Extreme-Browsing mit Opera

Rückblende: Als ich geboren wurde, hatten Homecomputer gerade mal magere 64 Kbyte Arbeitsspeicher. Selbst nachdem ich laufen und Computer bedienen konnte, waren die Rechner auch nicht mit viel mehr als 1 MB RAM bestückt. Wenn man davon das Betriebssystem abzieht, blieb für die einzelne Anwendung nicht einmal 800 Kbyte übrig. Natürlich weniger, wenn man Multitasking betreiben wollte.

Heute, 2011: Selbst die billigsten Supermarkt-Computer sind nicht selten mit sagenhaften 8 GB Arbeitsspeicher oder noch mehr ausgestattet. Sogar unter den Notebooks sind 4 GB längst Standard. Was macht man mit soviel Speicher? Zwei Millionen Textdateien gleichzeitig öffnen? Oder 34000 Fotos? Nein, eigentlich reicht heute schon fast ein Browser aus, um den Speicher zu füllen:

Ja, ich gebe es zu, ich bin ein Tab-Messie. Aber ich persönlich bevorzuge eigentlich eher die Bezeichnung „Poweruser“. Ich habe gut und gerne mal 40-50 Tabs gleichzeitig geöffnet, vor allem wenn ich irgendwas recherchiere. Aber selbst an schlechten Tagen sind es nie weniger als 15. Die guten alten Bookmarks sind sinnlos geworden, man lässt stattdessen einfach alle seine Lieblingsseiten immer geöffnet. Opera bietet sogar eine Session-Funktion an, mit der man die besten Tab-Konstellationen speichern und bei jedem Programmstart wieder automatisch öffnen lassen kann. Sind soviele Tabs nicht unübersichtlich? Eigentlich kaum. Es passiert eher selten, dass ich mal eine Seite versehentlich zweimal öffne, weil ich vergessen habe, dass sie in einem bestehenden Tab schon geladen ist. Aber was meine Tabs betrifft, bin ich meistens recht fit im Kopf, außerdem gibts ja Icons und ein Tab-Preview.

Aber mal eine andere Frage: Wenn man einen Browser wochenlang (ohne ihn zu schließen) im Betrieb und viele viele Tabs geöffnet hat, sind dann 1,5 GB normal? Ich meine, da passt ja ein kompletter Spielfilm rein. Gehen wir mal davon aus, die durchschnittliche Webseite ist heute 3 MB groß, und davon haben wir 50 geöffnet. Sogar wenn ich dann noch großzügig irgendeinen beliebigen Wert draufrechne für Overhead oder was weiß ich, komme ich kaum auf mehr als 250 oder meinetwegen 300 MB. Hat Opera etwa eine miese Speicherverwaltung? Man müsste mal testen, ob der Firefox sich unter solchen Extrembedingungen genauso sorglos am Speicher bedient.

Und überhaupt: Kann das jemand überbieten? :P

2 Gedanken zu „Extreme-Browsing mit Opera

  1. Ulketulke

    3 MB dürfte wohl Utopie sein, successdenied z.b. schwankt bei mir z.b. zwischen 20 und 35MB. manche homepages die reisig lang sind mit viel werbung und eventuell noch nem video kommen schon manchma auf 100MB laut meinem task Manager.

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  2. Vince Beitragsautor

    Du verwendest vermutlich Chrome. Chrome startet für jeden Tab einen eigenen Prozess. Jeder Prozess bekommt eigene Anwendungsdaten und einen reservierten Speicherbereich, so als wärs ein eigenständiger Browser.

    Aber ich hab extra für dich mal Successdenied auf der Festplatte gespeichert: 1,31 MB

    Selbstverständlich darf man hier nicht Speicherbedarf eines Tabs mit Datenmenge einer Webseite gleichsetzen, das ist wohl das zentrale Problem. Ich vermute, JPGs werden sowieso als Bitmaps im Arbeitsspeicher abgelegt und bereits ein einziges Youtube-Video auf der Webseite (das dann den Browser veranlasst, Flash in den Speicher zu laden), drückt den Speicherbedarf um locker 10 MB oder mehr.

    Ich wollte nur mal darauf aufmerksam machen, was so ein kleines Stück Software für ein enormer Speicherschlucker sein kann :)

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