Monolog

Television

TV-Serien auf Blu-ray

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knightriderbluray

Manchmal ist es sogar ein wenig unheimlich, wie sich Dinge einfach so ergeben können. Vor wenigen Tagen dachte ich wieder mal so bei mir, dass es doch eigentlich schade ist, dass ich meine wenigen Lieblingsfernsehserien nicht schon längst für die heimische Sammlung gekauft habe, oder diese erst gar nicht kaufen kann, da sich manchmal kein Schwein die Mühe macht, sie in irgendeiner Form zu veröffentlichen. Zum Beispiel überlege ich seit Jahren mehr oder weniger ernsthaft, die vier Staffeln von Knight Rider zu kaufen – natürlich das Original, nicht die 2008er Fassung. Wer die Serie nicht mag, braucht jetzt keine Diskussion über guten oder schlechten Geschmack lostreten, ich wechsle gleich das Thema. Jedenfalls suchte ich die Serie als Blu-ray-Release leider immer vergeblich, bis heute: Die Knight Rider Blu-ray-Box wird am 27. November 2014 in Japan veröffentlicht, einschließlich Knight Rider 2000 und Knight Rider 2010 (ja, der hat nix mit der Serie zu tun). Wieso ausgerechnet in Japan? Keine Ahnung, vielleicht weil Japaner viel technikvernarrter sind als wir Europäer.

Die 26 Blu-rays sollen umgerechnet 340 Euro kosten. Ich bin beeindruckt, wieviel Mühe man sich mit der Box gemacht, und dass man tatsächlich sogar die beiden Filme dazugepackt hat. So müsste das eigentlich immer sein. Aber dass die Fans ausgerechnet in dem Land, in dem David Hasselhoff mit Knight Rider und Baywatch vielleicht am erfolgreichsten war, wieder mal leer ausgehen, das nervt ziemlich. Ich hoffe, dass da zeitnah was für Deutschland angekündigt wird. Zur Not bleibt ja noch die DVD-Box. Das bringt mich zu einer Frage, die ich mir momentan selbst stelle: Wieso sollte ich mir heute noch DVDs kaufen, wenn sich die Blu-ray längst etabliert hat, und vor allem um Klassen besser aussieht? Als die DVD in dem Alter war, habe ich mir schließlich auch nicht weiterhin aus Gewohnheit VHS-Kassetten gekauft. Im Gegenteil: Ich besaß meine erste (leider völlig überteuerte) DVD, da hatte ich dafür noch gar kein Abspielgerät. Für mich ist längst der Punkt erreicht, an dem ich mein Geld möglichst nur noch für 1080p-Material ausgebe. Lieber wäre mir das Zeug gleich in 4K, aber das wäre beim aktuellen Stand der Technik doch noch etwas unpraktisch.

Wem es beim obigen Beispiel nicht aufgefallen ist: Komplette Serien auf Blu-ray (und teilweise auch noch auf DVD) sind teuer. Wirklich teuer. Mir ist natürlich klar, dass so eine TV-Serie von vier, sieben oder mehr Staffeln ein hundertfaches an Bild- und Tonmaterial eines gewöhnlichen Films mitbringt, dennoch bekomme ich sofort Schmerzen in meinem Portemonnaie wenn ich mir kurz vorstelle, dass etwa alle Blu-ray-Staffeln zu sämtlichen Star Trek-Serien (hochgerechnet) locker den finanziellen Gegenwert eines Macbooks besitzen würden. Würden – wohlgemerkt – wenn es alle Serien schon auf Blu-ray gäbe. Das scheint in erster Linie etwas für reiche Trekkies zu sein.

Aber mal angenommen ich kaufe mir dieses fantastische, komplett neu ge-remasterte Star Trek: The Next Generation auf Blu-ray. Und wenn ich schon dabei bin auch gleich noch Voyager, The Original Series, Deep Space Nine, zuletzt Enterprise. Mit jeweils sechs Scheiben pro Staffel. Multipliziert mit 28 Staffeln, dann liegen auf meinem Couchtisch am Ende sage und schreibe 168 (in Worten einhundertachtundsechzig) Blu-rays. Gibt es mittlerweile sowas wie “Blu-ray-Wechsler”, in die man zufällig 168 Scheiben einlegen kann? Nein? Dann muss ich gestehen, reizt mich die Vorstellung nicht besonders. Das ist vielleicht weit weniger störend, wenn ich mir die Episoden immer in der richtigen Reihenfolge ansehen würde, aber falls ich mir einzelne Episoden herauspicken möchte (Random Access), bin ich am Ende ständig am Disketten wechseln … äh pardon, Blu-rays jonglieren. Mal eben schnell zwischen den Staffeln hin- und herspringen? Keine Chance. Zwischen den TNG-Episoden nur kurz in eine bestimmte Voyager-Folge reinschauen? Viel Spaß beim Suchen.

Das mag so manch einer als Luxusproblem abtun, und zugegeben, mit VHS oder DVDs hätte ich ja schließlich genau dasselbe Problem, aber auf die Blu-rays habe ich mich ja gerade wegen ihrer deutlich höheren Speicherkapazität gefreut. Stellt sich heraus, dass die gerade mal soviel höher ist, dass sie noch für besser aufgelöstes Material reicht, aber leider schon wieder nicht für MEHR Inhalt. Gibt es denn keinen optischen Datenträger, der uns endlich von diesem Scheiben-Wahnsinn erlöst? Nein, leider nicht, aber ein vielversprechender Kandidat wird gerade entwickelt: Die Holographic Versatile Disc – bis zu 3,9 Terabyte pro Datenträger, ergo 80 solcher Blu-rays. Das komplette Star Trek-Serienuniversum käme also knapp auf zwei solcher HVDs unter. Das klingt schon viel angenehmer. Meinetwegen können sie diese Dinger direkt auf den Markt werfen.

Ich träume gerade von einer Welt, in der man eine komplette Fernsehserie auf einer einzelnen kleinen Silberscheibe unterbringen kann. In einem schön animierten Menü wählt man per Fernbedienung die Staffel und die Episode aus, und los geht der Spaß. Meine Güte, da hätte die gesamte Film- und Serienbibliothek von Pro7 ja dann beinahe Platz in einem Wohnzimmerregal. Aber soweit wird es wahrscheinlich nie kommen. Geplante Serien-Releases auf Blu-ray werden teilweise schon wieder verworfen. Die Studios wollen sich lieber auf Streaming konzentrieren, was ich gerne boykottieren werde. Streaming bedeutet DRM, DRM bedeutet, dass mir die Nutzungsrechte jederzeit entzogen werden können, und Streaming bedeutet, dass ich auf eine schwarze Mattscheibe blicke, wenn meine Internetleitung streikt. Außerdem bedeutet Streaming, dass mir die Internetprovider den Hahn zudrehen, wenn ich mal versehentlich zuviele HD-Inhalte im Monat konsumiert habe – die Drosselkom hat es vorgemacht, wie man den Internetzugang beschränkt, und jetzt kommen die verlausten Nachahmer mit ihren ach so modernen “Fair-Use”-Tarifmodellen. Ja genau, ihr Spackos bei o2, ihr seid gemeint! Dann doch lieber alles zuhause im Regal stehen haben.

neuland

Schuld ist immer die Suchmaschine

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Wieder mal ein klarer Fall von “Das Internet kann man leider nicht verklagen, also verklagen wir einfach Google”: Gestohlene Nacktbilder von Stars: Promi-Anwalt droht Google mit 100-Millionen-Dollar-Klage. Der obligatorische Disclaimer: Ich bin KEIN Fan von Google, und der Diebstahl und die Veröffentlichung der Nacktbilder der betroffenen Personen sind sicherlich sehr schlimm. Aber DAS nervt.

Wieso wird eigentlich nicht Apple verklagt, also der blöde Verein, aus dessen hochsicherem Cloudspeicher die Fotos entwendet wurden? Wieso werden nicht die vielen Webseitenbetreiber verklagt, die die Nacktbilder hosten? Wieso werden die Datendiebe nicht verklagt, die ja eigentlich für die ganze Debatte verantwortlich sind? Was kann jetzt bitte Google dafür, dass, erstens, keine der prominenten iPhone-Besitzerinnen intelligent genug war, davon abzusehen, sich ein hippes iPhone zu kaufen und äußerst private Dinge wie die eigenen Nacktfotos in die iCloud (also im Prinzip ins Internet) hochzuladen – ein Ort, auf den unter anderem Apple, alle möglichen Geheimdienste und sicherlich eine ganze Menge andere Leute Zugriff haben, zweitens, Apple nicht in der Lage war, die Accounts gegen fremden Zugriff ausreichend abzusichern und/oder entsprechend sichere Passwörter/Authentifizierungsmethoden unbedingt vorauszusetzen, und drittens, so viele Menschen im Internet aus irgendeinem Grund glauben, es wäre absolut in Ordnung, die gestohlenen Fotos überall hochzuladen?

Antwort: Google kann überhaupt nichts dafür. Aber klar, Google ist natürlich ein leichteres Ziel, denn sie sind bekanntlich für ALLES verantwortlich, was irgendwo im Netz steht. Und wenn irgendwo im Netz etwas steht, das irgendjemandem auf der Welt nicht gefällt, dann muss Google dagegen was machen. Und zwar sofort, sonst gibt es 100 Millionen Dollar Strafe, weil Google ist ja schuld. Würde man etwa Apple die Schuld geben wollen, müsste man sich ja selbst eingestehen, dass man einen Fehler gemacht hat und seinem überteuerten Smartphone und dem Konzern mit dem angebissenen Obst lieber doch nicht alles anvertraut hätte.

Es kommt wirklich selten vor, dass ich das Gefühl habe, Google würde Unrecht geschehen, aber solche Nachrichten lassen mich manchmal ein wenig verzweifeln, sogar als Google-Kritiker. Es gibt wirklich wesentlich reifere und deutlich weniger naive Arten, auf einen Nacktfoto-Leak zu reagieren, als eine Suchmaschine zu verklagen, stellvertretend für die vielen Webseiten, die illegalerweise die Fotos veröffentlichen, und die zu belangen wohl doch zu mühsam wäre. Es ist die technische Aufgabe von Suchmaschinen, Inhalte zu finden, nach denen man sucht. Seit Google die ersten (zahlreichen) juristischen Rückschläge hinnehmen musste, wird immer öfter und von allen Seiten verlangt, Inhalte NICHT zu finden, was absolut nie im Sinne des Erfinders war. Zensur ist mittlerweile zum Trend geworden, und längst kein Schreckgespenst mehr, so dass die Leute absurderweise beginnen, Zensur für sich einzufordern. Ich hatte zuvor noch Hoffnung, dass “löschen statt sperren” als Motto längst verstanden wurde.

Jennifer Lawrence, Model Kate Upton, Sängerin Rihanna und Starlet Kim Kardashian” gehören zu den Klägern. Meiner Meinung nach allesamt keine wichtigen Persönlichkeiten, sondern weitestgehend talentfreie Damen, die verdammt viel Geld bekommen, dafür dass sie ihr hübsches Gesicht in die Kamera halten. Filme mit “Jlaw” mochte ich ohnehin noch nie, und jetzt habe ich sogar einen Grund, ihre Filme grundsätzlich zu meiden. Google für die eigenen Fehler verantwortlich zu machen, ist hoffentlich kein Lösungsansatz, der sich etablieren wird.

mensch

Macht Dating via Smartphone alles einfacher?

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Romantischer kann man einen Abend wohl kaum verbringen: bei Kerzenschein und sanfter Hintergrundmusik beim Italiener um die Ecke, das Essen könnte nicht besser sein, alles stimmt. Ich sitze umzingelt von Pärchen, die sich schmachtend in die Augen blicken. Nein, Moment, irgendetwas stimmt hier nicht. Die romantischen Blicke und das vorsichtige Lächeln gelten nicht etwa dem Gegenüber, sondern dem heißgeliebten Smartphone! Man muss ja schließlich mit der Zeit gehen, wer gibt sich denn heute noch mit einer einfachen Unterhaltung zufrieden, wenn es so schöne Dinge wie Nachrichten, Voice-Mails und Selfies gibt? Da ist es doch weitaus spannender, seinem Gegenüber ein nettes Smiley zu schicken, als ihn selber mal anzulächeln. Ist unsere Gesellschaft mittlerweile wirklich schon so weit, dass Gespräche nur noch über das Smartphone laufen oder bevorzugen die meisten von uns doch noch die gute altmodische Art des Datings und der Kommunikation überhaupt?

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In den letzten 20 Jahren wurden gigantische Sprünge gemacht, was das Kennenlernen und Beziehungen allgemein betrifft. Heutzutage kann selbst der gestresste Geschäftsmann mit einer 60-Stunden-Woche seine sozialen Kontakte bequem von zu Hause aus oder aber auch unterwegs pflegen. Ob Online Dating oder Mobile Dating, soziale Netzwerke oder Chatrooms, jeder wird fündig. Wer sich bei Kontaktbörsen anmeldet, hat die Möglichkeit über verschiedenste Kriterien den passenden Partner zu finden. Oft kann dies aber auf dem Computer langwierig sein: Profil erstellen, andere Profile lesen, Kontakt aufnehmen usw.. Deshalb steigen immer mehr Menschen auf das Mobile Dating, also eine Art des Online Kennenlernens, die dank den Smartphones möglich geworden ist, um. Mit den Dating Apps geht ja alles schneller. Fast die Hälfte aller deutschen Singles hat heutzutage schon einmal in irgendeiner Form das Online Dating genutzt. Mittlerweile sind es etwa 39% aller Singles, die auf Flirten via Smartphone und Tablet umgestiegen sind.

Doch was macht das Dating im Netz so spannend, dass in den letzten 10 Jahren die Nutzerzahlen von knapp 10 Millionen auf fast 100 Millionen hochgeschnellt sind? Zum Einen hat sich unser Lebensstil in den letzten zwei Jahrzehnten drastisch verändert: wir arbeiten länger, unser Leben ist schnelllebiger, oftmals hat man wenig Möglichkeiten (oder aber auch die nötige Energie) abends noch wegzugehen um unter Anderem auch neue Leute kennenzulernen. Zum Anderen gibt es eine Vielzahl an neuen Kommunikationsmöglichkeiten, die nicht unbedingt auf unsere persönliche Präsenz angewiesen sind und man hat somit die Möglichkeit, Menschen mit den gleichen Interessen und Lebenseinstellungen kennenzulernen, ohne vielleicht unnötig Zeit zu verlieren. Beim Online Dating lernt man sich schon mal vorab etwas näher kennen und kann daraufhin entscheiden, ob man die Person dann auch im wirklichen Leben treffen möchte.

Beim Mobilen Dating geht man noch einen Schritt weiter: man befindet sich gerade im Biergarten und möchte wissen, ob sich interessante Singles in der Nähe aufhalten? Ganz einfach, eine vorherige Anmeldung bei dem dementsprechenden Kennenlernportal, unterwegs einloggen und schauen, ob gerade jemand Interessantes in der Nähe ist. Natürlich sollte man bedenken, dass auch andere Singles sehen können, wo man sich selbst gerade aufhält, also sollte man nicht zu sorglos mit dieser neuen Art des Kennenlernens umgehen.

Auch sind viele Singles (und nicht ausschließlich diese) oftmals nicht gerade auf Partnersuche, sondern eher auf der Suche nach einem Flirt oder einem erotischen Abenteuer. Und genau aus diesem Grund sind Kontaktbörsen wie beispielsweise First Affair eingerichtet worden, auf denen man hauptsächlich diese Art von Treffen suchen kann. Bei den Singles also frei nach dem Motto „wie haben ja gerade beide nichts Besseres zu tun, also lass uns doch einfach ein wenig Spaß haben“ und bei den bereits Vergebenen…na ja, dass muss dann jeder für sich selbst entscheiden.

Ein großer Teil unseres „Offlinelebens“ findet mittlerweile doch online statt: man zeigt seinen Freunden ein lustiges Video, einige Fotos seines Schwarms oder romantische Nachrichten mit dem potenziellen Online-Date. Und das Mobile Dating involviert unser Umfeld immer mehr, es wird nicht mehr nur als eine Form des Flirtens für Verlierer gesehen, denn es ist eine neue Art des Kennenlernens, welche sogar unsere Freunde und Familie an unserem (Liebes)Leben teilhaben lässt. Wird unsere Gesellschaft also irgendwann nur noch mittels Smartphone miteinander kommunizieren? Und wo bleiben die schüchternen Blicke an der Bushaltestelle, das tagelange Warten mit Schmetterlingen im Bauch, ob er oder sie doch endlich anruft? Oder sollen wir all diese Gefühle und „altmodische“ Kommunikationsarten lieber vergessen, weil es sie in Zukunft nicht mehr geben wird?

Soziale Medien

Let’s Plays und die lahme Argumentation

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Jeder weiß, dass man sich besser nicht mit der Let’s-Play-Szene anlegt, denn die Let’s-Play-Fans lieben ihre Spielevideos und ihre YouTube-Stars, und wer sich dagegen äußert, bekommt die geballte Macht der Masse zu spüren. Zum Glück ist meine Webseite nicht bekannt genug, so dass ich mir einen kleinen kritischen Kommentar erlauben werde. Die Idee dazu kam mir, da so ziemlich jeder IT-News-Beitrag über irgendeinen dahergelaufenen Let’s Player wüste Diskussionen nach sich zieht, in dem die Fans und die Gegner aufeinandertreffen. Ich versuche mich aus solchen hohlen Diskussionen herauszuhalten. Ich schaue gelegentlich Walkthroughs, ohne Kommentar des Vorspielers, echte Let’s Plays eigentlich sehr selten. Aber ein bestimmter Aspekt in diesen Diskussionen stört mich dennoch immer ein wenig.

Die Szene der Tuber scheint sich weitgehend einig zu sein, dass es völlig in Ordnung ist, von jedem beliebigen Spiel den kompletten Spielinhalt von Anfang bis Ende ungefragt hochzuladen. Mehr noch, sie fordern geradezu das Recht, “ihr” Gameplay jederzeit in großem Stil veröffentlichen zu dürfen, in der höchstmöglichen Auflösung, mit der gesamten Spielmusik und allem was dazugehört. Sie verstehen scheinbar nicht oder wollen nicht verstehen, dass nicht nur das Spiel als solches, sondern auch jede einzelne Mediendatei, also Spielbestandteile, sogenannte “Assets”, urheberrechtlich geschützt sind, namentlich Videos, Grafiken/Texturen, komponierte Musikstücke, Synchros, Soundeffekte, und diese werden prinzipiell ohne Erlaubnis oder Nachfrage vollständig auf YouTube bereitgestellt. Noch vor gar nicht allzu langer Zeit, konnte man schon Probleme bekommen, wenn man nur einzelne MP3s irgendwo verteilt hatte. Nur weil jemand nicht auch noch die ausführbare Datei beilegt, die man zum selbst Spielen bräuchte, ist man daher noch lange nicht aus dem Schneider.

Ich kann schließlich auch nicht einfach einen aktuellen Spielfilm auf DVD oder Blu-ray kaufen, diesen dann mit meinem Audio-Kommentar – nennen wir es “veredeln”, und dann diese Special Edition bei YouTube hochladen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis mir der Account gesperrt wird und ich Post von irgendeiner Kanzlei bekomme. Wahrscheinlich dürfte ich auch nicht einfach ein Buch kaufen und dieses komplett auf YouTube vorlesen. Okay, es mag nicht das spielbare Spiel sein, das die Let’s Player da hochladen, aber sie laden einen wirklich beträchtlichen Teil davon hoch: Nämlich praktisch alles was man davon sieht und hört. Auch sowas ist urheberrechtlich relevant.

Wie gesagt, ich gönne jedem seine Let’s Plays, und viele Publisher erlauben ja längst explizit das Produzieren solcher Videos, schließen dabei aber oft auch monetäre Nutzung aus. Andererseits will niemand es sich erlauben, die YouTube-Community gegen sich aufzubringen, daher traut sich einfach kein großer Publisher, etwas Kritisches gegen Let’s Plays zu sagen. Dieser Druck führt vermutlich oft dazu, dass man die Videos lieber duldet, obwohl man es eigentlich weniger gerne sieht. Nintendo hat es versucht, eine eigene Meinung zu dem Thema zu haben, und sofort einen Shitstorm abbekommen, woraufhin Nintendo gänzlich zurückrudern musste. Damit war das Thema erledigt.

Alle reden davon, dass Let’s Plays Werbung für die Spiele sind, und diese Argumentation kommt den Let’s Playern wirklich gerade recht. Das mag teilweise und nachweislich so sein, aber als Ausrede ist das doch höchst scheinheilig. Werbung ist wohl nicht die eigentliche Intention der Let’s Player, höchstens noch Werbung für sich selbst bzw. ihren YouTube-Kanal. Und was die Werbung für die Spiele angeht: Was ist mit den Leuten, die sich das Let’s Play eines Spiels komplett ansehen und dann gar nicht mehr das Bedürfnis haben, das Spiel zu kaufen? Mir ging das bisher tatsächlich schon so. Ein Spiel, in dem es nur um die Story geht, spiele ich nach so einem Let’s Play sicher nicht mehr selbst. Im Prinzip ist das dann ein kostenloser interaktiver Spielfilm – nur ohne die nervenden interaktiven Elemente. Aber danke dafür.

Es ist schon erstaunlich, wie angegriffen sich Fans von Let’s Plays fühlen, sobald man mal erwähnt, dass das rechtlich und moralisch nicht ganz so unproblematisch ist. Offenbar ist hier keine Erörterung erwünscht, wer einen anderen Standpunkt als die YouTuber vertritt, der ist böse. Ich fühle mich nicht so böse, ich will nur mal zu Denken geben, dass es vielleicht falsch sein könnte, durch die Werbung in “seinen” Let’s Plays Geld an einem Produkt zu verdienen, das jemand anderes entwickelt hat. Ich bin der Meinung, dass man Let’s Plays durchaus erlauben sollte (Fair Use), sofern es der Hersteller (von sich aus und ohne öffentlichen Druck) erlaubt, aber ich finde es definitiv falsch, diese in irgendeiner Form zu monetarisieren. Let’s Player bewegen sich gesetzlich sowieso in einer Grauzone und sollten den Ball flach halten. Also darauf zu bestehen, dass man mit seinem Hobby (Spielekonsum) auch noch Geld verdienen dürfen sollte, das finde ich dann doch etwas dreist.

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SPACOLA Eclipse WIP 0.37, Aladin und ProTos

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Inzwischen hat sich meine Aufregung doch relativ schnell gelegt und ich kann jetzt über mein doppeltes Pech beim Spielekauf sogar lachen. Was sind denn schon 21 Euro, davon kann ein Hartz-IV-Empfänger nicht einmal zwei Wochen leben. Steam hat das Geld bestimmt viel nötiger als ich, also sollen sie das Geld meinetwegen behalten. Dafür erwarte ich jetzt an anderer Stelle aber irgendwann doppeltes Glück, möglichst noch dieses Jahr, sonst gibt es einen Satz heiße Ohren. Achja, Steam stinkt trotzdem.

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Für einen richtigen Blog-Beitrag fehlt mir mal wieder die Zeit, daher vertröste ich die Leser mit einem weiteren kleinen Status-Update. Es ist die alte Leier. In der Zwischenzeit habe ich das Dongleware-Museum um zwei wahrscheinlich letzte Einträge erweitert: Den Apple Macintosh-Emulator “Aladin”, sowie “ProTos”, jeweils aus den Jahren 1987 und 1989. Damit ist nach aktuellem Kenntnisstand meine Liste der Programme und Spiele, an denen Meinolf Amekudzi direkt oder indirekt beteiligt war, wieder komplett. Besonders viele Informationen konnte ich zu den Programmen bisher leider nicht aus den Untiefen des weltweiten Netzes herausfischen, gerade ProTos ist da ein echt harter Fall. Im Moment müssen also die Platzhalter reichen, die ich dafür angelegt habe. Ein ausführlicher Text folgt, sobald ich mehr weiß.

SPACOLA Eclipse. Im Juni habe ich ein neues Preview-Video angekündigt, im September ist es leider immer noch nicht da. Aber die Chancen stehen jetzt besser denn je: Wie erwartet, war mein zweiwöchiger Urlaub im August zwar leider viel zu kurz, aber äußerst produktiv. Es verging kaum ein Tag, an dem ich nicht die eine oder andere Kleinigkeit umsetzen konnte. Die Schwelle von 15000 Zeilen Code habe ich überschritten. Die aktuelle WIP-Version 0.37 bringt VIELE kleine und sogar ein paar größere Änderungen mit. Außerdem konnte ich einen Haufen Bugs beseitigen: Der Code für das Abprallen funktioniert endlich fehlerfrei, und das sieht jetzt sogar richtig lustig aus, dadurch bieten sich ganz neue Möglichkeiten. Mehr wird im Beitrag zum Video verraten. Möglicherweise noch im September, wenn ich die Zeit dafür finde. Es gibt noch so zwei oder drei Dinge, die ich bis dahin in das Spiel einbauen möchte.

Inzwischen laufen sehr konkrete Planungen, meinen guten alten PC durch ein Gerät der aktuellen Generation zu ersetzen. Mein treuer Rechner, der mich seit nunmehr fünfeinhalb Jahren fast anstandslos begleitet, sollte eigentlich spätestens zu seinem vierten Geburtstag abgelöst werden, aber finanzielle Gründe haben das seitdem erfolgreich verhindert. Der Core 2 Duo E8400 reicht heute leider nicht mehr so ganz. Vier Kerne sind längst Standard. Und gerade die Grafikkarte – eine GeForce 9800 GTX+ – die bereits Anfang 2009 eigentlich nur Mittelklasse war, ist heute bei vielen Spielen überfordert, und hängt sich immer öfter unter Last auf. Von den 8 GB RAM, die ich seinerzeit eingebaut hatte, sind gerade noch 5 GB übrig, bedingt durch abgestorbene Riegel. Es wird wirklich Zeit für ein spürbares Upgrade. Spätestens zu Weihnachten wird es soweit sein.

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