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SPACOLA Eclipse WIP 0.32

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Monatelang gab es zu meinem Hobbyprojekt SPACOLA Eclipse keine Neuigkeiten. Hauptsächlich deshalb, weil ich lange Zeit nicht mehr daran gearbeitet habe. Nun möchte ich einen winzigen Statusbericht abliefern, der zeigen soll, dass ich im neuen Jahr nicht gänzlich untätig war. Die wichtigste Frage, die es vorab zu beantworten gilt: Gibt es spielrelevante neue Features? Nein, leider nicht. Okay, was habe ich sonst gemacht? Viele neue Artworks entworfen, den kompletten Audiocode modularisiert (einfach austauschbar gemacht), viele Grafiken angepasst, neue Sounds hinzugefügt, ein automatisches Build-Script gebaut, einige spürbare Vereinfachungen unter der Haube, einige hartkodierte Stellen dynamischer gestaltet, solchen Kram eben. Mein Code-Metrics-Plugin zeigt mir, dass ich die 10.000 Zeilen jetzt mehr oder weniger voll habe.

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Die sichtbarste Änderung wird sein, dass ich zusätzlich zu den bisherigen beiden Schriftarten nun auch einen echten GEM-Font in das Projekt eingefügt habe, den man im Spiel jetzt verwenden kann. Um die neue Funktion zu demonstrieren, habe ich in relativ kurzer Zeit einen kleinen Texteditor gebaut, der den üblichen Editoren auf dem Atari ST nachempfunden ist. Als Bonus gibt der kleine GEM-Texteditor denselben witzigen Click-Sound wie beim guten alten ST von sich, wenn eine Taste gedrückt wird. Und wenn der Click schon dabei ist, dann darf der System Beep-Sound („Bing!“) nicht fehlen, (also CHR$(7), falls sich jemand damit auskennt), wenn man z.B. schon am Textanfang ist, und Backspace drückt. War interessant zu sehen, mit wie wenig Code man grundlegende Textverarbeitungsfunktionen wie Cursorpositionierung, Backspace, Zeilenwechsel etc. hinbekommt, damit es halbwegs gut funktioniert. Aus Spaß an der Freude hab ich den Texteditor dann gleich als Tool ins Spiel eingebaut. Möglicherweise kann man damit später einmal in Echtzeit Levelscripte oder sowas editieren, und das dann sogar auf grafisch authentische Weise.

Für die neuen Artworks habe ich viele neue Schriften generiert, die ich aus dem Spacola Sternenatlas mit hoher DPI eingescannt und in stundenlanger Arbeit pixelgenau rekonstruiert habe. Darauf aufbauend habe ich dann einige neue Designs für mögliche Schriftzüge gebastelt, obwohl da noch viel Platz für Verbesserungen ist. Wo ich dann schonmal dabei war, habe ich gleich das komplette Cover des Sternenatlas mit GIMP digital in hoher Auflösung rekonstruiert. Jede Schrift habe ich möglichst detailgetreu nachgebildet und mich an alle Abstände, Positionen und Größen gehalten. So habe ich jetzt praktisch eine perfekte Vorlage für ein Buch- und Disketten-Cover, sogar bereits mit Rücksicht auf Modifikationen bezüglich des Remakes.

Spacola_Disks1Übrigens fand ich inzwischen meine beiden Spacola-Disketten für den Atari ST in einer Plastiktüte, mit abgegriffenem, vergilbtem Etikett. Eine der Disketten hatte ich leider vor Jahren mit einem Kugelschreiber beschriftet, was mich heute ein wenig ärgert. Zum Glück konnte ich das Label der Diskette nach dem Scannen relativ gut retouchieren, aber der Makel am Original bleibt. Nunja, die vielgenutzten Datenträger waren Mitte der 90er von meinem Diskettenlaufwerk schon nicht mehr 100% lesbar, heute – bald 20 Jahre später – wird darauf sicher nichts mehr zu finden sein.

Daneben tauchte auch mein eigener alter Spacola Sternenatlas in einem verstaubten Karton auf. Den jahrelangen Gebrauch in Kinderhänden sah man dem Buch deutlich an. Ich gab mein Allermöglichstes, den Einband mit etwas angefeuchteten Tüchern von kleinsten Kritzeleien, vom Gilb und sonstigem Schmutz zu reinigen, ohne noch mehr Schaden zu verursachen. Außerdem musste ich dutzende kleinerer und größerer Eselsohren von Hand aus den Seiten entknicken, und das Buch gegenüber der Falz seitdem mit Gewichten beschweren, in der Hoffnung, dass sich die neue Form festigt. Inzwischen sieht es deutlich sauberer, wenn auch längst nicht mehr alpinaweiß aus, aber es ist vorzeigbar geworden. Zur Demonstration eignen sich meine beiden hinzugekauften Atlanten freilich sehr viel besser, denn diese sind in einem absolut makellosen Zustand.

Zum Abschluss bleibt mir nur zu sagen, dass ich wirklich die Hoffnung habe, diese neugewonnene Begeisterung für mein Spieleprojekt über das Jahr aufrechterhalten zu können und dass ich schon bald neue Features vorzeigen kann. Mein Ziel ist es, diesmal am Ball zu bleiben und regelmäßig kleine Neuerungen zu implementieren, ohne dass mal wieder alles monatelang auf Eis liegt. Schließlich würde ich gerne Ende des Jahres eine spielbare Version anbieten können, aber warten wir es mal ab.

Television

Schon mit Ein- und Ausschalten versucht?

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itcrowd1Es gibt nur wenige Pflichtfernsehserien für Menschen wie mich, die mit Begeisterung im IT-Bereich arbeiten. Eine davon ist „The IT Crowd“, habe ich mir sagen lassen. Die Serie wurde mir bereits 2008 im Original empfohlen, allerdings hatte ich damals zugegebenermaßen nur sehr wenig Ambitionen, mich in die hölzerne Welt der unterschiedlichen britischen Dialekte einzuhören. Im Jahr 2014 entschloss ich mich, der Serie zumindest in der deutschen Synchrofassung doch noch eine Chance zu geben. Originaltonnazis werden mich für diesen Satz nun auf dem Scheiterhaufen brennen sehen wollen, und auch im Freundeskreis wurde mir bereits versichert, dass ich mit dem deutschen Ton mindestens die Hälfte verpasse. Mindestens!

Diese Behauptung halte ich zwar für reichlich übertrieben, auch wenn ich ganz sicher bin, dass einige Gags in die Hose gehen müssen (daran lässt sich nichts ändern), aber zu meiner Verteidigung sei gesagt, dass sogar ich einige Folgen im O-Ton gesehen habe. Überrascht stellte ich fest, dass es tatsächlich nur wenige vernuschelte Stellen gab, die ich auch nach mehrmaligem Zurückspulen und Lautstärke Erhöhen absolut nicht verstehen konnte. Klar, Untertitel hätten die Sache vereinfacht, aber wenn ich wirklich Untertitel brauche, schaue ich doch lieber gleich mit deutschem Ton. Aber das soll ja nun kein Artikel über Synchros werden, denn meine Meinung hierzu habe ich in älteren Artikeln bereits klargestellt. Hören und hören lassen.

The IT Crowd ist mit seinen 24+1 Episoden eine ungewohnt kurze Britcom über drei Mitarbeiter in der IT-Abteilung im Keller der großen Firma Reynholm Industries. Roy und Moss sind die beiden frustrierten Tastaturakrobaten, die mit ihrem unfreiwillig nerdigen Image unterschiedlich gut umgehen können. Moss ist ein leicht gynophobes Computergenie, ein talentierter Tüftler und Programmierer. Roy dagegen versucht Arbeit zu vermeiden und sucht durchaus die Nähe zu Frauen, vor allem die der hübschen Mitarbeiterinnen im 5. oder 7. Stock. Die Hauptaufgabe des Duos ist der IT-Support, also der mit Abstand undankbarste Job von allen: Tagein, tagaus müssen sie genervten Userinnen und Usern erklären, wie sie ihren abgestürzten Computer wieder in Betrieb nehmen können („Hallo, IT. Haben Sie es schon mit Ein- und Ausschalten versucht?“). Als Verbindungsglied zur „Außenwelt“ bekommen sie vom Firmenchef die neue IT-Abteilungsleiterin Jen vor die Nase gesetzt, die sich zu deren Entsetzen als kompletter DAU erweist. Jen ist eine ehrgeizige Relationship-Managerin, die die Leitung der IT-Abteilung lediglich als Karrieresprungbrett betrachtet. Spannungen sind so vorprogrammiert.

itcrowd2Weitere erwähnenswerte Personen sind der klischeehafte aber freundliche Firmenchef Mr. Reynholm, der ungefähr zur Hälfte abgelöst wird durch seinen sexuell überdrehten Sohn Douglas, der ab da die Geschicke der Firma lenkt. Im dunklen Serverraum der IT-Abteilung haust der freundliche aber notorisch unglückliche Firmen-Goth und „Cradle of Filth“-Fan Richmond, der alleine durch sein Auftreten die Stimmung aller seiner Mitmenschen auf den Boden zieht, und daher die meiste Zeit in seinem kleinen Raum bleiben muss. Mit seiner wirklich überschaubaren Menge an Charakteren ist The IT Crowd ein schöner Kontrast zu Firefly. Den größten Wiedererkennungswert für die Serie wird Moss mit seinem einzigartigen Dreiviertel-Afro haben. Da verwundert es auch nicht, dass man für einen geplanten aber verworfenen US-Ableger der Serie alle Schauspieler ausgewechselt hat – bis auf Richard Ayoade.

Wie schon bei Seinfeld Jahre zuvor, fiel es mir auch bei The IT Crowd zu Beginn nicht ganz leicht, das irrsinnig hohe IMDb-Rating nachzuvollziehen. Im Gegensatz zu The Big Bang Theory sind die Gags hier weniger eng getaktet, was an sich selbstverständlich kein Nachteil ist. Wie erwartet zündet die Serie nach ein paar Episoden schließlich doch noch, sobald man sich an den Humor gewöhnt hat. Allerdings würde es mich ich ein wenig wundern, wenn sich sehr viele Nicht-Nerds für diese Serie begeistern können, denn sie macht auf mich doch einen recht speziellen Eindruck. Gerade The Big Bang Theory zeichnet sich beispielsweise dadurch aus, dass es sehr massenverträglich geschrieben ist, um den Durchschnittszuschauer einzuwickeln.

Tools

Immer Dreima mehr wie WhatsApp

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threemaFür dieses Jahr hatte ich mir vorgenommen, mir über Sicherheit und Privatsphäre im Netz ein bisschen mehr Gedanken zu machen, und nicht mehr weiter mit dem Strom zu schwimmen. Zur Not muss man eben auch mal die bequemen ausgetretenen Pfade verlassen, um das Richtige zu tun. Es muss sich etwas ändern, wenigstens in kleinen Schritten. Im Klartext bedeutet das, dass ich im Kontext der Kommunikation künftig auf echte Verschlüsselung setzen werde. Hmm, „Klartext“ ist ein witziges Wort in so einem Satz. Und ich meine damit echte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und nicht diese fahrlässige Möchtegern-Verschlüsselung der unsicheren De-Mail.

Nun, wie der Zufall es wollte, ergab sich jüngst eine passende Gelegenheit, meine Kommunikationsmöglichkeiten zu erweitern und gleichzeitig einen ersten Schritt hin zu Verschlüsselung zu machen. Im Moment geistert die Meldung durch alle Medien: Facebook kauft WhatsCrap für 19 Fantastilliarden Dollar. Ganz genau. Zwei Datenkraken haben sich endlich gefunden und werden bald die Lebensgeschichten sämtlicher Nutzer gebündelt via Standleitung direkt an die datenhungrigen Geheimdienste übertragen. Ist doch praktisch, werden sich die Fans sagen, denn bald gibt es das inoffizielle NSA-Rootkit für Android und iOS als Kombi-App.

Rückblende. Einige Jahre zuvor wurde mir von Freunden empfohlen, mir doch diesen tollen neuen Messenger zu installieren, damit ich bei den coolen Gruppenchats mitmachen könnte. WhatsApp sei ja quasi die bessere SMS und auch noch kostenlos. Ich weigerte mich. In den folgenden Wochen hörte ich aus vielen Gesprächen die Unlust im Freundeskreis heraus, mich immer extra per teurer SMS anzuschreiben, wo jeder „normale“ Mensch längst dank WhatsApp Bescheid wusste. Hätte ich da ein schlechtes Gewissen haben müssen? Auf meine gutgemeinten Hinweise, dass man mit jedem Smartphone auch bequem E-Mails an mich schreiben kann, wurde mir vorgeworfen, ich sei doch total von gestern, und niemand nutze mehr E-Mail, schon gar nicht auf dem Smartphone. Ich begann zu zweifeln, abwechselnd an mir und am Verstand meiner IT-fernen Mitmenschen.

In den Monaten darauf verfolgte ich gespannt die Berichterstattung über die datenschutztechnisch äußerst bedenkliche Messenger-App. Das fängt schon damit an, dass die Entwickler nicht einen Finger krumm machen, wenn man sie darauf hinweist, dass die Nachrichten unverschlüsselt versendet werden. Probleme werden dort lieber verheimlicht und totgeschwiegen als die Nutzer aufzuklären. Dass WhatsApp das gesamte Adressbuch im Klartext an deren Server überträgt, um die Kontaktliste abzugleichen, das mag sein größtes Feature sein, aber gleichzeitig auch das größte Problem, denn vielleicht will das nicht jeder. Vielleicht vor allem die Leute nicht, die in diesen Adressbüchern stehen. Kleiner Denkanstoß: Wenn ich als WhatsApp-Verweigerer in den Smartphone-Adressbüchern von 30 WhatsApp-Nutzern stehe, und man davon ausgehen kann, dass Menschen die sich kennen sich in der Regel gegenseitig in ihr Adressbuch eintragen, dann kann WhatsApp ohne Schwierigkeiten ziemlich genaue Rückschlüsse darüber ziehen, wer so alles in meinem Adressbuch stehen wird. WhatsApp kennt mich längst, ich muss dafür nicht einmal einen Account anlegen. Bei Facebook wird das ähnlich funktionieren.

Ich fühlte mich in meiner Abwehrhaltung gegen WhatsApp bestätigt. Jetzt wollte ich erst recht nicht mehr dabei sein, obwohl ich regelmäßig gefragt wurde, ob ich nicht doch aus Gründen der Einfachheit mitmachen wollte. Manchmal bekam ich zur Belohnung für mein Sicherheitsbewusstsein ein genervtes Augenrollen oder ein ungläubiges Kopfschütteln. „Ich schreibe schon lange keine SMS mehr.“, erzählte mir eine Freundin, die mir damit wohl androhen wollte, dass ich ohne WhatsApp von ihr niemals Textnachrichten bekäme. WhatsApp-Fans schließen die anderen schon wie selbstverständlich aus, der gesellschaftliche Druck steigt. Wenn du nicht drin bist, bist du weg.

Aber um die Wahrheit zu sagen, suche ich eigentlich schon lange wieder nach einem brauchbaren Instant Messenger, der sowohl mobil als auch am Schreibtisch nutzbar ist. Am besten einen, der viele Nutzer hat, und der nicht Facebook oder WhatsApp heißt. Am besten einen, der Nachrichten richtig verschlüsselt. Interessiert bemerkte ich dieser Tage den Eindruck einer leichten Abwanderungsbewegung weg von WhatsApp, als Reaktion auf die Übernahmemeldung. Eine Kombination aus Schadenfreude, geballter Berichterstattung und dem Bedürfnis nach Kommunikation machte mich auf Threema aufmerksam. Threema ist das bessere, sicherere und weniger amerikanische WhatsApp. Drei Gründe, die mir 1,60 EUR allemal wert waren, und seitdem gehöre ich zu den Nutzern. Die Konkurrenz zu unterstützen, gibt mir außerdem ein gutes Gefühl.

Sicherlich, meine Kontaktliste ist mit zwei Personen in den ersten 24 Stunden nicht besonders gut gefüllt. Ich habe keine Wunder erwartet, aber ich bin zuversichtlich, dass sich das schnell ändert, und das ohne mein gesamtes Adressbuch an die Betreiber zu verschicken. Aber selbst wenn ich das wollte, würden nur Hashes dort abgelegt, was in jedem Fall besser ist, als das was der unverdiente Platzhirsch macht. Wenn es bald noch einen brauchbaren Desktop-Client für das Protokoll gibt, dann werde ich bestimmt eine Weile dabei bleiben. Nützlich ist so ein Messenger in jedem Fall, vorausgesetzt eine nicht unerhebliche Menge deiner Freunde ist darüber erreichbar. Da hilft vermutlich nur abwarten. Und wenn aus Threema am Ende doch nichts wird, installiere ich mir WhatsApp trotzdem nicht.

Content Provider

Dungeon Keeper kostenlos ohne In-App-Crap

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Vor wenigen Wochen erst erwähnte ich die Originalversion von Dungeon Keeper, die es seit Jahren schon bei Good Old Games für wenig Geld zu kaufen gibt, beiläufig in einem Artikel über Portierungen von alten Spielen. Dazumal ärgerte ich mich über die wenig informativen Download-Hinweise und Angaben zu den Hardwareanforderungen, die den Käufer über alle technischen Details der vorliegenden Version komplett im Dunkeln lassen. Es ergab sich, dass Electronic Arts bzw. Mythic Entertainment seitdem die iOS- und Android-Version eines Spiels namens „Dungeon Keeper“ veröffentlicht hat. Ein Spiel, das genauso heißt wie der PC-Klassiker, sogar das gleiche Thema hat, doch ansonsten nichts mit dem Original teilt, denn das Smartphone- bzw. Tablet-Spiel ist im Gegensatz zum PC-Namensvetter kein fantastisches Kultwerk, sondern eine sagenhaft schlechte Abzockmaschinerie, also alleine darauf ausgerichtet, dem Spieler soviel Geld wie möglich aus der Tasche zu ziehen, während er glaubt ein Spiel zu spielen.

Die Quittung gab es prompt in Form von negativer Berichterstattung und Reaktionen verärgerter Fans. Selbst Bullfrog-Gründer und Dungeon-Keeper-Schöpfer Peter Molyneux sagte hierzu, dass die neue Mythic-Umsetzung ein unbegreiflich sinnloser Murks ist, den er nicht spielen will. Aber EA wird es egal sein, nachdem sie die Marke Dungeon Keeper nun mit diesem Schund praktisch ruiniert haben. Da spielt es dann eigentlich auch keine Rolle mehr, dass die vielen 5-Sterne-Wertungen im Google Play Store nachweislich daher kommen, dass die App die guten Bewertungen direkt an den Play Store weiterreicht, die weniger guten Wertungen aber abfängt. Wer das Spiel öffentlich mit weniger als fünf Sternen bewerten möchte, muss dies über den Umweg von außerhalb des Spiels tun. Die Entwickler wussten schon wieso.

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Wer nicht jeweils 90 Euro ausgeben möchte, um dafür 56 Felsblöcke aus dem Erdreich freibuddeln zu können, der bekommt jetzt (ganz zufällig) die perfekte Gelegenheit das zu vermeiden: Das echte Dungeon Keeper gibt es derzeit kostenlos in der Dungeon Keeper Gold Edition (mit der Erweiterung The Deeper Dungeons) bei GOG.com. Wofür ich einst 79 DM bezahlt hatte, das wird – zumindest für sehr kurze Zeit – verschenkt. Das Gameplay des Originals ist auch heute noch über jeden Zweifel erhaben, selbst wenn die Technik etwas antik anmutet. Da man sich schon einen Kundenaccount anlegen muss, um den Download starten zu können, ist dies natürlich als reine Werbeaktion bzw. als Lockvogelangebot zu verstehen, aber trotzdem eine nette Geste und zeitlich noch eine amüsante dazu. Zum Glück kann man einen Account auch erstellen, ohne Kreditkarten-, Paypal- oder sonstige Bezahlinformationen zu hinterlegen. Aber da ich Dungeon Keeper Gold ohnehin besitze, hätte mir das egal sein können.

Wer das gewohnt dreiste Aktionszeitlimit verschläft (scheinbar gewaltige 48 Stunden), sollte sich nicht darüber ärgern, sondern die Energie lieber dafür nutzen, die einschlägigen Abandonware-Seiten abzugrasen. Dungeon Keeper wird an vielen Ecken als Gratisdownload angeboten. Und da GOG.com das Spiel nun ohnehin verschenkt hat (ob nur für kurze Zeit oder nicht), dürfte sich das schlechte Gewissen dann auch sehr in Grenzen halten.

Da viele die SVGA-Grafik von Dungeon Keeper heute kaum noch ertragen können, sollte man den DOSBox-Launcher von GOG.com in die Tonne treten und stattdessen der umfangreichen Fan-Modifikation bzw. Reimplementation KeeperFX eine Chance geben. Mal davon abgesehen, dass KeeperFX echte Windows 7/8-Unterstützung mitbringt, lässt sich Dungeon Keeper damit z.B. in der über sechsmal größeren Auflösung 1920×1200 starten, dazu wurden dutzende Bugs des Originals beseitigt, viele neue Kampagnen hinzugefügt und das Balancing des Spiels iterativ angepasst um den Spielspaß zu verbessern. Native Linux-Binaries werden damit im letzten Stadium des Projekts auch möglich sein, denn die DLL-Abhängigkeiten werden nach und nach aufgelöst. Wenn der neue Netzwerkcode irgendwann einmal stabil läuft, kann ich endlich glücklich sterben.

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Endlich schuldenfrei!

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bafoegrueckzahlungWer nicht gerade eine Zahlungsmoral wie die scheinheilige BILD-Feministin Alice Schwarzer oder Fußballmagnat Uli Hoeneß hat, der wird angesichts eines größeren Schuldenbergs permanent von einem unguten Gefühl, ja beinahe einem schlechten Gewissen geplagt. Der Staat (bzw. das Bundesland) hat offenbar keine Schwierigkeiten damit, unverschämt hohe Studiengebühren einzuführen und einen jungen Menschen hochverschuldet aus dem Studium zu entlassen. Nun, andererseits sorgt man bei uns gleichzeitig dafür, dass es mehrere Möglichkeiten gibt, die Studienschulden nachträglich abzuarbeiten, zudem sind die Rückzahlungsmodalitäten recht großzügig. In Kombination mit der Tatsache, dass man beispielsweise BAföG nur zur Hälfte zurückzahlen muss, sind die fiesen Studiengebühren ja praktisch wieder ausgeglichen. Doch das ungute Gefühl bleibt. Tag für Tag.

Studenten-BAföG hat oftmals ein Problem: Es endet bevor das Studium endet. In meinem Fall eineinhalb Jahre zu früh. Wer beispielsweise BAföG beantragt hat, aber den Antrag rechtzeitig zurücknimmt (wegen Hochschulwechsel o.ä.) bevor Geld ausgezahlt wurde, der bekommt das nichtbezahlte Semester trotzdem voll abgezogen. Berührt – geführt, sozusagen. Dieses undurchdachte System und die Tatsache, dass ich nicht unbedingt der allerschnellste Student war, trieb mich letztlich dazu, den voll verzinsten Bildungskredit in Anspruch zu nehmen, damit ich noch meinen Abschluss machen konnte. Alternativ hätte ich mir mein Diplom natürlich auch auf dem Straßenstrich finanzieren können, aber da war mir der Kredit lieber.

An finanziellen Bezügen hatte ich in den fünf Studienjahren knapp über 20.000 Euro. Das klingt zahlenmäßig nach viel Geld, aber auf den Monat gerechnet, klingt das eher nach einer sehr sparsamen Lebensweise, wenn man damit über die Runden kommen will. Ein Auto oder eine Wohnung ist da nicht drin. Zurückzuzahlen waren davon nur etwa 14.000 Euro. Allerdings gibt es für BAföG-Sofortzahler (nach Ablauf der fünfjährigen Pflicht-Wartezeit, die ich gerne vermieden hätte) noch einen zusätzlichen Rabatt, der meine Nettoschuld auf beinahe lächerliche 12.500 Euro reduziert hat. Den Bildungskredit konnte ich von meinem Lohn des ersten halben Jahres in gigantischen Raten schnellstmöglich abzahlen, schon allein wegen der Zinsen des laufenden Kredits. Dieses Kapitel war dann bereits zum Jahreswechsel 2011/2012 erledigt. Die Wartezeit für die BAföG-Rückzahlung war letzten September beendet. Passenderweise genau zu dem Zeitpunkt als ich wegen des Umzugs äußerst knapp bei Kasse war. So musste ich unter Zeitdruck noch eine Menge Geld zusammensparen. Möbel und Haushaltsgeräte durfte ich mir nicht leisten.

Ende Januar habe ich den letzten Monsterbetrag an das Bundesverwaltungsamt überwiesen. Damit bin ich offiziell pleite, aber schuldenfrei. Nun hoffe ich, dass ich noch irgendeinen schriftlichen Beleg über den Zahlungseingang bekomme. Und vielleicht einen Blumenstrauß für das erfolgreiche Überwinden dieses finanziellen Tiefpunkts meines Lebens. Ein Studium ist sehr teuer. Aber wie teuer es wirklich ist, merkt man erst im Nachhinein, wenn man mal alles zusammengerechnet hat. Ich weiß schon, warum ich nie irgendwas auf Raten kaufen werde, und warum ich etwa keinen Dispokredit und keine Kreditkarten habe. Ich weigere mich, Geld auszugeben, das ich nicht selbst auf der Hand habe. Meine Studienschulden waren mir Lehre genug. Man lernt den Wert des Geldes relativ schnell, wenn man nie viel davon hatte.

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