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Gilmore GirlsIm Frühjahr 2004 war ich gerade noch mit der Vorbereitung auf mein Abi beschäftigt, als ich in einer müßigen Stunde durch Zufall auf VOX eine einzelne Folge der US-amerikanischen TV-Serie “Gilmore Girls” sah. Eigentlich nicht einem meiner bevorzugten Genres entsprechend, machte mich diese Serie und ihre eigenartigen und doch charmanten Charaktere überraschenderweise sofort neugierig. Ich sah mir die meisten Episoden in den folgenden Monaten in chronologischer Reihenfolge an und wurde damals ganz unerwartet so etwas wie ein Fan der Gilmore Girls, was mir teilweise auch einigen Spott von bestimmten Individuen einbrachte. Die Serie lief insgesamt über sieben Staffeln und 153 Folgen zwischen 2000 und 2007. Im Jahr 2016 entstand durch Netflix eine vierteilige Miniserie, die die Ereignisse der ein wenig unversöhnlich endenden Serie zumindest halbwegs abschließen sollte.

Bei den titelgebenden Gilmore Girls handelt es sich um die junggebliebene Mutter und Anfangdreißigerin Lorelai Gilmore (Lauren Graham), sowie ihre intelligente, ambitionierte Teenager-Tochter Rory Gilmore (Alexis Bledel). Und theoretisch, wenn man möchte, komplettiert die Großmutter Emily Gilmore das Trio noch, aber diese spielt eine eindeutig untergeordnete Rolle. Die kleinen Geschichten um die Gilmore-Mädels spielen in der fiktiven, beschaulichen US-Kleinstadt Stars Hollow und drehen sich zumeist auch um deren liebenswerte und wirklich zahlreiche Bewohner. Die bodenständige Lorelai, die ein Problem mit gesellschaftlichen Konventionen und ein schwieriges Verhältnis zu ihren reichen, versnobten Eltern Emily und Richard hat, wird bereits mit 16 Jahren schwanger. Die junge Frau wird folglich zur Heirat mit dem Vater des Kindes gedrängt, doch stattdessen führt dies zu einer schweren Familienkrise und schließlich zum Bruch mit den Eltern. Lorelai zieht Rory ganz alleine und ohne den Reichtum der Eltern groß, erfährt dabei aber gleichzeitig viel Unterstützung durch die Gemeinde, in die sie zieht. Rory wird so etwas wie das geliebte Töchterchen des ganzen Ortes.

16 Jahre später ist Rory zur hübschen, aufgeweckten Teenagerin und Musterschülerin aufgeblüht und steht an der Schwelle zum Erwachsenwerden. Sie soll nun auf eine angesehene, teure Privatschule gehen, die ihr zwar die besten Zukunftsaussichten bieten wird, doch die erwarteten Schulgebühren sind leider enorm. Sie übersteigen die finanziellen Mittel von Lorelai bei weitem, daher nimmt sie entgegen ihrer Prinzipien wieder Kontakt zu ihren Eltern auf, und bittet demütig um das Geld für Rorys Schule. Diese wollen jedoch endlich am Leben ihrer Enkelin teilhaben und knüpfen den regelmäßigen Kontakt als Bedingung an die Vereinbarung. Ihr Leben wird fortan völlig auf den Kopf gestellt, bei dem aussichtslosen Versuch, es ihren anspruchsvollen, traditionsverliebten Eltern irgendwie recht zu machen. Und plötzlich muss sich die bisher stolze, unabhängige Mutter damit auseinandersetzen, dass sie selbst im Grunde auch nur Kind ist.

Gilmore GirlsDie Serie lebt hauptsächlich von den starken, ungewohnt schnell gesprochenen Dialogen, insbesondere zwischen Lorelai und Rory, die ausdrücklich nicht allein Mutter und Tochter, sondern vor allem beste Freundinnen sind, was sich in ihrer perfekt eingespielten, kooperativen Lebensweise äußert. Sie haben ihre Alltagsrituale, ihre Insiderwitze und ihre ganz speziellen Spleens, die für Außenstehende selten nachzuvollziehen sind. Im Leben der Gilmore Girls ist alles in Bewegung, auch in Bezug auf ihre vielen romantischen Beziehungen, die im Verlauf der sieben Staffeln aufgezeigt werden. Konflikte lassen selbstverständlich auch nicht lange auf sich warten, so wechseln sich Comedy und Drama in schöner Regelmäßigkeit ab, was die Serie für den Zuschauer zu einer emotionalen Achterbahn werden lässt. Doch die Probleme, die man in dieser kleinen, relativ heilen Welt hat, bleiben weitestgehend auf Stars Hollow begrenzt, ein größeres Übel sucht man vergebens. Alles behält bis zum Ende seinen Kleinstadtcharme.

Die vier längeren Episoden der weiterführenden Serie “Gilmore Girls: Ein neues Jahr” mit den Titeln “Winter”, “Frühling”, “Sommer” und “Herbst” bilden den Abschluss der eigentlichen Serie, mit einem zeitlichen Abstand von fast 10 Jahren. Die Welt hat sich weitergedreht, alle sind reifer geworden, einige Dinge haben sich verändert, aber die Personen sind im Grunde dieselben geblieben. Jede wichtige Figur der Serie bekommt noch einmal ihren verdienten Gastauftritt, bevor der Vorhang zum Ende des Herbstes dann endgültig fällt – nicht jedoch ohne einen kleinen, unerwarteten und unaufgelösten Cliffhanger. Diese Kapitel im Leben der Gilmore Girls sind somit abgeschlossen, und ich habe alles bis zum Ende mitverfolgt und kann sagen, dass ich froh bin, dabei gewesen zu sein. Auch wenn man das in diesem Falle vielleicht nicht jedem gegenüber immer laut sagen sollte. Es ist natürlich zugegebenermaßen eine stark östrogenhaltige Fernsehserie. Doch wenn wir ehrlich sind, kommt dies nicht ganz ohne Vorteile daher. Die sympathischen und durchaus attraktiven Hauptdarstellerinnen haben jedoch auch noch ihren Beitrag dazu geleistet.

Ich persönlich mochte viele Aspekte der Serie, z.B. dass Lorelai und Rory große Filmfans sind und auch etliche Film- und Fernsehklassiker immer wieder gerne zitieren, was für Cineasten ein großer Spaß ist. Auch klassische Literatur und Musik kommen nicht zu kurz. Doch die große Stärke der Serie sind die teils komplexen, zwischenmenschlichen Beziehungen und die Romanzen, die sich allmählich entwickeln. Ich konnte mit Luke Danes, dem Besitzer des Diners, sehr oft sympathisieren, weil er mit seinem Image eines Einzelgängers und der Art eines verschrobenen Holzfällers erst ganz heimlich für Lorelai schwärmte, später aber aktiv nach Möglichkeiten suchte, ihr Herz für sich zu gewinnen, obwohl die beiden verschiedener kaum sein könnten. Er wollte lernen, Frauen besser zu verstehen, und nahm mich gewissermaßen mit auf diese Erfahrungsreise, um mir zu zeigen, dass nichts aussichtslos ist, wenn man sich nur bemüht. Auch Rorys erste Liebe mit ihrem Freund Dean in der ersten Staffel sollte nicht nur den beiden Charakteren, sondern auch mir damals als Lehrstück für Beziehungen dienen. Zumindest würde ich nicht behaupten, nichts aus deren Erfahrungen gelernt zu haben.

Es gibt nicht viele so prestigeträchtige Autos, die selbst für totale Autolaien absolut unverkennbar sind und so viel Begeisterung auslösen können wie die Viper. Das aggressive, flache, perfekt geschwungene Design mit dem Schlangenemblem an der Front ist für jeden ein echter Hingucker. Bis heute auch ein immer gern gesehenes Modell in allen möglichen Rennspielen. Ab dem Jahr 1994 wurde damit begonnen, den längsten Dodge Viper Werbespot der Welt zu senden: Die gleichnamige US-Fernsehserie Viper. Objektiv gesehen wahrscheinlich nicht unbedingt ein großes TV-Glanzlicht, habe ich sie jedoch im Laufe der Zeit aus verschiedenen Gründen in mein Herz geschlossen und bin seit mittlerweile 19 Jahren ein Fan der Serie. Es war daher höchste Eisenbahn, mir die DVD-Box zu bestellen und auch die letzten Episodenlücken zu schließen, die noch verblieben waren.

Die Grundidee war zum Serienauftakt vielleicht nicht übermäßig innovativ, aber durchaus interessant umgesetzt. Viper war eine relativ düstere TV-Serie mit einer wenig schmeichelhaften Sicht auf die nicht allzu ferne Zukunft der USA. In der von ausufernder Kriminalität geplagten fiktiven Stadt Metro City hat die Polizei relativ schlechte Karten gegen mächtige, gut organisierte Autobanden. Mit ihren speziell hochgerüsteten Sportwagen schlagen sie schnell und gezielt zu, unternehmen Einbrüche und Raubzüge, und fliehen hochkoordiniert im Verbund, um etwaige Straßensperren zu umgehen. Einer der berüchtigtsten und erfolgreichsten Gangster ist der Ausnahmefahrer Michael Payton. Durch eine Unachtsamkeit nach einem Coup jedoch erleidet dieser einen schweren Autounfall und wird umgehend in eine Klinik gebracht. Dort entscheiden ranghohe Beamte, den verunglückten Verbrecher chirurgisch zu verändern und als Versuchsobjekt für das streng geheime Viper-Projekt der Polizei einzusetzen. Die Viper ist ein hochmodernes High-Tech-Multifunktions-Einsatzfahrzeug, das im Auftrag der Polizei vorwiegend nachts heimlich die Straßen sicherer machen soll. Auf Knopfdruck kann die Viper sich in den schwer gepanzerten Defender verwandeln, die perfekte Waffe im Kampf gegen das Verbrechen.

Im Viper-Projekt, unter der Leitung des Wissenschaftlers Julian Wilkes, hatte man bislang größte Mühe, einen geeigneten Fahrer zu finden, der das Fahrzeug kontrollieren konnte. Daher sollte der Kriminelle Payton durch eine riskante, unkonventionelle Gehirnoperation zu einem Hüter des Gesetzes werden und fortan den Sportwagen lenken. Michael Payton wird offiziell für tot erklärt, während sein Alter Ego Joe Astor auf Verbrecherjagd geht. Wer jetzt sofort an Michael Knight denkt, dem sei hiermit ein wenig Nachsicht nahegelegt. Zunächst kämpften in der ersten Staffel daher nur ein Mann und sein Auto gegen das Unrecht im dystopischen Metro City der Zukunft, wobei Wilkes der Mann für die Technik im Hintergrund war. Der meistens etwas trottelige, aber liebenswerte Mechaniker Frankie Waters komplettierte das Trio, und brachte eine kleine Prise Humor in die Folgen ein. Weil diese eigentlich immer irgendwie nach demselben vorhersehbaren Muster abliefen (beliebige kriminelle Handlung, Ermittlung der Übeltäter, wilde Verfolgungsjagd mit der Viper, Ende), bot der innere Konflikt des Protagonisten Joe Astor mit seiner kriminellen Vergangenheit das mit Abstand größte Potenzial von Viper. Auch führt sein unfreiwilliger Seitenwechsel ihn mehrfach zur direkten Konfrontation mit seinen ehemaligen Komplizen, die ihn ihrerseits zur Besinnung bringen wollen, was wiederum eine gewisse Dynamik erzeugt.

Eine ebenfalls wichtige Zutat im Rezept ist das Manko, dass die Viper geheim ist, sie also gleichzeitig auf den Straßen patroullieren soll, aber vor der Öffentlichkeit um jeden Preis verborgen werden muss. Und zu allem Überfluss gibt es bei einzelnen Köpfen der involvierten Behörden Bestrebungen, das Geheimprojekt umgehend wieder einzustellen, bevor die Medien von dem silbernen, schwer bewaffneten Wagen noch Wind bekommen. Um die drohende Auflösung des Projekts zu verhindern, stehlen Julian, Joe und Frankie schließlich die Viper und verstecken sie vor der Polizei im gesicherten „Viper-Complex“. Das macht die schwierigen Einsätze im Kampf für die Gerechtigkeit allerdings nicht gerade einfacher.

Ab der zweiten Staffel, die in Deutschland erst drei Jahre später gezeigt wurde, verliert Viper leider bereits deutlich an Klasse: Die Autoren ziehen das ursprünglich futuristische Setting ohne wirkliche Not in die Gegenwart vor, die Handlung spielt sich schwerpunktmäßig nun eher am Tage ab, Julian Wilkes und auch der vielschichtige Joe Astor werden rausgeworfen, dafür kommt der aalglatte, uninspirierte, völlig uninteressante FBI-Fahrer Thomas Cole. Ihm zur Seite stehen neuerdings die überhebliche Computerexpertin Allie sowie die wackere Polizistin Cameron Westlake, da das Viper-Projekt offiziell wieder von der Stadt unterstützt wird. Hier bekommt die Serie endgültig das Feeling einer generischen 90er Jahre Actionserie. Das Duo Cole & Westlake mag vordergründig ganz gut funktionieren, aber es fehlt leider vollkommen an Substanz, an dringend nötigen Ecken und Kanten. Anfangs hatte ich Mühe, mich mit Cole als Hauptfigur der Serie zu arrangieren, nach einer Weile waren immerhin die größten Bedenken beseitigt. In der dritten Staffel fliegt Allie wieder raus und wird durch den teils inkompetenten, teils nur leicht peinlichen FBI-Bürokraten Sherman Catlett ersetzt, der hinter seinem Schreibtisch dem Viper-Team neue Fälle zuteilt.

Mein persönliches Highlight von Viper ist überraschenderweise die vierte und letzte Staffel. Das gänzlich andere Intro mit der neuen Titelmusik ist fetzig und reißt mich jedes Mal mit. Joe Astor kommt endlich wieder zurück, und mit ihm zum Glück auch etwas von dem alten Charme. Die rote Viper RT/10 mit der Defender-Transformation nach Wabensystem wurde durch eine blaue Viper GTS mit einer Karosserie aus Klapp-Elementen ersetzt, was spektakulärer aussieht, daneben gibt es einige Funktionsupdates. In der vierten Staffel betonen die Viper-Piloten Astor & Westlake desöfteren, was für ein tolles Team sie doch seien – und ich darf ihnen zustimmen, denn die Chemie stimmt einfach. Sogar die Tatsache, dass Joes frühere Verbrecherkarriere zunächst zwischen den beiden und ihrer fortschreitenden Es-Ist-Kompliziert steht und erneut aufgearbeitet wird, schweißt sie noch stärker zusammen. Das ganze gipfelt schließlich in einem tollen Serienfinale, bei dem ein angeschlagener Joe Astor mit akuter Persönlichkeitsspaltung sich entscheiden muss zwischen seiner Identität als Polizist und der als Ganoven, was mich wiederum über die schwachen mittleren Staffeln hinwegtröstet.

Viper kombiniert offensichtlich einige Elemente aus Knight Rider, einige aus Robocop, und entwickelt daraus etwas Neues. Im Gegensatz zu den genannten beiden Vorlagen, gibt es in Viper jedoch keine intelligente Technik. Es gibt zwar ein cooles „Superauto“, aber das ist ohne Fahrer völlig nutzlos, nur ein lebloses Werkzeug. Wahrscheinlich war unter anderem deshalb eine meiner ersten Assoziationen Mitte der 90er Jahre, dass es eine schwache Knight Rider-Kopie sein müsse. Aber Viper ist natürlich noch einiges mehr, und für mich insgesamt eine charmante, kleine Serie über einen gescheiterten Menschen, dem eine zweite Chance aufgezwungen wird. Mit einem coolen Wagen. Ich kann trotzdem ganz gut verstehen, wenn der Funke bei vielen Zuschauern am Ende doch nicht übergesprungen ist, schon da die Autoren mitten in der Produktion plötzlich den Stil geändert und die einzigen brauchbaren Spannungsfelder mit chirurgischer Präzision aus der Handlung entfernt haben, was aus meiner Sicht ein Fehler war.

Mein Fernsehseriengeschmack beispielhaft in einem kurzen, völlig typischen Dialog ausgedrückt, so wie ich ihn in den letzten Wochen mehrfach führte:

Jemand: „Was guckst du denn aktuell so an Serien?
Ich: „Ich schaue zur Zeit noch Kampfstern Galactica.
Jemand: „Achja, cool, Battlestar Galactica! Die Serie ist super! Bei welcher Staffel bist du grad?
Ich: „Nein, nicht die! Kampfstern Galactica! Das Original. Aus den 70ern.
Jemand: „Oh…
Ich: „War mir klar, dass du das nicht kennst.

Vor kurzem habe ich in einem Video (versehentlich) jemandem zugehört, der mir erklären wollte, wie die Filmemacher in den 50er Jahren beispielsweise noch sehr primitive Tricktechnik nutzen mussten, und daher auch nicht in der Lage waren, gute Filme zu produzieren. Und nur weil das Publikum damals noch nichts anderes gewohnt war, wurden alle diese schlechten Filme als gut empfunden. Richtig, heute wissen wir es besser. Und genau aus diesem Grund gibt es überhaupt keine guten Filme aus den 50ern. Oder aus den 60ern. Oder aus den 80ern.

Eigentlich gibt es gute Filme erst seit Matrix Reloaded, Catwoman, Hulk und Green Lantern, denn davor waren die Computereffekte noch zu schlecht. Ok, ernsthaft, das lächerliche Video habe ich kurz darauf lachend weggeklickt, den Rest der peinlichen, ignoranten Argumentation habe ich mir gar nicht erst angehört. Traurigerweise kenne ich tatsächlich einige solcher Personen verschiedenster Altersgruppen, die wirklich der Meinung sind, alles aus den 80ern (und logischerweise davor) sei Trash. Unabhängig von der Produktionsqualität oder der filmischen Qualität, unabhängig von der Handlung oder von der schauspielerischen Leistung. Es ist alt, es ist Trash. Einfach Trash. Umgekehrt sagen sie dann natürlich, wenn der Film brauchbares CGI hat, dann gehen sie in jedem Fall ins Kino. Jeder weitere billige Star Wars-Ableger, jeder x-beliebige Superhelden-Film, die drölfte Remake/Sequel-Vergewaltigung eines Klassikers – egal, sie sitzen immer rechtzeitig wie auf Befehl mit Popcorn im Kino. Unkritisch, anspruchslos, debil grinsend, glücklich über ihre geliebten CGI-Effekte. Mit solchen Leuten kann man gar nicht diskutieren. Will ich auch nicht.

Ich mag Kampfstern Galactica mit seinem 70er Jahre Sci-Fi-Charme. Für andere ist es nichts als Trash. Besonders wo es längst eine Remake-Serie gibt, fragen sich viele Netflix-Amazon-Spotify-Opfer als allererstes, wieso man sich da freiwillig noch das primitive Original anschauen wollen würde. Jede Existenzberechtigung wird da der älteren Serie sofort abgesprochen. Ich bin ein Fan von Originalen. Ich mochte die Serie schon als Kind, als mein Vater sie im Fernsehen verfolgte, und ich dann manchmal ebenfalls gebannt zusah. Ich mochte damals besonders Muffit, den kleinen Roboterhund von Boxey, und ich wollte damals selbst einen solchen als Haustier. Wer natürlich auf moderne Computereffekte großen Wert legt, wird mit der TV-Serie von 1978 nicht glücklich, das ist mir klar. Aber das Äußere ist nicht das, was zählt. Jedenfalls nicht nur.

Ich mochte auch die coolen Zylonen, die damals wirklich einschüchternd waren, obwohl sie aus heutiger Sicht in den meisten Episoden nur Kanonenfutter waren, so wie die imperialen Sturmtruppler aus „Krieg der Sterne“ (Ja, zu meiner Zeit hieß das in echt noch so!). Aber mit ihrer voll verchromten Roboterrüstung sind sie natürlich viel stylischer. Ich mochte es, die spannenden Abenteuer von Apollo, Starbuck und Boomer zu verfolgen, und den weisen Worten von Ben Cartwright, äh, Commander Adama zu lauschen. Wenn sie in ihren kolonialen Vipers mit dem Turbo durch das weite Weltall schossen, war ich hin und weg. Und es ist mir nicht peinlich, zuzugeben, dass die Serie für mich heute nicht viel von ihrer alten Faszination verloren hat. Klar, es sieht alt aus, aber das tue ich heute auch. Das macht mich nicht schlechter, warum sollte es bei einem schöpferischen Werk anders sein?

Da ich damals sicherlich nicht alle Folgen gesehen habe, wollte ich erneut ein altes Kapitel meiner Kindheit abschließen, indem ich nun die komplette Serie auf Blu-ray konsumierte. Enthalten waren in der Box die (leider sehr wenigen) Episoden der eigentlichen Serie, sowie die noch deutlich weniger Episoden umfassende Nachfolgeserie „Galactica 1980“, von der ich bis dahin überhaupt nichts wusste. Allerdings muss ich zugeben, dass letztere wirklich nicht besonders gut ist. Selbst die Super-8-Fassungen der Kinofilme waren auf den Scheiben enthalten, die ich mir ebenfalls gönnen durfte. Ich bin froh, dieses Relikt seiner Zeit nun endlich vollständig zu kennen. Einige kleinere Aspekte fallen einem erst mit deutlichem zeitlichen Abstand und mit wesentlich mehr Film-Erfahrung auf, so zum Beispiel, dass der kleine Boxey von Noah Hathaway gespielt wird, also Atreyu aus „Die unendliche Geschichte“. Außerdem, dass der Vater von Starbuck von einem gealterten Fred Astaire gespielt wurde. Auch Lloyd Bridges‘ Darstellung des draufgängerischen Commander Cain mit der deutschen Stimme von Darth Vader ist für Fans von Hot Shots! definitiv ein Genuss.

Kampfstern Galactica ist eine Serie von Serienschöpfer Glen A. Larson, mit dem Soundtrack von Stu Phillips. Fans der 80er kennen dieses Erfolgs-Duo noch von einer anderen, noch bekannteren Serie. Die Idee für Knight Rider wurde in Kampfstern Galactica bereits ganz offensichtlich angelegt: So gibt es eine Episode, in der Starbuck in einer umgebauten Viper mit einer KI-Autopilotin namens CORA fliegt. Die intelligente weibliche Computerstimme, die ganz stilecht mit einem Audio-Spektrometer visualisiert wird, kann automatisch in die Flugmanöver eingreifen, und ist darauf programmiert, einen freundschaftlichen, kooperativen Umgang mit dem Piloten zu pflegen. Ganz so wie KITT, aber im Gegensatz zu diesem schießt CORA ein wenig übers Ziel hinaus, nervt Starbuck mit allzu emotionalen Episoden und gibt ihm sogar Kosenamen. Aber die Gemeinsamkeiten hören da noch lange nicht auf, denn das rote Lauflicht in den Augen der Zylonen erkennt man natürlich sofort als das exakt gleiche rote Scanner-Lauflicht an der Front des schwarzen Trans Am. Und selbst der Augenglüh-Soundeffekt, den die Zylonen machen, ist praktisch derselbe. Daneben teilen beide Serien sich viele Stock-Soundeffekte wie die von Explosionen und Raketenstarts, die man immer wieder hört.

Wem kann ich die Serie empfehlen? Naja, wen bei „Raumschiff Enterprise“ (TOS) aus den 60ern sofort das blanke Entsetzen erfasst, und wer die Ur-Trilogie von Star Wars nur in der allerneuesten, digital hochgepimpten und kaputtgepatchten (Disney-)Neuauflage kennt, der wird Kampfstern Galactica nicht einmal mit der Kneifzange anfassen wollen. Im Gegensatz dazu, wer Raumpatrouille Orion kennt, und wer 2001: Odyssee im Weltraum gesehen hat, der wird sicherlich auch diese Serie hier sehr vergnüglich finden. Man wird mit jeder Menge 70er Jahre Ambiente, Schlaghosen, Fönfrisuren und Discomusik belohnt.

Ein Mann und sein Ergometer kämpfen gegen die Herrschaft der Maschinen. Naja, jedenfalls beobachten wir ihn auf der Mattscheibe. Die eigentlich gar nicht matt ist, sondern glänzt. Stundenlanges Strampeln zwecks Kalorienverbrennung über einen Zeitraum von mehreren Monaten war nötig, doch nun ist meine Fernsehserien-Checkliste um einen Eintrag länger geworden: Die Actionserie „Terminator: The Sarah Connor Chronicles“ ist für mich beendet; nach den einzigen beiden Staffeln, die diese Serie überhaupt zu bieten hat, da sie seinerzeit nach ihrer Laufzeit von 2007 bis 2009 vorzeitig vom Sender abgesetzt wurde, und daher mit einem Cliffhanger endet, der offiziell nie aufgelöst wurde. Wie eben so oft bei TV-Serien.

Wieder einmal handelt es sich um eine Serie, von der ich viel gehört hatte, und die mir von mehreren Personen ans Herz gelegt wurde, weshalb ich mich nach all den Jahren nun verspätet ins Vergnügen stürzte. Sarah Connor Chronicles spielt zeitlich wenige Jahre nach den Ereignissen von Terminator 2: Sowohl der T-1000 als auch der T-800 sind vernichtet, und auch die Entstehung von Skynet ist abgewendet worden. Der Tag der Abrechnung im Jahr 1997 fällt glücklicherweise aus. Aber Sarah Connor ist mit ihrem Sohn John seit Jahren auf der Flucht, da sie wegen Mordes an dem Cyberdyne-Programmierer Miles Dyson gesucht wird. Ihre schlimmsten Befürchtungen, dass das Unheil nämlich gar nicht aufgehalten, sondern nur verzögert wurde, bewahrheiten sich leider, als John plötzlich in der Schule von einem „Triple-8“ (Terminator Modell T-888) angegriffen wird. Zum Glück taucht aber sofort Hilfe auf: Johns hübsche Klassenkameradin Cameron (offensichtlich benannt nach Terminator-Schöpfer James Cameron) gibt sich rechtzeitig als der nächste Beschützer-Terminator zu erkennen, rettet John das Leben und bekämpft den bösen Blechmann.

Cameron hat für diesen Ernstfall bereits vorgesorgt und aktiviert eine versteckte Zeitmaschine, mit der sie Sarah und John ins Jahr 2007 schleust. Doch unvorhergesehenerweise gelingt es dem Triple-8, ihnen dorthin zu folgen, und so wird die mörderische Hatz fortgesetzt. Schon kurz darauf bekommt das Trio großkalibrige Unterstützung aus der Zukunft von dem Soldaten Derek Reese, dem Bruder des 1984 getöteten Kyle Reese, dem Vater von John. Gemeinsam versucht man, den Maschinen zu entkommen, und gleichzeitig erneut die Geburtsstunde von Skynet zu verhindern, denn die Gruppe erfährt bald, dass ein hochentwickeltes Schachprogramm mit fortgeschrittener künstlicher Intelligenz höchstwahrscheinlich der Anfang vom Ende der menschlichen Zivilisation sein wird.

Die Prämisse der Serie klingt erst einmal gar nicht schlecht und hatte mit Sicherheit viel Potenzial. Leider ist es für TSCC fatal, dass im Verlauf der beiden Staffeln ein Fass nach dem anderen aufgemacht wird, und dann wird leider für keines davon eine Auflösung präsentiert. Stattdessen wird am Ende von Staffel 2 in einem großen Cliffhanger-Finale zu allem Überfluss auch noch eine völlig neue Zeitlinie aufgemacht. Schließlich hängen sämtliche Handlungsstränge irgendwo in der Luft, und der Zuschauer stellt enttäuscht fest, dass Sarah, John, Cameron und Derek in diesen zwei kümmerlichen Staffeln praktisch kaum vom Fleck gekommen sind. Was war denn nun mit dem bösen Schachcomputer? Und was war mit dem mysteriösen Flüssigmetall-Terminator? Wozu sehen wir Episode um Episode „John Henry“ dabei zu, wie er lernt und über Menschen philosophiert? Wer war die „echte“ Cameron in der Zukunft? Was war mit den UFOs? Hat Sarah Connor denn nun Krebs oder nicht? Wohin flieht Dereks Soldaten-Freundin vom Widerstand? Die Liste der unbeantworteten Fragen ist fast endlos. Es ist mehr als deutlich, dass die Autoren das alles in die späteren Staffeln mitnehmen wollten.

Fans von Cameron-Darstellerin Summer Glau kennen diese Situation zufälligerweise bereits von ihrer anderen Kultserie, „Firefly“, bei der die Katastrophe sogar noch schlimmer war: Kaum mehr als ein Dutzend Episoden in einer einzelnen Staffel gab es zu bewundern, dann war sofort Sendeschluss. Dem Zuschauer wurde ein großes Serienuniversum schmackhaft gemacht, viele spannende Charaktere und Ideen etabliert, und gerade dann wenn man endlich richtig drin ist … fertig. Das ist eben der Nachteil bei Serien, die einen Handlungsbogen gleich über mehrere Staffeln hinweg spannen wollen, und dann vom produzierenden Sender viel zu früh den Stecker gezogen bekommen. Ich habe viele andere Serien gesehen, die auf Grund schlechter Quoten vor ihrer Zeit abgesetzt wurden, deren Handlung aber meist stets im Verlauf einer Episode, größtenfalls in einer Staffel komplett abgeschlossen wird. Solche Serien sind dadurch fast immun gegen spontane Planänderungen und lassen die Zuschauer immerhin nicht mit einem leeren Gefühl zurück. Und genau das gleiche Problem hatte ich zuletzt bei „Stargate: Universe“.

Aber ich will nicht alles schlechtreden. Ich kann vielleicht nicht behaupten, ein Fan der Serie geworden zu sein, aber ein bisschen von dem, was ich freudig erwartet hatte, bekam ich dann auch: Ein paar spannende Kämpfe Terminator vs. Terminator, nicht ganz so krachend wie mit Arnold Schwarzenegger, aber allemal gut genug. Lena Headey ist auch ein ganz annehmbarer Ersatz für Linda Hamilton, und Summer Glau verzückt wie erwartet in der Rolle der emotional hölzernen, sozial unbeholfenen Terminator-Teenagerin mit übermenschlicher Körperkraft. Die Effekte sind zugegebenermaßen eher bescheiden, aber dafür kann man sich auf die vielen Dialoge konzentrieren, in denen Sarah ihren Sohn irgendwie immer wieder zur Vorsicht und Wachsamkeit mahnt und John sich um Cameron sorgt. Die Spannungen zwischen den einzelnen Charakteren sind schon eine Menge Stoff für Unterhaltung in TSCC. Dennoch muss ich gestehen, dass ich die allgemeine Faszination selbst als Terminator-Fan nicht so recht nachvollziehen konnte.

Vielleicht liegt es unter anderem daran, dass Edward Furlong bereits auf der Kinoleinwand einen frühjugendlichen John Connor gezeigt hat, der sich als Ausgestoßener, als schwer erziehbares Anarcho-Pflegekind weitestgehend von der Gesellschaft abgekapselt hat, der auf Konformität scheißt, der Bankautomaten knackt, Autos klaut und mit Waffen Umgang hat. Und jetzt steht John Connor an der Schwelle zum Erwachsensein und hat für meine Verhältnisse zuviele unbedeutende Teenager-Probleme. Er achtet auf sein Haarstyling, pflegt sein gefaketes unnahbares Bad Boy Image, sorgt sich um das Wohl seiner Mitschüler und verliebt sich in aufdringliche Highschool-Mädchen. Selbst seine Mutter, die es besser weiß, hat ihre Schwierigkeiten damit, ihm einzutrichtern, dass er kein normaler Teenager ist, sondern ein Soldat in einem Krieg gegen die Maschinen, der unentbehrlich dabei ist, das Ende der Menschheit aufzuhalten. Mein Eindruck ist, John war über diesen Punkt am Ende von Terminator 2 längst hinaus.

Was bleibt ist eine Actionserie, in die man nicht zuviel Zeit investieren muss, die die Terminator-Geschichte ein wenig weitererzählt, aber insgesamt keinen besonders großen bleibenden Eindruck hinterlässt. Für eine Wiederholung reicht es bei mir jedenfalls nicht. Die epische Titelmusik aus den ersten beiden Terminator-Filmen ist jedem Fan sofort präsent, wenn er nur daran denkt. Hier funktioniert der eher schwermütige Soundtrack oder das trockene Intro leider bei weitem nicht so gut, so dass man die Details schnell wieder vergisst. Das wird wohl auch der Grund gewesen sein, weshalb man das Intro nach ein paar Folgen einfach unter den Tisch fallen gelassen hat. Und ob die kurze Geschichte um die Sarah Connor Chronicles bald überhaupt noch zum Kanon gehört, wird sich zeigen, wenn demnächst Camerons nächstes echtes Terminator-Kapitel (Terminator: Dark Fate) in die Kinos kommt. Von dem ist nämlich bekannt, dass es alle Filme nach T2 ignoriert. Und das ist wahrscheinlich gut so.

Ein weiterer Eintrag, den ich meiner kurzen, aber jährlich wachsenden Liste abgeschlossener Fernsehserien hinzufügen darf. Nach der Gefängnisausbruchs-Serie Prison Break stand mir diesmal der Sinn nach gelebtem Superheldentum gegen übermenschliche Bösewichte in Form der amerikanisch-kanadischen TV-Serie „Smallville„. Da diese sagenhafte zehn ganzjährige Staffeln mit Episoden in voller Länge umfasst, die zwischen 2001 und 2011 gedreht wurden, hatte ich die vorangegangene Serie bereits auf Grund der inzwischen vergangenen Zeit längst vergessen. Smallville war immer etwas gewesen, das ich in den Augenwinkeln beobachtet, aber doch fast gänzlich ignoriert hatte. Bis heute. Es ergab sich eine Gelegenheit, und ich griff zu. Und damit begann meine lange Reise durch die Welt von Smallville.

Smallville erzählt die Geschichte des jungen Clark Kent, der zu Beginn noch auf der Kent-Farm lebt, zur Highschool geht, mit seiner kleinen Clique abhängt, und heimlich für die Schulschönheit Lana Lang schwärmt. Und dann sind da noch Clarks geheime Kräfte. Es wird für die meisten eine große Überraschung sein, aber Clark Kent kann Autos und Traktoren mühelos anheben, rennt in Lichtgeschwindigkeit durch die Gegend, er kann Feuerbälle aus den Augen verschießen, hat einen Röntgenblick, und hört selbst leiseste Geräusche meilenweit. Ja, Clark Kent ist fast sowas wie Superman. Fast. Clark ist nicht der beliebteste Schüler an der Schule, aber auch kein Außenseiter, und trotzdem wird er gleich in der ersten Folge von unangenehmen Mitschülern als Vogelscheuche an einem Kreuz auf einem Maisfeld aufgehängt.

Damit Superclark seinen Mitmenschen nicht allzu sehr überlegen ist, haben sich die Autoren etwas ganz besonderes überlegt: Überall in Smallville liegt seit dem großen Meteoritenschauer (mit dem auch Clark auf die Erde kam) Kryptonit herum, und jeder Landbewohner hat sich damit in irgendeiner Form eingedeckt. Dass das grüne, leuchtende Gestein Clark schwächt, bekommt zwar trotzdem niemand so recht mit, aber es reicht, um ihn beinahe in jeder Folge in dumme Situationen zu bringen. Und natürlich macht das Kryptonit nicht nur Clark schwächer, sondern seine Widersacher auch gleichzeitig stärker. Während der junge Clark also versucht, seinen Alltag zu meistern und seiner Angebeteten näherzukommen, muss er Episode für Episode das Dorf vom Schmutz befreien, nämlich bösartige Dorfbewohner, die durch das Kryptonit etwa zu Insektenmenschen geworden sind, feuerspeiende Sportlehrer, Formwandler, eisige Gestalten, Hypnotiseure, und Körpertausch-Episoden (jede Menge!), und vieles mehr. In Smallville gehen wirklich am laufenden Band seltsame Dinge vor.

Seine menschlichen Eltern Martha und Jonathan Kent helfen Clark dabei, sein Geheimnis zu bewahren, während der Teenager sich den Kopf darüber zerbricht, welche Rolle er unter den Menschen spielt. Ist er einer von ihnen? Ist er ihr Gott? Soll er allen Menschen helfen oder jeden einzelnen seinem Schicksal überlassen? Wird er eines Tages ein gnädiger oder ein tyrannischer Herrscher sein? Clark weiß, dass es für ihn keine Grenzen gibt, doch seine Eltern ermutigen ihn dabei, sich selbst Grenzen zu setzen, die er nie überschreiten darf. Seine anfängliche Freundschaft zu dem superreichen Lex Luthor, der noch zwischen Gut und Böse schwankt und seine Nase gerne in fremde Angelegenheiten steckt, sowie die aufflammende Romanze mit Lana Lang, die ihn auf Abstand hält, weil sie spürt, dass er etwas verheimlicht, machen Clark das Leben reichlich schwer. Seine Kräfte sind eben nicht einfach nur ein Geschenk, sondern oft eine große Bürde.

Und außerdem stehen da noch die großen Themen Selbstfindung und Identitätskrise im Raum. Dass Clark kein Mensch ist, ist ihm natürlich schon früh bewusst, aber wer ist er wirklich? Die Antwort besucht ihn in Form der Stimme seines leiblichen Vaters. Durch ihn erfährt er die Wahrheit über seine ursprüngliche Herkunft: Clark heißt eigentlich Kal-El und stammt vom Planeten Krypton. Und offenbar wurde er auserwählt, um die Menschheit zu versklaven. Oder so. Zwischendurch fängt Clark dann auch noch als Reporter beim Daily Planet in Metropolis an, und er lernt all die anderen gefühlten 100 Superhelden kennen, die ihm bald mit Rat und Tat mehr oder weniger hilfreich zur Seite stehen. Und was wäre eine Superman-Serie ohne seine markanten, übermenschlichen Gegner, allen voran General Zod, Brainiac, Doomsday, Darkseid, Silver Banshee, Winslow Schott, und der böse Clark Kent aus dem Paralleluniversum. Die Liste ist beinahe endlos. Auch wenn es schwerfällt, zu glauben, dass Clark Kent alle diese Feinde bereits vor seiner eigentlichen „Karriere“ als Superman kennengelernt und besiegt haben soll.

Der Clou an Smallville ist, dass es den Figuren in zehn Staffeln zwar gelingt, alle möglichen Umschreibungen für den Mann aus Stahl zu formulieren, aber nie wird er direkt als Superman betitelt, denn der ist er nicht. Clark Kent muss erst zu Superman werden. Bei Lana Lang dachte ich zunächst, es handle sich um eine alternative, jüngere Version von Lois Lane, schon wegen des ähnlichen, alliterativen Namens. Aber die richtige Lois tritt tatsächlich später noch in der Serie auf.

Film- und Fernsehfans wie ich finden besondere Freude daran, dass mehr oder weniger das komplette Who-is-Who der Superman-Live-Action-Auftritte vertreten ist. So haben Christopher Reeve und Margot Kidder wiederkehrende Gastauftritte, außerdem Dean Cain und Teri Hatcher. Solche kurzen Momente, die vermutlich nicht allzu viele Zuschauer verstehen werden, versüßen einem Fan nicht unerheblich das Serienvergnügen. Smallville hat mir insgesamt sehr viel Freude bereitet, wenn auch gerade am Anfang – und darunter leiden meines Erachtens nicht wenige Serien – alles noch sehr ungeschliffen und monoton ist. In jeder Folge irgendein anderer Kryptonit-Mutant (oder „Meteoriten-Freak“, wie sie in Smallville genannt werden), und Clark muss wieder einmal Smallville und vor allem Lana retten. Erst später beginnt die Serie aufzublühen mit ihren vielen etablierten Charakteren, und Clark beginnt endlich seine Rolle in der Welt zu verstehen und zu akzeptieren. Er wächst an seinen Erfolgen und an seinen Verlusten. Smallville mag nun keine grandiose Serie sein, aber meine Zeit habe ich schon schlechter investiert. Superman-Fans werden in jedem Fall auf ihre Kosten kommen.