterscheiden, wenn man nicht zusätzlich in Klammern das Veröffentlichungsjahr angibt? Hier muss man aus der Kombination von Bild und Publishername darauf schließen, dass nicht der gleichnamige Spieleklassiker von 1996 gemeint ist, sondern die neueste Umsetzung der Reihe aus dem Jahr 2013. Irgendein hirnloser Marketing-Mensch hat sich wohl gedacht, dass es witzig wäre, wenn zwei Spiele aus derselben Reihe sich einen Namen teilen würden. Für Nummerierungen oder Untertitel ist Lara Croft schon zu cool geworden. Ich hasse diese unkreative Reboot-Logik, die neuerdings überall angewandt wird.

tombraiderrabatt3Nun habe ich entweder Prozentrechnung falsch verstanden, oder jemand bei Steam kann nicht rechnen. 75% Rabatt auf ein mit 19,99 Euro ausgezeichnetes Spiel, das wäre ein Endpreis von etwa 5 Euro. Die angegebenen 11,99 Euro wären aber nur ein Rabatt von 40%. Wie kommt man denn da auf 75% Rabatt? Eine Möglichkeit ist, dass der Preis bereits zuvor herabgesetzt worden sein könnte (von vielleicht 48 Euro), dann wäre der angezeigte (durchgestrichene) ursprüngliche Preis aber erstens nur verwirrend und zweitens auch nicht so eindrucksvoll, wie einfach den viel höheren Preis hinzuschreiben und diesen durchzustreichen.

So oder so, die Werbeanzeige ist falsch, die 75 kommt irgendwie nicht hin. Oder will mir jemand erklären, wo mein Denkfehler ist?

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SPACOLA Eclipse WIP 0.33 – Eine explosive Version

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Neuer Eintrag für das vielfach gelesene Entwicklertagebuch: Hallo Fans, ich habe eine Kleinigkeit in Bezug auf mein Java-Remake SPACOLA Eclipse zu vemerken. Nachdem ich in der letzten Version bedauerlicher- aber nötigerweise nur unbedeutende Dinge vorstellen konnte, wollte ich dieses Mal einige neue Features für das Gameplay implementieren. So in den letzten Tagen geschehen. Ein Screenshot sagt dabei mehr als tausend Worte.

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Der Screenshot ist mir leider nicht besonders gelungen, ich hätte da gerne ein paar Gegner im Bild gehabt und so. Screenshots zu machen ist nämlich eine echte Kunst, habe ich festgestellt, und oft ist es schwierig, im richtigen Moment den “Auslöser” zu drücken. Nun sei es drum, jenes kleine Bild demonstriert gleich mehrere Aspekte, die kürzlich mehr oder weniger fertig geworden sind:

1. Der Spieler kann jetzt theoretisch jedes beliebige Raumschiff lenken (also auch Piratenschiffe), mittlerweile insgesamt sechs an der Zahl. Nützlich wird so etwas für etwaige Fuchsjagd-Multiplayer-Modi oder sowas, also überall da wo jemand die Rolle der fiesen Gegner übernehmen möchte. Im Screenshot ist es eines der Gegnerschiffe, die erst nach Level 8 oder später auftauchen.

2. Komplette Minenfelder sind endlich im Spiel: Dazu habe ich die beiden Standardminen eingebaut, wovon eine nur unter Beschuss explodiert, die andere einen Annäherungssensor hat, der die Mine bei Spielerkontakt zur Detonation bringt. Wenn man da versehentlich hineinfliegt, geht auf dem Bildschirm wirklich die Post ab.

3. Der Station-Trapper, der eine beliebige Raumstation mit einer ganzen Batterie an Minen eines beliebigen Typs bestückt. Die Klasse kennt alle möglichen Defaults für SPACOLA-typische Formationen (unterschiedlich aufgebaute Minenfelder, wie sie eben im Spiel vorkommen), oder man gibt selbst Werte wie Anzahl Elemente, Abstand und Radius vor. Als kleine Erweiterung kann man Minen nicht nur kreisförmig wie im Original, sondern auch in rechteckiger Formation um eine Station platzieren (im Screenshot rechts oben zu sehen), was im Original so niemals vorgekommen ist. Für einen Leveleditor eine vielleicht ganz nützliche Funktion.

4. Explosionen mit Trümmerteilen (Debris explosions) sind endlich fertig, so wie diese im Original von Minen oder bestimmten Piratenschiffen erzeugt wurden. Explodiert eine Mine, so werden viele sich drehende Trümmerpartikel freigegeben, die dem Spieler sogar schaden können. Einzelne Partikel teilen sich dabei auf und verglühen nach einer Weile. Diesen Mechanismus hinzubekommen, da habe ich eine Weile basteln müssen. Das Zeichnen aller Trümmerexplosionen mit den vielen Partikeln habe ich dabei sogar rekursiv implementiert: Wenn die Monochrom-Grafikengine eine Partikelexplosion zeichnen soll, ruft dieselbe Methode sich selbst nochmals mit jedem einzelnen Trümmerteilchen auf. Toll, dass man sowas mal in der Praxis verwenden kann.

dev snapshot small 200x125Leider fehlt noch mindestens das “Game Over” und die Eingabe der Highscore, daher noch immer keine spielbare Demo. Ich denke als nächstes müsste ich mich auch mal um Turrets, also Abwehrgeschütztürme von Stationen kümmern, aber dazu könnte ich tatsächlich mal ein oder besser zwei Wochen Urlaub gebrauchen. Aber immerhin habe ich das Dongleware-Museum Anfang der Woche mal um einige Einträge erweitert, ein paar Beschreibungen ergänzt, Tippfehler korrigiert und Screenshots ersetzt. Manche Dinge muss ich noch einpflegen, dazu komme ich hoffentlich noch. Für Fans lohnt sich ein Blick.

Für ganz Neugierige hänge ich hier noch einen kleinen Eindruck meiner Entwicklungsumgebung an, also das Ding, das ich mir manchmal stundenlang anschaue und merkwürdigen Text eingebe, damit irgendwann hoffentlich mal ein Spiel rauskommt. Ob der Plan aufgeht, wird sich Ende des Jahres vielleicht mal zeigen.

ATARI

Bolo und Bolo Werkstatt für Atari ST

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Ein großes Dankeschön an Gerry, meinem geschätzten Mit-Atarianer und Thalion-Veteranen, der mich gerade noch rechtzeitig auf eine auslaufende Ebay-Auktion aufmerksam gemacht hat. Eine solche Rarität findet man wahrscheinlich nur alle paar Jahre mal, daher musste ich sofort zugreifen. Zu Anfang hoffte ich noch, dass ich schon für 6 Euro den Zuschlag bekäme, aber da habe ich nicht mit den anderen Nostalgikern gerechnet, wegen der ich etwas tiefer in die Tasche greifen musste. Am Ende gelang mir der große Coup mit knapp unter 40 Euro. Ja, viel Geld für alten Kram. Wenig Geld für einen echten Fan. Aber wovon spreche ich überhaupt? Ach, es geht eigentlich nur um den ultimativen Atari ST Public Domain Klassiker: Bolo

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Eine meiner aller-aller-aller-ersten Spieleerfahrungen hängt mit dem Breakout-Klon “Bolo” von 1987 zusammen. Damals war ich wohl gerade so in der Lage, die Maus zu bewegen ohne dass sie vom Tisch fiel, und die Gefahr bestand bei diesem Spiel durchaus. Bolo – das etwas andere Ball(er)spiel – dürfte man eigentlich kaum Klon nennen, weil es das Original-Spielkonzept um so wahnsinnig viele Elemente erweitert, dass es die Idee auf ein völlig anderes Niveau hebt. Ich kann nicht betonen, wieviele unglaublich spannende (und auch frustrierende) Stunden ich damit erleben durfte. Dieses Spiel hat mich schon sehr früh geprägt, meine Ansprüche und Erwartungen an die Spielewelt entscheidend beeinflusst. Selbstredend hat sich seitdem viel getan, aber ich erwarte auch heute noch, dass eine große Portion Spielwitz eingebracht und viel Liebe zum Detail bei der Entwicklung von Spielen an den Tag gelegt wird, genau so wie das Meinolf Schneider vor etwa 27 Jahren getan hat, als er Bolo im Jahr 1986 zunächst für den auf dem 68000er von Motorola basierenden (wenig bekannten) Gepard Computer entwickelte, und dann für den damals brandneuen Atari ST veröffentlichte.

Die größte Besonderheit von Bolo war die beeindruckende Vielzahl an verschiedensten Steinen, die sehr geniale Physiksimulation, die den Spieler am Schläger den Widerstand beim Anschlagen beinahe spüren ließ, das Gewicht des (unterschiedlich großen) Balles, die dynamische Schwerkraft, die Menge an Levels und die wundervollsten grafischen Effekte, wenn es z.B. explosive Steine in alle Richtungen zerfetzt. Mir fallen nicht genug Superlative ein, um dieses Spiel ausreichend zu würdigen. Über den als Megaghost bezeichneten Antagonisten kann ich leider nicht das Geringste erzählen, denn Bolo war mir leider zu schwer. Wenn man 50 Levels am Stück erfolgreich durchgespielt hat, soll er wohl erscheinen. Einmal hatte ich knapp 20 Levels geschafft. Die klobige Atarimaus, deren Kugel ständig im Gehäuse hängenblieb, hat mir die Schwerstarbeit im Kampf gegen die Schwerkraft kaum abnehmen können.

Als Meinolf Schneider noch für das Label der Application Systems Heidelberg entwickelte, nannte er sich Dr. Mausklick, so wie das auch den Rückseiten der Plastikhüllen zu entnehmen ist. Ich bin begeistert wie gut erhalten die beiden Schachteln sind, sogar der Sticker wurde noch nicht verwendet, und das DIN A2-Poster mit den Levelbildern wurde offenbar auch noch nicht aufgehängt. In der zweiten Schachtel steckt die “Bolo Werkstatt”, also der Leveleditor, einschließlich gedruckter Kurzanleitung. Die Hülle ist dabei exakt dieselbe wie beim Spiel, mit einem zusätzlichen aufgeklebten “Werkstatt”-Schriftzug. Und als wäre das nicht schon toll genug, sind selbst die Preisetiketten noch auf der Packung, die beide Produkte mit 69,00 DM auszeichnen. Dieser fantastische Neuzugang geht direkt in meine virtuelle Vitrine.

Ich nehme mir mal die Freiheit, hier ein kleines Gameplay-Video von YouTube einzufügen, um das Spiel zu demonstrieren. Man sollte allerdings einschränkend dazu erwähnen, dass der Spieler hier nicht allzu talentiert ist. Außerdem zeigt das Video nur äußerst wenig von der Vielfalt, die die Levels bieten können.

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Für das grenzenlose Glück fehlt mir jetzt eigentlich nur noch ein originalverpacktes Esprit für den Atari ST, also dem Vorgänger von OXYD. Falls jemand zufällig darüber stolpert, oder sein eigenes Exemplar für einen guten Preis verkaufen möchte – bitte nicht zögern, E-Mail an mich. Im Idealfall ist noch alles so in der Verpackung wie es verkauft wurde, aber ich nehme auch weniger guterhaltene Spiele. Ich bin mal gespannt, was sich in den kommenden Monaten und Jahren noch so an Gelegenheiten ergeben wird. Vielleicht komme ich ja wirklich noch dazu, einen kleinen Dongleware-Schrein aufzustellen.

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SPACOLA Eclipse WIP 0.32

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Monatelang gab es zu meinem Hobbyprojekt SPACOLA Eclipse keine Neuigkeiten. Hauptsächlich deshalb, weil ich lange Zeit nicht mehr daran gearbeitet habe. Nun möchte ich einen winzigen Statusbericht abliefern, der zeigen soll, dass ich im neuen Jahr nicht gänzlich untätig war. Die wichtigste Frage, die es vorab zu beantworten gilt: Gibt es spielrelevante neue Features? Nein, leider nicht. Okay, was habe ich sonst gemacht? Viele neue Artworks entworfen, den kompletten Audiocode modularisiert (einfach austauschbar gemacht), viele Grafiken angepasst, neue Sounds hinzugefügt, ein automatisches Build-Script gebaut, einige spürbare Vereinfachungen unter der Haube, einige hartkodierte Stellen dynamischer gestaltet, solchen Kram eben. Mein Code-Metrics-Plugin zeigt mir, dass ich die 10.000 Zeilen jetzt mehr oder weniger voll habe.

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Die sichtbarste Änderung wird sein, dass ich zusätzlich zu den bisherigen beiden Schriftarten nun auch einen echten GEM-Font in das Projekt eingefügt habe, den man im Spiel jetzt verwenden kann. Um die neue Funktion zu demonstrieren, habe ich in relativ kurzer Zeit einen kleinen Texteditor gebaut, der den üblichen Editoren auf dem Atari ST nachempfunden ist. Als Bonus gibt der kleine GEM-Texteditor denselben witzigen Click-Sound wie beim guten alten ST von sich, wenn eine Taste gedrückt wird. Und wenn der Click schon dabei ist, dann darf der System Beep-Sound (“Bing!”) nicht fehlen, (also CHR$(7), falls sich jemand damit auskennt), wenn man z.B. schon am Textanfang ist, und Backspace drückt. War interessant zu sehen, mit wie wenig Code man grundlegende Textverarbeitungsfunktionen wie Cursorpositionierung, Backspace, Zeilenwechsel etc. hinbekommt, damit es halbwegs gut funktioniert. Aus Spaß an der Freude hab ich den Texteditor dann gleich als Tool ins Spiel eingebaut. Möglicherweise kann man damit später einmal in Echtzeit Levelscripte oder sowas editieren, und das dann sogar auf grafisch authentische Weise.

Für die neuen Artworks habe ich viele neue Schriften generiert, die ich aus dem Spacola Sternenatlas mit hoher DPI eingescannt und in stundenlanger Arbeit pixelgenau rekonstruiert habe. Darauf aufbauend habe ich dann einige neue Designs für mögliche Schriftzüge gebastelt, obwohl da noch viel Platz für Verbesserungen ist. Wo ich dann schonmal dabei war, habe ich gleich das komplette Cover des Sternenatlas mit GIMP digital in hoher Auflösung rekonstruiert. Jede Schrift habe ich möglichst detailgetreu nachgebildet und mich an alle Abstände, Positionen und Größen gehalten. So habe ich jetzt praktisch eine perfekte Vorlage für ein Buch- und Disketten-Cover, sogar bereits mit Rücksicht auf Modifikationen bezüglich des Remakes.

Spacola Disks1Übrigens fand ich inzwischen meine beiden Spacola-Disketten für den Atari ST in einer Plastiktüte, mit abgegriffenem, vergilbtem Etikett. Eine der Disketten hatte ich leider vor Jahren mit einem Kugelschreiber beschriftet, was mich heute ein wenig ärgert. Zum Glück konnte ich das Label der Diskette nach dem Scannen relativ gut retouchieren, aber der Makel am Original bleibt. Nunja, die vielgenutzten Datenträger waren Mitte der 90er von meinem Diskettenlaufwerk schon nicht mehr 100% lesbar, heute – bald 20 Jahre später – wird darauf sicher nichts mehr zu finden sein.

Daneben tauchte auch mein eigener alter Spacola Sternenatlas in einem verstaubten Karton auf. Den jahrelangen Gebrauch in Kinderhänden sah man dem Buch deutlich an. Ich gab mein Allermöglichstes, den Einband mit etwas angefeuchteten Tüchern von kleinsten Kritzeleien, vom Gilb und sonstigem Schmutz zu reinigen, ohne noch mehr Schaden zu verursachen. Außerdem musste ich dutzende kleinerer und größerer Eselsohren von Hand aus den Seiten entknicken, und das Buch gegenüber der Falz seitdem mit Gewichten beschweren, in der Hoffnung, dass sich die neue Form festigt. Inzwischen sieht es deutlich sauberer, wenn auch längst nicht mehr alpinaweiß aus, aber es ist vorzeigbar geworden. Zur Demonstration eignen sich meine beiden hinzugekauften Atlanten freilich sehr viel besser, denn diese sind in einem absolut makellosen Zustand.

Zum Abschluss bleibt mir nur zu sagen, dass ich wirklich die Hoffnung habe, diese neugewonnene Begeisterung für mein Spieleprojekt über das Jahr aufrechterhalten zu können und dass ich schon bald neue Features vorzeigen kann. Mein Ziel ist es, diesmal am Ball zu bleiben und regelmäßig kleine Neuerungen zu implementieren, ohne dass mal wieder alles monatelang auf Eis liegt. Schließlich würde ich gerne Ende des Jahres eine spielbare Version anbieten können, aber warten wir es mal ab.

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Dungeon Keeper kostenlos ohne In-App-Crap

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Vor wenigen Wochen erst erwähnte ich die Originalversion von Dungeon Keeper, die es seit Jahren schon bei Good Old Games für wenig Geld zu kaufen gibt, beiläufig in einem Artikel über Portierungen von alten Spielen. Dazumal ärgerte ich mich über die wenig informativen Download-Hinweise und Angaben zu den Hardwareanforderungen, die den Käufer über alle technischen Details der vorliegenden Version komplett im Dunkeln lassen. Es ergab sich, dass Electronic Arts bzw. Mythic Entertainment seitdem die iOS- und Android-Version eines Spiels namens “Dungeon Keeper” veröffentlicht hat. Ein Spiel, das genauso heißt wie der PC-Klassiker, sogar das gleiche Thema hat, doch ansonsten nichts mit dem Original teilt, denn das Smartphone- bzw. Tablet-Spiel ist im Gegensatz zum PC-Namensvetter kein fantastisches Kultwerk, sondern eine sagenhaft schlechte Abzockmaschinerie, also alleine darauf ausgerichtet, dem Spieler soviel Geld wie möglich aus der Tasche zu ziehen, während er glaubt ein Spiel zu spielen.

Die Quittung gab es prompt in Form von negativer Berichterstattung und Reaktionen verärgerter Fans. Selbst Bullfrog-Gründer und Dungeon-Keeper-Schöpfer Peter Molyneux sagte hierzu, dass die neue Mythic-Umsetzung ein unbegreiflich sinnloser Murks ist, den er nicht spielen will. Aber EA wird es egal sein, nachdem sie die Marke Dungeon Keeper nun mit diesem Schund praktisch ruiniert haben. Da spielt es dann eigentlich auch keine Rolle mehr, dass die vielen 5-Sterne-Wertungen im Google Play Store nachweislich daher kommen, dass die App die guten Bewertungen direkt an den Play Store weiterreicht, die weniger guten Wertungen aber abfängt. Wer das Spiel öffentlich mit weniger als fünf Sternen bewerten möchte, muss dies über den Umweg von außerhalb des Spiels tun. Die Entwickler wussten schon wieso.

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Wer nicht jeweils 90 Euro ausgeben möchte, um dafür 56 Felsblöcke aus dem Erdreich freibuddeln zu können, der bekommt jetzt (ganz zufällig) die perfekte Gelegenheit das zu vermeiden: Das echte Dungeon Keeper gibt es derzeit kostenlos in der Dungeon Keeper Gold Edition (mit der Erweiterung The Deeper Dungeons) bei GOG.com. Wofür ich einst 79 DM bezahlt hatte, das wird – zumindest für sehr kurze Zeit – verschenkt. Das Gameplay des Originals ist auch heute noch über jeden Zweifel erhaben, selbst wenn die Technik etwas antik anmutet. Da man sich schon einen Kundenaccount anlegen muss, um den Download starten zu können, ist dies natürlich als reine Werbeaktion bzw. als Lockvogelangebot zu verstehen, aber trotzdem eine nette Geste und zeitlich noch eine amüsante dazu. Zum Glück kann man einen Account auch erstellen, ohne Kreditkarten-, Paypal- oder sonstige Bezahlinformationen zu hinterlegen. Aber da ich Dungeon Keeper Gold ohnehin besitze, hätte mir das egal sein können.

Wer das gewohnt dreiste Aktionszeitlimit verschläft (scheinbar gewaltige 48 Stunden), sollte sich nicht darüber ärgern, sondern die Energie lieber dafür nutzen, die einschlägigen Abandonware-Seiten abzugrasen. Dungeon Keeper wird an vielen Ecken als Gratisdownload angeboten. Und da GOG.com das Spiel nun ohnehin verschenkt hat (ob nur für kurze Zeit oder nicht), dürfte sich das schlechte Gewissen dann auch sehr in Grenzen halten.

Da viele die SVGA-Grafik von Dungeon Keeper heute kaum noch ertragen können, sollte man den DOSBox-Launcher von GOG.com in die Tonne treten und stattdessen der umfangreichen Fan-Modifikation bzw. Reimplementation KeeperFX eine Chance geben. Mal davon abgesehen, dass KeeperFX echte Windows 7/8-Unterstützung mitbringt, lässt sich Dungeon Keeper damit z.B. in der über sechsmal größeren Auflösung 1920×1200 starten, dazu wurden dutzende Bugs des Originals beseitigt, viele neue Kampagnen hinzugefügt und das Balancing des Spiels iterativ angepasst um den Spielspaß zu verbessern. Native Linux-Binaries werden damit im letzten Stadium des Projekts auch möglich sein, denn die DLL-Abhängigkeiten werden nach und nach aufgelöst. Wenn der neue Netzwerkcode irgendwann einmal stabil läuft, kann ich endlich glücklich sterben.

Content Provider

Kein Server, kein Nutzungsrecht

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ubisoft cpGames for Windows Live, neben Steam eine der größten DRM-Plattformen, wird dieses Jahr komplett abgeschaltet. Was passiert mit den vielen Spielen, die die Verfügbarkeit der Authentifizierungs-Server zum Spielen zwingend voraussetzen? Tja, das ist natürlich eine blöde Sache. Das konnte ja keiner ahnen, dass solche Server aus wirtschaftlichen Gründen irgendwann mal vom Netz gehen würden.

Aus gegebenem Anlass verlinke ich hier zur Verdeutlichung auf einen aktuellen Golem-Artikel zu dem Thema: Games for Windows Live – Drohendes Server-Aus für Spiele

Vor wenigen Jahren wurde ich für meine Thesen bezüglich der erheblich eingeschränkten Lebensdauer von Always-Online-Spielen und Spielen mit Registrierzwang als Hater bezeichnet, und ich solle doch meine Hirngespinste bitte für mich behalten. Mit einer beängstigenden Naivität erklärte man mir, dass so ein Kopierschutz niemals ein Problem sein könnte, denn die Entwickler solcher Spiele würden im Notfall schon rechtzeitig einen Patch veröffentlichen, der den Kopierschutz entfernt. Garantiert! Und wenn die es nicht machen, dann macht es bestimmt der Yeti.

Keine Frage, die meisten Top-Titel werden ihren Patch bekommen. Da wo Geld zu holen ist, wird auch gearbeitet. Für viele andere Spiele ist hier aber leider Endstation, und auf diesem Auge sind die meisten Menschen wohl leider blind. Na und, die Spiele spielt doch sowieso keiner mehr, oder? Ja genau, für manche unter uns ist die Welt tatsächlich so einfach. Filme von gestern schaut keiner mehr, Musik von gestern hört keiner mehr, und Spiele von gestern spielt keiner mehr.

Ich hasse es, in diesem Fall Recht zu haben. Was bleibt mir als jemandem, dem es nicht egal ist? Wenn man Glück hat, findet man für das jeweilige Spiel einen Crack im Netz und macht sich prinzipiell strafbar beim Versuch, sein legal erworbenes Spiel zum Laufen zu bringen. Wenn man Pech hat, gibt es keinen Crack. Das ist kein Problem für Leute, die Spiele als einen reinen, kurzzeitig verfügbaren Konsumgegenstand betrachten und ansonsten darin keinen höheren Wert sehen. Für alle anderen ist das jetzt der Moment, den viele mit Schrecken erwartet hatten. Und es wird nicht der letzte bleiben.

DRM ist in jedem Fall schädlich und sollte nie unterstützt werden. Mann, was für ein Riesenglück, dass uns das mit Steam, Origin und Uplay nie nie niemals passieren kann. Die wird es ganz bestimmt ewig geben, da brauchen wir uns überhaupt keine Sorgen machen. Die Rente ist sicher!

Spiel

Durchgespielt: Superfrog HD

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Irgendwann Mitte der 90er Jahre bekam ich die Gelegenheit, die idyllischen Amiga-Gefilde zu verlassen, und mich in der schnelllebigen, bluescreenverseuchten Windows-Welt des PC zu versuchen. Nur ein paar Jahre später, ungefähr 1998, startete ich den ersten Amiga-Emulator auf dem PC, da ich immer öfter sentimental wurde, wenn ich an die Zeit mit Kickstart, Workbench und AmigaDOS dachte. Als ich dann schließlich auf einer kleinen Internetseite mit dem Namen “AmigaRat’s Page” tatsächlich die vier Disketten-Images von Superfrog – einem meiner absoluten Amiga-Lieblingsspiele – zum Downloaden vorfand, war ich überglücklich und gleichzeitig wahnsinnig gespannt. Das waren die Zeiten, als man noch mit jedem einzelnen Download mitfieberte, denn wenn die Verbindung (aus verschiedensten und relativ häufigen Gründen) abbrach, musste man die Übertragung von vorne beginnen. Mit meiner 14.400-Baud-Leitung zu CompuServe hatte ich die Dateien gefühlte 2 Stunden später auf der Festplatte. Als der kleine grüne Frosch schließlich auf dem 15″-Monitor meines PC herumhüpfte, da saß ich in Gedanken wieder mit dem knallroten klackernden Joystick vor dem Amiga.

durchgespielt superfroghd1Wir schreiben das Jahr 2013. Exakt 20 Jahre nach Veröffentlichung von Superfrog erscheint das Remake in HD. Es kam wie es kommen musste: Als großer Fan des Originals konnte ich nicht widerstehen und so habe ich kürzlich Superfrog HD durchgespielt. Insgesamt sechs Stunden Spielzeit kann man aufwenden, wenn man alles sehen möchte. Ein kurzweiliger aber auch herausfordernder Spaß für Fans klassischer 2D-Jump’n’Run-Kost. Wie ich schon im Vorfeld betonte, haben TickTock Games und Team17 in Zusammenarbeit ein derart großartiges Remake geschaffen, dass ich das in Worte kaum auszudrücken vermag. Obwohl es viele kleine Änderungen gibt, bleibt das Spiel dennoch irgendwie genau dasselbe. Keine Verschlimmbesserungen, keine Stilbrüche, und für die Fans gibt es die unberührten Original-Levels und den Original-Soundtrack. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll mit meiner Lobhudelei.

Die neue Levelkampagne behält das Thema des Originals bei. Die jeweils vierteiligen Abschnitte werden nicht mehr kontinuierlich länger, sondern haben alle dieselbe Größe. Der Schwierigkeitsgrad ist ausgesprochen leicht bis höchstens moderat. Da Superfrog schon damals ein wenig von Segas Sonic The Hedgehog inspiriert gewesen zu sein schien, hat man die Levels hier konsequenterweise etwas beschleunigt, so dass man mehr rennen kann. Es erscheint fast wie ein glücklicher Zufall, dass Team17-Komponist Allister Brimble seinen Superfrog-Soundtrack erst neulich komplett modernisiert hat, doch leider fand diese Neufassung keinen Einzug in das Remake. Die neue Hintergrundmusik ist unbeeindruckend und eher langweilig, erinnert stellenweise aber an das Vorbild. Die Levelcodes sind ja sowas von gestern und mussten einem Levelauswahl-Bildschirm weichen. Die Slotmaschine am Ende jedes Levels durfte bleiben, denn sie dient dazu, die Original-Levels freizuschalten. Grafisch ist Superfrog HD fantastisch und genau so wie ich mir das gewünscht hätte: Alles sieht aus wie man es gewohnt ist, noch dazu hochauflösend, extra flüssig, und mit sehr viel Liebe zum Detail. Alle Spielelemente und auch die Steuerung verhalten sich wie im Original.

durchgespielt superfroghd2Die neuen Levels bilden komplette Abschnitte der Original-Levels perfekt nach und erweitern diese sehr glaubhaft, so dass man immer mit einem starken Déjà-vu-Erlebnis durch die Welt rennt und springt. Man fühlt sich hier derart heimisch, dass sogar die unsichtbaren Münzspender genau dort sind, wo man sie erwarten würde, ohne die Levels vorher gekannt zu haben. Die Hexe als Endboss tritt nun nach jeder Welt kurz auf und nicht mehr allein am Ende des Spiels. Bereits das Originalspiel war, was einsammelbare Schätze anging, gerade in den Pyramidenlevels, äußerst großzügig, doch die neue Kampagne überschüttet den Spieler nur so mit Münzen, Früchten und Powerups. Bestimmt zehnmal soviel Krempel liegt in der Welt herum. Ein kleiner Schwachpunkt sind die Soundeffekte. Leider fehlen unter anderem die witzigen Geräusche die Superfrog macht, wenn er in eine Stachelfalle gehüpft ist, oder wenn er einen Geheimgang entdeckt hat. Die neuen Sounds haben diesen Charme einfach nicht mehr. Außerdem hat man aus nachvollziehbaren Gründen die witzig gemeinte Schleichwerbung für die britische Getränkemarke Lucozade leider aus dem Spiel genommen und durch unbeschriftete Flaschen ersetzt.

Wer eine Herausforderung sucht, spielt die Original-Levels, denn die sind schwerer als im Amiga-Superfrog. Das merkt man spätestens in Level 2-3 und 2-4. Hier sind die Zeitlimits derart bissig, dass ich wirklich etliche Male von vorne beginnen musste. Ein abgelaufener Timer bedeutet Gameover – egal wieviele Extraleben man noch hat. Entweder ist den Entwicklern nicht aufgefallen, dass die Lucozade-Fläschchen normalerweise auch 2 Minuten zum Timer dazuzählen, oder sie wollten die Fans ein wenig unter Spannung setzen. Interessanterweise hat man dann ab Welt 3 wieder mehr als genug Zeit um die Levels abzuschließen. Die Weltraumwelt, besonders Level 6-4 haut dem Spieler dann alles um die Ohren was das Spiel hergibt: Der Timer ist sehr knapp gehalten, man beginnt mit lächerlichen 2 Extraleben, die unverzichtbaren Münzen sind weit verstreut, von überall her ballert es. Um es kurz zu halten: In diesem Level gibt es fast keinen Spielraum für Fehler. Ungefähr nach dem hundertmilliontausendsten Mal ist es mir mit viel Glück gelungen, wahrscheinlich kurz bevor ich noch aus Wut und Anspannung das Joypad zerdrückt hätte.

superfroghd2Das “Project F”-Bonuslevel, in Anlehnung an den Team17-Knaller “Project X”, wurde nicht ins Remake eingebaut – eigentlich schade. Theoretisch müsste man also sagen, dass das Remake nicht vollständig ist. Spud ist natürlich wieder dabei, den Superfrog auf Gegner schleudern kann. Mit der Tastatur ist mit Spud allerdings so schlecht zu zielen, dass man es besser gleich lässt oder doch ein Joypad zur Hand nimmt. Dafür kann Spud im Gegensatz zum Original jetzt jeden Gegnertyp umhauen, was den Nutzen erhöht. Auch die Flügel sind im Remake deutlich sinnvoller. Man kann damit sehr viel präziser und vorsichtiger durch die Levels navigieren. Das ist gerade angesichts der unglaublich zahlreichen Stachelfallen wirklich nötig. Ohne Flügel ist man oft ein bisschen aufgeschmissen. Die Animationen zum Beginn und zum Abschluss jeder Welt sind 1:1 übernommen worden, was ich sehr begrüße. Die Cartoon-Einleitung des Amiga-Künstlers Eric W. Schwartz wurde graphisch etwas umgestaltet. Auch das Titelbild ist modernisiert worden.

Ich bin zwar nicht mehr neun Jahre alt, aber Superfrog HD macht trotzdem Spaß, auch wenn das Setting heute ein bisschen alberner wirkt als früher. Wieso können nicht alle Spiele-Remakes so gut sein wie dieses? Wieso muss man die Fans mit zweifelhaften Design-Entscheidungen vergrätzen, die nicht zum Original-Spielgefühl passen, statt dem Spieler mit einem Optionsmenü einfach die Wahl zu lassen? Team17 gibt den Spielern “ihr” Superfrog wieder – und noch mehr. Danke Team17, ihr seid toll! Ihr hattet mich schon nach dem “Quak”.

Steam

Not so weekly rant: Steam Deals – Kauf oder stirb!

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steamdealsIch bin kein Fan von Steam, das ist kein Geheimnis. Ich verabscheue jede DRM-Platform, ich protestiere gegen alle restriktiven Formen von Kopierschutz, und ich mag es absolut nicht, wenn ich Spiele als “Digital Download” erwerben muss, also “ohne etwas in der Hand” zu haben. Dennoch sind mir auch die Vorteile von Steam durchaus bewusst. Hin und wieder kann ich sogar meinen Frieden mit Steam machen.

Kürzlich machte ein Kollege mich darauf aufmerksam, dass es ein bestimmtes Spiel gerade bei Steam im Angebot gibt. Seit Wochen schon spielte ich mit dem Gedanken, jenes Spiel zu kaufen. Na wenn es jetzt sogar günstiger zu haben ist, dann spricht ja nichts mehr dagegen, dachte ich. Am selben Abend war ich noch mit ganz anderen Dingen beschäftigt, und auch am darauffolgenden Abend hatte ich weder Zeit noch Lust, irgendwelche Spiele zu spielen. Zwei Tage später wollte ich im Büro erneut auf das Thema zu sprechen kommen: “Ich glaube heute Abend kaufe ich mir das Spiel. Heute habe ich endlich Zeit!”, woraufhin mein Kollege entgegnete: “Jetzt ist das Spiel aber nicht mehr im Angebot, das galt nur bis gestern Abend. Jetzt kostet es 30 Euro mehr.”. Aha. Äh, wie bitte?

Pech für mich. So ist das Steam-Gamer-Leben wohl. Ob Holiday Sale, Summer Sale oder Weekend Deals: Die sogenannten Steam Deals gibts nur für sehr begrenzte Zeit, und wer nicht sofort zuschlägt, schaut eben zwangsläufig in die Röhre. Die unverschämt günstigen Angebote von Steam sind mit bis zu 75% Preisnachlass so bekannt, dass es Steam-Nutzer gibt, die praktisch ausschließlich Spiele dann kaufen, wenn sie im Angebot sind. Und wenn wir ehrlich sind, alles andere wäre wirtschaftlicher Quatsch. Genau darum stört es mich, und damit bin ich womöglich der einzige. Es ist an der Zeit, wieder ein wenig herumzunörgeln.

Ich bin ein Mensch, der immer versucht möglichst einfach zu denken. Entweder das Spiel ist 50 Euro wert oder es ist nur 20 Euro wert. Wenn es 20 Euro wert ist, kann ich es mir nicht mehr für 50 Euro kaufen, weil ich bereits weiß, dass ich dabei dreist abgezockt werde. So etwas kann ich rational nicht mehr vor mir selbst verantworten. Das ist Nepp. Wieso wird es nicht dauerhaft für 20 Euro angeboten? Wenn ich es für 20 Euro im Angebot gesehen und dieses leider verpasst habe, dann werde ich sicherlich den Teufel tun und wenige Stunden später freiwillig den deutlich höheren Preis dafür bezahlen. Eher verzichte ich komplett darauf, oder – schlimmer noch – ich schaue mich verärgert und mit einer gewissen “Jetzt erst recht”-Mentalität bei den Tauschbörsen um, damit ich nicht diesem permanenten Angebots-Zeitdruck ausgesetzt bin, zugreifen kann wann ICH mich dazu entschließe, und nicht wenn Steam es mir kurzzeitig vor die Nase hält. Wie soll man da ein Wertbewusstsein entwickeln, wenn man genau weiß, dass das Spiel einmal für ‘n Appel und ‘n Ei über die Theke geht, und im nächsten Moment muss man es schon fast auf Raten kaufen. Was soll man daraus lernen? Dass es weder darum geht, was das Produkt wert ist, oder was der Kunde bereit ist dafür zu zahlen, sondern allein darum ob man den Verkäufer an seinem großzügigen Tag erwischt?

Bei einem Preisnachlass um 75% beispielsweise spukt bei mir die Vorstellung im Kopf herum, dass ich das Spiel vier(!) Mal hätte kaufen können, wo ich jetzt nur noch genau eine einzige Lizenz bekomme. Oder umgekehrt: Nur weil ich das knappe Zeitfenster verpasst habe, bezahle ich vier Mal soviel wie zuvor – wohlgemerkt für exakt dieselbe Leistung. Es ist doch praktisch unmöglich in so einem Fall NICHT das Gefühl zu haben, gründlichst über den Tisch gezogen worden zu sein. Genug jedenfalls, dass ich an dem Spiel selbst vermutlich keine große Freude mehr hätte. In der Realität ist das gleichbedeutend mit dem Zwang, bei jedem Spiel zu warten, bis es zufällig gerade im Steam-Angebot zu haben ist, und es dann auch ja nicht zu verpassen, sonst darf man sich erneut monatelang auf die Lauer legen. Oder man bezahlt eben doch die Apothekenpreise, die ohne Angebot üblich sind.

“Da hat scheinbar jemand was gegen niedrige Preise?”, darf ich mir anhören, wenn ich meine Meinung zu dem Thema ausspreche. “Wenn im Supermarkt die Butter im Angebot ist, dann doch auch nur für kurze Zeit.”. “Steam wird doch wohl noch selbst entscheiden dürfen, was sie zu welchem Preis verkaufen wollen.”. Ja, Steam darf natürlich alles selbst entscheiden. Nein, ich hab natürlich nichts gegen niedrige Preise. Aber wenn im Supermarkt die Butter für 70 Cent im Angebot war, und ich soll eine Woche später 1 Euro dafür bezahlen, dann verursachen diese 30 Cent Unterschied keine stechenden Schmerzen in meinem Geldbeutel. Was anderes ist das doch bei 30 Euro, oder nicht? Außerdem ist Butter (oder Milch, Nudeln, Käse etc.) ein Artikel, den man regelmäßig kauft und auf den man (mehr oder weniger) angewiesen ist. Da erwischt man zwangsläufig irgendwann das Angebot.

Klärt mich auf! Fühle ich mich in meiner Opferrolle zu sehr wohl, oder ist dieses Preisgestaltungssystem wirklich so verkorkst, wie es mir im Moment erscheint? Gibt es überhaupt einen Grund etwas zu kaufen, das nicht im Angebot ist? Wie hat man das gemacht als der Staubsauger beim Elektrofachmarkt für weniger als die Hälfte im Angebot war? Müssen wir uns bald für jedes Produkt, für das wir uns interessieren, in einen Newsletter eintragen, der uns informiert, wenn es wieder im Angebot ist? Und wenn es mal soweit kommen sollte, dass alle Menschen alles nur noch im Angebot kaufen, wird es dann auch sowas wie Angebote unter den Angeboten geben?

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SPACOLA Eclipse WIP 0.29 Preview-Video

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Leider nicht ganz pünktlich zum dreijährigen Geburtstag von SuccessDenied.com, der diesmal ein wenig im Stillen gefeiert wurde, hier nun nach beinahe zweiwöchiger artikelloser Phase das versprochene WIP-Preview-Video der neuesten Version meines Java-Remakes: SPACOLA Eclipse WIP 0.29. Ich muss hier allerdings wieder einmal betonen, dass YouTube das Originalvideo nach dem Upload unnötigerweise in matschige Videogrütze verwandelt hat(*). Und die niedrige Framerate des Videos repräsentiert in keinster Weise die eigentlich sehr weichen Bewegungen des Spiels. Um das einmal in Zahlen auszudrücken: Das Video hat eine Framerate von etwa 26 fps, das Spiel läuft aber mit 52 fps, also exakt doppelt soviele Bilder. Den Unterschied sieht man.

Drei Jahre SuccessDenied heißt bei aller Sektstimmung aber auch, dass ich seit bald drei Jahren an dem noch lange nicht fertigen Spiel arbeite, aber das ist für mich kein Problem, denn dafür investiere ich als einziger Entwickler eben zuwenig Zeit. Auch die kommenden zwei bis drei Monate sieht es relativ unrosig aus, denn ich muss mich um viele Dinge kümmern, die ich lange aufgeschoben habe. Ich werde den Quellcode nur noch gelegentlich mal anrühren. Aber spätestens nächstes Jahr lege ich wieder richtig los.

Das Video demonstriert so einige Aspekte, die ich in den letzten Monaten fertiggestellt habe: Wüst ballernde Gegner, die Animation des zerstörten Spielerschiffes, das neue Cheatmenü, Geschwindigkeitswarnungen, herumfliegende Waren, schiffbrüchige Piraten, echte Highscore, Kontoabrechnungen, die Kurzanleitung, einen echten Pausemodus, das Anhalten der Game-Engine (mit TOS-Bomben), und dass man Soundeffekte, Ingame-Musik und Partikeleffekte jederzeit ein- und ausschalten kann. An den wichtigen Stellen im Video habe ich Kommentare eingeblendet, damit man nichts verpasst. Auch ist das Video mit seinen stolzen zehn Minuten leider nicht so knapp geraten, wie ich das ursprünglich wollte. Wer seine Zeit als zu kostbar erachtet, dem sei gesagt, dass ab der Hälfte des Videos nicht mehr wirklich viel neues gezeigt wird. Es geht dann nur noch um Details.

Da ich kein Held im Umgang mit Videoschnittsoftware bin, habe ich das Video relativ schnell zusammengeklickt, ohne Rücksicht auf qualitativ hohe Ansprüche. Es ist nur eine kleine Demonstration des aktuellen Entwicklungsstands. Kommentare sind gern gesehen und Fragen jederzeit gestattet. Die Projektseite des Spiels werde ich in Kürze aktualisieren.

Das nächste Preview-Video wird es frühestens wieder in einem Jahr geben, da ich, wie bereits erwähnt, vorerst nicht mehr dazu kommen werde, neue Features umzusetzen. Aber es geht definitiv weiter.

(*) Nachtrag: Jetzt ist die Qualität des Videos auf einmal besser geworden, dabei habe ich nichts verändert. YouTube stinkt manchmal einfach, dagegen kann man wenig machen. Die verteilen wohl hin und wieder einen Stream mit schlechterer Qualität, wenn die Bandbreite als zu gering eingeschätzt wird.

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Oxyd magnum! und Futuredelic

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Dongleware! Mein kleines aber feines Museum ist inzwischen um zwei weitere Ausstellungsstücke erweitert worden. In regelmäßigen Abständen grase ich Ebay nach diversen Schnäppchen ab, falls jemand zufällig Atari-Bücher bzw. Dongleware-Produkte zum Spottpreis verticken möchte. Da muss ich sofort zur Stelle sein, sowas würde ich nämlich ungern verpassen, sind diese Dinge doch heutzutage recht selten geworden. Manche scheinen das mit dem Seltenheitswert aber doch etwas zu ernst genommen zu haben, so kann ich immer noch Angebote für ein 95 Euro teures SPACOLA-Buch mit welligem Papier und ein – Achtung, jetzt kommt’s – Per.Oxyd-Buch für 498 Euro finden, und das trotz fehlender Seiten. Na hoffentlich bekommt der Verkäufer das Ding zu dem Preis nicht irgendwann los.

oxydmagnum futuredelic smallZurück zu meinen neuesten Anschaffungen: Es handelt sich um die Oxyd magnum! Box von 1993 und, was eigentlich noch viel interessanter und deutlich seltener ist: Die Techno-Compilation Futuredelic vom Mai 1994. Moment, Techno? Eine Musik-CD? Was hat das mit Dongleware zu tun? Tja, meine Damen und Herren. Der Dongleware-Verlag war, wie der Name vielleicht vermuten lässt, ein Verlag, und verlegt werden kann vieles wenn es Geld einbringt. Allerdings war Futuredelic meines Wissens der einzige Exkurs von Dongleware im Musikbereich, die wahrscheinlich einzige Audio-CD auf der Welt mit dem OXYD-Logo drauf. Die CD hatte nämlich ebenfalls einen Daten-Track mit spielbaren Demoversionen von Tubular Worlds und OXYD General Edition für Atari ST, IBM-PC und Mac. Aber es hatten wohl nur die wenigsten ein teures CD-ROM-Laufwerk für den Atari ST.

Die Musik-CD wurde von Obsession Records produziert und enthält Trance und Techno von deutschen Künstlern wie Christian Vogel, Affie Yusuf, Purple Plejade, Roland Casper und Christopher Just. Lauter Leute von denen ich keinen einzigen kenne, obwohl ich mich durchaus schon recht lange für elektronische Musik begeistern kann. Tatsächlich kann ich mir so einige Songs von der CD ganz gut anhören, während mir andere wiederum doch zu experimentell sind. Die CD wurde zwar in Deutschland produziert, ich musste sie aber aus Taiwan bestellen, so selten ist die scheinbar schon. Kennt jemand eine gute CD-Rip-Software, die Lesefehler sauber korrigieren kann? Irgendwie habe ich lauter eklige Hüpfer in meinen FLAC-Dateien, weil die CD wohl nicht mehr die jüngste ist.

Die Oxyd magnum! Box ist natürlich auch ein sehr wertvoller Neuzugang für meine Sammlung. Original mit Handbuch, 3,5″-Floppy, und sogar die niedliche schwarze Oxyd-Murmel war dabei. Das ist ein sehr passendes Gimmick für so ein Spiel. Habe mich sehr gefreut als ich etwas im Paket herumrollen gehört habe, denn ich wusste sofort was das ist. Der Verkäufer hat nicht zuviel versprochen, auch wenn der Karton leider relativ sichtbar eingedellt ist, aber das ist in 20 Jahren wohl kaum vermeidbar im Alltagsgebrauch. Beide Artikel wurden wie immer in allen möglichen Posen auf den Scanner gelegt, damit meinem Archiv digitaler Schätze nichts entgeht. Demnächst werde ich also die Seite meines Spielemuseums entsprechend aktualisieren können. Es gibt noch viel zu tun.

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