Content Provider

“Fehler 37″ oder: Der Kunde kann uns mal kreuzweise

2

fehler37 1

Man sagt, dass jemand, der ein unrechtmäßig kopiertes Spiel nutzt, sich das Spiel ohnehin nicht gekauft hätte, es also gar kein reeller Verlust sei. Wenn jemand ein Spiel wirklich toll findet, und sich den Karton zuhause ins Regal stellen will, dann wird er das Spiel kaufen. Das wird für Publisher und Entwickler dieser Spiele aber kaum besonders tröstlich sein. Die moderne Technik, sowie die Tatsachen, dass ein geklaukopiertes digitales Produkt den ursprünglichen Besitzer nicht um sein Original erleichtert, und die Kopie auch exakt dieselbe Qualität wie das Original hat, machen es sehr leicht, dadurch etwas zu konsumieren, das man sonst nicht interessant genug findet, um es zu entgelten. Illegal kopierte Spiele gibt es schon so lange wie es Spiele gibt, und schon immer sahen die Hersteller darin einen Anlass, Untergangsstimmung zu verbreiten und das Ende der gesamten Spielebranche zu prophezeien, würde man die Probleme mit den Raubkopierern nicht schnellstens in den Griff bekommen. Aber lasst mich zur Sicherheit nochmal kurz nachschauen ob die Computerspieleindustrie tatsächlich in der Versenkung verschwunden ist. Nein, sie ist immer noch da.

Das Argument, dass ein kopiertes Spiel sowieso kein gekauftes Spiel gewesen wäre, ist für mich absolut nachvollziehbar. Aber es gibt da einen Faktor, den es vor Mitte des letzten Jahrzehnts nicht gegeben hat. Sehr oft lese ich in den letzten Monaten Kommentare wütender Spielefans, die sich zwar prinzipiell das eine oder andere Spiel gerne gekauft hätten, die sich aber bewusst dagegen entscheiden mussten, weil sie mit den aufwändigen und in höchstem Maße restriktiven Kopierschutzmaßnahmen nicht einverstanden sind. In den millionenschweren Triple-A-Titeln scheint DRM eine Selbstverständlichkeit geworden zu sein. Wo man sich früher ein Spiel gekauft und im schlimmsten Fall einen simplen CD-Schlüssel eingegeben hat, da muss man sich heute eine ganze Stange von Einschränkungen gefallen lassen. Damals hat es mich noch gestört, dass man immer und zu jeder Zeit die Spiele-CD im Laufwerk behalten musste, damit das Spiel läuft. Wenn ich da schon gewusst hätte, auf welche furchtbaren DRM-Auswüchse wir 15 Jahre später hinsteuern würden, mit Freuden hätte ich brav immer jede CD ins Laufwerk eingelegt und mich sogar dafür bedankt, dass es sonst nichts ist.

Wenn mich heutzutage ein Spiel interessiert, dann läuft das üblicherweise so ab, dass ich mich erst fragen muss, welchen Pferdefuß ich beim Kauf des Produktes erwarten, welchen Tretminen ich ausweichen sollte. Und dann entscheide ich mich gegen einen Kauf. Das Spiel gibt’s nur bei Steam? Oh Mann. Das Spiel braucht Origin? Niemals. DRM-Server zum Einloggen und dauerhafte Internetverbindung nötig? Danke, aber nein danke. Die Liste der Spiele, die ich mir ohne Kopierschutz gerne gekauft hätte, wird immer länger. Zugegeben, meine Hemmschwelle ist inzwischen schon gesunken, so dass ich mir Diablo 3 als treuer Fan der Serie entgegen aller meiner Prinzipien kaufen musste. Aber umgehauen hat mich das Ergebnis eigentlich nicht, so dass ich bei einem etwaigen Diablo 4 vermutlich schon nicht mehr zugreifen würde. Und jetzt wo ich auch noch erfahren habe, dass die Konsoleros tatsächlich eine Offline-Version von Diablo 3 bekommen werden, wonach die PC-Spieler monatelang vergeblich lautstark gerufen hatten, da fühle ich mich glatt doppelt verarscht. Ich fühle mich verraten und verkauft. ICH wollte eine Offline-Version! ICH wollte den Einspieler-Modus! Es geht also anscheinend doch, sie wollen nur nicht. Und vor allem wollen sie nur bei den PC-Spielern nicht, bei allen anderen schon. So etwas nehme ich persönlich. Mal von diesem Ausrutscher abgesehen, stimme ich mit dem Geldbeutel gegen DRM ab.

Das sind Einnahmen, die dem Hersteller entgehen, auch wenn es nicht viel bewegt. In der Masse der Käufer geht so ein Einzelprotest nämlich unter. Selbstverständlich machen sie alle miteinander nach wie vor den großen Reibach, das ist mir klar. Mensch, was hatten wir früher Freiheiten ohne diese DRM-Grütze, die uns heute mit jedem Spiel aufgezwungen wird. Keine Registrierungspflicht, keine Installationslimits, keine Accountbindung, kein Wiederverkaufsverbot, keine Kopierschutz-Rootkits, kein Onlinezwang, keine Cloud-Only-Savegames. Es gab keine Distributionsplatformen, die mir mal eben von jetzt auf nachher die Nutzung aller meiner Spiele verweigern. Meine Nutzerdaten der Pflichtaccounts wurden nicht an Drittverwerter verkauft. Es gab keine DRM-Server, die zum Release völlig überlastet waren und das Spielen verhinderten, und die auch nicht nach 2-5 Jahren aus wirtschaftlichen Gründen abgeschaltet werden, und das Produkt somit wertlos machen. Überhaupt waren die PC-Spiele günstiger: Damals im Schnitt etwa 50-80 DM für ein Vollpreisspiel, heute sind es 50-80 Euro, je nachdem ob man die Standardversion oder die supertolle limitierte Collectors-Edition will.

Ja, ich weiß, der Kunde zahlt, der Kunde will es so. Dann soll er es auch bekommen. Das Prinzip dahinter ist mir auch Recht. Ich für meinen Teil bin dennoch froh, dass ich zu meiner Zeit der intensiven Computerspielenutzung von so einem Schund verschont geblieben bin. Meine Code-Bücher, -Schablonen, -Drehscheiben und CD-Keys waren im Vergleich dazu völlig harmlos. Man könnte den Gegnern des Onlinezwang-Kopierschutzes leicht entgegnen, dass heute doch wirklich jeder einen Breitbandinternetanschluss haben sollte. Aber inwiefern rechtfertigt das denn die zwingende Notwendigkeit eines solchen? Für mich ergibt sich daraus kein Mehrwert – nur mehr Einschränkungen mit denen ich als Konsument leben muss.

fehler37 3Ein Spiel, das es im Moment voll erwischt hat, ist das neue Sim City 5 von EA. Dieses Beispiel ist besonders frustrierend, weil zum einen, Sim City ein typisches Casual-Game ist, für kurze und für lange Runden, für jung und für alt, das man problemlos mal eben auf dem Notebook auf Reisen spielen könnte. Problemlos KÖNNTE, wäre da nicht unser lieber Freund, der Onlinezwang, der eben genau das verhindert. Und zum anderen, weil Entwickler EA die Käufer kackdreist mit einer hundsdämlichen Lügengeschichte für dumm verkaufen wollte. Es hieß nämlich, Sim City 5 könne man unmöglich als Offline-Spiel umsetzen, weil die Berechnungen der simulierten Stadt viel zu komplex für die heute üblichen Quadcore-Desktop-PCs seien. Soso! Alles nur Show, wie ein Modder inzwischen enthüllt hat. Das ganze Server- und Multiplayer-Gedöns wurde ganz billig um das fertige Spiel herumgestrickt. EA wollte seine Kopierschutz-Schikane als großes Feature verkaufen und ist damit, nicht zuletzt wegen der total überlasteten Server, brutal auf die Schnauze gefallen. Wie selbstverständlich konnte sich zum Release niemand einloggen und spielen. Unnötigerweise, wie wir jetzt wissen. Nun gab EA sich öffentlich fast schon beleidigt: Sim City war ja NIE als Einspieler-Spiel konzipiert, weil … äh … ja weil wegen Multiplayer und Server halt. Basta, ihr Würmer! In den Staub! Meine Herren, was für eine peinlich schlechte Ausrede, nur um nicht zugeben zu müssen, dass es ein verdammter Kopierschutz ist. Sim City ist eigentlich ein so typisches Solo-Spiel, soliger geht’s kaum. Keine Sau interessiert sich für den Multiplayer-Rotz, das zeigen schon die diversen Testberichte. Ich habe beinahe jedes Sim City gespielt, und nie hatte ich mir ernsthaft gedacht: “Mann, wie cool wäre jetzt ein bisschen Multiplayer! Ich würde ja so gerne eine Straße zu meinem Nachbarn bauen!”.

Webfundstück

Mein Auto leuchtet im Dunkeln

4

Jetzt da mein fahrbarer Untersatz erst einmal für 2-3 Tage in der Werkstatt steht und ich wieder den vollen Verspätungsterror der Bahn ertragen darf, sei mir eine weitere Episode aus den Trivialitäten meines Lebens erlaubt, hoffe ich. Ich weiß, ich ertrage mich in diesem Zustand ja selbst kaum, aber heute muss es nochmal sein. Im Prinzip ist es sowieso mehr eine Frage als irgendetwas anderes.

Auch auf die Gefahr hin, mich als Kfz-Laie zu outen, aber als ich kürzlich auf die Idee kam, den Scirocco schnell in der Dunkelheit abzulichten, da ist mir etwas Sonderbares aufgefallen:

sciroccomuster2

Was ist das? Wieso hat die Motorhaube im Blitzlicht der Kamera auf einmal ein deutlich sichtbares Muster, das man sonst mit dem bloßen Auge nicht erkennen kann? Ein Kollege äußerte die Vermutung, dass es die Verstärkungen bzw. Verstrebungen auf der Unterseite der Motorhaube sein könnten, die man durch die Haube hindurch in dem grellen Licht sehen kann. Stimmt da etwas mit dem Lack nicht oder ist alles genau so wie es sein soll? Was sind das für weiße Flecken, die zwar teilweise symmetrisch sind, aber irgendwie auch wieder nicht? Ist das irgendeine herstellungsbedingte Besonderheit im Metall, die einfach das Licht merkwürdig reflektiert oder sieht meine Kamera etwa den ruhelosen Geist eines Vorbesitzers?

Ein ähnliches Bild habe ich jedenfalls genau einmal bei einem neuen Golf gesehen, als es geschneit hat, und der Schnee auf der warmen Motorhaube des laufenden Fahrzeugs nur an ganz bestimmten Stellen sofort weggeschmolzen ist. Dadurch ergab sich dann ein solches Muster. Wahrscheinlich hat es mit dieser Geschichte zu tun, nur mit dem Unterschied, dass es auf meinem Bild weder schneit, noch dass es im Motorraum irgendwelche Restwärme gegeben hätte.

Leider habe ich auch nichts Vergleichbares finden können, als ich das weise Orakel von Google danach befragte. Andere Fotos vom Scirocco bei Nacht weisen keine derartigen Muster auf. Da wurden die Autos aber wohl auch nicht so direkt dem Blitzlicht ausgesetzt. Entweder ist das für alle anderen eine totale Selbstverständlichkeit oder es ist nur noch nie jemandem aufgefallen. Oder mein Auto hat sich heimlich ein Tattoo entfernen lassen und das sind einfach nur die überdeckten Reste. Vielleicht kann dieses Rätsel ja mal jemand auflösen.

ATARI

Spacola Eclipse unter Linux und Spielemuseum

5

spacolalinuxDer erste Testlauf von Spacola Eclipse auf einem Nicht-Windows-System vor einigen Tagen verlief erfreulicherweise irgendwie sehr ereignislos. Auf einem Gerät mit Linux Mint ließ ich das Spiel einmal für wenige Minuten laufen. Probleme gab es überhaupt keine. Die Performance war einwandfrei, es gab keine Fehler oder Hänger, die Grafik war nicht irgendwie verschoben, sogar die Soundeffekte und die Musik wurden korrekt abgespielt. Auch wurden die Logdateien korrekt erstellt. Damit kann ich also nun erstmals verkünden, dass die Platformunabhängigkeit garantiert ist, und dass das Spiel nicht nur unter Windows läuft. Ich lehne mich nun auch mal etwas aus dem Fenster und behaupte, dass es dann auch keine Schwierigkeiten mit Mac OS geben sollte, aber selbstverständlich wird das ebenfalls noch ausführlich getestet, wenn denn die Zeit dafür reif ist.

Die Projektseite wurde kurz zuvor nochmals aktualisiert und um die Hinweise bezüglich der aktuellsten WIP-Version 0.22 erweitert. Die Erkenntnisse über den Linux-Test folgen dort in einigen Tagen. Die Entwicklung an der Version 0.23 beginnt sobald ich die Zeit dafür entbehren kann. Ich habe schon so einige Ideen, was ich demnächst umsetzen muss und was oberste Priorität hätte. Es gibt außerdem in Bezug auf den Sternenatlas für Spacola einige neue Informationen, die ich vielleicht in einem der kommenden Beiträge näher erläutern würde. Darüber hinaus hat der Header der Seite ein kleines Update erhalten, so dass die Seite etwas mehr nach Spiel aussieht. Schon länger spielte ich mit dem Gedanken, man müsse dort mehr vom Spiel zeigen. Und wo ich schon dabei war, hat das gute alte Dongleware-Museum ebenfalls einen neuen Header bekommen, der auch mit dem passenden Firmenlogo glänzt.

hintzenverwohltheader 200x84Und die wichtigste Neuheit zum Schluss. Das Dongleware-Museum hat einen kleinen Zwillingsbereich bekommen: Ich feiere die Einweihung des Hintzen & Verwohlt Spielemuseum (im Menü unter “Spielemuseum” konsolidiert) zu den Spielen von Martin Hintzen und Jürgen Verwohlt, das ich schon sehr lange geplant hatte, aber nie umsetzen konnte. Und es half ja nichts, ich musste mir die Arbeit doch irgendwann machen. Es wird sich vermutlich noch einiges an den Beschreibungstexten ändern, aber die Hauptsache ist, dass das Museum jetzt äh … “begehbar” ist. Da ich vielleicht die einzige verbliebene Informationsquelle zu diesen Spielen im Netz bin, halte ich es nun für meine Pflicht, dort alles zusammenzutragen, was man so über diese Atari ST-Klassiker wissen muss. Auf der entsprechenden Seite wird es zwar erwähnt, doch hier auch nochmal der Aufruf an jeden Fan der Spiele: Wer irgendetwas an Informationen beitragen kann, die mir bislang fehlen, der möge sich gerne bei mir melden. Ich werde dann alles entsprechend in die Seite einpflegen.

Filme

Film-Kurzreview: “Asterix & Obelix – Im Auftrag Ihrer Majestät”

0

Nicht das A und O, sondern das O und irgendein A

asterixobelixmajestaetWas macht man als großer römischer Feldherr, wenn man bereits ganz Gallien erobert hat und nun nicht mehr weiß wohin mit den vielen Legionen? Julius Cäsar jedenfalls entsendet sie direkt an die englische Küste, jenseits des Ärmelkanals, um dort seinen Feldzug fortzusetzen. Bekanntermaßen gibt es da aber noch ein einziges gallisches Dorf voller unbeugsamer Gallier, das den Römern permanent Widerstand leistet. Genau dorthin schickt Ihre wenig amüsierte Majestät, die Königin von England, den unerschrockenen britischen Gentleman Teefax (Guillaume Gallienne), um Hilfe gegen die Römer zu erbitten. Die beiden Vorzeigehelden Asterix (Édouard Baer) und Obelix (Gérard Depardieu) nehmen sich der Angelegenheit an und wollen bei der Gelegenheit den jungen rebellischen Grautvornix (Vincent Lacoste) zum Mann erziehen. Ein Fass voll Zaubertrank soll die Lösung für das Problem der Briten sein, doch das heimliche Vorbeischleusen des Fasses an den römischen Soldaten erweist sich als zu schwierig, und so verlieren Asterix, Obelix und Teefix die kostbare Fracht leider aus den Augen. Sie ahnen außerdem nichts von den finsteren und furchtlosen Normannen, die der Belagerung beiwohnen wollen um hinter das Geheimnis der Angst zu kommen. In der Not bietet Asterix an, aus einer speziellen Kräutermischung neuen Zaubertrank zusammenzubrauen.

Man wird wohl lange suchen müssen, um jemanden in unseren Breiten zu finden, der noch keinen einzigen aus der Vielzahl der Asterix-Bände gelesen und keine der Zeichentrick- und Realverfilmungen gesehen hat. Oder aber es handelt sich um einen Verächter der frankobelgischen Comicwelt. Die Erfinder Goscinny und Uderzo haben sich und ihrem Land mit den Abenteuern von Asterix und Obelix ein kleines Denkmal geschaffen. “Asterix & Obelix – Im Auftrag Ihrer Majestät” aus dem Jahr 2012 ist der vierte Teil der Filmreihe und der erste Asterix-Film von Regisseur Laurent Tirard. Er orientiert sich nah an der Comic-Vorlage bzw. am Zeichentrickfilm “Asterix bei den Briten”, zusätzlich enthält der Film Kernelemente aus “Asterix und die Normannen”. Vielleicht befürchtete man, ein einzelner Asterix-Band liefere nicht mehr genügend Witz und Inhalt für einen modernen Kinofilm.

Thematisch greift der Film sogar die eine oder andere gesellschaftlich sensiblere Angelegenheit auf und spricht so auch die vermeintliche homosexuelle Beziehung zwischen Asterix und Obelix an, die ja zusammen unter einem Dach leben. Und selbst nachdem dieses Missverständnis (mehr oder weniger) deutlich beseitigt ist, wird gnadenlos darauf Bezug genommen, dass sowohl Asterix als auch Obelix ewige Junggesellen sind, die in Sachen Liebe bisher weitestgehend versagten. Selten war Asterix selbstkritischer und nachdenklicher als hier. Darüber hinaus beschränken sich die Schwierigkeiten im Plot meist auf die im Film etwas überspitzt dargestellte kulturelle Kluft zwischen den stereotypischen Understatement-Inselbewohnern und den “ordinären” Kontinentaleuropäern.

Unabhängig davon, was man unter den in Frankreich gegebenen steuerpolitischen Umständen von Darsteller Gérard Depardieu halten mag, so hat er doch schon von Beginn der Realverfilmungen an sehr gut in das Kostüm des grobschlächtigen aber liebenswerten Obelix gepasst. Bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass der Depardieu’sche Obelix der prominente komödiantische Klebstoff ist, der die Filmserie wirklich zusammenhält. Ihm gegenüber steht der mittlerweile dritte Asterix-Darsteller und der vierte Cäsar, woran wahrscheinlich sogar Fans der Filme schwer zu kauen haben dürften. Als einziger verbliebener Stammdarsteller von internationaler Bedeutung schafft es Depardieu kaum, die Qualität des Films zu halten, geschweige denn zu heben, zumal die jüngste Interpretation des Asterix nicht einmal im Ansatz wie ein überzeugender Asterix wirkt. Die Figur des Cäsar ist sogar so schlecht gecastet und dargestellt, dass ich ihn im Film vielleicht nicht erkannt hätte. Die übrigen Filmcharaktere haben einen eher geringen Wiedererkennungswert und sind meistens auch nur kurz zu sehen, so zum Beispiel Majestix und Gutemine.

“Im Auftrag Ihrer Majestät” bedient sich der für die Asterix-Realverfilmungen typischen Anachronismen, pseudo-lateinischen Wortspiele und jeder Menge parodistischer Anspielungen auf berühmte Filme und die moderne Popkultur. Der Humor bewegt sich dabei exakt auf derselben Ebene wie der der Vorgängerfilme, unterscheidet sich in dieser Hinsicht also weder positiv noch negativ davon. Der übertriebene britische Akzent, über den man anfangs noch schmunzelt, geht einem in den zum Teil recht langen Dialogen schnell auf die Nerven. Ein bisschen “Generation Facebook” bringt der jugendlich-naive Grautvornix mit, der damit zwar am wenigsten in den Film hinein-, aber diesem überraschenderweise die meisten guten Gags verpasst.

Fazit: Das französische Qualitätskino hat doch um einiges mehr zu bieten als das, und wer schon immer der Meinung war, dass die Realfilme eine Schmähung des Kunstwerks Asterix sind, den wird dieser vierte lauwarme Aufguss wohl am allerwenigsten vom Gegenteil überzeugen können. Allerdings sollte man den Film als das bewerten, was er eigentlich ist: Ein kurzweiliger, stellenweise etwas alberner Spaß für Familien mit Kindern, die nicht so sehr auf die filmische Qualität bedacht sind. Doch sollten die Kinder nicht mehr allzu jung sein, denn sonst stören sie sich vielleicht an den vielen unwitzigen (un-)romantischen Szenen.

goldenpoo

Einfach mal dagegengefahren

2

Was ist unwahrscheinlich, witzig und traurig zugleich? – Wenn mir drei Wochen nach dem Autokauf jemand ins Auto fährt!

Die vergangenen Tage und Wochen habe ich mir viele unnötige Sorgen gemacht. Wenn man schon mal in der Situation ist, soviel Geld auf einen Schlag auszugeben, dann will man sicher sein, dass man den Kauf nicht bereuen muss. Was wäre, wenn mir das Auto über Nacht plötzlich geklaut würde? Was wäre, wenn es jemand mutwillig zerkratzt, die Nummernschilder mitgehen lässt, oder die Reifen zersticht? Und soll ich mich lieber gleich umbringen oder erst nachdem ich das Auto in einer möglicherweise unachtsamen Sekunde gegen die Wand gefahren habe? Von Freunden, Verwandten und Bekannten hörte ich ständig, das seien doch wohl eher unbegründete Sorgen und ich solle mich doch nicht verrückt machen, das würde schon nicht passieren. Na, da habe ich ja wirklich Glück gehabt. Nach einigen Tagen wurde mein Schlaf tatsächlich wieder besser.

Neulich Mittag hing ein Zettel an meinem fahrbaren Neuerwerb, mit einem Hinweis auf ein kleines Missgeschick beim Ausparken. Wie selbstverständlich traf es genau das Heck meines Scirocco und nicht etwa irgendeines anderen parkenden Fahrzeugs auf dem vollbesetzten Parkplatz. Die Stoßstange wurde an einer Seite unterhalb der Rückleuchte etwas aus ihrer Fassung gedrückt, und als Bonus gibt es noch einige beinahe ästhetisch anmutende Kratzer im Lack dazu. Eigentlich gar nichts übermäßig Tragisches, aber dennoch ärgerlich. Man möge sich das nochmal vor Augen halten: Gerade einmal drei Wochen habe ich dieses Auto, kaum 500 km gefahren, und schon kann ich die Werkstatt besuchen, weil jemand die Abmessungen seines SUV offenbar nicht so ganz einschätzen kann. Da stehen mir ja einige lustige Monate bevor, wenn ich das mal ganz naiv auf ein Jahr hochrechnen würde. Kann jemand die Ironie dahinter sehen oder gehört das einfach zum großartigen Plan des Lebens dazu?

sciroccoschaden2

Ich denke ich muss froh sein, dass das kein Fall von Fahrerflucht, sondern ein sehr sympathischer und ehrlicher Mensch ist. Ich bleibe nicht auf den Kosten sitzen, nur den Aufwand habe ich. Mitte nächsten Monats wird es repariert, dann ist das Thema hoffentlich erledigt, und dann ist vielleicht auch diese betäubende, elendslange Scheißkälte vorbei, die mir bald noch den letzten Nerv raubt.

Update vom 28.02.: Zum Thema Auto gibts hier erstmal Neuigkeiten von der Bahn: Nachdem diese bereits Anfang Februar den Termin zur Freigabe der Bahnstrecke um mehrere Wochen verschieben musste, wurde der Termin heute erneut verschoben, und zwar auf den 18. März. Offiziell begründet wird dies als “Folge der winterlichen Witterung”. Oder kurzgesagt: den faulen Mitarbeitern der Bahn ist es einfach zu kalt um zu arbeiten.

nach oben