Eine kleine Premiere, über die ich mich besonders freue, möchte ich den Besuchern von SuccessDenied.com nicht vorenthalten. Es handelt sich um den ersten Gastbeitrag (von möglicherweise vielen weiteren): ein zur kalten Jahreszeit passendes Gedicht aus der Feder eines befreundeten und sehr talentierten Schreibers. Kommentare über dieses Werk sind selbstverständlich gerne gesehen.

Wanderers Winterlied

Von draus vom Walde komm ich her,
ging alle Wege kreuz und quer.
Von watteweichem Schnee bedeckt,
hat sich die Welt mir hingestreckt.

Ein Rehlein und ein Häslein aßen,
wie sie in trauter Eintracht saßen,
des kalten Bodens letzte Gaben,
die sie dem Schnee entrungen haben.

Von einer Stelle zu der zweiten,
streifen durch der Wildnis Weiten,
Seit’ an Seit’ zwei Warzenschweine,
über Stock und über Beine –

Beine eines jungen Knaben!
Fangen fleißig an zu schaben,
haben bald ihn ausgegraben,
sich an seinem Fleisch zu laben.

David Uvbelda