Television

Zwischen Wetter-Dingsi und Gravitations-Dingsi

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Auf meinem TV-Serien-Kerbholz prangt seit wenigen Tagen eine weitere Kerbe, die ich mir mühsam durch wochenlange, intensive Beobachtung verdient habe. Meine Wahl fiel diesmal auf die Science-Fiction-Serie “Eureka – Die geheime Stadt”, die sich über fünf Staffeln zwischen 2006 und 2012 erstreckt. Die “geheime Stadt” macht dabei eigentlich nie einen besonders geheimen Eindruck, gerade weil ziemlich oft Besuch da ist, daher ist der deutsche Untertitel meines Erachtens blöd gewählt, “geheimnisvoll” hätte deutlich besser gepasst. Vieles in Eureka mag wohl geheimnisvoll sein, aber leider oft im Nachhinein auch komplett belanglos.

Zur Handlung: Jack Carter verfährt sich mit seiner rebellischen, etwas kleinkriminellen Teenie-Tochter Zoe, als die beiden einen Unfall haben, der aber glimpflich ausgeht. Auf der Suche nach einer Werkstatt verschlägt es sie in die merkwürdige Kleinstadt Eureka, in der nichts ist, wie es scheint: Kinder verstehen höhere Mathematik, der hiesige Kfz-Mechaniker Henry entwickelt in seiner Freizeit ein Gerät, das mühelos die Schwerkraft überwindet, und unerklärliche Phänomene halten die Ordnungshüter der Stadt auf Trab. Der U.S. Marshal Carter bietet seine Hilfe an, und bevor er sich versieht, bekommt er die gerade freigewordene Stelle des Sheriffs in Eureka angeboten. Fortan sorgt er für Recht und Ordnung in einer Stadt voller Genies und Wissenschaftler, in der sich alles um die geheime Forschungseinrichtung Global Dynamics dreht, wo modernste Technologien unter anderem für das Verteidigungsministerium erforscht werden.

Und damit herzlich willkommen zu Star Trek auf der Erde. Jedenfalls wird dem Zuschauer sehr früh klar, woher die Inspiration für die Serie hauptsächlich kommt. In Eureka geht es weitestgehend darum, dass es die Stadtbewohner mit irgendeinem Zeit-, Gravitations-, oder sonst irgendeinem Phänomen zu tun bekommen, Sheriff Carter muss mit seiner naiven, unwissenschaftlichen Art Spuren lesen und die Ursache ermitteln, und der Physiker Henry Deacon muss mit seiner sehr wissenschaftlichen Art Formeln entwickeln und das Problem irgendwie lösen. Carter wohnt in einem vollautomatischen Haus mit Computerstimme, das auf den Namen SARAH hört. Der spätere Hilfssheriff von Eureka ist der Androide Andy, der einmal sogar scherzhaft “Mr. Data” genannt wird. Einzelne Dialoge und die Handlung ganzer Episoden sind fast 1:1 aus Star Trek: Das nächste Jahrhundert übernommen worden, so wie beispielsweise die, in der nach und nach die Bewohner der Stadt verschwinden, und sich außer Carter niemand mehr an diese Leute erinnern kann.

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Ärgerlich finde ich Unstimmigkeiten, die sich fast durch alle Staffeln konsequent durchziehen. Wenn Carter irgendein unerklärbares Phänomen in Eureka beobachtet, und er bei Global Dynamics den Top-Wissenschaftlern der Welt von seiner Beobachtung erzählt, dann wird erstmal herzhaft gelacht und gefragt, ob er denn getrunken habe, denn das was er beschreibt ist ja schließlich absurd. In Eureka – die Stadt, in der Häuser fliegen, Menschen und Autos unsichtbar werden, sich spontan eine zweite Sonne bildet, und das ist dort Alltagsgeschäft. Überhaupt, die allermeisten Episoden laufen nach dem gleichen Schema ab. Beliebiges, mehr oder weniger gefährliches Phänomen taucht in Eureka auf. Sheriff Carter fragt als einziger Nicht-Wissenschaftler bei GD in die Runde, ob Maschinen-Dingsi A das Problem sein könnte. Antwort: Nein, Maschine A kann auf gar keinen Fall so etwas verursachen. – Sheriff Carter: Na schön, was ist dann mit Maschinen-Dingsi B? – Antwort: Nein, auch Maschine B funktioniert nicht auf diese Weise. Absolut unmöglich. Sheriff Carter kratzt sich am Kopf und schnipst plötzlich mit dem Finger wie einst Wickie bei den starken Männern: Und wie sieht es aus wenn gleichzeitig Maschine A und Maschine B eingeschaltet sind? – Betroffenes Schweigen. Henry: “Das ist es!”. Henry löst das Problem.

In Eureka lassen sich Flugzeug-, Raumschiff- oder U-Boot-Starts grundsätzlich nicht mehr abbrechen, schon gar nicht, wenn diese versehentlich oder durch einen Fehler eingeleitet wurden. Tolle Technik. Die Lösung kann da nur sein, künftig noch viel mehr auf Technik zu vertrauen. In der ersten Staffel werden so extrem mysteriöse Dinge vorgestellt wie “Das Artefakt”, das bei GD hinter den sichersten Sicherheitsbarrieren unter Verschluss gehalten wird, weil es so mächtig und mysteriös ist, dass niemand seine Bedeutung versteht, die wohl noch viel mysteriöser und gefährlicher ist als wir uns das vorstellen könnten. Es bleibt die ganze Zeit immer wieder bei den selben öden Andeutungen über seine unbekannte Herkunft und die Gefahr, die von dem Artefakt ausgeht. Solange, bis das Artefakt irgendwann einfach nicht mehr erwähnt wird. Das Artefakt ist so mysteriös, dass es auf mysteriöse Weise aus der Serie verschwindet. Super!

Mal von dem ganzen Artefakt-Käse abgesehen ist die Serie teilweise echt nett, vor allem wenn man Zeitreisen und/oder Star Trek mag. Sogar Wil Wheaton spielt eine Gastrolle, der in TNG die allseits beliebte Figur des Fähnrich Wesley Crusher gespielt hat. Der Darsteller des Henry Deacon ist mir leider nur als Mitarbeiter bei Cyberdyne aus Terminator 2 bekannt, der sich selbst in die Luft sprengt, um zu verhindern, dass SkyNet erschaffen wird. Wen hätten wir noch? Max Headroom hat eine kleine Nebenrolle, außerdem Internet-Celebrity Felicia Day. Für mich ist Eureka eine Serie, die man sich vielleicht einmal ansieht, und dann definitiv kein zweites Mal, denn so fesselnd ist sie eigentlich nicht. Die Gags nutzen sich schnell ab, die Fortsetzungsgeschichten lösen sich schnell auf und die Pointen vieler Episoden sind schnell durchschaut. Aber für manche kann es sich lohnen, Eureka mal eine Chance zu geben.

Musik

Pink Floyd – The Endless River

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Was für ein denkwürdiger Augenblick für mich. “The Endless River” heißt das gestern veröffentlichte neueste Album der legendären Kultband Pink Floyd. Vor 20 Jahren erschien das letzte Studioprodukt “The Division Bell”, das ich persönlich als den absoluten Höhepunkt der musikalischen Qualität der Band betrachte, aber mit dieser Meinung mache ich mich leider bei vielen selbsternannten “echten” Fans unbeliebt, die Gründe dazu weiter unten. Jedenfalls habe ich mir heute das neue Album gekauft, und die Gelegenheit gleich genutzt, um auch das fantastische Album von 1994 in einer Remastered-Version zu ergattern.

The Division Bell von Pink Floyd gehört zusammen mit Fate of Nations von Robert Plant und Brothers in Arms von den Dire Straits quasi zum “Scheidungs-Soundtrack” meiner Eltern. 1993 und 1994 habe ich diese Musik beinahe in Endlosschleife gehört, als mein Vater sich mit den CDs durch diese schwere Zeit gekämpft hat. Alleine durch diesen Umstand, der an uns Kindern natürlich nicht spurlos vorüberging, verbinde ich die Musik mit einer wirklich sehr emotionalen Phase meines Lebens. Ganz besonders der äußerst melancholische und nostalgische Titel “High Hopes” wird für mich untrennbar mit dieser Zeit verbunden bleiben. Was bringt das neue Album mit? Ein paar ungeordnete Gedanken dazu.

Fans von David Gilmour werden natürlich nicht enttäuscht. Das ist die gute Nachricht. Das Album entstand zu Ehren des 2008 verstorbenen Keyboarders Richard Wright, von dem viele alte Aufnahmen eingeflochten wurden, daher kommt einem schon sehr früh vieles bekannt vor. Man hört das Vorgänger-Album an etlichen Stellen heraus. The Endless River besinnt sich dennoch teilweise wieder auf seine Wurzeln, auf die experimentelle Pink Floyd-Musik der 70er Jahre. Reine Instrumentalmusik wird hier in langen zusammenhängenden Tracks zelebriert, Gesang findet man deutlich weniger. Nicht alles gefällt mir, aber dafür doch noch eine ganze Menge, darunter das verträumte “Surfacing”, das mit einem ganz ähnlichen Glockengeläut endet, wie das womit “High Hopes” beginnt. Oder “Louder Than Words”, in dem Gilmour zum Abschluss des Werkes noch einmal selbst singt und das mich dadurch stark an das wunderschöne “Shine On You Crazy Diamond” erinnert. Aber die durchdringende Note von David Gilmour werden die Bewunderer des Pink Floyd Urgesteins Roger Waters auch hier wieder verteufeln und davon sprechen, dass das kein richtiges Pink Floyd-Album ist.

Man möge mir das nachsehen, aber ich bin wahrscheinlich einfach ein paar Jahrzehnte zu spät geboren, daher war ich von Anfang an im “Team Gilmour”. Mein Vater hatte damals etliche Pink Floyd-Scheiben in seiner Plattensammlung. Die spannenden Cover waren für mich als Kind ein großer Spaß. Durch meinen Vater kam ich früh mit Pink Floyds The Wall in Kontakt und war wirklich sehr begeistert, sowohl von dem Spielfilm mit Bob Geldof als auch und vor allem von der Musik. Das Pink Floyd der späten 60er und frühen 70er Jahre war mir immer ein bisschen zu abgedreht, zu psychedelisch, zu ziellos, vielleicht habe ich einfach nicht die richtigen Drogen genommen. Aber die 80er und 90er waren dafür voll mein Ding, also leider ausgerechnet die Phase, in der sich die Band spaltete. Wahre Fans geben David Gilmour die Schuld. Für mich ist sein Einfluss auf die neuen Alben ein wahrer Segen.

Aktuell kann man auf Spiegel Online übrigens ein wirklich lesenswertes Interview mit dem Drummer Nick Mason über The Endless River lesen.

goldenpoo

5% Neuwagen gratis

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Kürzlich auf dem Parkplatz einer großen Supermarktkette fuhr jemand beim Rückwärtsausparken versehentlich gegen meine Beifahrertür, die blöderweise gerade seine Parklücke passierte. Ich mache der Person gar keinen Vorwurf. Kann passieren, verstehe ich gerade als Scirocco-Fahrer, der selbst eine äußerst bescheidene Sicht nach hinten hat, um es höflich auszudrücken. Manchmal wäre ich ohne den Piepser im Rückwärtsgang ein bisschen hilflos. Trotzdem kann so ein Parkrempler ziemlich auf die Nerven gehen, vor allem weil man ja sonst noch nicht genug andere Probleme hat.

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Interessanterweise beschäftigte mich erst einige Tage zuvor die Frage, was denn im Schadensfall eigentlich genau zu tun wäre, um auf der sicheren Seite zu sein. Ich musste mir eingestehen, dass ich zwar in der Lage war, eine Kfz-Versicherung abzuschließen und ein Auto anzumelden, aber den korrekten Ablauf bei einem Unfall trotzdem nicht so richtig kannte. Daher beschloss ich, das mal bei Gelegenheit genauer zu recherchieren. Irgendwie war mir da noch nicht klar, dass der erste Blechschaden es etwas eiliger hatte als ich.

Man sah sich den Schaden gemeinsam an, ich schrieb mir Kennzeichen und das Fahrzeug auf, ließ mir Versicherung, Name und Telefonnummer geben. Ich war der Meinung, dass das schon reichen würde. Über die Schuldfrage waren wir uns ja offenbar einig, und eine gefühlte Ewigkeit auf die Polizei zu warten wollte ich uns eigentlich ersparen, zumal niemand gerne mit der Polizei redet. Reicht aber eigentlich nicht. In meinem Fall hatte ich mit meiner Naivität Glück, weil alles total unstrittig und der Unfallverursacher ein ehrlicher Mensch ist, der nicht versucht hat, mir eine Mitschuld zu geben. Man sollte aber nicht den Fehler machen, zu glauben, dass der gegnerischen Versicherung sofort das Geld aus der Tasche fällt, sobald man dort den Schaden meldet, was man auf jeden Fall möglichst früh tun sollte.

Was hätte ich besser machen müssen? Nun, im Zweifelsfall die Polizei rufen, dann kann man schon nichts falsch machen. Kann natürlich auch sein, dass die Polizei wegen eines kleinen Blechschadens gar nicht erst auftaucht. Dann auf jeden Fall direkt am Unfallort Fotos des eigenen Schadens und auch des Schadens des Unfallgegners machen. Die vollständige Anschrift des Verursachers geben lassen, nicht nur den Namen; außerdem die Nummer der Versicherungspolice, nicht nur den Namen des Versicherers. Zeugen suchen und deren Namen und Adressen notieren. Die Versicherung könnte sonst leicht die Zahlung verweigern, ganz besonders wenn deren Versicherungsnehmer plötzlich ein ganz anderes Bild des Unfalls hat, und dann sind Beweise und Zeugen wichtig.

Die vielen Telefonate mit der Versicherung, mit dem Unfallgegner, die Dauerbesuche in der Werkstatt und das Ausfüllen der Schadensmeldung nebst Unfallskizze und -hergang sind auch kein Spaß. Da gehen wirklich viele Stunden der eigenen Freizeit drauf. Insofern ist es nur umso fairer, dass mir jetzt tatsächlich eine neue Beifahrertür bezahlt wird. Dann habe ich sozusagen wieder 5% eines Neuwagens. Insgesamt fast 2100 Euro für die ganze Aktion laut Gutachten. Zu Anfang glaubte ich wirklich noch, dass das Ausbeulen sicher keine 400 Euro kosten wird. Ich sollte mich mit dem Gedanken vertraut machen, dass es an einem Auto keine günstigen Reparaturen gibt, nur teure und echt teure.

Achtet darauf, dass in eurem Fahrzeugschein immer die aktuelle Adresse eingetragen ist, sonst gibt das wahrscheinlich eine Strafe bei einer Polizeikontrolle. Fahrzeugschein ändern lassen kostet hier fast zwölf Euro. Wer weiß ob da die Strafe nicht sogar noch geringer gewesen wäre. Wieso muss die blöde Adresse denn bitte auch noch im Fahrzeugschein stehen, die hat doch mit dem Auto nichts zu tun? Als würde es nicht reichen, dass ich ein eindeutiges Kennzeichen am Auto habe und die Adresse auf dem Personalausweis steht, und es ist ätzend genug, den immer auf dem Laufenden zu halten.

Spiel

Evolution der MMORPGs

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MMORPG, MMOFPS, MMO, P2P, F2P – irgendwann kann selbst der passionierteste Zocker unter uns nicht mehr genau auseinanderhalten, was jedes Kürzel eigentlich bedeuten soll. Die sogenannten MMOs (Massen-Mehrspieler-Online-Gemeinschaftsspiele) hat schon jeder irgendwann mal gespielt, ohne meist zu wissen, was sich eigentlich dahinter verbirgt. Es handelt sich schlicht um Computerspiele, die – wie der Name schon sagt – ausschließlich online gespielt werden. Es können zur gleichen Zeit unzählige Spieler einen Seeangriff starten, die eigenen Dörfer verteidigen oder den Bösewicht dingfest machen. Was vor 10 Jahren noch zur Freude aller Frauen mindestens zwei Tage in Anspruch nahm und sich LAN-Party nannte, wird heutzutage in aller Seelenruhe von zu Hause aus gespielt.

gamingtrend

Bildquelle: Fotolia – Autor Syda Productions

Die Gaming-Industrie befindet sich in einer Phase, in der zwar Konsolen- und Computerspiele noch sehr beliebt sind, sie jedoch langsam aber allmählich von Online-Spielen verdrängt werden. Das liegt unter Anderem auch daran, dass für fast jeden Geschmack etwas dabei ist: ob Rollenspiele (MMORPG – Massen-Mehrspieler-Online-Rollenspiel), welche sogar über Monate gespielt werden können, Strategiespiele zum Planen und Nachdenken oder einfach kurze Spiele zum Zeitvertreib, die auch immer mehr auf sozialen Netzwerken angeboten werden. Zu den populärsten Genres der MMORPGs gehören Fantasy, SciFi und History. Für diejenigen, die Las-Vegas-Stimmung im Wohnzimmer haben möchten, gibt es sogar Casino-Spiele in MMORPG-Version, die die virtuelle Realität mit dem Casino-Flair verknüpfen. Es kann dabei hilfreich sein, sich zuerst die Casino-Spiele-Regeln, welche auch auf der Seite www.casino-basis.com zusammengefasst sind, durchzulesen.

Vor allem die MMORPGs erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Man hat die Möglichkeit, nicht nur mit Freunden zu spielen, man kann auch mit Fremden, die die gleiche Leidenschaft teilen, seine Gegner besiegen um die Weltherrschaft an sich zu reißen. Die beliebtesten Rollenspiele sind Fantasyspiele wie z.B. Final Fantasy oder World of Warcraft. Eines der Merkmale dieser Online-Rollenspiele ist die Tatsache, dass die Spiele meist so entwickelt werden, dass viele Aufgaben und Missionen gar nicht von einem einzelnen Spieler bewältigt werden können. Das soll das Gemeinschaftsgefühl stärken und zudem dazu dienen, soziale Kontakte zu pflegen, selbst wenn man wenig Zeit zum Ausgehen hat. Die Möglichkeit, mit seinen Mitspielern über Chat-Nachrichten zu kommunizieren ist zudem von Vorteil, da es das Spiel spannender und interessanter macht.

Normalerweise wird der Spieler über ein vorab installiertes Clientprogramm mit dem Server verbunden, auf dem sich die Spielewelt und der eigene Avatar (eine unechte Person, Bild oder Icon, welche den Spieler in einer virtuellen Welt vertritt) befinden. Auch wenn immer mehr kostenlose Spiele angeboten werden (eben F2P – Free to Play), verzeichnet der Verkauf von Rollenspielen und anderen Online-Gemeinschaftsspielen Rekordzahlen. Vor allem männliche Spieler interessieren sich für diese Art von Computerspielen (meistens zwischen 21 und 35 Jahren), auch wenn die Zahl der weiblichen Spieler immer mehr ansteigt.

Leider kann, wie so viele Dinge, ein übermäßiger „Konsum“ unangenehme Konsequenzen haben: viele Rollenspiele sind sehr zeitaufwändig und das kann dazu führen, dass einige Spieler ihre virtuell erschaffene Welt wichtiger als die wirkliche Welt ansehen. Termine und Verabredungen werden verschoben, nur dieses eine Mal. Und die große Schlacht um das heißbegehrte Schloss darf man auch nicht verpassen. Und so kann man sich schnell in einem Teufelskreis wiederfinden, der schleichend beginnt und zu einer kompletten Abkapselung von der Außenwelt führen kann. Das Suchtpotenzial vor allem für Jugendliche ist bei solchen Spielen also nicht zu unterschätzen, man sollte es einfach nur in Maßen genießen und zwischendurch auch einfach mal die Maus liegen lassen und sich mit realen Freunden in einem echten Café treffen.

Television

TV-Serien auf Blu-ray

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Manchmal ist es sogar ein wenig unheimlich, wie sich Dinge einfach so ergeben können. Vor wenigen Tagen dachte ich wieder mal so bei mir, dass es doch eigentlich schade ist, dass ich meine wenigen Lieblingsfernsehserien nicht schon längst für die heimische Sammlung gekauft habe, oder diese erst gar nicht kaufen kann, da sich manchmal kein Schwein die Mühe macht, sie in irgendeiner Form zu veröffentlichen. Zum Beispiel überlege ich seit Jahren mehr oder weniger ernsthaft, die vier Staffeln von Knight Rider zu kaufen – natürlich das Original, nicht die 2008er Fassung. Wer die Serie nicht mag, braucht jetzt keine Diskussion über guten oder schlechten Geschmack lostreten, ich wechsle gleich das Thema. Jedenfalls suchte ich die Serie als Blu-ray-Release leider immer vergeblich, bis heute: Die Knight Rider Blu-ray-Box wird am 27. November 2014 in Japan veröffentlicht, einschließlich Knight Rider 2000 und Knight Rider 2010 (ja, der hat nix mit der Serie zu tun). Wieso ausgerechnet in Japan? Keine Ahnung, vielleicht weil Japaner viel technikvernarrter sind als wir Europäer.

Die 26 Blu-rays sollen umgerechnet 340 Euro kosten. Ich bin beeindruckt, wieviel Mühe man sich mit der Box gemacht, und dass man tatsächlich sogar die beiden Filme dazugepackt hat. So müsste das eigentlich immer sein. Aber dass die Fans ausgerechnet in dem Land, in dem David Hasselhoff mit Knight Rider und Baywatch vielleicht am erfolgreichsten war, wieder mal leer ausgehen, das nervt ziemlich. Ich hoffe, dass da zeitnah was für Deutschland angekündigt wird. Zur Not bleibt ja noch die DVD-Box. Das bringt mich zu einer Frage, die ich mir momentan selbst stelle: Wieso sollte ich mir heute noch DVDs kaufen, wenn sich die Blu-ray längst etabliert hat, und vor allem um Klassen besser aussieht? Als die DVD in dem Alter war, habe ich mir schließlich auch nicht weiterhin aus Gewohnheit VHS-Kassetten gekauft. Im Gegenteil: Ich besaß meine erste (leider völlig überteuerte) DVD, da hatte ich dafür noch gar kein Abspielgerät. Für mich ist längst der Punkt erreicht, an dem ich mein Geld möglichst nur noch für 1080p-Material ausgebe. Lieber wäre mir das Zeug gleich in 4K, aber das wäre beim aktuellen Stand der Technik doch noch etwas unpraktisch.

Wem es beim obigen Beispiel nicht aufgefallen ist: Komplette Serien auf Blu-ray (und teilweise auch noch auf DVD) sind teuer. Wirklich teuer. Mir ist natürlich klar, dass so eine TV-Serie von vier, sieben oder mehr Staffeln ein hundertfaches an Bild- und Tonmaterial eines gewöhnlichen Films mitbringt, dennoch bekomme ich sofort Schmerzen in meinem Portemonnaie wenn ich mir kurz vorstelle, dass etwa alle Blu-ray-Staffeln zu sämtlichen Star Trek-Serien (hochgerechnet) locker den finanziellen Gegenwert eines Macbooks besitzen würden. Würden – wohlgemerkt – wenn es alle Serien schon auf Blu-ray gäbe. Das scheint in erster Linie etwas für reiche Trekkies zu sein.

Aber mal angenommen ich kaufe mir dieses fantastische, komplett neu ge-remasterte Star Trek: The Next Generation auf Blu-ray. Und wenn ich schon dabei bin auch gleich noch Voyager, The Original Series, Deep Space Nine, zuletzt Enterprise. Mit jeweils sechs Scheiben pro Staffel. Multipliziert mit 28 Staffeln, dann liegen auf meinem Couchtisch am Ende sage und schreibe 168 (in Worten einhundertachtundsechzig) Blu-rays. Gibt es mittlerweile sowas wie “Blu-ray-Wechsler”, in die man zufällig 168 Scheiben einlegen kann? Nein? Dann muss ich gestehen, reizt mich die Vorstellung nicht besonders. Das ist vielleicht weit weniger störend, wenn ich mir die Episoden immer in der richtigen Reihenfolge ansehen würde, aber falls ich mir einzelne Episoden herauspicken möchte (Random Access), bin ich am Ende ständig am Disketten wechseln … äh pardon, Blu-rays jonglieren. Mal eben schnell zwischen den Staffeln hin- und herspringen? Keine Chance. Zwischen den TNG-Episoden nur kurz in eine bestimmte Voyager-Folge reinschauen? Viel Spaß beim Suchen.

Das mag so manch einer als Luxusproblem abtun, und zugegeben, mit VHS oder DVDs hätte ich ja schließlich genau dasselbe Problem, aber auf die Blu-rays habe ich mich ja gerade wegen ihrer deutlich höheren Speicherkapazität gefreut. Stellt sich heraus, dass die gerade mal soviel höher ist, dass sie noch für besser aufgelöstes Material reicht, aber leider schon wieder nicht für MEHR Inhalt. Gibt es denn keinen optischen Datenträger, der uns endlich von diesem Scheiben-Wahnsinn erlöst? Nein, leider nicht, aber ein vielversprechender Kandidat wird gerade entwickelt: Die Holographic Versatile Disc – bis zu 3,9 Terabyte pro Datenträger, ergo 80 solcher Blu-rays. Das komplette Star Trek-Serienuniversum käme also knapp auf zwei solcher HVDs unter. Das klingt schon viel angenehmer. Meinetwegen können sie diese Dinger direkt auf den Markt werfen.

Ich träume gerade von einer Welt, in der man eine komplette Fernsehserie auf einer einzelnen kleinen Silberscheibe unterbringen kann. In einem schön animierten Menü wählt man per Fernbedienung die Staffel und die Episode aus, und los geht der Spaß. Meine Güte, da hätte die gesamte Film- und Serienbibliothek von Pro7 ja dann beinahe Platz in einem Wohnzimmerregal. Aber soweit wird es wahrscheinlich nie kommen. Geplante Serien-Releases auf Blu-ray werden teilweise schon wieder verworfen. Die Studios wollen sich lieber auf Streaming konzentrieren, was ich gerne boykottieren werde. Streaming bedeutet DRM, DRM bedeutet, dass mir die Nutzungsrechte jederzeit entzogen werden können, und Streaming bedeutet, dass ich auf eine schwarze Mattscheibe blicke, wenn meine Internetleitung streikt. Außerdem bedeutet Streaming, dass mir die Internetprovider den Hahn zudrehen, wenn ich mal versehentlich zuviele HD-Inhalte im Monat konsumiert habe – die Drosselkom hat es vorgemacht, wie man den Internetzugang beschränkt, und jetzt kommen die verlausten Nachahmer mit ihren ach so modernen “Fair-Use”-Tarifmodellen. Ja genau, ihr Spackos bei o2, ihr seid gemeint! Dann doch lieber alles zuhause im Regal stehen haben.

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