itilfoundationSeit Anfang Dezember bin ich ITIL-Foundation-zertifiziert, seit kurzem habe ich das sogar schriftlich. Für wen das wie eine Krankheit klingt und wer damit überhaupt nichts anfangen kann, der braucht sich keine Vorwürfe machen: ITIL-Zertifikate sind nur im IT-Business von Relevanz, und selbst dort kommt man frühestens mit dem Eintritt in die freie Wirtschaft gelegentlich damit in Berührung. So kam es dann auch, dass ich nach einem kompletten Informatikstudium keinen Ton von ITIL gehört hatte (wie von so vielem, wie sich herausgestellt hat), aber dann sofort am ersten Arbeitstag wurde es mir rücksichtslos um die Ohren gehauen. Man lernt mit den wichtigsten Teilen der Terminologie nach einer Weile halbwegs umzugehen, aber um eine Schulung kommt man früher oder später doch nicht herum.

Zweieinhalb Jahre später habe ich mich tatsächlich durch die mehrtägige Foundation-Zertifizierung der IT Infrastructure Library gekämpft, wie sich ITIL ausschreibt, und das in der aktuellsten Version 3 Edition 2011. ITIL ist vereinfacht gesagt eine (von der britischen Regierung initiierte) mittlerweile recht mächtige und dennoch kompakte Sammlung von bewährten Vorgehensweisen, um jedes beliebige IT-Business erfolgreich zu betreiben. Dazu gehören auch eine ganze Reihe an Begrifflichkeiten, die man lernen, verstehen, unterscheiden und anwenden können muss. Die abschließende (Multiple-Choice-)Prüfung enthält teilweise ziemlich knifflige Fragen, die den Prüfling verwirren sollen. Dennoch habe ich mit 87.5% der Punkte eindeutig bestanden.

Jeder Zertifizierte bekommt ein schönes Zertifikat und außerdem die edle (grüne) ITIL-Foundation-Anstecknadel fürs Ego, mit der man dann abends in der Kneipe oder Disco wahrscheinlich der absolute King ist. Trotz allem muss ich gestehen, dass ich gemerkt habe, wie lange ich eigentlich schon aus dem Studium raus bin. Meine letzte schriftliche Prüfung war im Januar oder Februar 2010, also vor vier Jahren. Sich nun tatsächlich ein paar Tage konzentriert hinzusetzen und Skripte durchzubüffeln, sowie Begriffe auswendig zu lernen, ist mir gar nicht mehr so leicht gefallen. Vor allem ist es hart, von morgens bis spätnachmittags die Schulung zu besuchen, und wenn man abends nachhause kommt, sich die Lernlektüre nochmals vorzunehmen. Aber mir hat die ganze Aktion wirklich gut getan. Es war eine interessante Erfahrung, die sich gelohnt hat.

Nach der Foundation-Stufe gibt es z.B. noch den ITIL-Expert, sowie den ITIL-Master. Diese Stufen sind allerdings nicht für die kleinen Rädchen im Getriebe gedacht, sondern für die Lenker im Business – die wichtigen Entscheidungsträger. Insoweit ist hier an dieser Stelle für mich vorerst Endstation. Aber die ITIL-Foundation ist mit Sicherheit nicht gänzlich unbedeutend, wenn man sie irgendwann mal den Bewerbungsunterlagen beilegen kann.

Bereits im letzten September bekam ich ein kleines Zertifikat für den erfolgreichen Besuch (ja, das ist wie mit den „Siegerurkunden“ in der Schule, ich weiß!) einer vier Tage dauernden Schulung zu den Grundlagen der Unix-/Linux-Shellprogrammierung. Geschadet hat es mir nicht, auch wenn ich nicht behaupten kann, dass davon noch allzu viele Details hängengeblieben sind, mal abgesehen von den Pipes und dem inzwischen spürbar sichereren Umgang mit dem „vi“-Editor. Unix-Befehle sind mir nach wie vor zu kryptisch. Was mich im Besonderen daran so nervt, ist, dass egal wie oft man den einen oder anderen Befehl schon gebraucht hat, man dessen Syntax trotzdem immer wieder abspicken muss.