Die schwarze Liste von GOG

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Aus aktuellem Anlass möchte ich mich über ein Thema auskotzen, das mich schon ziemlich lange wirklich nervt. Der skandalträchtigste Egoshooter der 90er Jahre – direkt nach Doom – dürfte Duke Nukem 3D gewesen sein, welcher nun (genau wie Doom) jüngst auf Antrag des derzeitigen Rechteinhabers vorzeitig vom berüchtigten Index der BPjM (Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien) gestrichen wurde. Für wie sinnlos und ungerecht ich ein solches Verkaufs- und Werbeverbot in Deutschland halte, und wie selbstentlarvend es ist, dass die Damen und Herren von der Prüfstelle sich erst durch einen Aktenkoffer mit Geld dazu überreden lassen, überhaupt eine neuerliche Prüfung des indizierten Produkts zuzulassen (denn tatsächlich wird sonst erst nach völlig absurden 25 Jahren erneut geprüft!), darüber werde ich hier in diesem Artikel nicht diskutieren. Das ist Deutschland. Das ist ein Thema für sich.

Das schlimmste am Jugendschutz in Deutschland war schon immer, dass Erwachsene dadurch „zwangsgeschützt“ werden. Er sollte auf mich nicht zutreffen: In nicht mehr allzu ferner Zukunft werde ich zweimal volljährig, ich habe keine Kinder, und auch keinen Kontakt zu irgendwelchen Kindern oder Jugendlichen. Dennoch behindert mich der Jugendschutz quasi jeden Tag, meistens beim Kauf von Filmen und Spielen. Ich kann ihn nicht einmal ausschalten. Schlimmer noch, der Jugendschutz eröffnet teilweise neue Einnahmequellen für Händler: So verlangt Amazon etwa beim Kauf von USK/FSK18-Artikeln grundsätzlich einen dicken Aufpreis von fünf Euro – man könnte glauben, es sei ein Gefahrenzuschlag wegen des Transports von Gefahrgut. Und natürlich muss ich persönlich mit Personalausweis an die Tür kommen, ich kann es nicht irgendwo abstellen lassen, um es später bequem abzuholen. Es könnte ja ein scheiß Jugendlicher klauen und sich daran seine zarte Seele verbrennen. Wär ja schade drum. Grund genug, solche Artikel woanders zu kaufen, dann spart man sich solche Schikanen.

Aber auch das ist nicht das Thema, denn zumindest kann ich solche Produkte noch mehr oder weniger beschwerlich erwerben. Anders sieht es mit indizierten Spielen bei den international führenden Spieledistributionsplattformen Steam und GOG aus (und mit Sicherheit nicht nur da): Indizierte Spiele gibts da nicht. Wer mich kennt, weiß, dass ich eine gewisse Abneigung gegen Steam habe, und dafür ein Wohlwollen für GOG empfinde. Das Steam-DRM ist eine der scheußlichsten Erfindungen der letzten Jahrzehnte im Bereich PC-Spiele, während sich GOG, das sich von Beginn an DRM-Freiheit auf die Fahne geschrieben hat, mit seinem (bisher zum Glück) kompromisslosen Grundsatz bei mir problemlos einschmeicheln konnte. Es gibt zwar nicht unbedingt wenige andere, die wie ich denken, aber im Allgemeinen löst meine Sichtweise natürlich mehr Kopfschütteln als Verständnis aus. Die unkritische „Wir haben doch nichts zu verbergen“-Fraktion eben.

Dennoch ärgert auch GOG mich zuweilen sehr. Schon vor Jahren hielt ich in einem Artikel fest, wie sehr es mich stört, dass GOG falsche, oder zumindest unehrliche Angaben bezüglich der Hardwareanforderungen macht: DOSBox als Emulationsumgebung sollte auf den Store-Seiten gekennzeichnet sein müssen. In meinen Augen ist das ein wichtiges Kaufkriterium. Doch auch der Umgang mit indizierten Spielen ist bei GOG und Steam äußerst schlecht: Mit einer deutschen IP gibt es für dich ganz einfach keine indizierten Spiele. Scheißegal wie alt du bist. Basta. Du kannst sie nicht nur nicht kaufen, sie werden sogar vor dir verheimlicht: Früher bekam man eine 404-Fehlerseite zu sehen, heute wird man einfach ungefragt umgeleitet. Beides ist so dermaßen ätzend und verlogen, dass mir das Essen hochkommt. Der HTTP-Statuscode 404 („Nicht gefunden“) ist für Geolocks ohnehin absolut unpassend, denn erwiesenermaßen existiert die Seite (dafür gäbe es Statuscode 403, oder neuerdings den Statuscode 451 – „Aus rechtlichen Gründen nicht verfügbar“).

Ganz egal wie die Regionalsperre umgesetzt ist, für eine ehrliche Fehlerseite sind die Kunden den Anbietern nicht wichtig genug. GOG und Steam lügen die Nutzer kackdreist an, behaupten stur, es gäbe das Spiel dort überhaupt nicht. Auch die Suchfunktion der beiden Plattformen unterschlägt Suchergebnisse, tut so, als habe man in der Datenbank nichts Passendes finden können. Das ist etwas, das ich mir als jemand der es besser weiß, ungern gefallen lasse. Immer öfter liest man Beiträge in Foren wie „Ich verstehe gar nicht wieso es heute noch Raubkopien gibt – Es gibt doch heute alles ständig im Sale.“ Tja, vermutlich auch weil die Anbieter uns vorgaukeln, dass sie bestimmte Spiele nicht haben.

Im folgenden eine Liste der Spiele bei GOG, die in Deutschland aktuell gesperrt sind bzw. bis vor kurzem noch waren. Wer sich wundert: Die URLs sind nachweislich alle in Ordnung und über Google auffindbar (GOG + Spielename), aber für Internetnutzer aus Deutschland leider nicht erreichbar. Die Informationen habe ich aus unterschiedlichen Quellen zusammengetragen.

https://www.gog.com/game/aliens_versus_predator_classic_2000
https://www.gog.com/game/blake_stone_aliens_of_gold
https://www.gog.com/game/blood_2_the_chosen_expansion
https://www.gog.com/game/bloodrayne
https://www.gog.com/game/bloodrayne_2
https://www.gog.com/game/cannon_fodder
https://www.gog.com/game/carmageddon_max_pack
https://www.gog.com/game/carmageddon_2_carpocalypse_now
https://www.gog.com/game/the_chaos_engine
https://www.gog.com/game/commandos_ammo_pack
https://www.gog.com/game/commandos_2_3
https://www.gog.com/game/dying_light_the_following_enhanced_edition
https://www.gog.com/game/far_cry
https://www.gog.com/game/gun
https://www.gog.com/game/harvester
https://www.gog.com/game/killing_time
https://www.gog.com/game/kingpin_life_of_crime
https://www.gog.com/game/lucius
https://www.gog.com/game/medal_of_honor_allied_assault_war_chest
https://www.gog.com/game/mortal_kombat_123
https://www.gog.com/game/one_unit_whole_blood
https://www.gog.com/game/painkiller
https://www.gog.com/game/phantasmagoria_2
https://www.gog.com/game/postal_classic_and_uncut
https://www.gog.com/game/postal_2_complete
https://www.gog.com/game/quake_ii_quad_damage
https://www.gog.com/game/quake_iii_gold
https://www.gog.com/game/red_faction (seit kurzem wieder verfügbar)
https://www.gog.com/game/red_faction_2 (seit kurzem wieder verfügbar)
https://www.gog.com/game/redneck_rampage_collection
https://www.gog.com/game/return_to_castle_wolfenstein
https://www.gog.com/game/rise_of_the_triad__dark_war
https://www.gog.com/game/rune_classic
https://www.gog.com/game/shadow_warrior_complete (seit kurzem wieder verfügbar)
https://www.gog.com/game/sin_gold
https://www.gog.com/game/singularity
https://www.gog.com/game/star_wars_dark_forces
https://www.gog.com/game/total_overdose_a_gunslingers_tale_in_mexico
https://www.gog.com/game/unreal_tournament_2004_ece
https://www.gog.com/game/unreal_tournament_goty
https://www.gog.com/game/wolfenstein_3d_and_spear_of_destiny

Bei einzelnen dieser Spielen (The Chaos Engine?) muss ich mich ohnehin fragen, welcher Geisteskranke je seine Unterschrift dafür geleistet hat, die Indizierung einzureichen.

Das ist das Ziel der Destiny

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Zuerst zehn Staffeln SG-1, danach fünf Staffeln Atlantis und nun gerade mal noch zwei Staffeln für Stargate: Universe. Offenbar wird die Länge jedes in Folge produzierten Stargate-Ablegers (ganzzahlig) immer weiter halbiert. Wenn je eine weitere Serie käme, sollten sich die Fans auf eine einzelne, aber wahrscheinlich spannende Staffel in ihrem Lieblingsuniversum einstellen. Bis dahin kann ich immerhin von mir behaupten, alles an offiziellem Film- und Serienmaterial zu Stargate gesehen zu haben. Zuletzt die beiden Staffeln des leider vorzeitig abgesetzten „SGU“, die von 2009 bis 2011 produziert wurden.

Während es in SG-1 noch fast vollständig um Reisen durch das Stargate ging, und schon in Atlantis immerhin gut zur Hälfte mit Raumschiffen gereist wurde, führt SGU diese Entwicklung konsequent fort: Hier geht es im Prinzip nur noch um ein Raumschiff: Die Destiny. Klar, ein mobiles Stargate hat die Destiny auch, aber im Kern wird jetzt die Geschichte von Star Trek: Raumschiff Voyager neu erzählt: Durch einen blöden Zwischenfall landen rund einhundert Menschen auf dem Antiker-Kreuzfahrtschiff „Destiny“, das seit endlosen Zeiten irgendwo (unbemannt mit Autopilot) am anderen Ende des Universums unterwegs ist, um … ja, was eigentlich? Jedenfalls gibt es für die Gestrandeten absolut keinen Weg mehr zurück, also machen sie das Beste daraus, und das mysteriöse, unerforschte Schiff zu ihrem neuen, leicht gruseligen Zuhause. Irgendwann wird man doch bestimmt mal bei der Erde vorbeikommen und abspringen können.

Zu den Hauptfiguren der Serie gehört Colonel Young, sozusagen der Papa Schlumpf, der versucht, die Ordnung auf dem Schiff mit Hilfe seiner provisorischen Militärregierung aufrechtzuerhalten, während der Widerstand dagegen mit der Not wächst. Die Serie lebt lange Zeit von den Konflikten zwischen dem Militär und den Zivilisten, bzw. Wissenschaftlern, die nicht immer dieselben Interessen haben. Der große Gegenspieler von Young ist Dr. Rush, der geniale Wissenschaftler, gespielt von Robert Carlyle, neben Lou Diamond Phillips der womöglich bekannteste Darsteller in der Serie. Daneben gibt es noch das etwas beleibte Wunderkind Eli: Ganz egal wie knapp die Nahrungsvorräte sind, Eli behält seinen Winterspeck. Young und Rush müssen mehr oder weniger gemeinsam daran arbeiten, die vielen Ziele der unfreiwilligen „Mission“ unter einen Hut zu bringen: Das Überleben der Menschen auf dem Schiff sicherstellen, den Autopilot ausschalten, einen Weg nachhause finden, das Schiff erforschen und reparieren, sich gegen Angreifer verteidigen, und noch so einiges mehr. Bei all dem Stress kann man sich schonmal gegenseitig an die Gurgel gehen.

Stargate: Universe macht für mich im Gegensatz zu den ersten beiden Serien etwas Entscheidendes richtig: Die Produzenten haben endlich aufgehört, die Serie pausenlos mit unangebrachten Witzen aufzulockern. Jede aufkeimende Ernsthaftigkeit wird in SG-1 und Atlantis sofort ruiniert, jede noch so gefährliche Situation sofort durch einen dämlichen Schenkelklopfer entschärft. Nein, SGU ist endlich so viel düsterer, viel deprimierender, viel „logischer“. Man sieht den Leuten an, dass die Situation scheiße ist. Die Menschen haben Heimweh, gehen sich irgendwann mächtig auf die Nerven, verdächtigen sich gar gegenseitig. Paranoia, Meuterei, Sabotage und Mord! Niemand hatte das Bedürfnis, die Zuschauer ständig mit Humor aufzumuntern, weil es gar keinen Grund dafür gibt. Oh, es gibt Humor in SGU, aber in kleinerer Dosis, und dezent platziert. Auch bin ich mehr als froh darüber, dass die Serie diesmal kein albern heroisches Intro bekommen hat, das die tapferen Soldaten stets in Aktion gegen außerirdische Bedrohungen zeigt, sondern nur ein ganz schlichtes Logo. Es ist wirklich erfrischend.

Die Serie endet leider nicht ganz regulär, es bleiben sehr viele Fragen offen, zum Beispiel wohin die Destiny eigentlich genau unterwegs war. „Es ging nie darum nachhause zu kommen, es geht darum ans Ziel zu gelangen.“, deutet man desöfteren an, aber das ist so geheimnisvoll wie nichtssagend. Die USS Voyager kam nach ganzen sieben Staffeln verloren im Delta-Quadranten wortwörtlich fünf Minuten vor dem Serienfinale zuhause an, zum Glück hat man ähnliches nicht mit SGU versucht. Insgesamt gefällt mir die Serie deutlich besser als SG-1 und Atlantis, aber mit der Meinung stehe ich wie immer ziemlich alleine da. Die Stimmung passt viel besser zum Setting, und die Serie nervt nicht ganz so sehr mit dem üblichen spirituellen Scheiß, auch wenn es sich in einzelnen Episoden wohl doch nicht vermeiden ließ.

SPACOLA Eclipse WIP 0.60

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Okay, ich habe wieder einmal sämtliche mir selbst gesetzten Deadlines verschlafen. Das Remake wurde leider doch nicht zum 25-jährigen Jubiläum fertig, und wird es vermutlich auch noch eine ganze Weile nicht. Scheiß drauf. Ich bin gleichzeitig Opfer meiner eigenen Faulheit und Penibilität geworden. Das Problem mit Arbeit nach der Arbeit ist, dass sie oftmals keinen Spaß macht, egal wie sehr einem das Zeug am Herzen liegt. Aber hey, ich habe Urlaub – Zeit für mehr Arbeit. Und das Wichtigste ist doch: Ich bin wieder dabei! Vor wenigen Tagen habe ich mit der Arbeit an der Version 0.60 begonnen.

Ich habe eine neue Spritebibliothek geschrieben, die sich um das Laden, Konvertieren und Verwalten der vielen kleinen Grafikdateien kümmert. Und diese Spritebibliothek kennt neuerdings auch jeweils die Monochrom- und Farbversion jeder einzelnen Grafik. Bisher waren dies verschiedene Klassen, die immer jeweils getrennt voneinander angepasst werden mussten, und auch der Wechsel von Monochrom nach Farbe hätte bisher viele Codeanpassungen erfordert. Nun wird es möglich, direkt im Client mit einem simplen Mausklick die Darstellung zu wechseln. SPACOLA Eclipse kann endlich richtig mit Farbe umgehen. Da aber noch weit über 90% der Sprites nur monochrom vorliegen, werde ich da irgendwann noch wahnsinnig viel Zeit investieren dürfen. Bisher gibt es nur vereinzelte Sprites in Farbe zu sehen.

Die Farbsprites haben aber noch keine Priorität. Zunächst muss der Classic-Modus fertiggestellt werden, und das ist nach wie vor nicht so einfach wie es klingt. Die Gegner-KI macht mir Sorgen, denn egal wie ich es anpacke, es verhält sich alles nie so ganz wie es sollte, oft scheitert es schon am Ansatz. Dafür habe ich erst zuletzt ein komplettes Explosions-Spriteset hinzugefügt, das mir bisher nicht aufgefallen ist. Es scheint also doch nicht so klar zu sein, dass ich inzwischen wirklich alles aus dem Spiel extrahiert habe. Und ich habe anhand eines Memory Dumps die Zuweisungen der Sounddateien korrigiert, also welcher Sound im Originalspiel welchen Dateinamen hatte. Bislang musste ich dazu raten, und scheinbar lag ich oft falsch. Immerhin konnte ich hier nun einige Fehler korrigieren und so manche Zuweisungen bestätigen, auch wenn es bei anderen Einträgen weiterhin beim Raten bleibt, da der Memory Dump nur eingeschränkt Aufschluss gibt, auf Grund der Art wie die Sounddateien im Original nachgeladen werden können.

Ich hoffe ich werde noch diesen Dezember einige vorzeigbare Fortschritte vermelden können. Kleine Schritte, Tag für Tag. Macht es die Sache besser oder schlimmer, wenn ich jetzt verkünde, dass das Remake in jedem Fall zum 30. Jubiläum im Jahr 2021 fertig sein wird? Hey, wieso werft ihr denn jetzt mit überreifen Tomaten und faulen Eiern nach mir? Okay, okay, ich fang ja schon an…

Success Denied Symbol

Nicht so richtig Pause

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Ich habe nicht aufgehört zu bloggen, ich mache nur nicht so richtig Pause. Fünf Wochen ist der letzte Artikel her, und die Spinnweben auf meiner Webseite sind inzwischen nicht mehr zu verbergen. Aber das macht nichts, ich bin gar nicht weg, ich warte nur lieber auf bessere Zeiten, in denen es mehr Spaß macht, über Dinge zu schreiben. Worüber soll man denn auch schreiben in diesem Jahr? In einem Jahr, in dem die Briten sich mehrheitlich dafür entschieden haben, aus der EU auszutreten. In einem Jahr, in dem 60 Millionen US-Amerikaner es offensichtlich für eine grandiose Idee hielten, Donald Trump zum Präsidenten zu machen. Und – ich sehe es schon kommen – am Ende wird Lewis Hamilton noch zum vierten Mal Formel-1-Weltmeister. Das Jahr bringt uns also wahrlich schon genug Elend, da muss ich nicht noch meinen überflüssigen Beitrag dazu leisten.

Noch Anfang Juli ging mein letzter Dauerhusten in die mittlerweile siebte Woche, ohne auch nur das geringste Zeichen von Besserung zu zeigen. Ohne jetzt noch religiös zu werden, bin ich der griechischen Göttin Antibiotika dennoch äußerst dankbar dafür, dass sie mich aus dem endlosen Siechtum befreit hat. Ärzte scheinen also doch nicht alle gänzlich unfähig zu sein. Die siebenwöchige Zeit des körperlichen Verfalls hat sichtbare Spuren hinterlassen, die mich veranlasst haben, seit meiner langersehnten Genesung wieder mehr Sport zu treiben. Und das will etwas heißen, denn was Sport angeht, war ich schon immer ein ziemlich fauler Hund. Der einzige Sport, der mir je so etwas ähnliches wie Spaß gemacht hat, war der Kraftsport. Wie es überhaupt dazu kam, ist mir bis heute ein großes Rätsel. So verbringe ich nun meine spärliche Zeit nach Feierabend mit meiner täglichen Fitness-Routine, danach 45 Minuten Auspowern auf dem Ergometer, und dann kann ich auch schon wieder zufrieden ins Bett fallen, voller Vorfreude auf den nächsten langen Tag im Büro.

Es ist zwar wirklich nicht so, dass mir der Erfolg dabei Recht geben würde, aber man wird ja auch nicht jünger, und mangelnder Erfolg ist schließlich auch das ganze Motto meiner Webseite. Insofern ziehe ich mein Programm durch solange ich es noch kann. Die nächste Erkältung wartet schon hinter der Ecke, und dann wird es mich sehr ärgern, dass ich wieder nichts tun kann, und der ganze Fortschritt innerhalb von Tagen verpufft.

Wie sieht es mit dem Spacola-Remake aus? Kurzgesagt: Mäßig, wie schon seit Jahren. Ich gestehe, dass ich den Quelltext jetzt seit Wochen nicht mehr angerührt habe. Das Projekt ist absolut nicht tot, genauso wenig wie meine Webseite. Ich habe zuletzt einige tiefgreifende Änderungen an der Struktur des Quellcodes durchgeführt, und dann ist mir aufgefallen, dass ich da einen groben Denkfehler hatte, dass das so gar nicht funktionieren kann. Schließlich habe ich aus der Frustration über meine eigene Doofheit das Projekt erst einmal beiseite gelegt, bis mir die Inspiration wieder zufliegt. Das kann jeden Tag passieren, soviel ist sicher. Erst kürzlich war ich beinahe wieder soweit, doch quasi in letzter Sekunde fiel mir ein Film ein, den ich unbedingt noch sehen wollte. Schade.

Also ohne Quatsch, dieses Jahr nehme ich die Arbeit daran auf jeden Fall wieder auf. Ich würde mich ja selbst unendlich hassen, wenn mir so kurz vor dem Ziel die Puste ausginge, dafür habe ich viel zu viel Zeit schon investiert. Und ich werde wieder mehr Beiträge schreiben. Allerallerspätestens zu Weihnachten, wenn ich wieder mehr Freizeit habe, und nicht sofort weiß wohin damit.

Mit der Daedalus zur Pegasus-Galaxie

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Ich wünsche einen fröhlichen Tag der Deutschen Reinheit. Wenn der Soli zwar seit Jahren abgeschafft gehört, bekommt man für sein teures Geld zumindest noch einen zusätzlichen freien Tag im Jahr. Zeit für einen kleinen Serienbericht: Die zweite Etappe des Stargate-Serienuniversums ist nach nur acht Monaten geschafft: Nach Stargate – Kommando SG-1 habe ich jetzt also auch die fünf Staffeln der Spinoff-Serie Stargate: Atlantis über mich ergehen lassen. Die Serie wurde zeitgleich mit den letzten paar Staffeln von SG-1 produziert und lief von 2004 bis 2008 (in der IMDb steht bis Ende 2009, aber das ist falsch). Es führt die Geschichte der Atlantis-Expedition fort, die in der Vorgängerserie bereits angedeutet wurde. Das Team ist ein völlig anderes, wobei einige Figuren bereits in einzelnen Episoden von SG-1 vorgestellt wurden, darunter die Leiterin Dr. Weir und der Wissenschaftler McKay.

Der Name „Atlantis“ ließ mich zuvor glauben, die Serie spielte in einer der bereits zuvor entdeckten Unterwasser-Welten, mit einem Unterwasser-Stargate, das man mit einem Tauchboot erkunden müsste, da die entsprechende Episode auch so etwas geheimnisvolles hatte und so viele Fragen offen ließ. Ich nahm also an, es würde letztlich so etwas wie Seaquest DSV werden. Tatsächlich aber spielt Atlantis ganz woanders, und sich auch zum größten Teil über Wasser ab. Die Menschheit hat den Weg in die Pegasus-Galaxie gefunden und dort endlich die versunkene (tauchende, schwimmende, fliegende) Stadt Atlantis entdeckt, die einst von den Antikern gebaut und bewohnt wurde. Da diese aber vor Jahrtausenden kurz Zigaretten holen gegangen und nie mehr zurückgekehrt sind, machen es sich die Menschen dort direkt gemütlich. Doch kaum hat das Atlantis-Team den Kamin befeuert und seine kuscheligen Hausschuhe angezogen, klopfen auch schon die neuen Nachbarn, die gruseligen Wraith, an die Haustür und wollen sich etwas Menschenfleisch borgen. Man kennt das.

Die Wraith – fischgesichtige, weißhaarige Monster mit langen Ledermänteln und Reißzähnen – sind also die fiesen Gegner in Stargate: Atlantis, und sie ernähren sich von Menschen. Keine Kühe, Pferde oder Schweine, meinetwegen Hunde oder Katzen, die Galaxie ist voll von schmackhaften Lebewesen, und doch stehen auf dem Speiseplan einzig die Menschen. Zur Abwechslung mal niemand, der sich von Menschen anbeten lassen will, sondern sie einfach auffrisst, dachte ich, aber tatsächlich kommt auch jenes überstrapazierte Thema bei den Fischköpfen bald wieder vor. Daneben tauchen mit den Replikatoren auch ein paar alte Bekannte auf, die sich ebenfalls mit den Wraith nicht so gut verstehen. Und immer wenn ich „Replikatoren“ höre, muss ich an „Tee, Earl Grey, heiß“ denken.

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Wie auch SG-1 gefiel mir Atlantis ganz gut, und dann auch wieder nicht so richtig. Die Hauptfigur John Sheppard wird in der Pilotfolge direkt von Jack O’Neill vorgestellt und verhält sich dann auch exakt wie sein Klon. Lustige Sprüche selbst in den tödlichsten, ausweglosesten Situationen, ansonsten immer ganz der Soldat. Im Gegensatz zum Hohlbrot O’Neill soll Sheppard jedoch ein hochintelligenter Mann sein, wovon in der Serie aber leider kein Gebrauch gemacht wird, da Dr. Rodney McKay ohnehin das unübertroffene Superhirn des Teams ist. Es ist fast unerträglich, dass diese überhebliche, unsympathische Figur immer die Lösung für alles findet. Gebt dem Mann einen Taschenrechner und ein Kabel und er hackt sich damit überall rein. In zwei Minuten! Ohne Handbuch! Was für ein Glück, dass man sich überall im Weltraum auf USB und Ethernet geeinigt hat, sonst stelle ich mir das wirklich schwierig vor.

Oft geht mir auch die Athosianerin Teyla auf den Keks. Sie ist quasi der weibliche Teal’q in Atlantis. Sie arbeitet Tag und Nacht mit Militärs und den besten Wissenschaftlern der Welt zusammen, und kommt dann mit hanebüchenen Geschichten wie: „Mein Volk glaubt seit Generationen an irgendwelche Geister, die magische Kräfte haben, die dich von irgendwas heilen können. Doch wirklich! Die Stammesältesten bei uns können nicht irren! Geister!“. Am Ende der Episode stellt sich dann raus, dass es nur ein antikes Gerät war, das eine bestimmte Strahlung ausgesendet hat, die sich problemlos messen lässt. Tja, Pech. Vielleicht kommt Teyla sich mit ihrer Spiritualität nach der Episode dann wenigstens dumm vor.

Am allerschlimmsten an der Serie ist jedoch, dass die Schreiber immer noch große Probleme damit haben, sich von ihren Figuren zu trennen. Niemand stirbt richtig. Niemand! Wer in einer der Episoden stirbt, wird entweder ein paar Minuten später wiederbelebt oder taucht einfach ein paar Folgen später wieder als Klon, als Geist, als Replikator, als Computerprogramm oder sonstwas wieder auf. Schon in SG-1 war es mir zu mühsam im Kopf zu behalten, ob Daniel Jackson jetzt gerade tot, aufgestiegen oder reinkarniert war. Das ging mir wirklich gegen den Strich, das wirft mich echt raus. Ich wette die Serie hätte viel besser funktioniert, wenn sie sich nicht immer irgendwelche feigen Schlupflöcher für eine spätere Rückkehr jeder Figur einbauen würde. Steht doch endlich mal dazu, wenn schon einer über die Klinge springen muss! Andererseits durfte ja auch Tasha Yar nach ihrem Tod noch mindestens zweimal mitmachen…

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