Archiv für Juli, 2012
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Was mich schon die ganze Zeit stört: Nach dem schrecklichen Kino-Massaker des 24-jährigen James Holmes in der Vorführung von “The Dark Knight Rises” versuchten die Medien verzweifelt irgendein Motiv oder zumindest einen Anhaltspunkt für die Tat zu finden. So wurde im Internet praktisch jeder noch so kleine Stein umgedreht, um irgendwelche Informationen über James Holmes zu finden. Früher hätte man wohl die Familie oder seine Freunde befragen müssen, heute googlet man einfach nach seinem Namen oder schaut mal bei Facebook nach. Doch sie fanden sehr wenig. James Holmes war laut einigen Berichten kein besonderer Fan von sozialen Medien, sondern dem Thema eher kritisch gegenüber eingestellt. Unter anderem hinterließ er wohl einen Kommentar, in dem er sich besorgt darüber zeigte, was wohl die Medien schreiben würden, sollte er eines Tages in den Fokus der Ermittlungen wegen einer Schießerei kommen. Ironie des Schicksals oder plante er einfach nur voraus?
Doch anstatt nun zu schreiben, dass man nichts genaues sagen könne, weil es über diesen Mann keine ausreichenden Informationen gibt (wäre ja auch langweilig), dreht man die Tatsache, dass man nichts gefunden hat, so hin, als hätte man damit praktisch alles über ihn gefunden. Das klang dann auf Spiegel Online sinngemäß (überdrehte Interpretation von mir) etwa so: “Der Mann hat keinen Facebook-Account! War ja klar, dass mit dem was nicht stimmt. Wie kann so etwas passieren, dass jemand keinen Facebook-Account hat? Vor allem so ein gebildeter junger Amerikaner wie er, was ist da schiefgelaufen, dass er sich der wundervollen Welt der sozialen Netzwerke verweigert hat?”. Welches kranke Mistschwein hat denn bitte auch keinen Facebook-Account? Nur Psychopathen, Pädophile, und andere Leute die was zu verheimlichen haben. Manche machen sich die Welt wohl wie sie ihnen gefällt.
Was ich mich in der Folge seither immer öfter frage: Wenn ich mal (selbstverständlich fälschlicherweise) das Zentrum der medialen Berichterstattung und polizeilicher Aufklärungsarbeit werden sollte (was ich nicht hoffe), was würde man über mich schreiben, bei dem Quatsch, den ich hier so veröffentliche? “Der 28-jährige Informatiker beschäftigt sich in seiner Freizeit vorrangig mit brutalen Killerspielen wie Diablo 3, Super Mario Bros und Daggerfall, vornehmlich aber mit Spielen, die über 20 Jahre alt sind. Dies beweist, dass er im Kopf zurückgeblieben ist. Außerdem kritisiert er öffentlich Facebook, spricht über total kranke Themen wie Datenschutz, und ist Anhänger der Raubkopierer-Piratenpartei, und er hat nichtmal eine Freundin, haha. Das alles spricht dafür, dass er ein Triebtäter und ein Psychopath ist. Dass so einer irgendwann durchdreht, hätte wohl jedem klar sein müssen, auch seinen zwei Freunden. Achja, und er hört gerne Chiptune. Was auch immer das ist. Muss so eine Psychopathenmusik sein.”.
Ernsthaft jetzt. Was glauben diese Hobbypsychologen da eigentlich, was sie erzählen? Zeig mir welche TV-Serien und welche Filme du gerne schaust und ich sag dir, ob in dir ein kleiner Amokläufer schlummert? Sogar auf Twitter und Facebook versucht man inzwischen “Faktoren” in den Textbeiträgen der Nutzer zu bestimmen, die dafür sprechen, ob jemand eine tickende Zeitbombe ist. Angeblich benutzen solche Leute verstärkt die Vergangenheitsform von Verben und verwenden sinnlose Füllwörter. Oh, oh, da kenne ich aber welche, die machen das auch so. Von denen sollte ich mich künftig fernhalten. Den Artikel gibt’s wirklich, kein Scherz. Paranoia nennt man sowas. Jeder könnte eben ein potentieller Amokläufer sein.
Achja, Sommerloch nennt man sowas auch noch. Immer wenn es nichts zu berichten gibt, dann schafft man sich seine Themen eben einfach selbst.
Im Übrigen: Alles Gute zum Sysadmin Day, liebe Systemadministratoren/innen!
Not so weekly rant: Her mit meinen Daten!
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Was für ein Glück, ich muss noch nicht auf Ü30-Partys. Mir bleiben noch zwei kümmerliche Jahre. Was kann man in zwei Jahren noch so alles machen, was man unbedingt vor dem Dreißigsten erlebt haben sollte? Also lange dauert es wirklich nicht mehr. Ich fühle mich gar nicht weiser als vorher, nur wieder mal bedeutend älter, und dem Tod ein Stück näher. Was sagt das eigentlich über mich aus? Wie dem auch sei, lasst mich mein jüngstes Lebensjahr mit einem gepflegten aber kurzen Rant einleiten. Der letzte ist schon zu lange her.
War jemand von euch 2006 dabei? Damals als die ersten beiden Social Networks in Deutschland ihre Pforten öffneten? Schlappe drei Jahre nach der Geburtsstunde von Facematch/Facebook in den USA. Aber Facebook war damals noch nicht nach Europa expandiert. Im Frühjahr 2006 konnte man sich bei dem als Facebook-Kopie verschrienen StudiVZ registrieren. Und plötzlich war jeder dabei. Jedenfalls jeder Student, aber damals war ja noch jeder Student. Und wer kein Student war, hat ganz einfach irgendeine Hochschule ausgewählt, sich trotzdem registriert, und war dann auch dabei.
Um die Geschichte abzukürzen: StudiVZ habe ich damals recht intensiv genutzt, einfach weil es noch ganz neu war. Heute interessieren mich soziale Netzwerke nicht mehr besonders. Facebook hat mir das Konzept mit dem “Teilen” und dem “Liken” wirklich versalzen, und man wird überflutet mit Informationsmüll. StudiVZ war früher noch etwas anderes. Es war nur ein Werkzeug der Kontaktaufnahme und Kommunikation. Völlig unaufdringlich, so wie es sein sollte. Und vor allem: Damals ging es auch noch ohne. Wer kein StudiVZ nutzen wollte, der hatte trotzdem irgendeinen anderen Messenger (ICQ, AIM, Yahoo, IRC) auf dem Rechner, oder eben eine E-Mail-Adresse. Facebook wird heute zum einzigen Lebensinhalt vieler Menschen. Die einzige heute verbliebene Alternative zu Facebook: der Facebook-Messenger. Nein, wie kreativ.
Aber egal, darauf wollte ich gar nicht hinaus. Ich bin jemand, der versucht alles aufzuheben. Wenn ich nur lange genug suche, finde ich vermutlich sämtliche alten ICQ-Chatprotokolle der Jahre 1999 bis heute. Wahrscheinlich auch mehrere tausend E-Mails, die sich in dieser Zeit angesammelt haben. Auch alle SMS der letzten sieben Jahre habe ich gespeichert (bis auf ein paar, die mein letztes Handy eigenmächtig vernichtet hat). Warum behalte ich sowas? Nunja, warum behält man denn z.B. Fotos oder Familienvideos? Weil es Erinnerungen wachruft und weil es ein Ausschnitt aus einer vergangenen Zeit ist. In ICQ hat zum ersten Mal ein Mädchen sein Interesse an mir bekundet, genau wie StudiVZ Zeuge der gesamten Beziehung mit meiner ersten Freundin war – von den ersten Kennenlernversuchen, über die ersten Liebes- äh.. -”briefe”, dem ersten Streit, und der schmerzhaften Trennung. ICQ-Protokolle lassen sich leicht speichern und leicht auslesen. E-Mails und SMS lassen sich mit mehr oder weniger Mühe auch noch exportieren. Bei sozialen Netzwerken sieht das schon ganz anders aus.
Wer-kennt-wen löscht alle Nachrichten nach 30 Tagen, weist aber wenigstens deutlich darauf hin: DER Grund für mich, warum ich diesen Dienst nie genutzt habe. StudiVZ dagegen speichert alles, weigert sich aber eine Export-Funktion für die Nachrichten anzubieten. Obwohl es meine Nachrichten sind, darf ich sie nicht speichern. Es gibt wohl tatsächlich Tools, die sowas ermöglichen sollen, die werden aber nicht toleriert. Die Sperrung des Accounts droht einem dabei, wenn es auffällt. Inzwischen habe ich angefangen mich zu fragen, wie lange ich noch darauf vertrauen will, dass StudiVZ nichts davon löscht. Und wenn StudiVZ morgen dichtmachen sollte, sind dann alle meine Nachrichten weg. So habe ich kürzlich alle 1400+ StudiVZ-Nachrichten im Plaintext mit Copy & Paste in einen Texteditor kopiert. Ein Unding eigentlich, aber es bleibt ja keine Alternative.
Ich fordere einen “Profil abspeichern”-Button für solche Dienste, weil es MEIN eigenes Profil ist, und weil ich MEINE Nachrichten auch über die Lebenszeit des entsprechenden Dienstes hinaus behalten will. Technisch gesehen ist das kein Problem, und mir meine eigenen Daten auszuhändigen, kann auch sonst keine datenschutzrechtlichen Probleme aufwerfen. Ich finde es eine Schweinerei, dass mir das nicht ermöglicht wird.
SuccessDenied segelt unter der Piratenflagge
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Wenn mir vor zehn Jahren jemand gesagt hätte, dass ich mal Mitglied in einer Partei werden würde, ich hätte ihn vermutlich ausgelacht. Aber die Gelegenheit ist so gut wie nie zuvor. Endlich gibt es eine Partei, die praktisch in jeder Hinsicht meine volle Zustimmung hat. Inzwischen habe ich die Hoffnung, dass unser Land nicht die nächsten 100 Jahre permanent von der CDU regiert wird. Meine neugewonnene Liquidität möchte ich nun nutzen um eine recht junge aber vielversprechende Partei zu unterstützen.
Die Mitgliedschaft habe ich schon durch den Mitgliedsbeitrag und eine Parteispende vor einigen Monaten besiegelt, nun kam mir endlich ein Schreiben mit meinem Ausweis ins Haus. Diesen Umstand wollte ich feiern, indem ich SuccessDenied mit einem kleinen Hinweis versehen habe, zusätzlich zu dem kleinen Artikel, den ich gerade schreibe. Man weiß ja nie was mal wird. Go Pirates!
Eine Sache will ich allerdings unbedingt verstanden wissen: Durch meine Mitgliedschaft in der Piratenpartei bin ich nicht mehr oder weniger politisch als vorher. Ich bin bislang ausschließlich passives Mitglied. Meine Mitgliedschaft in der Partei ist allein als finanzielle, zahlenmäßig-personelle und ideologische Unterstützung zu verstehen. Ob und wann sich das ändert, das kann ich nicht sagen. Ich bin kein Politiker. Ich kann nicht automatisch erklären, warum die Piraten dies oder jenes tun. Ich bekomme auch nur das mit, was man sonst so hört und liest.
Wenn die Piratenpartei irgendetwas unternimmt, was meine politischen Erwartungen in höchstem Maße enttäuscht, werde ich aus der Partei wieder austreten und nichts mehr spenden. Wirklich, so einfach ist das. So müsste das eigentlich jeder machen.
Komplettes Dongleware-Set, Teil 2
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Sammeln macht süchtig. Glaube ich jedenfalls. Noch im Februar tönte ich voll Stolz, dass ich ein komplettes Set von uralten Dongleware-Büchern erwerben konnte. Meine Annahme war, dass ich damit alle drei(!) Bücher für den Atari ST im Besitz hatte. Erst vor kurzem, bei der Recherche für mein kleines Dongleware-Museum entdeckte ich, dass das Buch zur General Edition von OXYD auch für die ST-Version der General Edition gilt. Bis dahin wusste ich aber eigentlich noch nichtmal, dass es zwei Versionen des Ur-OXYD auf dem ST gab. Meine Sammlung: nicht komplett. Meine Mission: diesen Missstand beseitigen. So sehr ich Amazon verabscheue, leider ist es die einzige Anlaufstelle im großen weiten Interweb, wo ich ein Exemplar des so begehrten Buches finden konnte.
Und wenn ich sowieso schon einmal dabei war, dachte ich, mache ich die Serie diesmal WIRKLICH wirklich komplett, und bestelle das Buch zu Per.Oxyd gleich dazu, auch wenn das das einzige Dongleware-Codebuch für ein Nicht-ST-Spiel ist. Gab es ausnahmsweise zu einem Spottpreis, aber wohl nicht ohne Grund. Das Per.Oxyd-Buch ist äußerlich in einem einwandfreien Zustand, doch leider hat jemand mit verschiedenfarbigen Kugelschreibern auf der Innenseite des Covers einige Levelcodes notiert. Mir sträuben sich die Haare, wenn ich daran denke.
Im Prinzip sind das nun also fünf Bücher für insgesamt drei Spiele. OXYD General Edition ist schließlich die modifizierte, kolorierte, internationalisierte und multiplatform- äh -isierte Version des ersten OXYD, und Per.Oxyd ist das PC- & MAC-Remake von OXYD 2. Allerdings haben sich die Kopierschutzcodes gegenüber der Ursprungsversion geändert, so dass man in jedem Fall neue Bücher brauchte. Wahrscheinlich weil sowieso neue Handbücher her mussten und weil sich so mehr Geld verdienen ließ.
Also, um meine Unwissenheit über die tatsächliche Anzahl verfügbarer Bücher im letzten Beitrag nachträglich auszugleichen, möchte ich das Thema nun mit diesem Kommentar abschließen. Nun hat die Suche ein Ende und ich kann nachts wieder ruhig schlafen. Der Platz in meiner fiktiven Raritäten-Glasvitrine wird jetzt sowieso bedenklich knapp. In Zukunft sammle ich wieder Briefmarken und Spambot-Accounts bei Twitter.
Achja, fröhlichen Roland-Emmerich-Tag, liebe Amerikaner. Am 4. Juli war doch irgendwas mit Aliens, Jeff Goldblum, und dem Weißen Haus, oder?

Also gut, ich gebe es zu. Ich habe im Moment nicht so wahnsinnig viel zu schreiben. Warum sollte ich mir also irgendein Thema aus dem Ärmel schütteln müssen, nur damit hier etwas steht? Stattdessen schreibe ich lieber über die Dinge, die sich hier tatsächlich tun. Daher gibts hier an Stelle von weltpolitisch relevanten Dingen diesmal “nur” wieder ein kleines Update von der Front der Indie-Spieleentwicklung in Sinsheim Süd. Wer nun genervt mit den Augen rollt, der sollte vielleicht besser nicht weiterlesen. Aus meiner Sicht ist es schon erstaunlich genug, dass ich selbst noch nicht die Geduld verloren haben. Sieht mir nicht ähnlich.
Da das Spiel nun wieder zu 85% auf dem Stand ist, den es mit der alten Architektur hatte (wobei wohl um die 1000% mehr Features hinzugekommen sind), kann man das Spiel nun zur Laufzeit der Applikation beliebig oft starten, stoppen oder einfach pausieren. Den Ton kann man auch jederzeit ein- oder ausschalten. Der berühmte “Kaffee”-Knopf aus dem Levelauswahl-Bildschirm beendet das Spiel nun ebenfalls. Viele Grafiken wurden hinzugefügt oder ersetzt. Auch bekam die Anwendung nun einen Splash-Screen, der vor dem Spiel angezeigt wird. Sogar eine Dummy-Highscore-Liste ist eingebaut. Was soll ich also sagen? Auch mit kleinen Schritten kommt man irgendwann zum Ziel, und wenn es nur drei Zeilen Code sind, die ich im Schnitt täglich schreibe.














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