Beiträge mit tag "Fehler

Java

Club der anonymen Java-Programmierer

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javaappletGerade kürzlich dachte ich so bei mir: Warum eigentlich nicht mal wieder einen Java-Artikel schreiben? Die Zeit ist reif dafür. Oracle bringt es mit seiner Intransparenz und seiner faulen Update-Politik offenbar noch fertig, Java komplett in den Ruin zu reiten. In der Öffentlichkeit hatte Java nie einen schlechteren Stand. Dass inzwischen selbst JavaScript ein sehr viel besseres Ansehen als Java genießt, das ist wirklich ein großes Armutszeugnis, das ich Oracle ausstellen muss. Wir erinnern uns an das Jahr 1997: JavaScript war ursprünglich diese nervige Browserspielerei, mit der man den Rechtsklick unterbinden und die Statusleiste im Internet Explorer für blöde Laufschriften missbrauchen konnte.

Java hat bestimmt so einige kleine Problemchen, aber im Moment wird zu Unrecht geschimpft. Das miese Browser-Plugin ist es, das ständig mit neuen Sicherheitslücken negativ in die Schlagzeilen gerät. Dennoch hagelt es jetzt Kommentare in der Art wie: “Java gehört in den Sondermüll und ich kann nur jedem raten, es zu deinstallieren!”. Die Probleme waren kürzlich scheinbar sogar so gravierend, dass das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in diesem Drama unbedingt mitspielen wollte und fortan ebenfalls jedem empfiehlt, bloß schnell Java loszuwerden. In meinen Augen allerdings eine ziemlich peinliche Äußerung, die mir beweist, dass der Laden dort auch nur von den üblichen Internetausdruckern geführt wird, die keine Fachkompetenz besitzen. Das ist wie als würde man ständig empfehlen, Windows zu deinstallieren, wenn im Internet Explorer mal wieder eine Sicherheitslücke offengelegt wurde. Das ist mit Kanonen auf Spatzen schießen.

Natürlich würde dort NIE jemand empfehlen, Windows zu deinstallieren. Warum eigentlich nicht? Und wenn wir schon bei Sicherheitslücken sind, wieso empfiehlt das BSI nicht ausnahmsweise was Sinnvolles, z.B. solchen fahrlässigen Mist wie WhatsApp zu deinstallieren, wegen der ganzen Sicherheitslücken, wegen dem komplett unverschlüsselten Traffic, und wegen dem fragwürdigen Datenschutz beim Versenden des kompletten Adressbuches? Aber das ist wohl eine andere Geschichte.

Nichtsdestotrotz hat Java dadurch wieder einen spürbaren Imageschaden abbekommen. Witzigerweise wird Java immer nur dann verteidigt, wenn jemand Minecraft erwähnt. DAS ist so ziemlich der ultimative Beweis dafür, dass es Java schlecht geht: Wenn ein mäßiges aber weitverbreitetes Indie-Spiel so ziemlich das Einzige ist, womit man noch zeigen kann, dass Java manchmal auch ein bisschen toll sein kann. Mich als Java-Entwickler stört das natürlich schon ein wenig, weil Java eigentlich sehr vielseitig und extrem nützlich ist, wenn man platformunabhängig entwickeln möchte. Programmieren in Java macht einfach Spaß und Probleme habe ich damit auch keine.

Nun wollte ich eigentlich einen Beitrag über einen winzig kleinen Fehler in Java schreiben, der mir kürzlich aufgefallen ist, aber ich glaube wenn Java im Moment etwas am wenigsten gebrauchen kann, dann sind das noch mehr Nörgler. Stattdessen werde ich mich mit diesem Beitrag einfach öffentlich solidarisch zu Java bekennen. Ich bin gerne Java-Programmierer und ich würde es am liebsten noch eine Weile bleiben. Es gibt nichts zu bereuen.

Java

Not so weekly rant: Wieso läuft die JVM nicht?

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Ich weiß nicht ob das typisch für mich ist, dass ich das neue Jahr mit einem Rant einleite, aber zeitlich ist es jedenfalls nicht beabsichtigt. Ich wasche meine Hände in Unschuld. Zunächst also ein frohes neues Jahr. Die tollen, freundlichen Beiträge kommen alle noch die Tage. Wieder einmal habe ich die Hoffnung, dass dieser Artikel all jenen hilft, die mit einem ähnlichen Problem konfrontiert werden. Das Programmiererleben ist sicherlich vieles, aber gewiss nicht einfach.

Vergangene Woche war ich in der Situation eine portable Version einer Solaris JVM (Java Virtual Machine) aktualisieren zu dürfen. Die bisherige Version des JDK6 war leider veraltet und brachte regelmäßig Segmentation Faults im Dauerbetrieb zustande. Ein neueres Update (1.6.0 Update 38) sollte hoffentlich stabiler laufen. Mit einer portablen Version ist eine Java-Installation gemeint, die man einfach auf dem Zielsystem in ein Verzeichnis seiner Wahl entpackt und die sofort (und vor allem ohne betriebssystemabhängige Installation) lauffähig ist. Aus diesem Grund wollte ich mir eine solche Version von Oracle herunterladen. Das war aber schon das erste Problem: Oracle ist nämlich ziemlich scheiße.

Oracle bietet (jedenfalls für Java 6) keine portablen JDKs zum Entpacken an – nur Installer. Da ich auf dem Zielsystem aber keine Installationsprogramme ausführen kann/darf/will, ist das selbstverständlich keine Alternative, zumal ich ja wusste, dass Java problemlos portabel ausführbar ist. Eine Installation ist daher gar nicht nötig. Kurzerhand musste ich also kreativ werden und basteln. Ich wollte den doofen Installer umgehen und die Dateien von Hand extrahieren. Das war gar nicht so schwierig wie ich dachte. Mein Werk wollte ich im Vorbeigehen kurz an einer Client-Anwendung testen, als beim Starten der JVM eine wilde Fehlermeldung erschien:

Error occurred during initialization of VM
java/lang/NoClassDefFoundError: java/lang/Object

Soso, sehr interessant. Die JVM kann die Klasse java.lang.Object nicht finden. Wenn diese Klasse fehlt, dann fehlt praktisch alles. Ein freundliches Google teilte mir mit, dass es vermutlich mit einer fehlenden Datei rt.jar im Verzeichnis /jre/lib/ zusammenhängt. Tatsächlich, diese Datei gab es dort nicht. Ist Oracle wirklich so bescheuert und liefert ein unvollständiges, nicht lauffähiges JDK aus? Ist das die Strafe dafür, dass ich den Installer übergangen habe?

Ist es. Denn der Installer hat zudem die Aufgabe, die rt.jar aus einer gepackten Datei namens rt.pack auszupacken, und diverse weitere Dateien:

./lib/tools.pack
./jre/lib/charsets.pack
./jre/lib/jsse.pack
./jre/lib/deploy.pack
./jre/lib/javaws.pack
./jre/lib/plugin.pack
./jre/lib/rt.pack
./jre/lib/ext/localedata.pack

Warum das so ist, weiß nur der Teufel. Platzersparnis bringt es gegenüber dem umliegenden Archiv keine. Es ist wahrscheinlich reine Schikane. Manche behaupten auch, das wäre ein Mechanismus, um sicherzustellen, dass niemand den Installer umgeht, da dieser ja zum Akzeptieren der AGB auffordert. Zum Glück gibt es die mitgelieferten Java-Tools pack200 und unpack200. Mit deren Hilfe kann man die JAR-Dateien aus den PACK-Dateien befreien – sogar über verschiedene Betriebssysteme hinweg. Und dann klappt das auch wieder mit der JVM.

Seit diesem Tag hasse ich Oracle wieder ein bisschen mehr, und ich bin ein bisschen weiser geworden. In meinen Augen eine echte Schweinerei. Portable Versionen sind super und hinterlassen weniger Spuren. Wenn man weiß was man tut, und wenn man in der Lage ist, sich selbst um die richtigen Pfadangaben zu kümmern, dann hat ein portables Java viele Vorteile, vor allem wenn man viele homogene Systeme unter seiner Obhut hat.

Quellen:
http://www.cynosurex.com/Forums/DisplayComments.php?file=Java/Finding_rt.jar_in_JRE_5.0_Update_9
http://tntit.blogspot.de/2012/04/linux-jdk-6-installation-hard-way.html
http://turbolinux.org/2011/05/error-occurred-during-initialization-of-vm-javalangnoclassdeffounderror-javalangobject/
http://stackoverflow.com/questions/1619662/where-can-i-get-the-latest-jre-jdk-as-a-zip-file-i-mean-no-exe-installer

Hardware

Unendlich Speicherplatz!!11einself

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qnapnasIch bin reich! Also zumindest an Speicherplatz. Seit gestern Abend kann ich 15 Terabyte an Daten speichern. Zusätzlich selbstverständlich zu den 8,5 TB die mir an internen und externen magnetischen Speichermedien bisher schon zur Verfügung standen. “Wer braucht denn soviel Platz?” werden die üblichen VollidiotenVerdächtigen wieder fragen und ich werde antworten: “Ihr wohl nicht, aber ICH!“.

Das neueste Stück Hardware, das bei mir nun rumsteht ist ein Netzwerkspeicher (NAS) von QNAP inklusive fünf 3,5″-Festplatten mit jeweils 3 TB. Darauf werden künftig zwei Desktoprechner, zwei Notebooks, ein Tablet und ein Smartphone jederzeit Zugriff haben. Die Kiste läuft mit einem Linux-Kernel und wird betrieben von einem beeindruckenden 1,8 GHz Zweikern-Intel Atom-Prozessor mit 1 GB RAM. Ist alles USB 3.0-, SATA3-, und doppelt Gigabit-LAN-fähig und kann die Datenträger verschlüsseln. Das Ding hat soviele Features und integrierte Dienste, dass ich wahrscheinlich morgen noch am Tippen wäre, würde ich versuchen sie alle aufzuzählen.

Na gut, es sind natürlich nicht 15 “TB”, sondern – nach Umrechnung – 13,7 TB, im RAID5 abzüglich Parität und sonstigem Overhead landen wir dann bei “nur” noch 10,8 TB freiem nutzbarem Speicher. Immer noch eine ganze Menge. Das krieg ich ja NIEMALS voll. Wahrscheinlich aber doch. Soviel zu unendlich Speicherplatz.

explorernas2Inzwischen habe ich Benutzer bzw. Freigabeverzeichnisse erstellt und diese schonmal probeweise unter Windows als Netzwerklaufwerke eingebunden und so die Rechtevergabe getestet. Scheint alles zu klappen, auch wenn ich dem Gerät meine Daten noch nicht so ganz anvertrauen will. Nachdem das NAS sich von seiner eigenen Software im Netzwerk nicht finden ließ, das Updaten der Firmware zuerst nicht klappen wollte, die Firmware zudem einen entsetzlich dämlichen Bug beim Anlegen der Benutzer hat (Artikel folgt wohl), mit der Datenträgersynchronisierung nach elf Stunden noch nicht ganz fertig war, und jetzt nach einem Reboot damit schlauerweise wieder von vorne anfängt, wobei die Synchronisierung stolze 50% der CPU frisst, bin ich zwiegespalten und etwas misstrauisch was das Ding angeht. Außerdem weiß ich nicht ob drei Minuten zum Hochfahren normal sind. Das packt meine Windows-Installation ja schneller und die müsste doch deutlich schwergewichtiger sein als so ein hochspezialisiertes Embedded-System. Vielleicht hätte ich mein Geld am Ende doch lieber dem Konkurrenzanbieter Synology geben sollen. Nunja, die Hauptsache ist, dass es läuft.

Und wofür brauch ich das Ding nun? Ganz einfach: für Redundanz, für einen zentralen dedizierten Speicherort, und für maximale Zukunftssicherheit. Auf das NAS kommen Daten, die für mich unverzichtbar sind und nicht durch einen Festplattenausfall verloren gehen dürfen. Außerdem komme ich so erst einmal nicht in die doofe Situation, dass mir der Speicherplatz ausgeht. Meine Daten kann ich nun immer und überall aus dem Internet abrufen, auch wenn ich meinen Desktoprechner mal ausgeschaltet habe.

Spiel

Baldur’s Gate unter Windows 7 x64

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baldursgateGestern noch fragte mich ein Freund, ob ich ihm bei einem Problem mit einem alten Spiel weiterhelfen könne. Es ging darum, dass Anstoss 3 unter Windows Vista aus irgendeinem Grund nicht lief, unter Windows 7 aber interessanterweise schon. Auf die Schnelle konnten wir auch keine Lösung finden. Heute hatte ich selbst ein ganz ähnliches Problem: Ich wollte den Rollenspielklassiker Baldur’s Gate unter Windows 7 installieren, aber der Installer zeigte sich einfach nicht.

Ich finde es absolut nachvollziehbar, warum man alte Spiele auch heute noch (auf modernen Betriebssystemen) installieren will, denn nur weil sie alt sind, sind sie nicht automatisch schlecht. Aber das ist eben ein sehr weites Feld und darauf will ich jetzt auch nicht so genau eingehen. Jedenfalls war ich eben einfach in der Stimmung für das Spiel, und da ist es nicht besonders hilfreich, wenn schon das Installationsprogramm seinen Dienst verweigert.

Wenn die DVD eingelegt wird, erscheint das Autostartmenü – soweit funktioniert alles noch. Das Installieren klappt aber nicht. Laut Taskmanager läuft die Setup.exe im Hintergrund, sie zeigt sich aber nicht. Laut einem Forenbeitrag soll nach etwa zehn Minuten dennoch eine Fehlermeldung erscheinen, aber so lange habe ich nicht gewartet. Auf zwei Rechnern mit Windows 7 x64 bestand das Problem. Auf meinem Notebook mit Windows 7 x86 klappte es dann doch. Meine Vermutung ist also, dass das Installationsprogramm von Baldur’s Gate die 64-Bit-Umgebung nicht verträgt. Auch der Kompatibilitätsmodus kann dagegen nichts machen.

Es gibt trotzdem eine Lösung für das Problem: Baldur’s Gate lässt sich im abgesicherten Modus von Windows 7 problemlos installieren. Anschließend ist es sogar ganz normal spielbar. Alternativ kann man das Spiel auf einem x86-Windows installieren und auf das x64-System kopieren. Wegen der Pfade muss man dann eben aufpassen und gegebenenfalls die Baldur.ini-Datei anpassen.

Ein weiteres Problem besteht, sobald man ein Multiplayer-Spiel über TCP/IP erstellen will. Der Bildschirm wird schwarz und der Spieler kann nichts mehr sehen, obwohl das Spiel ganz normal weiterläuft. Andere Personen können dem eröffneten Spiel sogar beitreten. Auch hier hat der Kompatibilitätsmodus in keiner Einstellungskonstellation irgendwie helfen können. Im Gegenteil: Baldur’s Gate startet offenbar mit den Win95/98/ME-Einstellungen erst gar nicht. Dieses Problem kann man aber trotzdem umgehen, indem man Baldur’s Gate mit ALT+Enter im Fenstermodus spielt.

Andere Schwierigkeiten sind mir bis jetzt noch nicht begegnet. So wünsche ich nun jedem Rollenspielfan und Retrospielegenießer ein beschwerdefreies Spieleerlebnis. Und falls es doch mal soweit kommen sollte, dass sich Baldur’s Gate in naher Zukunft weder installieren noch spielen lassen wird, mit GemRB gibt es inzwischen eine Open-Source-Reimplementation der Infinity Engine von Bioware, die kompatibel mit praktisch allen entsprechenden Spielen sein soll, wenn auch noch nicht hundertprozentig an allen Ecken. Sogar auf Smartphones lässt sich Baldur’s Gate damit spielen. Hat mit der Software jemand Erfahrungen gemacht?

Success Denied Symbol

Es gibt keine Probleme

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wordpress33Als hätte man nicht schon genug andere Probleme am Hals, musste das gestrige langersehnte Update auf WordPress 3.3 einige fiese Fehler erzeugen, die ich auf die Schnelle nicht beheben konnte. Einer der harmlosesten ist der Defekt an meiner Theme, der sich prima an der Menüleiste erkennen lässt. Der Code, der für das Menü zuständig ist, hat bei Dropdowns Schwierigkeiten zu erkennen, ob der Menüpunkt ausgewählt ist oder nicht. Sobald ich etwas Zeit habe, versuche ich das mal zu korrigieren.

Nachtrag: Der Darstellungsfehler in der Menüleiste ist schon verschwunden. Hat sich herausgestellt, dass man in WordPress 3.3 zwar auch weiterhin Menüpunkte erstellen kann, die kein Linkziel enthalten (für nichtklickbare Dropdownmenüs), aber jetzt leider nicht mehr richtig erkannt wird, wann das Menü als angeklickt behandelt werden muss. Verschlimmbesserungen sind ärgerlich.

Leider hat das Update aber einige Funktionen von Success Denied komplett lahmgelegt. Immerhin weiß ich jetzt weshalb sich in letzter Zeit soviele Plugins beinahe grundlos verabschiedet haben. Die Blogsoftware kratzte bereits seit Wochen immer wieder mal am Speicherlimit von PHP, und mit jedem zusätzlichen Plugin wurde die Luft dünner. Wie ich einigen Diskussionen in unterschiedlichen Foren entnehmen konnte, gibt es viele Leute, die sich darüber beklagen, wie speicherhungrig WordPress geworden ist. Schließlich hat das neueste Update den Speicherbedarf noch einmal drastisch angehoben, und dann hat es eben geknallt.

Ich musste jede Menge Plugins entfernen, um überhaupt noch auf das Backend zugreifen zu können. Hat sich herausgestellt, dass die Serverkonfiguration gerade einmal 64 MB zur Verfügung stellt (was normalerweise völlig ausreichend ist). Meine WordPress-Installation braucht allerdings alleine bereits um die 44 MB, mit Theme und Plugins sind wir dann schon bei inzwischen 67 MB. WordPress ist also nicht unbedingt sparsam im Verbrauch. Glücklicherweise ist mein Hoster sehr kulant und als Kunde darf man das Limit selbst anheben, falls notwendig. Jetzt ist also endlich wieder alles im grünen Bereich.

Interessant – gerade beim Schreiben des Artikels habe ich feststellen müssen, dass ich mit Firefox keine Dateien mehr anhängen und auch kein Artikelbild auswählen kann: Das entsprechende Popup taucht einfach nicht auf. Die Funktion geht in Opera schon seit Monaten nicht mehr, dafür habe ich dann einfach immer den Firefox benutzt, aber jetzt muss ich als Ersatz für den Ersatz auch noch Chrome verwenden. Bei dem klappt es wenigstens. Jemand ne Idee woran das liegt? Irgendwie komme ich mir da so langsam schon recht behindert vor.

Ach, was hasse ich diese sinnlose unnötige Flickschusterei mit WordPress manchmal…

Spiel

Richtig zählen mit Command & Conquer

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Weil ich letztens noch verspottet wurde, als ich Command & Conquer: Tiberian Sun in einem Moment der Unachtsamkeit als “C&C 3″ betitelte, hier ein kleiner Auszug aus dem deutschen Wikipedia-Artikel unter der Überschrift “Trivia”:

Das Spiel wurde im deutschsprachigen Raum durch den Publisher größtenteils als Command & Conquer 3 bezeichnet. Dabei wurde der erste Alarmstufe Rot-Teil mit in die Zählung eingebunden. Bei der Veröffentlichung des tatsächlichen Command & Conquer 3 sorgte dies für Verwirrung.

Auch in der GameStar wurde das Spiel 1999 noch als Command & Conquer 3 bezeichnet, was ich daher (in Deutschland) als völlig korrekte, wenn auch (aus heutiger Sicht) inkonsequente Benennung bzw. Zählweise betrachte. Aber das hat bei anderen Spielereihen ja auch niemanden gestört (Final Fantasy anyone?) Erst mit dem Erscheinen von Command & Conquer 3: Tiberium Wars war klar, dass es eben nur ein Spiel mit der Zahl 3 im Namen gab.

tiberiansunIm Prinzip hätte ich mir meine Rechtfertigung also sparen können. Allerdings bevor mir die großen C&C-Fans jetzt an die Kehle springen, mir ist der Umstand, dass es zwei (bzw. inzwischen sogar drei) Spielereihen gibt – einmal die Tiberium-Reihe und daneben die Alarmstufe Rot -Reihe – durchaus bewusst, aber als es nur drei C&C-Spiele gab, war das noch nicht so deutlich wie heute, und da war es eben noch üblich, dass man nicht nur aus Gründen der Einfachheit “C&C 3″ sagte, da es das dritte Spiel war.

Und um meine Erklärung nun abzuschließen und zu begründen, wieso ich bei dem Spiel immer noch die alte, handlungstechnisch inakkurate Zählweise verwendet habe: Tiberian Sun war das letzte C&C, das ich überhaupt gespielt habe. Richtig gelesen. Was C&C angeht, bin ich im Jahr 1999 stehengeblieben. Aber ich werde mich in Zukunft an die Konventionen halten.

Tiberian Sun, genauso wie seine beiden Vorgänger C&C 1 und “C&C 2″ ;) gibt es übrigens inzwischen als Freeware, z.B. hier bei Chip.de. Tiberiumkonflikt habe ich ja bereits in meiner kleinen Rubrik für Freeware-Spiele, die anderen beiden Teile füge ich demnächst mal hinzu.

In unrelated news: Happy 10th World Trade Center day!

Duden

Not so weekly rant: Not so false friends

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Kürzlich in einem Gespräch im Fitnessstudio ging es darum, jemandem im Zug bei einem Telefonat bewusst zuzuhören, um das als Aufhänger für ein Gespräch zu nutzen (blödes Thema, aber darum geht es hier gar nicht). Jürgen M. (Name von der Redaktion geändert) fragte hierzu: “Und wie würdest du die Person dann ansprechen? Entschuldigen Sie bitte, ich habe eben ganz zufällig Ihr Gespräch überhört…?“. Nur wenige Sekunden später fiel mir auf, dass der anglizismenliebende Jürgen auf einen False Friend hereingefallen war. Das englische “(to) overhear” heißt “jemanden belauschen”. Im Deutschen heißt “etwas überhören” aber genau das Gegenteil, nämlich dass man etwas NICHT gehört hat.

Als nächstes brachte ich einen False Friend ins Gespräch, auf den ich früher selbst oft hereingefallen war: “(to) realize” heißt primär “etwas feststellen/bemerken”. Das deutsche Wort “realisieren” heißt eigentlich “etwas verwirklichen”, “etwas in die Tat umsetzen” – in der Bedeutung “etwas feststellen” existiert das Wort bei uns nicht, so jedenfalls meine Behauptung. Da ich inzwischen schon desöfteren davon gelesen habe, dass die beiden Worte sehr bekannte False Friends sind, war ich mir meiner Sache sehr sicher, auch wenn Jürgen wieder einmal meine Sprachkenntnisse in Frage gestellt und mich damit schwer beleidigt hat. Niemand in meinem Freundeskreis befasst sich auch nur halb so viel mit der deutschen Sprache und ihrer Rechtschreibung wie ich, aber ich soll derjenige sein, der falsch liegt. Pah! Ich musste der Sache auf den Grund gehen.

Ein wenig erschrocken war ich, als meine Behauptung allerdings sogar vom Duden widerlegt wurde. Dort steht nämlich:

1. a. (bildungssprachlich) etwas, einen Plan, eine Idee o. Ä. in die Tat umsetzen
b. (bildungssprachlich) realisiert werden
2. (in einem Prozess der Bewusstmachung) erkennen, einsehen, begreifen
3. (Wirtschaft) in Geld umsetzen, umwandeln
4. (Sprachwissenschaft) eine Realisation vornehmen

Bei der Wikipedia bin ich aber endlich fündig geworden, dort wird unter der Überschrift “ehemalige falsche Freunde” immerhin auf den ursprünglichen Fehler hingewiesen: (Hervorhebung von mir)

Bei häufiger und dauerhaft falscher Verwendung kann ein Wort aber auch die ursprüngliche Bedeutung aus der anderen Sprache übernehmen, und die Falscher-Freund-Übersetzung wird so zum Standard: Zum Beispiel wird „realisieren“, was im Deutschen bis vor einiger Zeit nur die Bedeutung „verwirklichen, umsetzen“ hatte, heute mindestens ebenso häufig im Sinne von „wahrnehmen, bemerken, erkennen“ (engl. to realize/realise) verwendet. Diese Bedeutung ist nunmehr auch vom Wörterbuch des Verlags Duden anerkannt.

Das ist wieder ein grausames Beispiel, woran man bestens erkennt, dass die Mehrheit – also die Ungebildeten bzw. diejenigen, die die deutsche Sprache gerade mal insoweit beherrschen, als sie sich halbwegs verständlich ausdrücken können – alleine entscheidet, wohin die Sprache sich entwickelt. Wenn also ein offensichtlicher Fehler vom größten Teil der Bevölkerung immer wieder gemacht wird, und es auch nach längerer Zeit nicht danach aussieht als würde sich das mal herumsprechen, dann akzeptiert leider sogar der Duden irgendwann, dass es sinnlos ist. Der Fehler hat sich in den Köpfen bereits so sehr festgesetzt, dass er überall als richtig wahrgenommen wird, sogar bei Leuten, die es besser wissen KÖNNTEN. Die Folge ist, dass der Fehler früher oder später keiner mehr ist. Wenn die Leute also zu dumm sind, die Sprache richtig zu lernen, dann müssen wir eben regelmäßig die Sprache ändern, um sie den Leuten anzupassen. Kann ja nicht angehen, dass überall nur noch Analphabeten herumlaufen.

Ich würde wahnsinnig gerne sehen, dass man dieses Verhalten endlich auf die Mathematik und viele andere Bereiche ausweitet. Wenn der Großteil der Bevölkerung denkt, dass 2 + 2 x 2 = 8 ergibt, wäre es dann nicht konsequent, wenn man irgendwann einfach auf die Rechenregeln scheißt und jedem erlaubt, so zu rechnen wie er es für richtig hält – also ungefähr so wie es momentan mit der deutschen Sprache gehandhabt wird? Wie sieht es mit den berühmten HIV-Viren und dem IP-Protokoll aus? Ich bin dafür, dass wir die Dinger der Einfachheit halber künftig Internet Protocol-Protokoll nennen und Humanes Immundefizienz-Virus-Virus. Aber ich wette, dann fangen die Leute damit an, wieder IPP-Protokoll und HIVV-Viren zu sagen. Und der Duden macht brav mit und segnet den Fehler auch noch ab.

So musste ich nun leider realisieren, dass ich mit meiner Behauptung absolut richtig lag und damit falsch liege. Klingt kompliziert, ist aber so.

Webfundstück

Sofortaustausch, Sofortversand und WLAN-Kabel!

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Da man im Jahre 2011 leider immer noch nicht alles mit PDF-Dateien und E-Mail oder USB-Sticks lösen kann, musste ich mir jetzt doch mal einen eigenen Drucker beschaffen. So muss ich vor den etlichen Behördengängen nicht ständig andere Leute nerven, wenn ich mal wieder ein Formular ausdrucken muss. Da ich im letzten Jahrzehnt am laufenden Band schlechte Erfahrungen mit Tintenstrahldruckern gemacht habe, sollte es diesmal ein Farb-Laserdrucker werden, die mittlerweile schon recht erschwinglich sind. Wenn der Drucker nur vier Jahre hält, hat sich die Investition schon gelohnt.

Bei meinem Lieblings-Hardwareversandhaus habe ich mir schließlich ein nettes Samsung-Modell bestellt. Es wird nicht der beste Drucker sein, aber er erfüllt meine kurzfristigen Ansprüche. Beim Bestellvorgang wurden mir einige Zusatzleistungen für einen geringen Aufpreis angeboten, so unter anderem ein Sofortaustausch-Service im Falle eines Defekts, für wahlweise sechs oder zwölf Monate für bis zu 12 Euro.

Mit dem Gedanken das Geld noch draufzulegen, habe ich tatsächlich kurz gespielt, bis ich mir das Kleingedruckte durchgelesen habe.

km lol

Auf dem Screenshot wird das nicht so sonderlich gut rauskommen. Zur Sicherheit hier noch einmal der Wortlaut:

Bei Auswahl dieser Option erhalten Sie innerhalb der ersten 12 Monate ab Kaufdatum einen sofortigen Austausch für Ihr defektes Produkt. Hiervon ausgenommen sind Drucker, Monitore, Notebooks, Komplettsysteme, Software, Verbrauchsmaterial und mechanische Beschädigungen.

Auch die dritte Zusatzleistung ist äußerst amüsant. Für knapp 4 Euro bekomme ich hier eine Sofortversand-Garantie mit einigen Einschränkungen:

Bei Auswahl dieser Option wird die Bestellung garantiert noch heute an die Spedition übergeben. Dieser Service ist nur bei vollständig ab Lager lieferbaren Versandbestellungen möglich, die bis spätestens 14 Uhr eingereicht werden. Nicht möglich bei Zahlungsart Vorkasse.

Den Bestellvorgang eingeleitet habe ich etwa um 14:10 Uhr. Es wäre also vom System nicht besonders viel verlangt gewesen, die Uhrzeit kurz zu überprüfen, bevor es mir diese Option anbot. Dass ich zusätzlich ebenfalls per Vorkasse zahle, kann das System beim Anzeigen des Warenkorbs noch nicht wissen, daher lasse ich das der Fairness halber nochmal gelten.

Man will mir hier also Zusatzleistungen im Gesamtwert von knapp 21 Euro anbieten (die ich wirklich auswählen kann), ohne zu prüfen ob meine Bestellung dafür in Frage kommt. Na da hätten die Knauserer ja wenigstens noch ein 10m WLAN-Kabel dazulegen können. Ich muss wohl davon ausgehen, dass man in diesem Laden darauf spekuliert, dass es genug Dumme gibt, die fleißig alles anklicken und zahlen, auch wenn es dafür keine Gegenleistung gibt. Allerdings hoffe ich doch schwer (getestet habe ich es nicht), dass mich das System noch vor Ende der Bestellung darauf aufmerksam gemacht hätte.

Tools

Ungetrübter Filmspaß mit dem KMPlayer

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Heute habe ich ein paar Tipps/Tweaks für meinen favorisierten Videoplayer im Angebot. Der freie KMPlayer eignet sich meiner Erfahrung nach am besten für hochauflösende (1080p-)Videos und schlägt auch den beliebten VLC Player bei der Kompatibilität. Zu oft habe ich den VLC Player bei Dateien versagen gesehen, die der KMPlayer ohne Schwierigkeiten abgespielt hat. Zu Unrecht ist der KMPlayer eher unbekannt, da er sehr leistungsfähig ist, eine beeindruckende Funktionsvielfalt bietet und eine ansehnliche GUI hat. Kürzlich habe ich im Forum zum KMPlayer nach Lösungen für zwei Makel gesucht, die mich schon länger gestört haben. Ich glaube es schadet nicht, wenn ich die Ergebnisse meiner Suche hier zusammenfasse.

kmplayer artefakteMein erster Tipp gilt all denen, die beispielsweise 720p-Videos im KMPlayer auf Vollbild strecken (mit einer entsprechend größeren Desktopauflösung) und sich wundern, warum man plötzlich im Bild abknickende Kanten und Streifen an Konturen sieht. Die ausgefransten Kanten sind nicht zu sehen, wenn man das Video in Originalgröße betrachtet. Das Problem ist der voreingestellte Video-Renderer. “VMR7 mit Fenster” und “VMR9 mit Fenster” erzeugen diese hässlichen Artefakte beim Strecken. Ein Wechsel auf einen anderen Renderer, z.B. die Entsprechungen “VMR7 renderlos (HQ-Untertitel)” und “VMR9 renderlos (HQ-Untertitel)”, behebt das Problem und verbessert das Filmerlebnis erheblich.

Erreichbar ist das Menü über einen Rechtsklick ins Bild -> Video (erweitert) -> Video-Renderer.

kmplayer2

Der zweite Tipp bezieht sich auf zwei Probleme im Zusammenhang mit Videodateien mit mehreren Tonspuren: Bei bestimmten Videodateien kann es beim Wechseln der Tonspur zu einem stark verzerrten Bild kommen, auf dem nichts mehr erkennbar ist. Ungefähr so wie wenn man einen analogen verschlüsselten Fernsehsender ohne den benötigten Decoder betrachten wollte. Ein Wechsel zurück zur alten Tonspur ändert dann auch nichts mehr. Der KMPlayer muss neu gestartet werden. Das Problem ist mit derselben Videodatei jederzeit reproduzierbar und führt dazu, dass sich die Datei nur mit der voreingestellten Tonspur betrachten lässt. Auch kommt es manchmal vor, dass ein Video sich nicht weiter abspielen lässt, wenn die Tonspur gewechselt wird. Hier muss der Player ebenfalls neu gestartet werden.

Eine simple Einstellung korrigiert beide Erscheinungen: Rechtsklick ins Bild -> Optionen -> Einstellungen -> Video-Verarbeitung -> Tab “Allgemein” -> KMP Video-Transform-Filter -> Bedingung: “Immer verwenden (wärmstens empfohlen)”.

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Anschließend sollten die Bildfehler verschwinden und auch der Wechsel der Tonspur sollte schneller gehen. Bei beiden Einstellungen frage ich mich, wieso sie nach der Installation nicht voreingestellt sind. Insbesondere bei der letzten, die doch schon vom Entwickler “wärmstens empfohlen” wird. Ich kann nur Kompatibilitätsgründe dahinter vermuten.

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