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Opera und der Speicherhunger

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Kürzlich habe ich erst darüber berichtet, wie speicherhungrig der Browser Opera sein kann, wenn man ein anspruchsvoller Intensiv-/Dauersurfer ist, und noch dazu den Rechner einfach durchgehend laufen lässt. Damals habe ich bemängelt, dass die Software schon nach wenigen Tagen tatsächlich fast 1,5 GB Arbeitsspeicher in Beschlag genommen hat. Inzwischen habe ich meinen alten Rekord gebrochen:

Opera braucht von den momentan verbauten 5 GB RAM sage und schreibe 2,7 GB. Das ist mehr als die Hälfte. Ich möchte hier noch einmal betonen, dass ich es nicht darauf angelegt habe. Ich habe nicht einfach 200 Tabs geöffnet und in jedem ein anderes Youtube-Video geladen. Das wäre ja keine Kunst. Der Screenshot ist ein reines Produkt meiner üblichen Surf-Gewohnheiten, daran ist nichts inszeniert. Alleine deshalb wundert es mich ja.

Wo wir aber gerade beim Wundern sind: Wer glaubt, er könne verstehen, warum Opera soviel Speicher braucht, der lasse sich bitte Folgendes durch den Kopf gehen. Als Opera bei mir vor wenigen Wochen immerhin schon angenehme 2130 MB Arbeitsspeicher in Beschlag genommen hatte, dachte ich, ich könnte den Browser zur Abwechslung ja einfach mal wieder schließen und neu starten.

Das Ergebnis war wirklich interessant. Ich habe exakt dieselbe Sitzung und Konfiguration mit exakt denselben Tabs automatisch wieder öffnen lassen. Der Speicherverbrauch lag hinterher noch bei lächerlichen konstanten 400 MB. Wo waren bitte die übrigen 1700 MB geblieben?

Hardware

Poltergeist im Rechner

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Ladies and Gentlemen, we have a winner: Der Mörder war diesmal die Soundkarte. Mein derzeitiger Rechner hat mich in den letzten Wochen so einige Nerven gekostet. Wieder einmal hat sich mir gezeigt, dass es selbst für Informatikabsolventen und Informatikstudenten alles andere als einfach ist, die Fehlerquelle eindeutig zu bestimmen, wenn der Rechner nicht mehr das tut, was er eigentlich tun sollte. Mein System hat gute Arbeit geleistet und so einige rote Heringe ausgelegt, um mich zu verwirren. Aber alles nacheinander.

Den Rechner hab ich im Februar 2009 zusammengebaut und ihn seitdem kontinuierlich in Betrieb. Das Ding lief so stabil, dass es schon fast unrealistisch war. Zwischendurch gab es Probleme mit einem defekten RAM-Riegel, aber das ist inzwischen auch schon über ein Jahr her. Bis vor wenigen Wochen lief alles gut. Dann kam der erste unangekündigte Absturz. Zufall, denkt man sich. Ein Tag später der nächste Absturz, wieder ein Blackscreen. Da dachte ich zuerst an den Arbeitsspeicher. Inzwischen stürzt die Kiste alle 20 Minuten ab. Freezes, Blackscreens, einmal sogar ein Bluescreen mit einer NVidia-Treiberdatei. Womöglich die Grafikkarte?

Alle RAM-Riegel werden stundenlang sowohl zusammen als auch getrennt mit Memtest86+ getestet. Einer der Riegel sticht heraus und wirft insgesamt drei Fehler, mehr nicht. Im Einzeltest kommt der Rechner mit diesem Riegel teilweise erst gar nicht über das BIOS hinaus oder Memtest hängt sich auf. Aha, da haben wir es. Der Arbeitsspeicher war schuld. Defekten Riegel ausgebaut, Windows hochgefahren. Juhu, es läuft! Jedenfalls bis Windows wenige Minuten später einfriert und der Rechner neustartet. RAM war es wohl doch nicht.

Das nächste Kapitel wird eingeleitet. Aus Verzweiflung tausche ich meine Grafikkarte durch eine zufällig herumliegende Low-End-Grafikkarte. Windows fährt hoch und läuft. Stundenlang ohne Absturz. Tagelang sogar. Soso, da war also meine Grafikkarte defekt, das erklärt die NVidia-Fehlermeldung. Vielleicht aber auch das Netzteil plötzlich defekt? Zuwenig Saft für so eine hungrige Grafikkarte? Sind ja immerhin nur 420 Watt, aber hat doch sonst auch immer gereicht. Egal, Problem gelöst. Ich kann zwar kein Crysis 2 mehr spielen, aber wenigstens läuft der Rechner.

Am nächsten Morgen ist die Soundkarte stumm. Der Mixer zeigt ein Signal an, aber es kommt nix aus dem Ausgang. Nach einem Reboot gehts wieder. Alles in Ordnung. Tags darauf dasselbe Problem: Soundkarte aus. Wie jetzt? Soundkarte defekt? Netzteil zu schwach/defekt? Mainboard defekt? Poltergeist im Rechner? Ich will mir einen Film ansehen, doch nun fällt die Soundkarte in Abständen von zehn Minuten aus. Kurzerhand wird die Soundkarte ausgebaut und der billige Onboard-Soundchip aktiviert. Das ist reine Symptombekämpfung.

Inzwischen habe ich mir ein neues Netzteil mit 450 Watt und zusätzlichen Arbeitsspeicher bestellt, da der fehlende scheinbar defekte Riegel ein ziemliches Loch hinterlassen hat. Altes Netzteil raus, neues Netzteil rein, neue RAM-Riegel rein, Soundkarte wieder rein. Die Grafikkarte wollte ich auch tauschen, bis mir aufgefallen ist, dass das Netzteil zuwenig Anschlüsse hat. Was solls. Rechner stürzt nach einer Stunde ab, dann nach 20 Minuten. Inzwischen bleiben nur noch Soundkarte und Mainboard als Fehlerquelle übrig. Soundkarte wieder raus -> System läuft stabil.

Letztes Kapitel: Ich baue das alte Netzteil und die stärkere Grafikkarte wieder ein. Keine Abstürze. Netzteil ist also ok, Grafikkarte auch. Offenbar war die Soundkarte die ganze Zeit das Problem, aber der Fehler hat sich sehr gut getarnt. Zumal die Karte ja im Prinzip funktioniert, also wenn überhaupt nur einen sehr unscheinbaren Teildefekt hat, den ich nicht verstehen kann. Womöglich ist ja auch nur der PCI-Slot kaputt, an dem die Soundkarte hing. Das müsste ich mal als nächstes testen. Scheint jedenfalls so als wäre der Albtraum fürs erste vorbei, aber ich warte insgeheim noch auf den nächsten Absturz. Danach fliegt die Kiste in hohem Bogen aus dem Fenster und ich kaufe mir einen neuen.

Was war nun mit dem defekten RAM-Riegel? Hatte mein Rechner etwa gleichzeitig zwei voneinander unabhängige Defekte? Wieso lief das System nach dem Grafikkartenwechsel trotz eingebauter Soundkarte stabil? Und wieso zeigt Windows beim Bluescreen ein Problem mit dem NVidia-Treiber, wenn die Grafikkarte völlig in Ordnung ist? Seien Sie auch nächste Woche wieder dabei, wenn es heißt: X-Factor – Das Unfassbare.

Extreme-Browsing mit Opera

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Rückblende: Als ich geboren wurde, hatten Homecomputer gerade mal magere 64 Kbyte Arbeitsspeicher. Selbst nachdem ich laufen und Computer bedienen konnte, waren die Rechner auch nicht mit viel mehr als 1 MB RAM bestückt. Wenn man davon das Betriebssystem abzieht, blieb für die einzelne Anwendung nicht einmal 800 Kbyte übrig. Natürlich weniger, wenn man Multitasking betreiben wollte.

Heute, 2011: Selbst die billigsten Supermarkt-Computer sind nicht selten mit sagenhaften 8 GB Arbeitsspeicher oder noch mehr ausgestattet. Sogar unter den Notebooks sind 4 GB längst Standard. Was macht man mit soviel Speicher? Zwei Millionen Textdateien gleichzeitig öffnen? Oder 34000 Fotos? Nein, eigentlich reicht heute schon fast ein Browser aus, um den Speicher zu füllen:

Ja, ich gebe es zu, ich bin ein Tab-Messie. Aber ich persönlich bevorzuge eigentlich eher die Bezeichnung „Poweruser“. Ich habe gut und gerne mal 40-50 Tabs gleichzeitig geöffnet, vor allem wenn ich irgendwas recherchiere. Aber selbst an schlechten Tagen sind es nie weniger als 15. Die guten alten Bookmarks sind sinnlos geworden, man lässt stattdessen einfach alle seine Lieblingsseiten immer geöffnet. Opera bietet sogar eine Session-Funktion an, mit der man die besten Tab-Konstellationen speichern und bei jedem Programmstart wieder automatisch öffnen lassen kann. Sind soviele Tabs nicht unübersichtlich? Eigentlich kaum. Es passiert eher selten, dass ich mal eine Seite versehentlich zweimal öffne, weil ich vergessen habe, dass sie in einem bestehenden Tab schon geladen ist. Aber was meine Tabs betrifft, bin ich meistens recht fit im Kopf, außerdem gibts ja Icons und ein Tab-Preview.

Aber mal eine andere Frage: Wenn man einen Browser wochenlang (ohne ihn zu schließen) im Betrieb und viele viele Tabs geöffnet hat, sind dann 1,5 GB normal? Ich meine, da passt ja ein kompletter Spielfilm rein. Gehen wir mal davon aus, die durchschnittliche Webseite ist heute 3 MB groß, und davon haben wir 50 geöffnet. Sogar wenn ich dann noch großzügig irgendeinen beliebigen Wert draufrechne für Overhead oder was weiß ich, komme ich kaum auf mehr als 250 oder meinetwegen 300 MB. Hat Opera etwa eine miese Speicherverwaltung? Man müsste mal testen, ob der Firefox sich unter solchen Extrembedingungen genauso sorglos am Speicher bedient.

Und überhaupt: Kann das jemand überbieten? :P

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