Lächerliche 16 Jahre lang habe ich es geschafft, mich durchs Leben zu schlagen ohne der SitcomFriends“ auch nur den Hauch von Beachtung zu schenken. Es war nun mal an der Zeit, nachzusehen, ob an dieser Serie wirklich soviel dran ist, wie mir andere versicherten. Zu diesem Zweck habe ich die letzten drei Wochen einen epischen „Friends“-Marathon veranstaltet: 10 Staffeln mit ingesamt 238 Folgen mussten durchgesehen werden. Das macht durchschnittlich etwa eine halbe Staffel pro Tag. Das Projekt ist beendet. „Friends“ hat sämtliche meiner Erwartungen übertroffen. Eine Zusammenfassung werd ich mir sparen, aber ein paar Dinge, die mir sehr gefallen haben, wollte ich dennoch erwähnen. Wer die Serie noch nicht auswendig kennt, sollte hier nicht weiterlesen.

Nach den letzten drei Wochen mit Ross, Monica, Chandler, Rachel, Phoebe und Joey war es im Abspann des Season 10 Finales fast so als hätte ich ein paar gute Freunde verloren. Die Writer verstehen es, Charaktere zu entwickeln, die einem schnell ans Herz wachsen. Die Serie legt schon in Staffel 2 mit der Liebesgeschichte von Ross und Rachel ein spannendes Kapitel vor und irgendwie bin ich darin einfach hängengeblieben. Ich habe die Kapitel „Monica und Chandler“ und natürlich „Mike und Phoebe“ ebenfalls zur Kenntnis genommen und irgendwo mitgefiebert, aber es war dann doch nie dasselbe. Ross vermasselt es über sechs Jahre lang, mit Rachel einen Neuanfang zu versuchen, und Rachel wiederum geht lieber mit allen anderen eine Beziehung ein. Und die Macher sorgen regelmäßig dafür, dass dieses Kapitel wieder kurz aufflammt, ganz besonders nach der Geburt der gemeinsamen Tochter Emma. So wechseln sich Momente zum Totlachen, Momente zum Weinen und Momente zum Haareraufen ständig ab.

„Friends“ hat das größte Star-Aufgebot, das ich bislang in der Form gesehen habe. Besonders in den späteren Staffeln überschlagen sich die Hollywood-Größen in Gastauftritten: Bruce Willis, Sean Penn, George Clooney, Jean-Claude Van Damme, Reese Witherspoon, Julia Roberts, Susan Sarandon, Robin Williams, Winona Ryder, Jeff Goldblum und viele weitere lassen sich hier blicken. Das sorgt zusätzlich für witzige und zugleich spannende Augenblicke.

Die Serie wurde von 1994 bis 2004 gedreht und es ist ein wenig schade, dass sich von den Darstellern nur Jennifer Aniston in Hollywood etablieren konnte. Courteney Cox und Matthew Perry sieht man wenigstens hin und wieder noch, erstere vor allem durch ihre „Cougar Town“-Serie. Als nächstes werde ich mir mal diese „Friends“-Spinoff-Serie „Joey“ anschauen, obwohl ich davor bereits gewarnt wurde. Aber das Central Perk werde ich auf jeden Fall sehr vermissen.