Archiv für Dezember, 2016

Das ist das Ziel der Destiny

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Zuerst zehn Staffeln SG-1, danach fünf Staffeln Atlantis und nun gerade mal noch zwei Staffeln für Stargate: Universe. Offenbar wird die Länge jedes in Folge produzierten Stargate-Ablegers (ganzzahlig) immer weiter halbiert. Wenn je eine weitere Serie käme, sollten sich die Fans auf eine einzelne, aber wahrscheinlich spannende Staffel in ihrem Lieblingsuniversum einstellen. Bis dahin kann ich immerhin von mir behaupten, alles an offiziellem Film- und Serienmaterial zu Stargate gesehen zu haben. Zuletzt die beiden Staffeln des leider vorzeitig abgesetzten „SGU“, die von 2009 bis 2011 produziert wurden.

Während es in SG-1 noch fast vollständig um Reisen durch das Stargate ging, und schon in Atlantis immerhin gut zur Hälfte mit Raumschiffen gereist wurde, führt SGU diese Entwicklung konsequent fort: Hier geht es im Prinzip nur noch um ein Raumschiff: Die Destiny. Klar, ein mobiles Stargate hat die Destiny auch, aber im Kern wird jetzt die Geschichte von Star Trek: Raumschiff Voyager neu erzählt: Durch einen blöden Zwischenfall landen rund einhundert Menschen auf dem Antiker-Kreuzfahrtschiff „Destiny“, das seit endlosen Zeiten irgendwo (unbemannt mit Autopilot) am anderen Ende des Universums unterwegs ist, um … ja, was eigentlich? Jedenfalls gibt es für die Gestrandeten absolut keinen Weg mehr zurück, also machen sie das Beste daraus, und das mysteriöse, unerforschte Schiff zu ihrem neuen, leicht gruseligen Zuhause. Irgendwann wird man doch bestimmt mal bei der Erde vorbeikommen und abspringen können.

Zu den Hauptfiguren der Serie gehört Colonel Young, sozusagen der Papa Schlumpf, der versucht, die Ordnung auf dem Schiff mit Hilfe seiner provisorischen Militärregierung aufrechtzuerhalten, während der Widerstand dagegen mit der Not wächst. Die Serie lebt lange Zeit von den Konflikten zwischen dem Militär und den Zivilisten, bzw. Wissenschaftlern, die nicht immer dieselben Interessen haben. Der große Gegenspieler von Young ist Dr. Rush, der geniale Wissenschaftler, gespielt von Robert Carlyle, neben Lou Diamond Phillips der womöglich bekannteste Darsteller in der Serie. Daneben gibt es noch das etwas beleibte Wunderkind Eli: Ganz egal wie knapp die Nahrungsvorräte sind, Eli behält seinen Winterspeck. Young und Rush müssen mehr oder weniger gemeinsam daran arbeiten, die vielen Ziele der unfreiwilligen „Mission“ unter einen Hut zu bringen: Das Überleben der Menschen auf dem Schiff sicherstellen, den Autopilot ausschalten, einen Weg nachhause finden, das Schiff erforschen und reparieren, sich gegen Angreifer verteidigen, und noch so einiges mehr. Bei all dem Stress kann man sich schonmal gegenseitig an die Gurgel gehen.

Stargate: Universe macht für mich im Gegensatz zu den ersten beiden Serien etwas Entscheidendes richtig: Die Produzenten haben endlich aufgehört, die Serie pausenlos mit unangebrachten Witzen aufzulockern. Jede aufkeimende Ernsthaftigkeit wird in SG-1 und Atlantis sofort ruiniert, jede noch so gefährliche Situation sofort durch einen dämlichen Schenkelklopfer entschärft. Nein, SGU ist endlich so viel düsterer, viel deprimierender, viel „logischer“. Man sieht den Leuten an, dass die Situation scheiße ist. Die Menschen haben Heimweh, gehen sich irgendwann mächtig auf die Nerven, verdächtigen sich gar gegenseitig. Paranoia, Meuterei, Sabotage und Mord! Niemand hatte das Bedürfnis, die Zuschauer ständig mit Humor aufzumuntern, weil es gar keinen Grund dafür gibt. Oh, es gibt Humor in SGU, aber in kleinerer Dosis, und dezent platziert. Auch bin ich mehr als froh darüber, dass die Serie diesmal kein albern heroisches Intro bekommen hat, das die tapferen Soldaten stets in Aktion gegen außerirdische Bedrohungen zeigt, sondern nur ein ganz schlichtes Logo. Es ist wirklich erfrischend.

Die Serie endet leider nicht ganz regulär, es bleiben sehr viele Fragen offen, zum Beispiel wohin die Destiny eigentlich genau unterwegs war. „Es ging nie darum nachhause zu kommen, es geht darum ans Ziel zu gelangen.“, deutet man desöfteren an, aber das ist so geheimnisvoll wie nichtssagend. Die USS Voyager kam nach ganzen sieben Staffeln verloren im Delta-Quadranten wortwörtlich fünf Minuten vor dem Serienfinale zuhause an, zum Glück hat man ähnliches nicht mit SGU versucht. Insgesamt gefällt mir die Serie deutlich besser als SG-1 und Atlantis, aber mit der Meinung stehe ich wie immer ziemlich alleine da. Die Stimmung passt viel besser zum Setting, und die Serie nervt nicht ganz so sehr mit dem üblichen spirituellen Scheiß, auch wenn es sich in einzelnen Episoden wohl doch nicht vermeiden ließ.

SPACOLA Eclipse WIP 0.60

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Okay, ich habe wieder einmal sämtliche mir selbst gesetzten Deadlines verschlafen. Das Remake wurde leider doch nicht zum 25-jährigen Jubiläum fertig, und wird es vermutlich auch noch eine ganze Weile nicht. Scheiß drauf. Ich bin gleichzeitig Opfer meiner eigenen Faulheit und Penibilität geworden. Das Problem mit Arbeit nach der Arbeit ist, dass sie oftmals keinen Spaß macht, egal wie sehr einem das Zeug am Herzen liegt. Aber hey, ich habe Urlaub – Zeit für mehr Arbeit. Und das Wichtigste ist doch: Ich bin wieder dabei! Vor wenigen Tagen habe ich mit der Arbeit an der Version 0.60 begonnen.

Ich habe eine neue Spritebibliothek geschrieben, die sich um das Laden, Konvertieren und Verwalten der vielen kleinen Grafikdateien kümmert. Und diese Spritebibliothek kennt neuerdings auch jeweils die Monochrom- und Farbversion jeder einzelnen Grafik. Bisher waren dies verschiedene Klassen, die immer jeweils getrennt voneinander angepasst werden mussten, und auch der Wechsel von Monochrom nach Farbe hätte bisher viele Codeanpassungen erfordert. Nun wird es möglich, direkt im Client mit einem simplen Mausklick die Darstellung zu wechseln. SPACOLA Eclipse kann endlich richtig mit Farbe umgehen. Da aber noch weit über 90% der Sprites nur monochrom vorliegen, werde ich da irgendwann noch wahnsinnig viel Zeit investieren dürfen. Bisher gibt es nur vereinzelte Sprites in Farbe zu sehen.

Die Farbsprites haben aber noch keine Priorität. Zunächst muss der Classic-Modus fertiggestellt werden, und das ist nach wie vor nicht so einfach wie es klingt. Die Gegner-KI macht mir Sorgen, denn egal wie ich es anpacke, es verhält sich alles nie so ganz wie es sollte, oft scheitert es schon am Ansatz. Dafür habe ich erst zuletzt ein komplettes Explosions-Spriteset hinzugefügt, das mir bisher nicht aufgefallen ist. Es scheint also doch nicht so klar zu sein, dass ich inzwischen wirklich alles aus dem Spiel extrahiert habe. Und ich habe anhand eines Memory Dumps die Zuweisungen der Sounddateien korrigiert, also welcher Sound im Originalspiel welchen Dateinamen hatte. Bislang musste ich dazu raten, und scheinbar lag ich oft falsch. Immerhin konnte ich hier nun einige Fehler korrigieren und so manche Zuweisungen bestätigen, auch wenn es bei anderen Einträgen weiterhin beim Raten bleibt, da der Memory Dump nur eingeschränkt Aufschluss gibt, auf Grund der Art wie die Sounddateien im Original nachgeladen werden können.

Ich hoffe ich werde noch diesen Dezember einige vorzeigbare Fortschritte vermelden können. Kleine Schritte, Tag für Tag. Macht es die Sache besser oder schlimmer, wenn ich jetzt verkünde, dass das Remake in jedem Fall zum 30. Jubiläum im Jahr 2021 fertig sein wird? Hey, wieso werft ihr denn jetzt mit überreifen Tomaten und faulen Eiern nach mir? Okay, okay, ich fang ja schon an…

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