Archiv für Juni, 2012

Success Denied Symbol

Dongleware-Museum vervollständigt

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Nun, wie erwartet kam mein letzter Artikel bei Facebook-Fans nicht besonders gut an. Mir war klar, dass ich damit bei manchen Personen einen empfindlichen Nerv treffen würde, und dass der Beitrag stark polarisiert. Es heißt ja, dass getroffene Hunde bellen, aber ganz besonders erstaunt es mich, dass, wenn es um Facebook geht, auch Hunde bellen, die ich gar nicht getroffen habe. Facebook ist wohl einfach das Zentrum der Welt des 21. Jahrhunderts, damit muss man sich irgendwann abfinden. Widerstand ist zwecklos. Sie werden assimiliert werden. Ihre datenschutzrechtlichen Bedenken werden auf den Müll geworfen und ihre gesamte Identität unserer Datenbank hinzugefügt (und für Werbezwecke verkauft).

Deutschland ist aus der EM raus, die Temperaturen in den Dachgeschosswohnungen liegen wieder jenseits der 30 Grad, und ich schreibe den letzten Artikel für den Juni. Diesmal wieder nur ein Update-Artikel über wenig interessante Arbeiten am Blog, weil die Hitze mein Gehirn zermürbt. Ich habe vorgestern einige Screencasting-Programme installiert und getestet, um Videos von meinen Java2D-Experimenten aufzunehmen. Und was soll ich sagen? Keines der Softwareprodukte genügte meinen Ansprüchen. Kommerzielle Software lehne ich in diesem Fall ab (einmal ex und hopp und dafür 30 Euro?), und die vorhandene Freeware hatte immer irgendeinen dämlichen Pferdefuß, den ich nicht bereit war hinzunehmen. 25 Frames pro Sekunde sollten es schon sein, denn schließlich geht es hier um flüssige Animationen und nicht um irgendein billiges Desktop-Erklärbär-Video, wie man diese zu Tausenden bei YouTube findet.

Das Galerie-Plugin ist endlich raus, mit dem hatte ich immer nur Schwierigkeiten, es hat meine Installation nur unnötig belastet, und die Bilder hat sich sowieso kein Schwein angesehen. Genau wie ich einige Widgets nun aus der Sidebar entfernt habe. Das Menü wurde entsprechend von den Fotos, Screenshots und den Videos befreit, bis mir was besseres einfällt, wie ich das ganze strukturieren könnte. So wurde SuccessDenied.com insgesamt deutlich schlanker und lädt subjektiv jetzt auch endlich wieder schneller. WordPress 3.4.1 wurde installiert und läuft bislang einwandfrei. Es ist schön, dass alles funktioniert.

oxydge artikelDie größte Besonderheit ist, dass ich mein kleines Dongleware-Museum nun mehr oder weniger vervollständigt habe. Von vormals sechs Spielen bin ich inzwischen bei 16 Spielen angelangt. Ich habe mich nun doch dazu entschlossen, die Liste so weit zu komplettieren, dass nun alle Systeme eingebunden sind, und zusätzlich sämtliche Spiele, die eigentlich nur von Dongleware verkauft aber nicht entwickelt wurden. Außerdem habe ich nun auch die späteren Werke (1995 aufwärts) des Verlages in die Rubrik eingefügt. Die Downloads fehlen noch, aber die werde ich nach Belieben Stück für Stück hinzufügen, je nachdem wieviel Zeit ich aufbringen kann. Die Beschreibungen könnten an der einen oder anderen Stelle optimiert werden, aber das gibt sich. Es war schwer genug zu manchen Spielen überhaupt etwas Schriftliches zu finden, vieles davon ist im Netz fast komplett in Vergessenheit geraten. Keine Garantie, dass die Angaben alle stimmen, aber ich habe mich mehrfach vergewissert. Falls jemandem Fehler auffallen, nehme ich Hinweise sehr gerne entgegen.

Die entsprechende Rubrik habe ich inzwischen für Kommentare freigegeben, so dass man sich dort zum Thema äußern kann, falls jemand was zu schreiben hätte. Über Anekdoten zu den Spielen freue ich mich immer. Die Kommentarleiste findet sich ganz am unteren Ende der Seite.

Soziale Medien

Facebook stinkt und verdirbt dir deine Mitmenschen

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Kennt das jemand? Man hält irgendeine Person für relativ gescheit, dann liest man ein paar der Facebook-Posts ebendieser Person und plötzlich kommt man nicht mehr umhin zu denken: Was ist das nur für ein Depp? Dieses Gefühl habe ich inzwischen so oft, dass ich mich kaum noch traue, die Facebook-Timeline zu lesen. Zuviel des Grauens, zuviel der Dummheit.

Ich poste nichts bei Facebook, und ich weiß genau warum. Bei so manchem meiner Mitmenschen würde ich mir auch lieber wünschen, dass sie die Finger von der Tastatur ließen, wenn es nichts Interessantes zu berichten gibt. Aber “interessant” ist wohl einfach Definitionssache, wie so vieles andere auch. Ich hasse Facebook eigentlich, obwohl ich selbst Teil des (a)sozialen Netzwerks bin; Gruppenzwang, Selbstausschluss und so. Aber ich habe mich lange dagegen gewehrt. Wenn auch letztendlich sinnlos, weil ich ja dann doch eingeknickt bin.

facebookretards 200x200Eines können soziale Netzwerke besser als die reale Welt: Sie können dir vor Augen führen, wie doof jemand eigentlich ist. Als ich noch bei Bauer-sucht-Frau.de äh … Wer-kennt-wen.de “mitgelesen” habe, da bin ich irgendwann über das Profil einer Mitschülerin aus der Grundschule gestolpert. Im ersten Moment ist man ja ganz neugierig und dankbar, dass man so jemanden wiederfindet. Man will dann unbedingt wissen, was die Person heute so macht. Die Dame hat inzwischen ihr zweites oder drittes Kind geworfen, lädt unbeschwert Babyfotos von ihren Bälgern hoch, und noch dazu komplette Fotoreihen, in denen man seitenweise nichts als ihre gestylten Fingernägel betrachten konnte. Wie klein muss die eigene Welt, und vor allem wie nah der eigene Horizont sein, dass man so etwas mit der Öffentlichkeit auf Facebook teilen wollen würde? Mal davon abgesehen bin ich – wie viele andere auch – der Meinung, dass Fotos von Babys und Kindern nicht in soziale Netzwerke gehören. Schon deshalb nicht, weil die sich nicht dagegen wehren können. Facebook ist kein Familienfotoalbum.

Wenn es nicht solche Begegnungen sind, dann teilen die eigenen Freunde, Bekanntschaften und Verwandten hauptsächlich alte unwitzige Bilder, die seit Jahren und Jahrzehnten durch das Internet geistern oder mal in der BILD oder sonstwo abgedruckt waren. Einmal pro Woche lese ich in meiner Facebook-Timeline solche spannenden Tricks wie das sekundenlange Starren auf das invertierte Bild von Jesus. Wenn man anschließend auf eine weiße Wand schaut, sieht man – Überraschung: Jesus auf einer weißen Wand. Uiii! Wer hätte es für möglich gehalten? Das muss ich unbedingt mit allen meinen 500 Facebook-Freunden teilen, so cool wie das ist. Jede Woche diese und ähnliche Posts von immer anderen Leuten. Und ich kann es nicht mehr sehen.

Sogar von Leuten, die studiert haben, und denen man schon allein aus diesem Grund eine gewisse Grundintelligenz zuschreiben müsste, posten derart peinliche Dinge, so dass ich immer hin- und hergerissen bin zwischen Fremdschämen, unbeeindrucktem Wegklicken und enttäuschtem Seufzen. Manchmal lache ich sogar, weil wieder mal jemand meine Erwartungen erfüllt hat.

In den Medien landen derzeit öfter die Fälle, in denen auf Facebook zur Selbstjustiz und Lynchjustiz aufgerufen wird. Das ist nichts, was nicht sowieso schon in den Köpfen der BILD-Leser (und nicht nur bei denen) wäre, aber Facebook bietet solchen Menschen eine gigantische Kommunikationsplattform, wo man sich zusammenschließen und ethisch fragwürdige Aktionen planen kann. Die “Schwanz-Ab”-Mentalität, bevorzugt in den unteren Bildungsschichten der Bevölkerung, ist eines meiner Lieblingsthemen im Internet, und auch bei einigen Mitmach-Newsportalen weit verbreitet. Bei jeder angeblichen Vergewaltigungsgeschichte tauchen sie auf und posten in Kommentaren, was sie alles mit dem (mutmaßlichen) Täter anstellen würden. Auch auf Facebook habe ich das nun schon einige Male beobachten müssen, im eigenen Freundes- und Bekanntenkreis. Die beschränktesten unter den Beschränkten posaunen hier ihre ekelhaftesten Gewaltfantasien öffentlich aus, wo ich mich automatisch fragen muss, wer ist hier die größere Gefahr für die Gesellschaft? Ich jedenfalls will nicht in der Nähe von jemandem sein, der im Zweifelsfall solche blutrünstigen Gedanken mir gegenüber hat, wenn ich mal unter einer – womöglich falschen – Anklage leide.

Aber auch bei harmlosen Themen, wenn Personen einfach nur ihre eigene Dummheit auf Facebook zur Schau stellen, ohne sich darüber Gedanken zu machen, wer ihre Posts eigentlich alles lesen kann, da muss ich mich manchmal echt auf meine Hände setzen, damit ich nicht versehentlich einen giftigen Kommentar daruntersetze. Manchmal kann ich mich aber leider doch nicht zurückhalten, da ist die Versuchung wirklich zu groß. Ich habe dann die Hoffnung, dass die Leute durch eine geballte Ladung Sarkasmus schnell merken, wie sehr sie sich ihr Posting hätten sparen können. Meistens allerdings werde ich im Anschluss beschimpft, wie es mir überhaupt einfiele, mich in solch persönliche Dinge einzumischen. Sogar so persönlich, dass man es auf Facebook posten musste. Ich halte den Leuten den Spiegel vor, und mache mich damit freiwillig zur Zielscheibe. Das kann ich sogar ein bisschen verstehen, aber das zeigt mir nur, dass ich mein Ziel wohl nie erreichen werde.

Facebook stinkt und verdirbt dir deine Mitmenschen. Man kann unmöglich zurück und beginnt Leute so zu sehen wie sie wirklich sind, und nicht wie sie sich in deiner Gegenwart geben. Die Leute erzählen “ihrem” Facebook inzwischen oft mehr als ihren besten Freunden. Ich hoffe manchmal, dass Facebook irgendwann wieder untergeht, aber so weit wird es leider nicht mehr kommen. Ich will wieder, dass es wie vorher ist. Ich will nicht wissen, welche meiner Mitmenschen doof sind und nur bis zur nächsten Maniküre oder bis zum nächsten Fußballspiel denken können. Ich will nicht wissen, welche schlechten Videos und peinlichen Bilder euch gefallen. Ich will auch nicht wissen, wo ihr gerade im Stadion sitzt und wie es dort aussieht.

Irgendwann lösche ich meinen Account auf allen sozialen Netzwerken und werde freiwillig zum Einsiedler. Irgendwann schaffe ich das. Irgendwann. Bis dahin schaue ich mir freiwillig den Mist an, den meine Mitmenschen bei Facebook mit mir teilen.

Schule

Trigonometrie für Mathematikblinde

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Aus der Kategorie “zu doof für Mathematik, aber intelligent genug um sich trotzdem was einfallen zu lassen”: Heute habe ich mir mal wieder ausgiebig meinen alten Quellcode für meine Spacola-Maussteuerung vom August 2010 angesehen und mich daher auch mal wieder ein bisschen mit den mathematischen Grundlagen (Trigonometrie und Vektorarithmetik) auseinandergesetzt. Ein wenig Schmunzeln musste ich über meine unkonventionelle Lösung eines alten Problems, das ich damals hatte.

Man nehme einen Mauszeiger, der irgendwo in einem karthesischen Koordinatensystem liegt. Nun musste ich herausfinden, welchen Winkel der Richtungsvektor Ursprung->Mauszeiger mit der Y-Achse einschließt. Da ich selten mit der Mathematik einer Meinung war, aber dafür umso mehr gewillt, diese Aufgabe von alleine zu lösen, nahm ich mir seinerzeit Papier und Bleistift zur Hand und fing damit an, mir eine Lösung zu überlegen. Und ich fand einen Algorithmus, mit dem ich den Winkel näherungsweise bestimmen konnte.

Aber zunächst zur idealen und simpelsten Lösung:

trigo1Man benötigt im Prinzip nur Delta X und Delta Y zwischen den beiden Punkten, also den Ortsvektor. Anschließend teilt man Delta Y durch den Betrag des Vektors und berechnet aus diesem Wert den Arkus-Kosinus. Das Ergebnis muss dann noch mit 360 multipliziert und wieder durch 2 Pi geteilt werden. Schnell und effizient. Ich bin kein Mathegott, aber ein paar Minuten Suchen hat mich auf die richtige Lösung gebracht.

	public static int calculateDegrees(int pointX, int pointY){

		int deltaX = pointX - centerX;
		int deltaY = centerY - pointY;

		double alpha = Math.acos( deltaY / Math.sqrt( Math.pow( deltaX, 2 ) + Math.pow( deltaY, 2 ) ) );
	
		alpha = alpha * 360 / ( Math.PI * 2 );
		
		if(deltaX < 0)
			alpha = 360.0 - alpha;
	
		return (int) alpha;
	
	}

Witzig fand ich dagegen meinen Algorithmus, der folgendermaßen aussieht:

trigo2Ich habe beliebig viele Punkte (im Extremfall 360 Stück, in meinem Fall aber nur 40) auf einem Einheitkreis um den Mittelpunkt generiert und von jedem dieser gedachten Punkte den Abstand zur Mauszeigerkoordinate bestimmt. Mein gedanklicher Ansatz war der, dass der Punkt, der den kürzesten Abstand zur Zielkoordinate hat, mehr oder weniger exakt denselben Winkel zur Y-Achse hat. Mit dem Vorteil, dass ich dessen Winkel (da selbst generiert) genau kannte. Anschließend habe ich noch eine merkwürdige Umrechnung vom Bogenmaß ins Gradmaß durchgeführt. Das Ergebnis war zufriedenstellend.

public void calculateDegrees(){
		
	int xPos = Config.SCREEN_WIDTH / 2 + 10;
	int yPos = Config.SCREEN_HEIGHT / 2;
	int cnt = 0, diff = 10000, targetCnt = 1000;

	for (double i = 0; i <= 2 * (Math.PI); i += (2 * (Math.PI)) / 40) {

		xPos = Config.SCREEN_WIDTH / 2 + (int) (Math.cos(i) * Math.abs(Config.SCREEN_WIDTH / 2	- cursorCoordX));
		yPos = Config.SCREEN_HEIGHT	/ 2 - (int) (Math.sin(i)*(-1) * Math.abs(Config.SCREEN_HEIGHT / 2 - cursorCoordY));
		
		if (Math.abs(cursorCoordX - xPos) + Math.abs(cursorCoordY - yPos) < diff) {
			diff = Math.abs(cursorCoordX - xPos) + Math.abs(cursorCoordY - yPos);
			targetCnt = cnt;
		}
		cnt++;
	}
	int newDegrees = (90+(targetCnt * (360 / 40))) % 360;
		
	setDegrees(newDegrees);
		
}

Für letzteres Codebeispiel schlagt mich bitte nicht. Ich wusste damals schon, dass das nur ein Provisorium ist. Ich weiß noch nicht einmal mehr wofür “targetCnt” steht.

Zugegeben, meine Lösung ist extrem unperformant und relativ ungenau, aber nichts stärkt das Ego mehr als die Gewissheit, ein Problem selbst und ohne Hilfe bewältigt zu haben, wenn man es sich vorher nicht zugetraut hätte. Wie dem auch sei, heute habe ich meinen provisorischen Algorithmus abgelöst und durch die exakte Berechnung ersetzt.

Spiel

Durchgespielt: Diablo 3

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diablo3 1Vor 16 Jahren mussten wir Diablo das erste Mal in den Untiefen der Katakomben unterhalb der Kathedrale von Tristram zur Strecke bringen. Vier Jahre später war es dann erneut an der Zeit, Diablo und seinen höllischen Brüdern den Garaus zu machen. Die Erwartungen waren groß, als Blizzard vor einigen Wochen nach schier endloser Wartezeit den dritten Streich veröffentlichte. Nachdem ich nun knapp 100 Stunden mit dem Spiel verbracht habe, was auch der Grund ist, warum ich derzeit so wenig schreibe, ist es nun Zeit für einen kleinen Kommentar. Handlungsdetails werde ich keine nennen, auch wenn diesen Artikel wohl niemand lesen wird, der nicht selbst schon jeden Aktboss zerlegt hat.

Blizzards gigantische Ausrüstungsgegenstände-Lotterie ist zurück. Die Entwickler waren schon zuvor höchst erfolgreich damit, den Jäger und Sammler in den Köpfen der Spieler zu wecken und Suchtpotenzial zu generieren, doch spätestens mit dem derzeit sehr beliebten Item-sammel-und-tausch-Spiel Diablo 3 wird dieses Prinzip perfektioniert. In bekannter Hack & Slay-Manier darf der Spieler wieder riesige Legionen von Monstern totklicken, damit sie möglichst große Berge an Gold und Gegenständen fallenlassen, die fleißig eingesammelt und akribisch verglichen werden. Früher hat eBay ordentlich daran verdient, wenn Charaktere oder Waffen auf ihrer Auktionsplatform versteigert wurden, nun hat Blizzard sich entschieden, dieses Geld lieber in die eigene Tasche umzuleiten – mit dem Battle.net-Auktionshaus. Und das ist auch deren gutes Recht.

Mal von Login-Problemen, Onlinezwang und Fehler 37 abgesehen, ist Diablo 3 ein insgesamt gelungenes Spiel. Es macht Spaß, es macht schnell süchtig, und es frisst die gesamte Freizeit auf, wenn man Pech hat. Das Spiel erstreckt sich wie der Vorgänger über vier Akte, in jedem gibt es einen Boss zur Halbzeit und einen Aktboss. Die Grafik ist in Ordnung, aber für 11 Jahre Entwicklung entsetzlich unbeeindruckend. Die Handlung ist am Anfang recht interessant, aber auch kein Highlight, dafür teilweise etwas wirr. Spätestens beim zweiten Durchspielen interessiert sich eh kein Schwein mehr dafür. Das war auch im Vorgänger schon so. Diablo 3 ist darauf ausgelegt, dass man es mehrmals durchspielt, da die guten Gegenstände eben erst in den höheren der vier Schwierigkeitsgrade auftauchen. Wo wir gerade beim Durchspielen sind: Sofern man alle Gebiete erkundet und sich wirklich alles anschaut, wird der Durchschnittsspieler nach etwa 29 Stunden den normalen Schwierigkeitsgrad mit Level 32 beendet haben. Nach 48 Stunden und Level 50 hat man den Albtraum-Modus geschafft. Ab Level 50 wird der Aufstieg sehr viel langsamer, so dürfte man nach ca. 73 Stunden Level 60 erreicht haben, was das höchste Level für den Spielercharakter ist. Nach 76 Stunden ist man dann auch durch den Schwierigkeitsgrad Hölle durch und darf sich an “Inferno” versuchen – die Mutter aller Schwierigkeitsstufen. Mein erstes (und bisher einziges) legendäres Item ist erst nach – sage und schreibe – 72 Stunden gefallen. Das war wirklich eine Geduldsprobe. Leider hat sich herausgestellt, dass die legendären Items ein ziemlicher Witz sind.

diablo3 3 200x112Es wird sehr viel mehr gelabert als noch in Diablo 2. Es vergehen kaum fünf Minuten in denen man nicht irgendwelche Tagebücher oder Schriftrollen findet, neue Monstertypen ausführlich vorgestellt werden, und beinahe jeder NPC will dem Spieler seine gesamte Lebensgeschichte erzählen. All das nimmt wahnsinnig viel Zeit in Anspruch. Wenigstens bekommt man hin und wieder sogar Erfahrungspunkte gutgeschrieben, wenn man sich das lahme Gesülze reinzieht. Dafür lohnt es sich dann eben doch. Eine weitere Motivationsquelle sollen die sogenannten Achievements bzw. Erfolge sein, von denen es im Spiel praktisch an jeder Ecke vier oder fünf gibt. Ich kann nicht behaupten, diese Erfolge zu verstehen, denn sie haben keinen Einfluss auf das Spielgeschehen, aber man freut sich irgendwie trotzdem darüber. Leider wird in Diablo 3 jeder Mückenschiss mit einem Erfolg belohnt: “Du hast Bossgegner XY besiegt – Erfolg freigeschaltet!”, oder: “Du hast Level 40 erreicht! Erfolg!”, oder am besten: “Du hast dir das ganze Geschwafel von diesem oder jenem NPC angehört! ERFOLG!!1″. Erfolg auf ganzer Linie. Bei den gefühlten Millionen an Erfolgen ist es kein Wunder, wenn ich nach 100 Stunden Spielzeit noch nichtmal die Hälfte davon habe, allerdings lege ich es ja auch nicht darauf an.

Einige Dinge sind mir wieder negativ aufgefallen. Obwohl die Hardware-Anforderungen zumeist sehr gering ausgefallen sind, stört mich das übertrieben große Effektefeuerwerk im Kampf, weil es vor allem bei mehr als zwei Spielern stark an der Übersicht nagt. Überall blitzt und leuchtet es in allen Farben, Laserfallen (Hallo? Blizzard?) strahlen wild herum, es hagelt Eis, es regnet Explosionen, der Boden wabert giftgrün, von allen Seiten fliegen Geschosse in den Bildschirm. Manchmal muss ich unter den Effekten irgendwelche Gegner vermuten und auf Verdacht draufklicken. Seit einem der letzten Patches wird man in irgendwelchen Trollchats zwangsangemeldet, was besonders nervtötend ist, weil ich dann von Leuten zugespammt werde, die mich nicht im geringsten interessieren. Jedes verdammte Mal muss ich den blöden Chat erst verlassen bevor ich Ruhe habe. Eine weitere unangenehme Überraschung war für mich der Schnellbeitritt, der standardmäßig aktiv ist. So können jederzeit Leute aus deiner Kontaktliste in dein Spiel kommen. Ist besonders dann doof wenn man im eigentlich nicht vorhandenen Einspielermodus spielen will, weil man da nicht damit rechnet. Ohne Schnellbeitritt funktioniert alles über Einladungen, was ich viel angenehmer finde.

Vereinzelt gibt es Gegnermobs, die als Attribut “unverwundbar” haben und die nur durch Attacken auf ihren Anführer vernichtet werden können. Allerdings gab es beim Spielen hin und wieder einzelne normale Gegner, die durch Bugs entweder überhaupt nicht anklickbar waren (aber den Spieler töten konnten), oder die mit einer Rest-HP von 1 unbesiegbar waren. Ärgerlich außerdem meine Bekanntschaft mit einigen Gegnermobs auf Hölle direkt nach dem Neustart eines Spiels: Bevor ich Freunde einladen konnte, war ich schon tot. Nach dem Respawnen war ich dann sofort wieder tot. Beim dritten Versuch habe ich es geschafft, das tödliche Gebiet zu verlassen, um sogleich dem nächsten Gegnermob in die Arme zu laufen – tot. Beim vierten Versuch habe ich schnell “T” (Stadtportal) gedrückt und war tot, bevor ich ins Dorf gelangen konnte. Es hat einige weitere Versuche gebraucht bis ich aus dieser Endlosschleife entkommen konnte. Das war wirklich witzig. Sehr gut durchdacht. Bei den vielen Dingen, die regelmäßig durch Patches geändert werden müssen, fällt sowas kaum ins Gewicht.

Super sind auch die Heiltränke, die eigentlich ziemlich für die Katz sind. Dank 30 Sekunden Cooldown kann man nicht mehrere Heiltränke hintereinander nehmen. Das ist besonders daher geil, weil selbst wenn man 50 oder mehr Heiltränke bei sich trägt, im Kampf nützen sie einem nichts. Das sorgt bei starken Gegnern für heftiges Dauerfluchen und hilfloses Hämmern auf die Taste “Q”. Dass die stärksten Heiltränke bei meiner Level 60 Dämonenjägerin gerade ein lächerliches Drittel der Lebenskraft auffüllen, ist da nur noch eine Randnotiz wert. Zum Glück spielt Lebenskraft auf Inferno kaum noch eine Rolle. Da gibt es oft nur 1 oder 0, volle HP oder tot.

diablo3 2 200x112Ich muss sagen, die Physikengine steht Diablo 3 richtig gut. Es ist wirklich witzig zu sehen wie die erledigten Monster kreuz und quer über den Bildschirm fliegen. Die vielen zerstörbaren Einrichtungsgegenstände tragen ebenfalls positiv zu einem moderaten Realismusgrad bei. Activision Blizzard hat in Deutschland für die Lokalisierung offenbar etwas mehr Geld investiert als noch für die in Diablo 2, denn Fans von Hörspielen und Filmen werden einige bekannte Sprecher wiedererkennen. Die ersten, die mir aufgefallen sind, waren die von Seth Rogen, vom TNG-Klingonen Worf, vom holographischen Doktor der Voyager, von Liam Neeson und von Mr. Krabs aus “Spongebob Schwammkopf”. Die Spielercharaktere haben allesamt bekannte Sprecher wie z.B. von Kevin Bacon, Julianne Moore, Russell Crowe und Tobey Maguire.

Ich könnte noch dreimal soviel über das Spiel schreiben, aber ich wollte den Artikel gerne möglichst handlich halten und auf die wichtigsten Beobachtungen beschränken. Daher hier nur noch der Hinweis darauf, dass sich Diablo 3 für mich als Fan gelohnt hat, wenn man mal von dem hohen Kaufpreis und dem furchtbaren Kopierschutz absehen kann. Andernfalls wäre ich nicht sicher, ob ich den Kauf nicht vielleicht bereut hätte.

Softwareentwicklung

Intro von Spacola Eclipse ist fertig

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splash1 200x100Es war mehr Arbeit als ich gehofft hatte, aber deutlich weniger Arbeit als befürchtet: Das Intro von Spacola Eclipse ist fertig. Mit (fast) allem was dazugehört, also die Titel, das Monochrom-Fading mit Dithering, der Textbuilder mit Originalfont, und das Hauptmenü. Einzig die Fahndungs- und Bonuslisten fehlen noch, aber dafür fehlen mir auch noch die ganzen Sprites. Nun ist also der zweite größere Block in der Entwicklung fertig.

Das Intro sieht nun genauso aus wie das im Original, bis auf ein paar Anpassungen bei den Titeln bezüglich des Remakes (mein eigener Name darf ja jetzt auch dort vorkommen). Mit der tollen Hintergrundmusik von Jürgen Piscol laufen die Titel und das Menü nun in Schleife, bis ich mir demnächst die Arbeit mache, Benutzereingaben für das Hauptmenü hinzuzufügen, damit man das Intro abbrechen kann. Ist schon toll zu sehen, wie das eigene Werk nun langsam anfängt zu leben und dem Original immer ähnlicher wird. Aus reinem Spaß an der Freude habe ich vor dem Splash-Screen sogar einen falschen GEM-Ladebildschirm mit echter TOS-Biene eingefügt, so als würde man gerade die ST-Version starten.

Dem grandiosen Fortschritt der Entwicklung entsprechend habe ich mir heute im Laufe des Vormittags auch die Arbeit gemacht, auf SuccessDenied.com die Spacola-Seite komplett zu renovieren und zu aktualisieren. Ich glaube so wird das ganze fürs Auge doch sehr viel ansehnlicher und vor allem übersichtlicher.

Im Moment überlege ich mir auch, die Intro-Schleife von Spacola Eclipse zumindest als Video hochzuladen, damit man einen ersten Eindruck gewinnt, wie nah sich alles am Original bewegt. Mal schauen, wenn ich kommende Woche mal zuviel Zeit habe.

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