Dongleware-Soundtracks von Jürgen Piscol

OxydEs ist inzwischen genau 20 Jahre her, da hat ein Modula-2-Programmierer aus dem nahen Neckargemünd eines der bekanntesten Monochromspiele für den Atari ST entwickelt und damit gleichzeitig eine neue Lizenzform für Spielesoftware erfunden: OXYD.

OXYD war ein Geschicklichkeits- und Denkspiel, in dem man eine schwarze Kugel durch 100 (+100 im Zweispielermodus) Landschaften navigiert, die man löst indem man OXYD-Steine mit gleichem Motiv wie beim Memory öffnet. OXYD war Dongleware, das heißt das Spiel war Public Domain, aber nur eingeschränkt spielbar. Um es durchzuspielen, benötigte man die Codes aus dem OXYD-Buch. Mit dem richtigen Code konnte man magische Steine sprengen, die sonst ein unüberwindbares Hindernis darstellten.

Ein Jahr später erschien der Nachfolger OXYD2 für den Atari ST, der einige Erweiterungen mit sich brachte und 200 neue Landschaften. Aber im Grunde war es dasselbe Spiel. Noch im selben Jahr wurde allerdings Spacola veröffentlicht, das komplett anders war: ein 2D-Weltraum-Ballerspiel mit witzigen Gags und ähnlich netter Grafik. Diese drei Spiele gehörten praktisch mit zum Pflichtprogramm für jeden Atarianer.

Entwickelt wurden diese drei Dongleware-Spiele 1990 und 1991 von Meinolf Amekudzi (geb. Schneider) in der Programmiersprache Megamax Modula-2. Die mehr als beeindruckenden Titelsongs dazu komponierte Jürgen Piscol. Mit meinen drei neuesten Youtube-Videos wollte ich euch einen kleinen Einblick in die Spielewelt meiner Kindheit gewähren:

OXYD
OXYD2
Spacola

Vielleicht lade ich die kommenden Tage auch noch die Titelmusik zu MIDI-Maze II hoch – praktisch der Urgroßvater aller First-Person-Shooter.

5 Gedanken zu „Dongleware-Soundtracks von Jürgen Piscol

    1. Vince Beitragsautor

      Hallo Jan,

      schön, dass dich die Musik zu Spacola so sehr interessiert, dass du mir gleich drei Kommentare hinterlässt, in denen du immer dasselbe fragst.

      Ein Blog lebt zum Teil auch von den Beiträgen der Leser, das hast du schon richtig verstanden. Als Blogger schreibe ich über die Dinge, die mich beschäftigen, und interessierte Leser schreiben bei Bedarf ihre Meinung zum gelesenen Beitrag. Es ist nicht selbstverständlich, dass Leute mir Kommentare hinterlassen, aber wenn sich jemand tatsächlich die Zeit nimmt, dann freue ich mich darüber.

      Worüber ich mich nicht so sehr freue, ist, wenn sich jemand zwar die Mühe macht, einen Kommentar zu schreiben, dann aber leider überhaupt nichts zum Thema zu sagen hat und stattdessen dreimal hintereinander nach einem Link fragt.

      Statt der drei mageren Kommentare hättest du mir doch in einem einzigen Kommentar ganz kurz schreiben können, wie du auf Spacola kommst, wieso dich der Soundtrack so interessiert, wie dir mein Remake (das du offensichtlich gesehen hast) bisher gefällt, was du sonst noch so auf dem Atari ST gerne gespielt hast und und und. Nicht alles davon, aber vielleicht ein bisschen was über dich. So ein kleines bisschen nett geschriebener Text hätte gereicht, um auf meiner Sympathieskala ganz oben zu landen. Stattdessen bekomme ich nur diese eine Frage als Kommentar.

      Entsprechend groß ist meine Bereitschaft, für dich nach dem Soundtrack von Spacola zu suchen. Soviel sei dir verraten: Es GIBT den Soundtrack als Download im Netz, er ist nicht schwer zu finden, und er besteht aus genau einem Lied.

      Viele Grüße,
      Vince

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  1. Bruno

    Hey, vielen Dank für das Hochladen der Soundtracks!

    Weißt du zufällig in welchem Format bzw. mit welchem Programm die Songs gemacht wurden? Das würde mich brennend interessieren!

    Gruß
    Bruno

    Antworten
    1. Vince Beitragsautor

      Hallo Bruno, danke für deinen Kommentar.

      Klaro! Jürgen Piscol, der die Titelmusik für die Dongleware-Spiele geliefert hat, war damals nicht nur Komponist sondern auch selbst ein fähiger Softwareentwickler, der mehrere Musikprogramme veröffentlicht hat. Eines davon war sein kommerzielles Programm „SMS Synthesizer“, eine Art Tracker, der die Samples/Instrumente zu den Songs zusammen mit den Kompositionsdaten am Ende in eine fertige Datei „kompiliert“ (mit der Dateiendung *.CMP). Piscol hat dazu auch kleine Player in Laser-C, GFA-Basic und anderen Programmiersprachen geschrieben, mit denen man diese Dateien selbst in seine eigenen Programme einbinden und darin abspielen kann.
      Die Besonderheit des SMS Synthesizers war, dass man das Programm zum Aufnehmen auf einem zweiten Rechner gestartet hat, die via Midi-Schnittstelle gekoppelt waren. Dann hat ein Atari ST mit dem SMS als Aufnahmegerät fungiert, der die Musik in Form von Midi-Daten aufgezeichnet hat, der andere Rechner war in dem Fall nur das Playback-Gerät, auf dem praktisch irgendein beliebiger Sequencer laufen konnte. Das heißt es mussten zuerst Midi-Daten in das SMS-Format „aufgenommen“ und dann in das fertige Containerformat kompiliert werden.

      Das ist im Grunde alles was ich darüber weiß.

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