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Spacola Eclipse WIP v0.25: Still a long way to go

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Mein treuester “Spacola Eclipse”-Fan hat sich soeben bei mir erkundigt, wie es denn mittlerweile um mein kleines Remake steht. Wie es der Zufall wollte, konnte es kaum einen besseren Zeitpunkt geben, mich das zu fragen. Nach mehreren Wochen fauler Abstinenz gelang es mir gestern und heute tatsächlich für ein paar Stunden einige Dinge am Code zu ändern und Kleinigkeiten von der To-Do-Liste zu streichen. Zeit für mich, meinen ereignislosen Blog mit Dev-News zu füttern.

spacolabrechnungAuf der linken Seite kann man dazu eine Abbildung sehen. Was auf den ersten Blick wie zweimal exakt derselbe Screenshot aussieht, ist in Wirklichkeit eine Gegenüberstellung von Original (oben) und Remake (unten). Ja genau, dieser kleine Aspekt hat mich bestimmt drei Stunden meines Lebens und so einige Nerven gekostet. Es handelt sich im Spiel um den Teil der “Kontoabrechnung”, also die Grafik, die man zu sehen bekommt, sobald man einen Level erfolgreich beendet hat. Hier werden jeweils gelieferte Waren in bare Münze umgerechnet und anschließend kann man schon den nächsten Level beginnen.

Es waren die vielen kleinen Dinge, die die Arbeit so langwierig machen. Pixelgenaue Abstände, Schriftzeilenhöhe, richtige Zentrierung, originalgetreues Timing, Sounds, HUD-Events während der Animation (Highscore!), sukzessives Entfernen der Sprites aus dem Inventar, dabei gleichzeitiges Hochzählen des Punktestands. Und nein, ich habe nicht einfach nur eine große Grafik eingebunden, alles wird dynamisch gezeichnet. Die Unterschiede sind marginal, aber sie sind (leider) da.

Falls sich jemand wundert, wieso auf dem unteren Screenshot das Abrechnungsergebnis nicht mit dem tatsächlichen Score übereinstimmt: Die Berechnung ist leider noch hartkodiert. Ein Fake, ein Test, nur zum Vergleichen. Alles andere ist echt.

Die zweite größere Neuerung ist, dass die Highscore jetzt vollständig in eine Datei gespeichert und beim nächsten Spielstart auch von dort wieder ausgelesen wird. Jetzt fehlt eigentlich “nur” noch der Dialog zur Eingabe des Namens, dann wäre auch der ganze Highscore-Kram fix und fertig. Aber den Spaß hebe ich mir vermutlich doch für ein anderes Mal auf.

Bereits mit Version 0.23 kam der zweite Gegnertyp hinzu, der zwar komplett eigenständige Sprites hat, sich aber (Copy & Paste sei dank) fast genauso verhält wie der erste Gegnertyp. Ist im Moment eben noch work in progress. Außerdem gibt es jetzt die Geschwindigkeitsstufen für Hyperspeed und natürlich “Ridiculous Speed” in Anlehnung an den Filmklassiker Spaceballs. Anfang April habe ich noch die komplette Vektorarithmetik zusammengefasst, umgeschrieben und in eine eigene Klasse ausgelagert. Damit habe ich drei Dinge erreicht: 1.: eine konsistente Implementierung der Bewegung von Spielobjekten. 2.: jede Menge überflüssiger oder redundanter Code, der jetzt rausgeflogen ist. 3.: um die 20 Klassen mussten angepasst werden, damit der Code seit der Änderung wieder kompilierbar wurde.

Achja, wir haben jetzt Ingame-Musik und die lässt sich in der Konfiguration sogar an- und abschalten. Der Song ist zwar nicht optimal, aber er ist so ziemlich der passendste, den ich bisher finden konnte. Ich werde da mal noch weitersuchen. Zuletzt kann ich noch erwähnen, dass die Raketentriebwerke der Piratenschiffe jetzt auch Partikel sprühen, wenn sie Schub geben. Das sieht deutlich wuseliger aus als noch in der letzten Version. Vor einigen Wochen hatte ich mal ein neues Preview-Video angekündigt. Ich denke, ich werde meine Ankündigung daher etwas relativieren und mit dem Video warten, bis es wieder spektakuläre Änderungen gibt.

Nachtrag vom 02.06.: Heute war ich ebenfalls ein bisschen fleißig: Der Spieler kann jetzt mit aktiviertem Schildgenerator von gegnerischen Schiffen abprallen (so wie bei Asteroiden bisher schon) oder sich von den Piraten bestehlen lassen, wenn er ohne Schild unterwegs ist. Allerdings fehlt den Piraten noch die nötige Intelligenz um das Diebesgut auch abzuliefern. Wenn der Spieler keine Ware mehr im Inventar hat, kann er den Level jetzt nicht mehr beenden. Mal sehen, vielleicht kümmere ich mich heute noch darum, dass die Gegner auch zurückfeuern können.

Nachtrag vom Nachtrag: Keine drei Stunden später ist es dann soweit: Die Gegner können jetzt aus allen Rohren zurückballern. Und als Spieler muss man sich ganz schön in Acht nehmen. Das macht das Gameplay nun tatsächlich um einiges hektischer als zuvor. Vor allem aber macht es das Gameplay um einiges sinnvoller, denn so nähert sich das Spiel langsam einem ansatzweise vorzeige- und spielbaren Zustand. Hurra!

Spaß

GIMP braucht das Drama

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Wer mich hier dreist der Schreibfaulheit beschuldigen will, dem sei hiermit Folgendes entgegnet: Ihr habt vollkommen recht! Die Wochen sind leider deutlich zu lang, dafür sind die Wochenenden viel zu kurz. Selbst der extrem kurze Urlaub hat nicht ausgereicht. Alles was ich mir vornehme zu erledigen, bleibt im Moment solange liegen bis es anfängt sich irgendwie von selbst zu erledigen, oder bis darauf Haare wachsen. Aber mein Genöle hilft niemandem, darum hier ein kleiner Füllbeitrag, bis sich meine Finger wieder anfangen in Bewegung zu setzen. Einen Anfang habe ich gemacht: Meine Entwicklungsumgebung ist immerhin seit langem mal wieder offen.

Die freie Grafikbearbeitungs-Suite GIMP ziehe ich jedem Adobe Photoshop vor, schon aus monetären und ideellen Gründen. Aber dass GIMP im Leistungsumfang seinem teuren kommerziellen Vorbild in nichts nachsteht (lassen wir den Profi-Bildbearbeitungsbereich jetzt mal elegant außen vor, in dem sich sicher keine 3% der Bevölkerung bewegen) ist natürlich auch ein überzeugendes Argument, sich mal mit GIMP zu befassen. Ich bin vor langer Zeit umgestiegen und bereue nichts.

Manchmal kommt einem GIMP allerdings recht dramatisch vor. So wie vor einigen Tagen, als ich daran dachte, einige unfertige Werke schließen zu wollen, die ich seit längerem ungespeichert geöffnet hatte. Zum Glück machte GIMP mich noch rechtzeitig mit einer Meldung darauf aufmerksam, dass ich wirklich sehr viel Arbeit in dieses Bild investiert hatte. Wäre doch zu schade um die ganze vergeudete Zeit:

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Ironischerweise durfte ich heute dafür feststellen, was passiert, wenn man ein (noch nicht gespeichertes) Bild in GIMP geöffnet hat, während man im Windows-Explorer eine Datei mittels “Öffnen mit” -> “GNU Image Manipulation Program” laden will: Das bereits offene GIMP beendet sich schlagartig(*), und es öffnet sich sofort ein neues, in dem nur die ausgewählte Datei geladen wird. Das zuvor offene Bild geht dabei leider verloren. Und diesmal ganz ohne dramatische Meldung mit Gelegenheit zum Speichern. Ja, ich hab mich sehr gefreut als alles weg war.

(*) Nachtrag vom 31.05.: Irgendwie konnte ich das erwähnte Verhalten in einem zweiten Versuch nicht mehr nachstellen. Scheint so als hätte ich gestern einfach Pech gehabt und GIMP zum abstürzen gebracht. Wäre auch nicht das erste Mal. Jetzt verhält sich die Funktion genau so wie man es erwarten würde.

goldenpoo

Dieser Film ist aus Jugendschutzgründen nur bei Pirate Bay verfügbar

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Hallo Bundesregierung, hallo Telekom, hallo Netzkino.de-Betreiber, hallo GEMA, und wer sonst noch so am Elend im Netz in Deutschland beteiligt ist.

Wer meine Beiträge schon etwas länger verfolgt, weiß ja bereits, dass ich, äh, nunja, rosige Zeiten auf uns zukommen sehe, wenn ich an die Netzneutralität und dergleichen denke. Doch schon heute erlebe ich regelmäßig Dinge, die mir immer wieder aufs Neue die kalte Realität der Gegenwart unvermittelt ins Gesicht hauen. Völlig absurde Dinge, wo ich mir im Unklaren bin, wie sehr eigentlich der Verstand bei jemandem aussetzen, wie sehr die Vernunft versagen musste, dass so etwas lächerliches dabei herauskommen konnte.

Wer auch immer dafür verantwortlich ist:

jugendschutzfailSO wird das definitiv nix mit dem Etablieren legaler Filmplattformen in Deutschland. SO bekommt ihr die “Probleme” mit den Raubkopierern auf gar keinen Fall in den Griff. SO sorgt ihr nur dafür, dass man sich als mündiger, erwachsener, deutscher Staatsbürger ziemlich auf den Arm genommen fühlt. SO sorgt ihr dafür, dass ich mich weiterhin bei den üblichen Torrent- und Filehoster-Seiten umsehen werde. Nun gebt es schon zu: Ihr wollt es doch eigentlich gar nicht anders.

Wie wenig muss ein Mensch vom globalen Charakter des Internet verstehen, um Ladenöffnungszeiten für Online-Videotheken durchsetzen zu wollen? Wenn so ein Modell Erfolg hat, dann fress ich nen Besen. Online-Vertriebsplattformen im Jahr 2013 sollten doch eher auf leichten Zugang und auf ständige Verfügbarkeit setzen, und nicht etwa künstliche Limitierungen einführen, nur weil der Jugendschutz in Deutschland ein ziemlich zurückgebliebenes restriktives Relikt ist. Dass ich nun als Erwachsener bis um 23 Uhr warten muss, damit ich mir mal einen Horrorfilm ansehen kann, das wird mich sicher nicht davon überzeugen, dass Raubkopien keine Alternative sind. Im Moment sieht es wieder einmal mehr danach aus, dass legale Plattformen keine Alternative zu den deutlich besser zugänglichen Raubkopien sind.

Der obige Screenshot stammt übrigens von netzkino.de – einer werbefinanzierten legalen Filmstreaming-Seite, auf der man sich kostenlos (ältere und meist relativ schlechte) Filme anschauen kann. Fand ich im Prinzip ganz praktisch, jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt, als ich die dargestellte Fehlermeldung zu sehen bekam. Jetzt finde ich das Ding eigentlich sogar äußerst unbrauchbar. Ich mache mich damit womöglich bei einigen Leuten unbeliebt, und mir ist klar, dass die geldgeilen Betreiber der inzwischen geschlossenen Streamingplattform kino.to sich die Taschen mit illegalem Filmcontent vollgewirtschaftet haben, aber wieso krankte deren System nicht an solchem Schwachsinn wie virtuellen Internet-Öffnungszeiten? Klar, weil es ohnehin nicht legal war. Aber wieso muss man legale Angebote grundsätzlich immer so wahnsinnig unattraktiv machen? Es gibt doch bessere Mittel und Wege. Das grenzt doch längst an Mutwilligkeit, oder nicht?

Aber da wir schon beim Thema sind, schütte ich nochmal etwas Öl ins Feuer, und bringe einen alten GEMA-Witz:

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Ach, wie sich doch nie etwas ändern wird. Und wenn doch, dann leider zum Schlechten. Vermutlich werden Proxys bald genauso zur Standardausrüstung für jeden Browser gehören wie es heute schon Adblocker tun. Das ist alles Notwehr gegen die zunehmenden Einschränkungen, die wir uns gefallen lassen müssen.

Rant

Not so weekly rant: Adblocker sind Notwehr

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Eine Bitte an alle SchmarotzerBesucher meines Blogs: Bitte bitte bitte schaltet eure Adblocker aus! Wie soll ich mir denn sonst meine erste Million verdienen, wenn ihr euch die supertolle Werbung gar nicht anschaut? Ich kann mir doch sonst die Serverkosten in Höhe von 10000 Euro im Jahr gar nicht leisten. Ihr seid daran schuld, wenn ich meine Webseite bald dichtmachen und unter der Brücke schlafen muss. Könnt ihr mit diesem schlechten Gewissen leben? Könnt ihr das?

Kleiner Scherz. Ich habe auf meinem Blog gar keine Werbung. Aus gutem Grund. Warum sollte ich Ansprüche an meine Besucher stellen, die meine Seite völlig freiwillig besuchen und für die ich – völlig freiwillig – eine Show liefere? Warum sollte ich davon ausgehen, dass meine Besucher mir irgendetwas schulden? Warum sollte ich für mich das Recht beanspruchen, für mein Hobby (Bloggen) Geld von jemandem einfordern zu können? Keine Ahnung, warum ich das glauben sollte, aber offenbar tun das so einige Blogger, die nun einfach auf diesen “Adblocker ausschalten”-Kampagnenzug aufgesprungen sind. Ich werde keine Namen nennen, aber in den entsprechenden Kommentarspalten haben diese Personen schon ihre Quittung dafür erhalten. Offenbar sehen das sehr viele Leute einfach anders und sind von der Aktion nur wenig begeistert.

Wer nicht weiß worum es geht: Dieser Tage haben sich einige Print- und Onlinemagazine (darunter Zeit, Spiegel und Golem) zusammengetan, um gemeinsam in einer konzertierten Aktion (ein lästiges JavaScript, das die Anwesenheit eines Adblockers im Browser erkennt) auf die finanziellen Probleme aufmerksam zu machen, die das Blockieren der Onlinewerbung für die betreffenden Seiten nach sich ziehen kann. Um die entsprechenden Besucher direkt auf den “Schaden” hinzuweisen, den sie so verursachen, bekamen ebendiese eine große hässliche Meldung auf der Hauptseite eingeblendet, mit der Bitte, den Adblocker doch für die Seiten zu deaktivieren, die man finanziell unterstützen wollte. Es folgte der Hinweis, dass sich die Onlineausgaben nur durch Werbung finanzieren könnten, und dass Werbung doch gar nicht so schlimm sei. Offenbar auch nicht die grässlichen Layer-Ads oder Flash-Werbefilmchen mit Ton, oder hektisch animierte Werbung in grellen Signalfarben, die man auf sämtlichen dieser Seiten ohne Adblocker zu sehen bekommt. Ein einziger Klick, um den Adblocker abzuschalten, könne doch wohl nicht zuviel verlangt sein, hieß es.

Nun, die Sachlage mag für Onlinemagazine anders aussehen als für Hobbyblogger, das gebe ich zu. Allerdings halte ich sowieso nichts von durch Werbung finanzierten Content. Stattdessen gäbe es schließlich die Möglichkeit, Abonnements zu verkaufen. Und wenn dieses Finanzierungsmodell ebenfalls nicht funktioniert, dann ist das Angebot wohl doch nicht so toll, wie man sich selbst zuschreiben wollte. Das interessante daran ist nämlich, dass sich beispielsweise Golem sowie der Onlineauftritt des Spiegel seit weit über einem Jahrzehnt problemlos finanzieren können, auch und gerade als Werbung noch wesentlich unaufdringlicher war. Jetzt sind plötzlich die Adblocker-Nutzer schuld am (recht unwahrscheinlichen) baldigen Untergang? Aber in erster Linie fasziniert mich, dass es Blogger gibt, die sich für eine Art wichtige journalistische Instanz halten und ebenfalls einen Teil des Werbekuchens für sich beanspruchen wollen.

Ich kann die Kosten für mein Hobby nicht auf meine Blogbesucher abwälzen und mich dann beklagen, wenn die keine Lust darauf haben. Wer glaubt, dass das richtig wäre, hat wohl reichlich verdrehte Vorstellungen. Wer sich Kosten aufbürdet, die er nicht selbst tragen kann, sollte sich fragen, ob er es nicht doch übertrieben hat. Üblicherweise regelt sich so etwas nämlich ganz von alleine. Aber scheinbar ist es einfacher, den Besuchern ein schlechtes Gewissen einzureden, da sie ja dreist Gratisinhalte konsumieren, wofür sie aber nichts leisten wollen. Von Raubsurfern bzw. Schwarzsurfern ist da satirisch die Rede, schon weil die Idee an sich so lächerlich ist. Es ist ja nun nicht so, als würde der Blogger sich den Arsch aufreißen, weil seine Besucher etwas von ihm verlangen, sondern eigentlich hat der Blogger in erster Instanz ein starkes Bedürfnis nach Selbstdarstellung, und findet es toll, wenn andere seine Beiträge lesen. Die Anzahl der Blogbesucher entscheidet aber nicht, ob ich anfangen darf, die Hand dafür aufzuhalten.

Wer von den Damen und Herren, die auf ihrer Webseite Werbung schalten, bleibt in der Werbepause im Fernsehen auf der Couch sitzen und konsumiert brav die Werbung? Wer von denen liest jede doppelseitige Mediamarkt-Anzeige in der Zeitung? Niemand konsumiert Werbung freiwillig, auch selbst Werbetreibende nicht. Wer Werbung über sich ergehen lässt, tut das nur, weil er 1. nichts dagegen tun kann, und 2. weil er dafür eine Gegenleistung bekommt. Sobald er Alternativen hat (in der Werbepause aufs Klo gehen, Adblocker einschalten) wird er diese Möglichkeit wahrnehmen. Sobald man anfangen muss, seinen Besuchern deswegen ins Gewissen zu reden, funktioniert das System schon nicht mehr. Man kann als Betreiber sicher vieles, aber man kann den Nutzern eben kein Nutzerverhalten aufzwingen. Es wird dann nämlich Zeit, sich etwas anderes zu überlegen.

Meiner Ansicht nach geht diese Aktion für alle nach hinten los. Von den betroffenen Personen werden sicher ein paar aus Rücksicht ihre Adblocker ausschalten. Einige werden ihre Adblocker ausschalten, dann feststellen, dass die Werbung völlig unzumutbar ist, und wieder auf die “werbefreie Version” umschalten. Und – am allerwichtigsten – viele, die bisher ohne Adblocker unterwegs waren, werden erstaunt feststellen, dass Adblocker sehr nützlich sind, und fortan einen benutzen. Das wird sicher witzig.

Im nun beginnenden Zeitalter gedrosselter DSL-Anschlüsse zählt irgendwann sowieso jedes bisschen Traffic. Ob eine Webseite also schlappe 200 Kbyte Text ohne Werbung, oder 20 MByte mit Flash-Filmchen auf die Waage legt, das ist mir dann eben nicht mehr egal, und dafür ist mir mein Geld auch zu schade. Es macht dann einen Unterschied, wenn man diese und ähnliche Webseiten täglich mehrmals besucht. Irgendwie gefällt es mir nicht, dass im Moment alle in ihren Interessen in unterschiedliche Richtungen ziehen wollen.

(Dies ist ein Followup-Artikel von “Mehr Layer-Ads, weniger Adblock”, weil es gerade wieder so herrlich aktuell ist.)

Amiga

Superfrog HD-Remake exklusiv für Sony

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superfroghd1Vor 20 Jahren erschien der Amiga-Klassiker Superfrog von Team17. Das lustige Plattformspiel mit der fröhlichen kunterbunten Grafik konnte sich vom Gameplay und vom Leveldesign her problemlos mit der Konsolenkonkurrenz Super Mario und Sonic messen. So verwundert es nicht, dass sogar ein kleiner Seitenhieb auf den deutlich bekannteren blauen Igel im Spiel mit eingebaut ist.

Den amphibischen Superhelden musste man zunächst über Stock und Stein durch einen Zauberwald steuern, vorbei an Bienen, Schnecken und sonstigem Getier. Später ging es unter anderem durch ein Spukschloss, eine Pyramide, einen Zirkus, frostige Eishöhlen und eine Weltraumstation, immer auf der Suche nach seiner Herzensdame, die von einer bösen Hexe entführt worden war. Als Sidekick dabei hatte Superfrog seinen treuen Begleiter Spud, den er nach den Gegnern werfen konnte, wenn ihm danach war. Außerdem konnte der tapfere Frosch in einigen Situationen fliegen, was hilfreich war, um Stachelfallen zu überqueren.

Superfrog erschien im März 1993 für den Commodore Amiga, das CD32 und für IBM-PC. Nicht nur wegen der witzigen Spielideen und der putzigen Grafik, aber auch musikalisch, dank der genialen Modulkompositionen von Allister Brimble brannte sich mir Superfrog wahrscheinlich für die Ewigkeit ins Gedächtnis. Das ist wohl auch der Grund dafür, weshalb ich unbedingt seine Kickstarter-Kampagne unterstützen wollte. Er arbeitet bereits an Neuinterpretationen seiner alten Superfrog-Leveltunes, und auf diese bin ich schon sehr gespannt.

Leider ist er nicht an dem inzwischen angekündigten Superfrog HD-Remake beteiligt, so dass weder die Originalmusik, noch neue Songs von ihm dabei sein werden. Das ist aber kein großes Problem für mich, weil ich ohnehin von dem Projekt enttäuscht bin, noch bevor es veröffentlicht wurde. Die Beispielillustrationen sehen zwar sehr nett aus und orientieren sich sehr stark am Original, allerdings musste ich mich gedanklich ein wenig erbrechen als ich las, dass das Spiel nur für PS3 und PS Vita erscheinen wird – es also ein vollständig Sony-exklusives Remake sein wird. Na danke, ihr Spaßvögel. Ich bin als treuer Fan zum Jubiläum also scheinbar nicht eingeladen, dafür aber natürlich die ganzen Konsolenkiddies. Aber ist vielleicht besser so. Wenn es auf dem PC gelandet wäre, dann vermutlich ausschließlich via Steam und mit Always-Online und dem ganzen Mist.

superfroghd2Laut Aussage von Team17 kamen unter den Fans am häufigsten Nachfragen bezüglich eines Superfrog-Remakes. Nun denn. Ich habe das Original geliebt und unzählige Male durchgespielt, daher wollte ich in jedem Fall einen kleinen Artikel zur Ankündigung schreiben. Diese ist zwar nicht topaktuell, sondern scheinbar bereits vom Februar, aber mir ist das Thema leider eine Weile entgangen, so dass ich das nachreichen musste. Egal, ich freue mich sehr auf meine Allister-Brimble-CD und werde wohl (auch zwangsläufig) einen weiten Bogen um das HD-Remake machen (bis ich es in 15 Jahren ganz frech von einer Abandonware-Seite ziehen und in einem Emulator spielen werde, höhö).

Bestimmt ist das alte Amiga-Original sowieso viel besser, so wie das bei Originalen eben meistens ist. Und jetzt trinke ich ne Flasche Lucozade und hüpfe ein wenig auf Bäumen herum.

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