Film & TV

Television

MacGyver im Weltraum

4

stargate1

Ich musste gerade einmal kurz nachsehen, wann ich die letzte Fernsehserie beendet hatte – das war am 3. Februar vergangenen Jahres, also vor fast genau einem Jahr. So lange habe ich mir mit Stargate – Kommando SG-1 Zeit gelassen. Die Serie wurde mit zehn Staffeln zwischen 1997 und 2007 produziert. Wiederum handelt es sich um eine Empfehlung aus dem Kollegenkreis. Zur Serie hatte ich bislang überhaupt keinen Bezug und auch nie ein besonderes Interesse, das zu ändern. Einzig den Kinofilm „Stargate“ von Roland Emmerich aus dem Jahr 1994 hatte ich irgendwann Mitte der 90er Jahre gesehen und ich war vielleicht nicht unbedingt überwältigt, aber spannend war der Film allemal. Die Geschichte des Films in Form einer TV-Serie mit sehr viel geringerem Budget fortzuführen, das erschien mir irgendwie sinnlos und auch unspektakulär.

Nachdem ich mir nun die komplette Serie, sowie die beiden darauffolgenden Fernsehfilme Stargate: The Ark of Truth – Die Quelle der Wahrheit sowie Stargate: Continuum, die beide 2008 folgten, angesehen habe, haben sich meine anfänglichen Vorbehalte leider nicht unbedingt verflüchtigt. Um endgültig Gewissheit zu haben, dass mein Geschmack sich nicht inzwischen geändert hatte, sah ich mir zu allerletzt nochmals den Stargate-Kinofilm an. Die IMDb bewertet die Serie zwar ein ganzes Stück besser als den Emmerich-Auftakt, doch im Endeffekt muss ich sagen, dass mir der Stil des Films einfach besser gefällt. Der Film ist epischer und bietet mit Kurt Russell und James Spader zwei hollywood-erprobte Darsteller. Gut, die Serie andererseits hat MacGyver. Der kann aus einem Kaugummipapier, einer Kugelschreibermine und einem Stück Draht ein Stargate basteln, wenn es sein muss.

stargate2

Ich weiß nicht genau, wieso ich mit der Serie und den Charakteren nicht so recht warmgeworden bin. Vielleicht liegt es daran, dass ich mir diesmal zuviel Zeit gelassen habe, und so für mich selbst die Fortsetzungsgeschichten ruiniert habe. Die Serie ist sicher nicht schlecht, aber mich hat sie leider nicht so wahnsinnig bewegt. Von Anfang an fand ich, dass die Serie keine gute Balance zwischen tödlichem Ernst der Situation und Humor bieten konnte. Jack O’Neill, der im Kinofilm noch ein gebrochener Mann ist, weil er seinen kleinen Sohn durch einen schrecklichen Unfall verlor, nutzt in der Serie jede Gelegenheit, um witzige Sprüche zu bringen. Wieder einmal irgendwo eingekerkert und kurz vor der Hinrichtung? Kein Problem, ein lustiger Spruch geht noch. Dadurch hat der Zuschauer nie den Eindruck, dass es in der Serie mal richtig gefährlich werden könnte. O’Neill grinst, bringt einen lässigen Spruch und schon ist das SG-1-Team wieder frei. Vielleicht sind die Helden aber auch einfach nur viel zu oft in solchen und ähnlichen Situationen, wer weiß.

Im Prinzip geht es in der Serie darum, dass die Menschen auf der Erde ein oder zwei Sternentore finden, später das dazu passende Telefonbuch, einen Wahlcomputer dafür entwickeln und damit überall im Universum anrufen und vorbeischauen können. Dadurch lenken sie die Aufmerksamkeit der Goa’uld auf sich, einer mächtigen Alienspezies, die sich überall als Gottheit ausgibt, Menschen versklavt und sich von ihnen anbeten lässt. Außerdem gibt es noch die Replikatoren und die Ori, die alle irgendwie mehr oder weniger dasselbe vorhaben. Grundsätzlich bin ich ja ein Freund der Religionskritik, aber mich hat es immer gestört, dass das SG-1-Team mit O’Neill in fremde Welten einfällt, dort den Bewohnern erzählt, dass sie falsche Götter anbeten (wahlweise Goa’uld oder Ori), diese Götter mit Waffengewalt ausmerzen, um dann nachhause zu fahren und abends vor dem Zubettgehen zu ihren „richtigen“ Göttern zu beten. Das ist doch irgendwie albern. Gerade in den USA bräuchte die Bevölkerung mit ihren vielen Kreationisten mal wirklich Nachhilfe in solchen Dingen. Aber vielleicht missverstehe ich das, und die Serie soll der Versuch sein, das umzusetzen.

stargate3

Noch so etwas, das meine Haare oft grau werden ließ: General Hammond muss sich im Stargate-Center jedes Signal mündlich bestätigen lassen („Es ist SG-1, Sir!“), und jede Iris-Öffnung muss er manuell befehlen („Aha, na gut, dann … äh … dann öffnen Sie doch vielleicht mal die Iris!“). Und damit lässt er sich oft ziemlich lange Zeit. In vielen Episoden wird nämlich gezeigt, dass jemand, der auf der anderen Seite durch das Stargate tritt bevor die Iris geöffnet wurde, beim Übergang sofort getötet wird. Das macht diese Vorgehensweise leider ziemlich unlogisch. Demnach hätten da schon deutlich mehr Menschen im Stargate den Tod finden müssen. Außerdem kommt es in der Serie ein-, zweimal zu oft vor, dass jemand der behauptet, er habe unsichtbare Außerirdische gesehen, von den Anderen für verrückt erklärt wird. Daniel Jackson muss dafür sogar einmal in die geschlossene Psychiatrie. Unsichtbare Außerirdische – bei Stargate – völlig absurd, wo kämen wir denn da hin?

Nein, die Serie ist nicht schlecht. Wenn ich über die Dinge hinwegsehen konnte, die mich genervt haben, dann war ich meistens ganz zufrieden. Die Serie hat auch ihre emotionaleren, ernsteren Momente. Zum Beispiel als O’Neill lieber sein eigenes Leben sinnlos aufs Spiel setzt als Samantha Carter in einer ausweglosen Situation zurückzulassen, und sich dann andeutet, dass sie am Ende vielleicht doch mehr als nur Kollegen sein könnten. Dummerweise wird diese Geschichte nie fortgeführt, was mich dann auch nur noch mehr an der Serie geärgert hat. Ich glaube O’Neill und Carter wären sowieso ein furchtbares Paar gewesen. Naja, mal sehen ob Stargate: Atlantis besser ist, denn was ich angefangen habe, muss ich auch zu einem Ende bringen.

Content Provider

Streaming-Anbieter interessieren mich nicht

4

Frage: Was für eine Auswahl an Filmen und Serien bietet Netflix?

Antwort: Bei Netflix gibt es Tausende Filme und Serien, die Sie sofort über Ihren Computer oder ein beliebiges streamingfähiges Gerät – wie PS3, Wii oder Xbox 360 – auf Ihrem Fernseher ansehen können. Sie können beliebig oft pausieren, vor- und zurückspulen oder immer wieder neu ansehen – natürlich alles ohne Werbung. Es ist wirklich so einfach.

Dieser kurze Auszug aus der FAQ zur deutschen Version von Netflix verdeutlicht buchstäblich, was mich an den Streaming-Anbietern stört: Deren Angebot geht für mich leider völlig am Problem vorbei. Auf eine absolut berechtigte und oft gestellte Frage, die man zum Beispiel leicht beantworten könnte, indem man die Liste der Filme und Serien eben NICHT vor den interessierten Besuchern verbirgt, wird bereits nach einem mageren halben Satz dummdreist am Thema vorbeigerudert. Oho, ich kann vor- und zurückspulen! Und pausieren! Ich kann mit einem Auge zusehen, oder mit beiden, ich kann sogar beide Augen schließen und nur den Ton hören – so viele Möglichkeiten bietet mir Netflix, die hier genauso gut über das schöne Wetter bei Netflix erzählen könnten. Wie zynisch die faule Antwort „Tausende Filme und Serien“ auf die Frage, welche AUSWAHL an Filmen und Serien ich dort für mein Geld bekomme, überhaupt ist, darüber müssen wir wohl kaum diskutieren. Netflix hat gar nicht die Absicht, die Frage zu beantworten.

kinoxto

Aber Netflix ist da in schlechter Gesellschaft. Wer erfahren will, ob ein bestimmter Film bei einem oder mehreren Streaming-Anbietern im Programm ist, der muss sich etwa auf den Drittanbieter-Service werstreamt.es verlassen, denn nur dort erfährt man tatsächlich, ob sich ein Abo überhaupt lohnt. Dass die Streaming-Anbieter ihr Angebot eigentlich nur den Leuten in vollem Umfang offenbaren, die bereits ein Abo abgeschlossen haben, ärgert mich schon sehr lange, denn das Angebot ist für mich entscheidend bei der Wahl des Anbieters, nicht umgekehrt.

Aber das ist noch gar nicht das Hauptproblem des Streamings. Viel schlimmer finde ich, dass oftmals bei den Filmen ein „Verfügbar bis“-Datum eingeblendet wird. Manchmal gibt es einen Staffel-Countdown, der die Tage herunterzählt, bis eine bestimmte Staffel einer Serie aus dem Angebot verschwindet. Dies sind furchtbare Auswüchse des ekligen Sumpfes an Verträgen, Verwertungsrechten und Exklusivrechten, die dafür sorgen, dass viele Filme und Serien nur zeitlich begrenzt im Angebot sind, und dann entfernt werden, wenn Verträge auslaufen. Tatsächlich befand ich mich mit Kollegen schon einmal genau in der lustigen Situation, dass wir über mehrere Tage hinweg eine Filmreihe über einen Streaming-Anbieter sehen wollten. Dummerweise verschwand die Filmreihe plötzlich wieder aus dem Filmsortiment, bevor wir am Ende angelangt waren. Die Begeisterung war groß. So ist Streaming. Genau so.

Über das DRM bei den legalen Streaming-Angeboten müsste ich als nächstes zu sprechen kommen. Dank Microsoft Silverlight etwa kann mir die Streaming-Software untersagen, Monitore an den PC anzuschließen, die kein HDCP unterstützen. Ein reiner VGA-Monitor und viele ältere DVI-Monitore dürfen erst gar nicht eingestöpselt sein, will man Filme mit DRM sehen, egal ob der Monitor dafür verwendet wird oder nicht. Auch kann die Unterstützung beispielsweise von Linux und/oder bestimmten Browsern durch die DRM-Maßnahmen nicht garantiert werden, auch wenn es am Streaming des Films selbst nie scheitern würde. Natürlich bezahlt der Kunde am Ende selbst die teuren DRM-Lösungen, auch wenn er davon gar nicht profitiert.

Als ich mir zur Entstehungszeit dieser Distributionstechnik Gedanken darüber machte, wofür man Streaming einsetzen könnte, da leuchteten mir die Augen: Die größte Film- und Serienbibliothek der Welt – jederzeit verfügbar – egal wo man sich befindet – egal welche Sprache man bevorzugt, egal ob Kinofassung oder der Directors Cut, natürlich alles ungeschnitten. Derrick auf japanisch, längst vergessene Stummfilme aus der Zeit des ersten Weltkriegs, skandalöse italienische Splatterfilme aus den 70ern, und natürlich alle aktuellen Blockbuster, und das immer nur wenige Mausklicks entfernt. Doch letztendlich wird es nichts davon sein. Streaming-Anbieter schießen wie Pilze aus dem Boden und wetteifern mit Geldscheinen winkend um die begehrten aktuellen Filme und Serien. Die alten, nicht so bekannten Filmerzeugnisse findet man dagegen weniger, Raritäten praktisch gar nicht, denn damit lässt sich auch kein Geld verdienen. Wer ein möglichst breites Spektrum abdecken will, von dem wird erwartet, Abonnements bei fünf verschiedenen Anbietern abzuschließen.

Viele meiner Lieblingsserien und -filme kann ich weder bei Netflix, Maxdome, Watchever, Amazon Prime, Lovefilm etc. finden. Schlimmer noch: Irgendein Netflix-Manager sagte erst vor kurzem, er sehe gar keinen Sinn darin, ein möglichst großes Angebot anzustreben. Er fände es gut, wenn sich weitere Streaming-Anbieter für Nischenbereiche entwickelten. Also soll ich mir in Zukunft für jedes Genre einen spezialisierten Anbieter suchen, die monatlich allesamt fünf bis zehn Euro bei mir abbuchen? Das wird definitiv nicht passieren. Ich verzichte auch weiterhin gerne auf das aus meiner Sicht eher schwache Angebot der etablierten Streamingdienste. Noch gibt es Blu-ray und DVD. Die verschwinden wenigstens nicht plötzlich aus meiner Sammlung, wenn irgendein dämlicher Vertrag gerade ausläuft.

Freilich bin ich ein sehr spezieller Nutzer. Netflix & Co. bedienen vor allem den Löwenanteil der Nutzer, die sich – analog zum Fernsehen – gerne von dem Angebot irgendwie berieseln lassen. Diese erwarten hauptsächlich, dass die neuesten Kinofilme und topaktuelle Serien dabei sind, mehr nicht. Diese Nutzer durchsuchen das vorgegebene Angebot, und entscheiden sich dabei spontan. Ich dagegen kenne bereits im Vorfeld die Filme und Serien, die ich schauen möchte, und diese finde ich dort zu meiner Enttäuschung oft nicht. Ich habe die Hoffnung allerdings noch nicht aufgegeben, dass diese allumfassende Film- und Serienbibliothek im Internet irgendwann doch noch entstehen wird, aber dazu müsste Netflix erst einmal in der Versenkung verschwinden, und dann müssten sich die Filmstudios endlich in sehr vielen Punkten einig werden. Im Moment bleibt diese Technik noch weit unter ihren Möglichkeiten. So interessiert mich das alles nicht.

Retro

Heute ist Zurück-in-die-Zukunft-Tag!

7

Leute, es ist jetzt endlich soweit: Heute ist der 21. Oktober 2015 – der langersehnte Zurück-in-die-Zukunft-Tag. Es ist nämlich genau der Tag, zu dem Marty McFly mit seiner Freundin Jennifer und Doc Brown in der Zukunft reist, um seine Kinder vor einer Katastrophe zu retten – und zwar in dem Film „Zurück in die Zukunft II“ mit Michael J. Fox und Christopher Lloyd. Endlich, endlich, das ewige Warten hat ein Ende.

backtothefuture_datum2

Um diesen einen speziellen Tag bildeten sich in der Vergangenheit unzählige Hoaxes in den sozialen Netzwerken und Blogs. Jährlich veröffentlichten irgendwelche Trolle neue manipulierte Bilder mit der berühmten Zeitleiste des DeLorean, auf welchen immer ein beliebiges falsches Datum im Jahr 2012, 2013 oder 2014 angegeben war, mit dem Hinweis, dass heute doch der Tag der Tage sei, und ständig fielen einige darauf herein, weil sie das Original-Datum nicht kennen oder zu faul waren, die Richtigkeit nachzuprüfen. Ich selbst habe so manches Mal jemanden auf seinen Fehler aufmerksam machen dürfen, denn mich als BTTF-Fan lässt so ein Frevel natürlich nicht kalt.

Nichtsdestotrotz, heute ist es WIRKLICH soweit. HEUTE ist dieser spannende Tag, auf den die Fans schon sehr lange und ungeduldig warten. Ab heute gibt es fliegende Autos, Sport-Almanachs, das Café der 80er Jahre, Hoverboards, Mr. Fusion, den Nahrungsmittel-Hydrator, es gibt Holofilme wie „Der weiße Hai 19“ und vieles mehr. Ich sollte jetzt direkt mal vor die Tür gehen und nachsehen, was sich alles verändert hat. Ich bin ja schon so gespannt.

Das Verrückteste ist, dass ich diesen Artikel schon vor langer Zeit vorbereitet habe. Diese Zeilen schreibe ich kurz nach Mitternacht, am Montag den 6. Januar 2014, also über eineinhalb Jahre bevor es tatsächlich soweit ist. Mit Hilfe der terminierten Artikelveröffentlichung von WordPress kann ich diesen Artikel in der Vergangenheit schreiben und ein ganz bestimmtes Veröffentlichungsdatum angeben, um ihn quasi in die Zukunft zu schicken, damit ihr ihn HEUTE lesen könnt, nämlich präzise am 21. Oktober 2015, kurz nach Mitternacht. Falls nicht vorher der Blitz in die Rathausuhr bzw. in den Serverraum meines Hosting-Providers einschlägt. Und da man bekanntlich nie zuviel über seine eigene Zukunft wissen sollte, wird der längst fertige Artikel auch keinen Tag früher veröffentlicht. Der Vorteil der Aktion ist, dass mein Artikel auch dann im Blog veröffentlicht wird, wenn ich es völlig vergessen habe. Wer weiß, vielleicht überrascht mich mein Blog selbst damit.

Ich gehe allerdings bereits jetzt stark davon aus, dass jeder zweite oder dritte Blogger auf dieselbe dämliche Idee gekommen ist, oder noch kommen wird. Insofern, nehmt es mir nicht übel, wenn man von Nachrichten über den Zurück-in-die-Zukunft-Tag praktisch erschlagen werden wird. Und vor allem, nehmt es euren Kindern nicht übel, wenn sie mal aus Versehen den Wohnzimmerteppich in Brand stecken.

Update: Und da wir nun schon in Partylaune sind: Am 3. Juli diesen Jahres hat die fantastische Filmreihe ihr 30-jähriges Jubiläum gefeiert! 30 Jahre Zurück in die Zukunft! Moment, das interessiert euch gar nicht? Tja, ich schätze ihr seid wohl noch nicht so weit, aber eure Kinder fahren da voll drauf ab!

Filme

35 weitere legale Filme von netzkino.de

0

So wie viele Bücherwürmer und Leseratten es sich zur Aufgabe gemacht haben, in ihrem Leben möglichst viele Bücher zu lesen, so handhabe ich das als Cineast mit den Filmen. Mit Büchern konnte ich schon immer wenig anfangen, obwohl ich es immer wieder aufs Neue versucht habe, aber Filme begeistern mich seit den frühesten Kindheitstagen. Im Unterschied zu gewöhnlichen Filmfans allerdings, die sich bereits damit begnügen, immer nur die neuesten Kinokracher durchzuarbeiten, und sich dann für besonders informiert halten, endet meine persönliche Mission nicht permanent am Ticketschalter der üblichen Filmtheater. Mein filmisches Interesse umspannt die allerersten Stummfilme genauso wie die ersten Farbfilme, bis hin zu allem natürlich was heutzutage so auf der Mattscheibe landet.

Ich bin ständig auf der Suche nach Filmmaterial, egal ob alt, ganz alt, oder neu. Filmkonsum ist für mich Unterhaltung und Bildung zugleich. Vor der Vorstellung, mein Filmwissen könne sich mal eine Weile nicht weiterentwickeln, graut es mir. Und so bin ich auch ständig in der Versuchung, Experimente zu wagen, mich an Genres zu versuchen, die ich bisher nicht kannte. Trotz dieses Umstands, behalte ich mir dennoch das Recht vor, eine Auswahl zu treffen, und nicht wahllos alles zu sehen. Kein Mensch kann alle Filme kennen. Ich kann mich aber zum Glück auch vorbehaltlos auf Filme einlassen, von dessen eher durchwachsenen Kritiken ich schon im Vorfeld weiß. Und selbst da gibt es bei mir Grenzen.

Im Dezember 2013 veröffentlichte ich eine kleine Liste von 35 Filmen, die ich auf netzkino.de schauen konnte. Darunter jede Menge Schund, aber auch einige echt nette Geheimtipps. In den zurückliegenden eineinhalb Jahren habe ich diesen Vorgang wiederholt, und werde nun erneut 35 Filme auflisten, die ich mir auf der werbefinanzierten Filmplattform so reinziehen durfte.

  1. The Terror – Schloß des Schreckens (1963)
  2. The Last Man on Earth (1964)
  3. Trinity schlägt zurück (1970)
  4. Bruce Lee – Die Todeskralle schlägt wieder zu (1972)
  5. Bruce Lee – Das Geheimnis der grünen Hornisse (1974)
  6. Knight Moves – Ein mörderisches Spiel (1992)
  7. Teurer als Rubine (A Price Above Rubies) (1998)
  8. Die Treue der Frauen – La Fidelité (2000)
  9. Where the Money Is – Ein heißer Coup (2000)
  10. Double Trouble – Ein Cop auf Abwegen (2001)
  11. Jeepers Creepers (2001)
  12. Sex für Anfänger (2002)
  13. Nobody Knows Anything (2003)
  14. Control – Du darfst nicht töten (2004)
  15. Hostage – Entführt (2005)
  16. Im Bett (2005)
  17. Rape & Revenge (2006)
  18. Who loves the sun (2006)
  19. Wristcutters (2006)
  20. Loooser – How to win and lose a Casino (2007)
  21. Smiley Face (2007)
  22. The Man From Earth (2007)
  23. Weirdsville (2007)
  24. Adventures of Power (2008)
  25. American Evil (2008)
  26. Antichrist (2009)
  27. Der Weihnachtsmuffel (2009)
  28. Paper Man – Zeit erwachsen zu werden (2009)
  29. Paranormal Conjuring (2009)
  30. Slammin’ Salmon – Butter bei die Fische! (2009)
  31. Street Fighter – Round One: Fight! (2009)
  32. Das Hausmädchen (2010)
  33. Legendary – In jedem steckt ein Held (2010)
  34. Sinister Encounters – Two Eyes Staring (2010)
  35. God bless America (2011)
Television

Twin Peaks – Rote Vorhänge in der schwarzen Hütte

0

twinpeaks1

Vor einigen Jahren machte ein Freund in einem Gespräch mit mir beiläufig einen kleinen Scherz – eine Anspielung auf eine bekannte Mystery-Serie. Als ich darauf nicht reagierte, fragte er mich beinahe vorwurfsvoll, ob ich denn Twin Peaks nicht gesehen hatte. Ich musste die Frage verneinen. Als ich nun Ende November letzten Jahres auf der Suche nach für mich unverbrauchtem Serienmaterial war, fiel mir die neue Blu-ray-Box ins Auge, und ich erinnerte mich an diese vage Serienempfehlung. Sofort bestellte ich das Ding, denn soviel Vertrauen hatte ich in das Urteilsvermögen des Freundes. Außerdem kenne ich einige Filme des Regisseurs David Lynch. In seiner Romanverfilmung „Dune“ spielte sogar ebenfalls Twin Peaks Hauptdarsteller Kyle MacLachlan mit.

Mein Kommentar zu Twin Peaks fällt leider recht dünn aus, also dünner noch als sonst, denn ich kann leider nicht behaupten in der Serie den vollkommenen Durchblick gehabt zu haben. Die Serie ist tatsächlich auf ihre ganz spezielle, unglaublich verdrehte Weise äußerst gut. Ich kann nur überhaupt nicht sagen wieso eigentlich. Die erste Staffel, die 1990 ausgestrahlt wurde, fängt nüchtern an: In der amerikanischen Kleinstadt Twin Peaks direkt an der kanadischen Grenze wird die Leiche einer beliebten Schülerin gefunden – Laura Palmer – eingewickelt in Plastikfolie. Da der hiesige Sheriff Truman keine besondere Erfahrung mit Mordfällen hat, und da es Hinweise darauf gibt, dass es sich um einen Serienmörder handeln könnte, wird Detective Dale Cooper vom FBI nach Twin Peaks beordert, um den Mord zu untersuchen.

twinpeaks2

Schnell stellt Cooper, der in der Stadt sofort wärmstens empfangen wird, fest, dass in Twin Peaks fast jeder irgendetwas Krummes am Laufen hat, weswegen die Serie sich in mehrere Handlungsstränge untergliedert, die aber alle miteinander verbunden sind, was man manchmal früher, manchmal erst später merkt. Schon nach wenigen Episoden beschreitet die Serie nach und nach den Weg ins Spirituelle, ins Übernatürliche. Es geht da um irgendeine weiße Hütte, und eine schwarze Hütte, und um rote Vorhänge in der schwarzen Hütte. Menschen sprechen dort grundsätzlich rückwärts, bzw. eigentlich vorwärts, aber so dass es wie rückwärts klingt. Oder vielleicht doch eher umgekehrt. Es ist alles ziemlich kompliziert. Ich kann verstehen, dass man die Serie liebt, wenn man die totale Erleuchtung hat, ich kann aber auch verstehen, wenn man mit der Serie absolut nichts anfangen kann, weil ohne die Erleuchtung alles ziemlich nach Unsinn klingt.

Soweit ich es durch das Making-Of und die Interviews verstanden habe, war ursprünglich geplant, dass das große Geheimnis um den Mörder des promiskuitiven Highschool-Mädchens die Serie tragen sollte, bis schließlich in einem spannenden Serienfinale das Rätsel gelöst würde. Das hätte womöglich auch wunderbar funktioniert, die Serie war in den USA ein echter Erfolg Anfang der 90er. Der produzierende Sender wollte bei diesem grandiosen Masterplan aber nicht mitspielen, und zwang die beiden Autoren der Serie, den Namen des Mörders schon viel früher zu enthüllen, nämlich kurz nach der ersten Staffel. Als das Thema damit vom Tisch war, die Akte geschlossen werden konnte, war die Luft aus der Serie für alle Beteiligten irgendwie raus. David Lynch und Mark Frost hatten Schwierigkeiten, die Serie handlungsmäßig in neue Bahnen zu lenken, jetzt wo ihr Zugpferd geschlachtet war. So wurde die Serie zum Ende hin immer abstruser und verwirrender, bis die Zuschauer schließlich mit einem bombastischen Cliffhanger-Staffelfinale hängengelassen wurden. Eine Fortsetzung gab es nicht, das erwartete von den Verantwortlichen auch niemand ernsthaft.

twinpeaks3

Twin Peaks besteht aus den beiden Staffeln, sowie dem 1992 erschienenen Spielfilm „Twin Peaks – Der Film“, der zeitlich kurz vor den Geschehnissen der Serie spielt. Die Geschichte wird auf jeden Fall sehr gut erzählt, und ich hatte meine Freude an der Serie. Kyle MacLachlan spielt die Figur des eigenartigen, aber grundanständigen Dale Cooper unglaublich cool. Die vielen Haupt- und Nebencharaktere sind leider viel zu zahlreich, um detailliert auf sie und ihre Bedeutung einzugehen. Interessanterweise wurde gerade erst eine neue Twin Peaks Serie angekündigt, die wohl 2016 ausgestrahlt werden soll, und die wieder alle Darsteller und sogar die beiden Serienmacher erneut zusammenbringen soll. Sinnvoll kann da ja nur sein, dass man die unvollendete Handlung nun 25 Jahre später in der Zukunft fortsetzt.

nach oben